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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 451
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
105603447
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Wir machen uns Sorgen um unseren Enkel. Er ist 21 MONATE

Diese Antwort wurde bewertet:

wir machen uns Sorgen um unseren Enkel. Er ist 21 MONATE jung, geistig, sprachlich und auch sonst sehr gut entwickelt, hochinteressiert an seiner Umwelt, sehr fröhlich und unkompliziert, geht ger in die Kita. Er wächst bei meiner alleinerziehenden Tochter auf. Nun ist es so, dass sein Vater ihn in größeren Abständen zum Umgang abholt. Bisher fanden die Umgänge aller zwei oder vier Wochen an statt, jeweils vormittags + nachmittags. Mittagsschlaf machte das Kind zu Hause. Das hat er einigermaßen verkraftet. Nun wurde er erstmalig nach einer längeren vierwöchigen Pause für 9 Stunden zum Vater außer Haus gegeben - Mittagsschlaf fand beim Vater statt. Er kennt den Vater, war aber noch nie so lange dort. Nun zu meiner Frage: Bei der abendlichen Rückkehr nach 9h benahm sich der Kleine plötzlich außergewöhnlich, sprach immer wieder nonstopp die gleichen Wörter, schlug mit dem Kopf auf den Boden, biss in die Bettdecke und gab völlig befremdliche Laute von sich. Es hörte sich an, als würde er krampfen. Nach ca. einer halben Stunde war das glücklicherweise vorbei. Allerdings war der Kleine nun so aufgedreht, dass er sich erst ca. 22 Uhr ins Bett bringen ließ. (Normal ist 19 Uhr.). Dieses Verhalten ängstigt uns sehr. Gibt es eventuell Erklärungen hierfür? Könnte ihn die Situation überfordert haben? Wir wären dankbar für Erklärungsansätze, wohl wissend, dass man es aus der Ferne nicht 100%ig beurteilen kann. Uns liegt der Kleine unglaublich am Herzen.

Vielen Dank ***** ***** Grüße, ****

JA: Ich verstehe. Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen. Customer: Es geht um einen kleinen Jungen, 21 MONATE alt. Er nimmt KEINE Medikamente.

JA: Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Arzt wissen sollte? Customer: Nein, es steht alles in der Frage.

Sehr geehrte Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage bei JustAnswer. Ich bin Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und werde Ihnen helfen. Die Abfragen zu Alter und Medikamenten erfolgen automatisch, in Ihrer Situation haben die Fragen leider nicht wirklich gepasst.

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass die geschilderte Situation für Sie sehr erschreckend war und Sie sich große Sorgen um Ihren Enkel machen. Ich hätte da ein paar Fragen an Sie, um die Situation besser einschätzen zu können:

  • War Ihr Enkel in der beschriebenen Situation jemals kurz bewusstlos?
  • Sind Ihnen Zuckungen an den Armen, Beinen oder im Gesicht aufgefallen?
  • Reagierte er auf Ansprache?
  • Ließen sich unerwünschte Handlungen wie das Schlagen mit dem Kopf auf den Boden unterbrechen?
  • Konnten Sie verstehen, was er sagte?
  • Sind Ihnen noch andere Beschwerden aufgefallen, wie z.B. Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen?

Ihre Antworten helfen mir, die Situation besser einzuschätzen. Nicht vernachlässigen sollte man auch, dass es sich bei Kindern getrennt lebender Eltern immer eine heikle Situation ergibt. Ich habe oft miterlebt, wie von beiden Elternteilen jedes Symptom ganz genau beobachtet wurde und leider (leider!) viel zu oft lediglich auf den Aufenthalt beim anderen Elternteil zurückgeführt werden. Natürlich ist die Situation für Kinder belastend und nicht ideal, auf der anderen Seite hat jedes Kind auch das Recht zu beiden Eltern Kontakt zu haben. Besteht denn zwischen seinen Eltern ein guter Kontakt? Wie würden Sie das Verhältnis der Eltern beschreiben?

