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Hautaerztin
Hautaerztin, Ärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 952
Erfahrung:  Ärztin. Abgeschlossene Studium Humanmedizin.
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Bei mir steht in Kürze eine Marisken-OP an.

Diese Antwort wurde bewertet:

Bei mir steht in Kürze eine Marisken-OP an;

Eine oder 2 Marisken sollen unter lokaler Betäubung in der Praxis entfernt werden. Aufgrund der vielen schlechten Erfahrungen in sämtlichen Internetforen habe ich nun große Angst vor der OP und überlege sie abzusagen. Wie verläuft so eine OP und wie lange dauert und gestaltet sich die Wundheilung? Sind meine Sorgen berechtigt? Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Schwierigkeit bei der Marisken-OP ist, daß sie in der Nähe des Afters stattfindet. Wenn man an einer anderen Körperregion eine überflüssige Hautfalte o.ä. entfernt, kann man den Bereich für die Wundheilungsphase schonen.

Am After ist das schlecht möglich, weil Sie sich weiterhin ernähren müssen und Stuhlgang haben werden. Dieser enthält natürlicherweise Bakterien und Abfallstoffe, die der Körper loswerden möchte, die aber eben die OP-Wunde reizen und belasten.

Insofern gilt es, das mögliche zu tun, um Wundheilungsstörungen und damit entsprechende Beschwerden bzw. nachfolgend zu starke Narbenbildung zu vermeiden.

Die OP selbst ist rasch gemacht: das Hautläppchen wird in örtlicher Betäubung mit dem Skalpell entfernt. Man kann vorher zur Betäubung EMLA-Creme auftragen, dann merkt man das Brennen der Betäubungsspritze nicht so.

Der After ist eine Region, wo es sehr viele Nerven gibt, entsprechend ist die Empfindlichkeit höher als anderswo am Körper. Daher empfinden Patienten die Schmerzen teils als stark.

Beim Stuhlgang wird der After gedehnt, was für die Wunde dann Unruhe und Schmerzen bedeutet.

Sie können diesen Dingen entgegenwirken, indem Sie:

für weichen Stuhlgang sorgen, z. B. mit Flohsamen, Leinsamen und entsprechender Ernährung (Gemüse, Vollkorn, viel trinken)

für gute Hygiene sorgen: mehrmals täglich die Analregion über mehrere Minuten ausduschen verringert die Belastung mit Bakterien und trägt gut zur Wundheilung bei.

ausreichend Schmerzmittel nehmen, weil durch Schmerzen Muskelverspannungen entstehen, die wiederum die Versorgung der Wunde mit frischem Blut behindern, was für einen optimalen Stoffwechsel in der Wundregion wichtig ist.

Ich möchte Ihnen ein positives Beispiel geben, nachdem Sie so viel negatives gelesen haben:

www.chirurgie-portal.de Wundheilung nach Mariskenentfernung, Polly2006 bzw. Polly_HL vom 20.4.2017:
"Hallo, ich muß jetzt mal allen Mut zusprechen, die mit einer solchen OP schlechte Erfahrungen gemacht haben..."

Die Einzelheiten der OP und der Wundheilungsphase sind da sehr schön beschrieben.

Sie haben selbst erhebliche Einflußmöglichkeit auf den Heilungsverlauf. Das Risiko der Komplikationen (Entzündung, schlechte Narbenbildung) können Sie mit den o.g. Maßnahmen deutlich kleiner halten.

Natürlich ist eine OP eine Verletzung des eigenen Gewebes, die Sie ohne OP nicht haben. Deswegen hat der Patient das Risiko selbst zu tragen, erst recht, wenn die OP nicht lebensnotwendig ist. Sicher haben Sie Ihre Gründe, weshalb Sie die Marisken loswerden möchten. Überlegen Sie einfach noch einmal in aller Ruhe, ob Sie jetzt doch mit Zuversicht an die Sache herangehen können oder lieber in Zukunft mit den Marisken leben möchten.

Sie können auch vorher noch einmal das Gespräch mit Ihrem Arzt suchen. Es ist für den gesamten Verlauf wichtig, daß Sie ein gutes Gefühl dabei haben.

Wie auch immer Sie entscheiden, ich wünsche Ihnen alles Gute und daß die Entscheidung zu Ihrer Zufriedenheit ausfällt.

Wenn meine Antwort hilfreich ist, bitte ich um eine positive Bewertung durch Anklicken von 3-5 Sternen.

Mit freundlichen Grüßen Dr. med. A. Hoffmann

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Danke für die tolle ausführliche Antwort! Ich hatte gehofft Sie könnten mir ein wenig die Angst nehmen.. leider ist dies nicht der Fall..
„Erhebliche Schmerzen und eine zweiwöchige Krankschreibung“ Schrecken mich schon sehr ab.
Wie verhält es sich denn im weiteren Verlauf? Ich habe das Gefühl es handelt sich hier teils um eine lebenslange Aufgabe die immer wieder Beschwerden verursacht... oder kann ich davon ausgehen dass ich nach 1-2 Wochen starker Schmerzen und Beschwerden dann endlich Beschwerdelos und zufrieden bin? Dafür würde ich den anfänglichen Schmerz dann in Kauf nehmen..

Dürfte ich noch weitere Informationen bekommen ? Welche Beschwerden haben Sie überhaupt veranlaßt, an eine Marisken-OP zu denken ? Haben Sie auch Hämorrhoiden, ein Analekzem, Fissuren oder nichts dergleichen ?

Hatten Sie schon einmal eine Analvenenthrombose ?

