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Achim Reither
Achim Reither, Arzt
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 122
Erfahrung:  Facharzt
103609911
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Achim Reither ist jetzt online.

Guten Tag, ich bin männlich, 34 Jahre und leide seit 1 Jahr

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag,
ich bin männlich, 34 Jahre und leide seit 1 Jahr und 3 Monaten an permanenter Übelkeit, oftmals kurz vorm Erbrechen was bisher aber nie passiert ist:
Natürlich habe ich mich medizinisch durchchecken lassen:
- Ultraschall
- 2 x Magenspiegelung
- 1 x Darmspiegelung
- Mehrere Stuhluntersuchungen
- Mehrere Blutuntersuchungen
- kardiologische Untersuchungen (EKG)
- Urinuntersuchung
- Röntgen des Abdomen
Alle diagnostischen Verfahren ergaben keine schlüssige Begründung für mein Symptom. Anders ausgedrückt: Alles okay.
Schnell wurde der Begriff Psychosomatik laut. Ich bin mittlerweile bereits in einer verlängerten Therapie. Bisher hilft mir das überhaupt nicht.
Symptome die ich neuerdings ebenso habe
- Probleme mit dem Stuhlgang (Verstopfung)
- Häufiges Wasserlassen
- sehr selten Sodbrennen
- sehr selten ganz leichten Schwindel
Ich war vorgestern erstmalig bei einer Osteopathie. Gefühlt, geht es mir seitdem nich schlechter.
Was ich unsbhängig aller Symptome schon seit sicherlich 5-10 Jahren habe:
- Schlafprobleme (Durchschlafen) Ich wache sehr häufig auf mit einem Heißhunger auf etwas süßes! Oftmals ist die Nacht gegen 4 Uhr morgens zuende. Ich merke das indem ich mittags/nachmittags immer mal wieder weg nicken könnte.
Was könnte ich noch tun?
P.S Eine Unverträglichkeit schließe ich auf Grundlage verschiedener Diäten aus.
Bitte antworten Sie möglichst ausführlich.
Viele Grüße
A. Schulte

Lieber Kunde,

danke, ***** ***** JustAnswer nutzen.

Latente Übelkeit, Herzklopfen, nächtlicher Heißhunger auf Süßes, diese Symptome deuten auf Zuckertiefs hin, auch wenn Sie keinen Diabetes haben. Sinkt der Blutzuckerspiegel ab und das Gehirn bekommt zu wenig Zucker, fordert es diesen vehement ein. Botenstoffe werden ausgeschüttet, die uns über Symptome wie Übelkeit, Zittern und Heißhunger warnen und signalisieren, Kohlenhydrate werden benötigt. Gleichzeitig aktiviert der Organismus bestimmte Mechanismen, die Zucker (Glukose)aus körpereigenen Depots freisetzen. Diese Vorgänge springen nicht erst bei einem richtigen Unterzucker an, sondern schon viel früher. Ab welchem Wert genau dies eintritt ist individuell unterschiedlich. Bei einem Nicht-Diabetiker wird von einer Unterzuckerung gesprochen, wenn der Blutzuckerspiegel auf 50 Milligramm pro Deziliter sinkt und der Betroffene Beschwerden hat. Die Schwelle ist unterschiedlich, vor allem wenn man durch häufigere Diäten an niedrige Blutzuckerspiegel gewohnt ist.

Manche Menschen verspüren bereits Symptome, wenn die Blutglukose zum Beispiel unter 70 mg/dl fällt. Solche Werte liegen bei Nicht-Diabetikern viel öfter vor als ein echter Unterzucker – medizinisch Hypoglykämie genannt.