Liebe Grüße,

Dr. med. M. Metzger

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin

Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Lieber Herr Metzger, dieses Verhalten trat in dieser Form tatsächlich nur ein einziges Mal auf. Um ehrlich zu sein, war es so erschreckend, dass ich nicht alle Einzelheiten erklären kann. Das Kopfschlagen auf den Boden war nur kurz. Erbrechen gab es nicht. Über Übelkeit kann man bei einem so kleinen Kind nichts sagen. Zuckungen haben wir nicht beobachtet. Der Kleine sprach immer dieselben Wörter, die aber keinen Sinn ergaben. Jedoch lernt er ja erst Sprechen. Das Verhältnis zwischen den Eltern ist sehr schlecht, da meine Tochter wegen Gewalt in der späten Schwangerschaft geflüchtet ist. Meine Tochter tut nichts gegen deen Kontakt - er finden den Wünschen des Vaters entsprechend statt. Wir wollen nichts unterbinden, nur halt wissen, was es mit dem Verhalten auf sich hat. Und natürlich sagt uns die Realität, dass in diesem Fall die Symptome im Anschluss an die besagte Situation auftraten. Sonst nie. Vielleicht kann man also die Situation etwas modifizieren, wenn möglich. Ansonsten muss man das dann halt so hinnehmen und hoffen, dass es wieder vergeht. Vielen Dank ***** ***** Grüße, K.

Sehr geehrte Fragesteller,

Ihre Bedenken bei der Situation kann ich gut verstehen. Mir würde es selbst ganz ähnlich gehen. Die Beschwerden nach denen ich gefragt habe, wären Zeichen für ein neurologisches Problem wie zum Beispiel einen epileptischen Krampfanfall. Davon ist bei Ihrem Enkel zum Glück nichts aufgetreten.

Das Verhalten, das Sie beobachtet haben, also: motorische Unruhe, repetitive Laute oder Wörter, "aufgedreht" sein klingt für sein Alter nicht ungewöhnlich. Gerade, wenn es viele neue Eindrücke zu verarbeiten gibt, können Kinder so reagieren. Ich denke nicht, dass sein Vater irgendwie aktiv dazu beigetragen hat. Es war einfach eine ungewohnte Situation, die Ihren Enkel wahrscheinlich aufgewühlt zurückgelassen hat. Wenn die Aufenthalte bei seinem Vater jetzt regelmäßiger und häufiger stattfinden, wird er sich sicher schnell daran gewöhnen und kein auffälliges Verhalten mehr zeigen. Was kann noch helfen?

  • Rituale: wenn Dinge nach einem bestimmten Schema und in einer festen Ordnung ablaufen sorgt das bei Kindern für Sicherheit. Gerade beim Schlafengehen helfen Rituale den Kindern sehr, sich zu beruhigen. Dazu können gehören: ein Bad, ein ruhiges Spiel, eine Geschichte vorlesen, Kuscheltieren gute Nacht sagen, ein Lied singen oder Musik anhören. Ihrer Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, erlaubt ist alles, was ihn zur Ruhe kommen lässt. Halten Sie das Ritual dann so konsequent wie möglich ein. Ähnlich kann man sich überlegen, Rituale zur Übergabe zwischen den Eltern einzuführen. Das hilft Ihrem Enkel sich auf den Wechsel einzustellen.
  • Gute Kommunikation zwischen den Eltern. Es tut mir sehr leid, dass das Verhältnis aktuell nicht gut ist. Gewalt gegen Schwangere finde ich persönlich extrem erschreckend und lässt mich sehr am Charakter des Vaters zweifeln. Ich hoffe, dass er trotzdem auch ruhige Momente hat, in denen ein sachliches Gespräch stattfinden kann. Es muss gut kommuniziert werden, damit keine Missverständnisse oder gegenseitige Schuldzuweisungen auftreten.
  • Ordnung und Sauberkeit: achten Sie gerade wenn der Kleine vom Vater zurückkommt darauf, dass alles ordentlich wirkt und das Haus oder die Wohnung gut aufgeräumt ist. Das hilft Ihm auch ganz unbewusst ruhiger zu sein und zur Ruhe zu kommen.