Solche Faktoren nehmen natürlich Einfluß auf den Heilungsverlauf. Daher würde ich das gern in meine Überlegungen mit einbeziehen. Wenn ich Sie gar nicht in eine andere Richtung bringen konnte und die Angst weiter überwiegt, sollte man das auch ernst nehmen.

Mit freundlichen Grüßen Dr. med. A. Hoffmann

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Ich habe keinerlei der von Ihnen angeführten Beschwerden. Bei mir entzündet sich aber immer wieder eine Mariske, was sehr schmerzhaft ist und mir das laufen und sitzen doch sehr erschwert. Außerdem habe ich das Gefühl dass die mariske größer wird bzw dass es mehr werden. Das stört mich zum einen beim Stuhlgang, weil sich dadurch das darmende ein Stück weit nach außen stülpt, und zum anderen finde ich es ziemlich unästhetisch.

Ist diese Entzündung durch mehr hygienische Maßnahmen beeinflußbar ?

Daß keine weiteren Erkrankungen im Analbereich bestehen, ist eine gute Voraussetzung.

Haben Sie Interesse, z.B. über Ernährungsumstellung und Verbesserung der allgemeinen Darmgesundheit dem Problem entgegenzuwirken ? Es gibt hier auch die Möglichkeit eines Telefonates, womit das ganz gut zu besprechen wäre.

Mit freundlichen Grüßen Dr. med. A. Hoffmann

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Puh nein ich habe gerade leider nicht die Kapazitäten für eine Ernöhrungsumstellung und möchte lieber nicht telefonieren.Das mit den hygienischen Maßnahmen habe ich noch nicht geprüft, ich hatte bis jetzt eher das Gefühl dass sich die Entzündungen vermehrt durch starkes pressen entwickeln.

Da ist was dran. Beim Pressen wird der After unter Umständen stärker gedehnt. Dadurch können kleine Schleimhautverletzungen entstehen, die die Entzündung begünstigen. Warum preßt man? Meistens weil der Stuhlgang zu hart ist. Dem kann man - wenn Sie keine Ernährungsumstellung machen möchen, auch mit einfacheren Maßnahmen entgegenwirken, z.B. den o.g. Flohsamen,

Verzehr von Knoblauch (auch gekocht am Gemüse), Spirulina-Algen, Heilerde, genug trinken.

Der After hat prinzipiell das Thema "Loslassen". Über die Region wird ja sozusagen der Körper auch entgiftet.

Der Stau, der zu diesen Theman bei vielen Menschen besteht, trägt zu den Symptomen im Analbereich bei. Wenn man diesen Aspekt betrachtet, zeigen sich Möglichkeiten der Beeinflussung.

Die Ästhetik ist natürlich ein anderes Thema, weil die Marisken nun einmal da sind und das nicht mehr zu ändern ist.

Wäre es Ihnen schon eine wesentliche Erleichterung, wenn Sie keine Entzündungen mehr hätten ?

Mit freundlichen Grüßen Dr. med. A. Hoffmann

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Ja das würde schon helfen. Also werde ich vermutlich wohl doch noch ein Auge auf meine Ernährung werfen müssen. Aber es ist mir auch sehr wichtig dass die marisken nicht noch mehr wachsen bzw dass nicht noch weitere hinzu kommen

An nicht-operativen Maßnahmen ist eine verbesserte Ernährung das Sinnvollste, um dem vorzubeugen.

Natürlich ist das nicht so einfach. Darum habe ich einige einfach umzusetzende Maßnahmen vorgeschlagen.

Sie können sich ja nach und nach an das Thema herantasten. Veränderungen in der Ernährung müssen ja nicht unbedingt mehr Geld kosten. Es ist mehr die Frage der Änderung von Gewohnheiten.

Eine einfache Möglichkeit ist auch Aufnahme "guter Darmbakterien" wie z.B. Perenterol Kapseln oder Symbiolact compositum, weil so der Stoffwechsel im Darm beser funktionieren kann.

Ich muß mich gleich ausloggen. Wenn Sie noch Fragen haben, kann ich evtl. morgen im Laufe des Tages antworten, sicher aber am Samstag.

Denken Sie bitte an eine positive Bewertung, wenn ich Ihnen weitergeholfen habe. Das von Ihnen eingezahlte Honorar wird ohne positive Bewertung nicht an mich weitergeleitet.

Mit freundlichen Grüßen Dr. med. A. Hoffmann

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Ich habe mich dazu entschlossen noch einmal einen anderen proktologen aufzusuchen.
Jetzt habe ich im inneren einer marisken eine harte bewegliche Stelle gefunden, es fühlt sich an wie ein kleines stilchen. Ist das normal? Das macht mir gerade Angst

Guten Morgen,

das Knötchen im Inneren der Mariske muß Ihnen keine Angst machen. Es gibt die sog. Analvenenthrombosen, die sich als härtere Knoten außen am After zeigen. So etwas kann sich auch im Inneren einer Mariske bilden und sehr klein sein. Vielleicht ist dies auch schon vor längerer Zeit passiert und es ist nur noch eine Vernarbung. An etwas Bösartiges brauchen sie dabei nicht zu denken.

Einen anderen Proktologen aufzusuchen, ist eine sehr gute Idee. Ich habe im Verlauf dieses langen Dialoges hier bemerkt, daß Sie einerseits gegenüber der OP sehr skeptisch sind und bleiben, sie sich andererseits aber auch dringend wünschen, weil Sie einen recht hohen Leidensdruck haben. Insofern denke ich, daß ein ausführliches persönliches Beratungsgespräch inclusive Untersuchung und Zweitmeinung wirklich eine gute Sache für Sie ist.

Mit freundlichen Grüßen Dr. med. A. Hoffmann

Hautaerztin und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.