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Dr. Gehring
Dr. Gehring, Fachärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 40117
Erfahrung:  Notfallmedizin,Psychosomatik,Innere- und Allgemeinmedizin
61885400
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Dr. Gehring ist jetzt online.

Ich, eine 64 jährige, verwitwete Rentnerin, die an multiplen

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich, eine 64 jährige, verwitwete Rentnerin, die an multiplen chronischen Erkrankungen leidet, wende mich an Sie in einer vielleicht etwas außergewöhnlichen Angelegenheit.
Zunächst ein kurzer Überblick über meine Erkrankungen:
-schweres intrinsisches Asthma bronchiale (vernarbte und ausgesackte Bronchien nach mehrfachen Bronichalausgüssen und Atelektase des rechten UL)
-chronische Bronchitis
-chronische rez. Infekte der oberen Atemwege bei chronisch zu trockener Schleimhaut
-Stimmband Recurrenzparese nach Bandscheiben-Op HWS mit Cageimplantat
-Stimmbandaufbau nach Abschälung Leukoplakie
- Bandscheibenersatz nach erneutem Bandscheibenvorfall HWS mit Endoprothesen in 3 Segmenten
-Anschlussdegeneration ober- und unterhalb der operierten HWS-Segmente mit seit Jahren chron. Schmerzsyndrom und folgend Schmerzmittelabusus (Opioide)
- Laryngitis gastrica
-chron, rez. sinugene Cephalgien
-Sinusitis maxillaris et ethmoidalis chron.
- Arthrose in Hand- und FußgelenkenDie o.g. Anamnese habe ich einem Arztbericht zur Vorlage bei Gericht entnommen.
Dazu kommen altersbedingte Gesundheitsprobleme, wie pulmonale Hypertonie, Schilddrüsenunterfunktion und Herzrhythmusstörungen.
Ich habe im April 2017 versucht von meinem Hausarzt eine Cannabisverschreibung zu bekommen, da ich an mehreren Problemen mit Medikamentennebenwirkungen und -interaktionen leide.
Opiate unterdrücken den notwendigen Hustenreiz zum Abhusten, wiederkehrende orale Prednisolonstöße belasten die Gelenke und erhöhen das Infektrisiko, häufige Antibiotikagaben haben zu vielfältigen Allergien geführt.
Mein Hausarzt hat (für mich leider nachvollziehbar) eine Cannabisverordnung abgelehnt. Das Angebot einer Berliner Ärztin für ein Privatrezept musste ich ausschlagen, da ich mir die Kosten mit meiner kleinen Witwenrente nicht hätte leisten können.
Ich habe mich dann im Mai 2017 nach vielen Recherchen und der Auskunft, dass es fast unmöglich ist Cannabis auf Rezept verordnet zu bekommen entschieden einige Cannabispflanzen selbst anzubauen (ich weiß...keine kluge Entscheidung, aber mir ging es extrem schlecht). Cannabis hieß für mich immer CBD-reiches (da entkrampfend, entzündungshemmend und schmerzlindernd) und extrem THC-armes Cannabis! Da ich mich Mitte 2016 aus meiner langjährigen Opioid-Abhängigkeit ( unter nicht unerheblichen Entzugserscheinungen) ausgeschichen hatte, wollte ich nicht in eine eventuelle neue Abhängigkeit durch THC geraten. Eine Schmerztherapeutin, die ich im Oktober 2017 aufsuchte, konnte mir auch nur eine Behandlung auf Opiat- bzw. Morphinbasis anbieten. Da sich dadurch aber meine pulmonale Situation (nicht abhusten können) wieder drastisch verschlechtert hätte, verfolgte ich diesen Weg nicht weiter.
Dass CBD tasächlich eine lindernde Wirkung auf meine vielfältigen gesundheitlichen Probleme hat, konnte ich durch einen Selbstversuch mit (2016 noch in einer rechtlichen Grauzone zu erwerbenden) 10 %igem CBD-Öl feststellen. Diese Option blieb mir allerdings auf Grund der Kostenfrage auch nicht lange verfolgbar.
Nun wurde im September mein Selbstanbau durch einen Nachbarn abgezeigt und ich stehe nun als Angeklagte vor Gericht.
Zum Verständnis: Ich erwarte weder eine "Verteidigungsantwort" noch einen Hinweis, wie ich Cannabis verschrieben bekommen könnte, denn ich therapiere mich nach dem nunmehr erreichen der Altersrente und damit verbesserter finanzieller Situation, inzwischen wieder selbst mit 15-20%igem CBD-Öl (inzwischen legal zu erwerben).
Da ich heute aber vom Richter die Frage gestellt bekommen habe, warum ich denn überhaupt selbst angebaut hätte, es wäre doch ohne weiteres für mich möglich gewesen, Cannabis auch "so zu bekommen" (vermute er meinte auf Rezept), würde ich gern einmal aus der Sicht eines weiteren Arztes hören, was für einen Arzt (heute noch immer?) so problematisch ist, wenn er ein Cannabisrezept ausstellt.

Guten Tag,

Tatsächlich haben viel Ärzte Probleme mit der Verschriebung von Cannabis aus zwei Gründen: a) ist es nur verschreibbar, wenn es ausführlich beantragt wird (man muss hier eine Menge Fragen beantworten und Auskünfte geben, und das kostet Zeit und Nerven, die viele Ärzte einfach nicht haben) und dann von der Krankenkasse genehmigt wird.B), und das wiegt noch schwerer, sind wir mit unseren Verschreibungen budgeitert, das heißt, wir hagften mit unserem persönlichen Vermögen für unsere Verschreibungen. Im Klartext heißt das dass wir, wenn wir teure Medikamente aufschreiben, von Regressverfahren bedroht sind. Schon die ausführlichen Prüfungen, die davor stattfinden, sind wiederum zeitaufwändig und nervig, weil man alles, was teuer ist, einzeln begründen muss (nicht nur Cannabis). In keinem Land der Welt haften Ärzte für ihre Rezepte, aber bei uns! Kein Wunder, dass alle versuchen, möglichst sparsam zu verordnen. Es heißt zwar, dass auch teure Präparate erstattet werden, wenn das "Maß des Notwendigen" nicht überschritten wird, aber das ist eine willkürliche Grenze, so dass wir auch bei bewusster Cannabisverordnung Regresse fürchten müssen.

Hier ein interessanter Artikel dazu: https://www.leafly.de/hindernisse-bei-cannabis-als-medizin-deshalb-schrecken-aerzte-zurueck/

Ich hoffe, dass ich Ihnen weiter helfen konnte! Es ist jedenfalls keineswegs so, dass man "ohne Weiteres" ein Cannabisrezept bekommt, weil wir das ausführlich rechtfertigen müssen. Ich hoffe, das sieht die Richterin ein.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Falls etwas unklar geblieben ist, stehe ich über den Button „Experten antworten" zur Verfügung. Über eine positive Bewertung Ihrerseits (Anklicken von 3-5 Bewertungssternen ) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen, denn nur dann erhalte ich einen Teil Ihres angezahlten Honorars für meine Hilfe. Ich wünsche Ihnen das Allerbeste!

Dr. Gehring und 2 weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.
Herzlichen Dank, Frau Dr. Gehring für Ihre ausführliche Anwort, welcher ich entnehme, dass ich diese auch dem Richter zugänglich machen darf???

Das können Sie gerne tun, beachten Sie aber bitte, dass es sich hier um eine rein subjektive Äußerung, also eine Meinung handelt. Vielleicht nehmen Sie lieber den genannten Link, der doch etwas ausführlicher und noch "offizieller" ist.

Sehr gern geschehen!