Ich hoffe diese Aufstellung hilft Ihnen etwas. Für weitere Fragen zu diesem Thema stehe ich gerne ohne Zusatzkosten zur Verfügung.

Herzliche Grüße,

Dr. med. M. Metzger

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin

Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Vielen Dank, ***** ***** schon gut, wenn es sich wahrscheinlich nicht um einen Krampfanfall handelt. das beruhigt ein bisschen. Wir hoffen (und wünschen uns) nicht, dass der Vater der Gesundheit des Kindes aktiv schadet. Ansonsten ist die Situation von uns allen so gut wie nicht beeinflussbar: Die Kommunikation funktioniert nur als Null-Kommunikation, da ansonsten aggressives Drohverhalten an der Tagesordnung ist. Wünschenswert wäre, dass die Umgänge häufiger und kürzer bei einem so kleinen Kind stattfinden. Das möchte der Vater nicht und muss es auch nicht. Also wird vor uns allen eine schwierige Zeit liegen. Drei Jahre - inklusive Schwangerschaft - haben wir schon überstanden. Nun schauen wir mal. Die Mama des Kleinen bemüht sich lieb um Ausgleich (die von Ihnen geschilderten Rituale; die Wohnung ist ohnehin sehr nett). Ich bedanke ***** ***** möchte hiermit abschließen. Beste Grüße, K.

Ich freue mich, wenn Ihnen die Beratung etwas weitergeholfen hat. Ein großes Lob auch an die Mutter, dass sie sich schon so viele Gedanken gemacht hat und die Situation so gut wie möglich ausgleicht.

Das mit der Kommunikation und dem Verhältnis der Eltern ist wirklich eine sehr verfahrene Geschichte. Manchmal hilft es eine neutrale Person als Beobachter bei diesen Gesprächen dabei zu haben. Auch klare Regeln helfen, z.B. ausreden lassen, keine Vorwürfe, keine Beleidigungen, respektvoller Umgang etc. Eine neutrale Person als "Schiedsrichter" kann auf Regelverstöße hinweisen und nötigenfalls korrigierend eingreifen. Es müsste jemand sein, der von beiden geachtet und respektiert wird und keine Seite bevorzugt. Im Sinne Ihres Enkels wäre es wirklich sehr nötig, dass die Eltern eine Möglichkeit finden, sich wieder miteinander auszutauschen. Andernfalls besteht in den nächsten Jahren die Gefahr, dass Ihr Enkel zunehmend in die Rolle des Vermittlers zwischen beiden Elternteilen gedrängt wird. Das kann zu schweren Überlastungserscheinungen psychischer und physischer Natur führen.

Sie als Eltern der Mutter und Großeltern Ihres Enkels befinden sich auch in einer schwierigen Lage, da Sie ja nur beraten und wenig aktiv tun können. Ich hoffe trotzdem, dass Ihnen vielleicht die eine oder andere Idee weiterhilft.

Liebe Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Manuel Metzger und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Vielen Dank, ***** ***** Personen und Vermittler sind alle schon zugegen - dabei benimmt sich der Vater aber völlig unauffällig, so dass es für Außenstehende schwierig ist, dort etwas zu ändern. Meine Tochter ist von Grund auf ein sehr freundlich-toleranter und ruhiger Mensch und der Vater hat leider eine sehr schwierige Persönlichkeit. Er hat sein freundlich-neutrales Verhalten vom Anfang mit Beginn der Schwangerschaft ohne Erklärung seinerseits ins krasse Gegenteil gewechselt - ab da gab es Demütigung und Gewalt. Er hat bestimmt, wann und ob meine Tochter sprechen durfte und welche Form ihre Sätze haben mussten, es gab Nahrungsentzug usw. (meine Tochter war gegen Ende der Schwangerschaft durch Diabetes sehr gehandicapt.) Das war vorher nicht absehbar. Es gibt also leider keine wirkliche und echte Lösung ... Wir müssen es abwarten, wie sich alles weiterentwickelt. Ich werde Sie jetzt bewerten und wünsche auch Ihnen alles Gute, danke ***** *****