Während Diabetes-Patienten häufig in ein Zuckertief geraten, weil sie ihre Medikamente nicht richtig anwenden, spielen bei Nicht-Diabetikern andere Ursachen eine Rolle. In sehr seltenen Fällen kann beispielsweise ein meist gutartiger Tumor in der Bauchspeicheldrüse einen Unterzucker begünstigen, weil dieser unkontrolliert Insulin freisetzt. Das körpereigene Hormon Insulin wird im Normalfall nur dann verstärkt ausgeschüttet, wenn sich viel Glukose im Blut befindet. Durch das Hormon wird der Zucker in die Zellen befördert. Manchmal führen Krankheiten in der Leber, der Schilddrüse oder der Nebennierenrinde zu einer Hypoglykämie. Meistens ist aber eine falsche Ernährung oder Alkoholkonsum für abfallende Zuckerwerte ursächlich. Alkohol hemmt die Mechanismen, die der Organismus bei einem niedrigen Blutzuckerspiegel aktiviert. Folglich kann dieser weiter sinken. Wer zu lange nichts isst oder zu wenig, (z.B. Zeitmangel, Diät) kann ebenfalls ins Zuckerloch fallen. Daneben kann die Zusammensetzung der Nahrung an sich schuld sein. Besteht die Mahlzeit überwiegend aus schnell verdaulichen Kohlenhydraten, steigt der Blutzucker steil an und es wird viel Insulin freigesetzt. Das wiederum bewirkt, dass die Glukose im Blut rasch sinkt, das Gehirn den Mangel bemerkt und nach neuem Zucker ruft. Sie können sich mal bei einem Diabetologen vorstellen, um Ihre Symptome weiter abklären zu lassen. Ich hoffe ich konnte weiterhelfen. Falls noch Unklarheiten bestehen sollten geblieben ist, stehe ich über den Button „Experten antworten" zur Verfügung.

Über eine positive Bewertung Ihrerseits (Anklicken von 3-5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen, denn nur dann erhalte ich einen Teil Ihres angezahlten Honorars für meine Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen

A. Reither

Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Hallo Herr Dr Reither,Dabke für die SEHR ausführlichen Informationen. Dieser Tumor in der Bauchspeicheldrüse - wurde durch das Ganzkörperröntgen ausgeschlossen. Mein HA hatte mir auch gesagt das sei EXTREM selten, aber wir wollen nichts übersehen.Halten Sie neurologische Aspekte für ebenfalls relevant?

Lieber Patient,

die neurologischen Symptome sehe ich für relevant an. Sogenannte Pseudohypoglykämien, bei denen zumeist autonome Symptome (Übelkeit) auftreten, ohne dass eine Unterzuckerung vorliegt, sind schwierig einzuordnen und stellen eine differentialdiagnostische Herausforderung dar. Die Ursachen dieser Symptome, welche vom Patienten oft als sehr unangenehm empfunden werden, sind noch weitgehend unklar. In systematischen Studien konnte weder eine Blutzuckerfehlregulation noch ein veränderter Schwellenwert für die Aktivierung der autonomen oder humoralen Gegenregulation als Ursache der Beschwerden gefunden werden.
Das Auftreten von drei Symptomen wie niedriger Blutzucker, hypoglykämische Symptome und rasche Besserung der Symptomatik nach Einnahme von Glukose ist beweisend für eine Hypoglykämie. Der Nachweis dieser Konstellation gelingt beim ambulanten Patienten jedoch eher selten. Die Verdachtsdiagnose einer Hypoglykämie stützt sich daher in aller Regel auf die anamnestische Angabe von Symptomen. Die Messung einzelner niedriger Blutzuckerwerte kann irreführen, da während längerer Fastenperioden auch physiologischerweise Blutzuckerkonzentrationen bis 40 mg/dl möglich sind. Ein Ernährungsmediziner kann Essfehler aufdecken und Tipps geben, wie sich niedrige Glukosespiegel vermeiden lassen. Auch Alkoholgenuss und viel Sport ohne ausreichende Nahrungszufuhr verursachen eine Unterzuckerung.Häufig erniedrigte Zuckerwerte weisen manchmal auf einen unerkannten Diabetes hin. Dies sollte in Betracht gezogen werden, wenn bereits ein Familienangehöriger unter einer Zuckererkrankung leidet, ist das Risiko größer. Suchen Sie einen Diabetologen auf, da dieser die Blutzuckerwerte genau beurteilen kann. Ein Tumor der Bauchspeicheldrüse wurde bereits ausgeschlossen , da Sie aber nachts mit Heißhunger wach werden kann ich Ihnen vorschlagen zunächst symptomatisch zu behandeln (z.B.abends länger verdauliche Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte oder ein Glas Apfelsaft zu trinken, wenn Sie nachts wach werden). Unterstützend können sie Akupunktur insbesondere die Bauchakupunktur machen lassen. Ärztliche Kollegen, die diese Therapien anbieten finden Sie auf den Internetseiten der Fachgesellschaften (z.B. GSA, DAEGFA o.ä.)

Mit freundlichen Grüßen A. Reither

Achim Reither und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.