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sofia-despoina parla
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Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 20
Erfahrung:  Fachaerztin HNO, plastische Gesichtschirurgie at fachklinik hornheide
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leide seit einem Dreiviertel Jahr an extremen Nachtschweiß

Diese Antwort wurde bewertet:

leide seit einem Dreiviertel Jahr an extremen Nachtschweiß;

Am schlimmsten das erste Drittel der Nacht. Es gibt keine Nacht in der ich nicht schwitze. Bei meinem Hausarzt wurde ein großes Blutbild gemacht es war unauffällig. Schilddrüsenwerte ok. Aus Verzweiflung habe ich auch meine Pille abgesetzt weil ich dachte es kommt daher nein daran lag es auch nicht. Ich habe schon Salbeitee Abends getrunken hilft auch nicht. Ich nehme keine anderen Medikamente und habe sonst auch keine anderweitigen Beschwerden. Ich weiß nicht mehr weiter. Raumtemperatur bei 18 Grad und auch wenn ich wo anders schlage es ist überall so. Danke

Sehr geehrte Patientin,

Schwitzen ist ein physiologischer und lebenswichtiger Prozess. Im Wesentlichen unterscheidet man zwei Arten: das thermoregulatorische und das emotional bedingte Schwitzen.Die Thermoregulation ist wichtig, um eine gleich bleibende Körperkerntemperatur und damit die Homöostase aufrecht zu erhalten. Ein vermehrtes Schwitzen, die Hyperhidrose, kann jedoch auch ein relevantes Problem darstellen. Durch die übermäßige Schweißproduktion erfahren die Betroffenen erhebliche Einschränkungen im sozialen und beruflichen Umfeld, sodass sich hieraus ein individuell erheblicher Krankheitswert ergeben kann.

Man unterscheidet generalisierte und fokale Hyperhidrosen.

Die generalisierte Hyperhidrose betrifft den gesamten Körper und hat als Ursache zum Beispiel
- Infektionen
- endokrine Störungen und Veränderungen (Hyperthyreose, Hyperpituitarismus, Diabetes mellitus, Menopause und Schwangerschaft, Phäochromozytom, Carcinoidsyndrom, Akromegalie) sowie
- neurologische Störungen (zum Beispiel Parkinsonsyndrom )
- maligne Erkrankungen (myeloproliferative Syndrome, Morbus Hodgkin)
- Medikamente (zum Beispiel Antidepressiva)
- Intoxikationen
- Entzug von Alkohol oder anderen Substanzen

In Ihrem Fall wurden bereits 2 Gründe abgeklärt : die Schilddrüse und die Malignität - da Sie auch die Pille abgesetzt haben, würde ich auch die "Schwangerschaftshormone" ausschliessen. Sehen Sie die oben erwähnten Gründe und bedenken Sie ob irgendetwas in Ihrem Fall zutreffen könnte, und ob man vielleicht weiterhin endokrinologisch (also hormonell) nachforschen sollte.

Vor allem bei fokalen Schwitzstörungen bietet sich der Jod-Stärke-Test nach Minor an. Hierbei wird Jodlösung auf die Haut aufgetragen und anschließend Stärkepulver darüber gestreut. Sobald diese Substanzen in Kontakt mit Schweiß geraten, färben sie sich violett. Das Verteilungsmuster der Färbung (oder Nichtfärbung) erlaubt oft Rückschlüsse auf die Ursache der fokalen Schweißstörung.

Die Injektion von Botulinumtoxin ist die wirkungsvollste nicht operative Therapie der fokalen Hyperhidrose. Das Botulinumtoxin wird intradermal injiziert. Die Dauer der Wirksamkeit hängt ab von der Lokalisation und dem verwendeten Präparat und liegt zwischen 4 und 7 Monaten. Mittlerweile gibt es aber eine Zulassung zur Behandlung der axillären Hyperhidrose. Die Präparate sind jedoch sehr teuer und es sind mehrere Injektionen nötig, die schmerzhaft sein können. Ein Therapieversagen aufgrund einer Antikörperbildung ist möglich, jedoch extrem selten.

Ich hoffe Ihnen somit weitergeholfen zu haben. Über eine positive Bewertung würde ich dankbar sein.

sofia-despoina parla und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.