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Hautaerztin
Hautaerztin, Ärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 2331
Erfahrung:  Ärztin. Abgeschlossene Studium Humanmedizin.
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Sehr geehrter Damen und Herren Doktoren, mein Sohn ist 1987

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrter Damen und Herren Doktoren,
mein Sohn ist 1987 geboren. Er studierte ab 2007 in Paderborn. Ca. 2008 im Alter von 21 Jahren ließ er sich ohne meine Kenntnis Haarwurzeln vom Hinterkopf an die Schläfen verpflanzen. Viel später erfuhr ich, dass er aus diesem Grund von da an regelmäßig „FINASTERID 1mg“ (vom Hautarzt) empfohlen einnahm und auch noch einnimmt. Familiär ist er bezüglich Haarausfalls absolut nicht vorbelastet. Vor allem auch deshalb sehe ich die nun ca. schon 10-jährige Einnahme sehr skeptisch. Ich mache mir schon lange große Sorgen darüber, ob die Nebenwirkungen bzw. Spätfolgen dieses Medikamentes ein gesundheitliches Risiko in sich bergen. Gelesen habe ich dazu verschiedene Studien. Sie alle beruhigen mich nicht, im Gegenteil. Viele Gespräche mit meinem Sohn über meine Ängste liefen und laufen ins leider ins Leere. Aber ich möchte auch nicht, dass er wegen dieses Medikamentes krank wird, denn seine Oma starb beispielsweise an Nierenversagen. Höchstens dahingehend ist er genetisch vorbelastet. An einen Nutzen des Haarwuchsmittels für ihn glaube ich nicht. Seine Haarstruktur und Fülle haben sich von damals (vor Transplantation) bis heute nicht verändert. Bitte helfen Sie mir.
Welche handfesten, wissenschaftlichen Argumente kann ich gegen die Einnahme in seinem Fall anbringen?
Wie kann er FINASTERID ohne Nebenwirkungen absetzen und/oder welcher Arzt kann ihm helfen von der Einnahme wegzukommen?
Vielen Dank ***** *****
Mit freundlichen Grüßen
P. Schmedemann

Guten Tag,

ich bin Hautärztin und habe Ihre Frage gefunden. Bitte haben Sie noch etwas Geduld.

Mit freundlichen Grüßen Dr. med. A. Hoffmann

Guten Abend,

vorneweg folgendes: ich befürchte, daß Ihre Bemühungen, Ihren Sohn von der Einnahme abzubringen, erfolglos sein werden.

Haarverlust ist ein sehr emotionales Thema, bei Männern wie bei Frauen. Dabei kann es für die Betroffenen enorm hilfreich sein, wenn sie das Gefühl haben, daß sie etwas dagegen unternehmen. Rationale Argumente spielen da eine absolut untergeordnete Rolle.

Wenn bisherige Gespräche Ihren Sohn nicht von Finasterid abhalten konnten, werden es zukünftige mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht tun.

Was den Nutzen angeht: soweit ich Patienten mit Propecia (Finasterid) erlebt habe, war dort meistens eine gute Wirkung vorhanden. Nun kann es sein, daß Sie bei Ihrem Sohn keine Vermehrung des Haarwachstums sehen, daß aber ohne Propecia inzwischen die Haare schon deutlich weniger geworden wären. Denkbar ist auch, daß der Hautarzt es empfahl, um den Erfolg der Haartransplantation zu unterstützen (damit die verpflanzten Haare nicht wieder ausfallen).

Wenn man die Liste der möglichen Nebenwirkungen betrachtet: das Medikament wird über die Leber verstoffwechselt. Insofern ist mit einer Nierenbelastung nicht zu rechnen. Schwierigkeiten der sexuellen Funktion und Brustwachstum stehen ansonsten im Vordergrund, auch Depressionen sind erwähnt. Das ist etwas, das er selbst bemerken und ggf. über Für und Wider für sich entscheiden muß. Auf lange Zeit gesehen wird vor Brustkrebs gewarnt. Man darf jedoch nicht vergessen: wenn ein Mensch unbedingt etwas will, hat er meist eine hohe Toleranz für dieses. ff

Hautaerztin und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.

Wenn er sich damit besser fühlt, funktioniert sein Immunsystem besser, und der Körper kann Zellen, die entarten wollen, besser wieder reparieren. Das ist genaugenommen ein gewisser Schutz vor Krebs. Wenn er ohne das Medikament z.B. Depressionen hätte aufgrund der Haarsituation, würde es dem Immunsystem eher nicht so gut gehen.

Was / Wo haben Sie gelesen, das Ihnen Sorge bereitet ?

Ich meine trotz allem: so wie Sie Ihren Sohn beschreiben, ist es das beste, wenn Sie loslassen, was Sie wollen und darauf vertrauen, daß er zu gegebener Zeit selbst Einsichten bekommt oder mit dem Thema anders umgehen kann. Vielleicht entwickeln sich in den nächsten Jahren andere Lösungen, z.B. dadurch, daß wir im Zeitalter der Mikronährstoffe sind. Bis jetzt gibt es noch nichts wirklich, was die androgenetische Alopecie komplett heilen kann.

Ihre bisherige Haltung ist auch dazu prädestiniert, daß er in den Widerstand geht und es dann erst recht weiter nimmt.

Ich weiß, das ist schwer für eine Mutter. Wenn Sie selbst versuchen, die Situation mit Abstand zu sehen, dann werden Sie wahrscheinlich meinen Gedanken folgen können.

Mit freundlichen Grüßen und Dank für die Sterne.