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Ortho-Doc Nowak
Ortho-Doc Nowak, Dr. med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 3036
Erfahrung:  Arzt f. Orthopädie, 36 J. Praxis; Unfallchir., Sportmed.,
48582017
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Ortho-Doc Nowak ist jetzt online.

Hallo! Ich hatte bereits vor ca. einem Monat hier

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo! Ich hatte bereits vor ca. einem Monat hier geschrieben, leider hat sich meine Situation nicht verbessert. Ich fange mal von vorne an. Am 13. Juli hatte ich (weiblich, 22 geworden, vorher gesund, keinerlei körperlichen oder psychischen Vorschlägen) das erste mal diffuse Symptome. Überall ein Kribbeln/Stechen, Rückenschmerzen/Nackenschmerzen, leichtes Nasenbluten, Hitzewallungen, etc. Der Hausarzt verschrieb mir Ibuprofen 600 (sollte ich zwei mal täglich nehmen) und Krankengymnastik. Die Ibuprofen halfen nicht, also setzte ich sie nach einigen Tagen ab und ging erneut zum Hausarzt, ich konnte die erste Nacht nicht so gut schlafen (hatte vorher nie Schlafprobleme). Dieser teilte mir mit, dass meine Blutwerte super sind und nahm eine Urinprobe. Dort stellte er Bakterien fest (in der Urinprobe von der Woche davor waren keine). Deswegen sollte ich Ciprofloxacin 500mg nehmen, zwei mal täglich (später stellte sich raus, dass die Bakterien von außerhalb kamen und ich deswegen umsonst das Antibiotikum genommen habe). Damit fing die wahre Odyssee erst an. Ich sollte eine direkt nach dem Arzt besuch nehmen (ca. 18 Uhr) und vor dem Schlafengehen, sprich für mich war das gegen 21:30, also nur ein 3 Stunden Abstand zwischen den Tabletten. Ihre Kollegin Frau Höllering auf der Seite hatte mir bereits gesagt, dass das eine hohe Dosis für sich ist. Warum ich so eine hohe Dosis bekommen verschrieben bekommen habe, weiß ich nicht. Ich hatte zwar oft Urinieren müssen aber hatte weder Fieber noch Schmerzen beim Wasserlassen. In der Nacht von Ciprofloxacin fingen die Schlafstörungen, die bereits seit über 6 Wochen jede Nacht da sind. Ich hatte jedes mal wenn ich versucht habe einzuschlafen eine Art Panikattacke, ganz komisch. Die Rückenschmerzen die ich vorher hatte schienen schlimmer zu sein jedes mal wenn ich versuche die Augen zuzumachen, jedoch war das ein anderer Schmerz, als ob es vom Nervensystem kommt. Hatte ich vorher so nicht. War sehr beängstigt und deswegen bin ich ins Krankenhaus in die Notaufnahme. Dort untersuchte man mich, EKG usw., nichts auffällig. Man gab mir noch einen Becher mit flüssigem Schmerzmittel (weiß nicht welches es war) für den Rücken und ich sollte dort schlafen. Ich habe dort nicht geschlafen. Nächsten Tag habe ich gehofft alles wird besser, habe weiterhin Ciprofloxacin genommen, um 9 Uhr und 21 Uhr. Ich hatte wieder diese Panikattacken und konnte nicht schlafen. Deswegen habe ich meinen Arzt angerufen der meinte, ich solle dazu zwei Diclofenac (Voltaren Dispers) nehmen (je 50 mg, aufgelöst im Glas, einmal sofort und dann wieder vor dem Schlafengehen) weil ich ihm sagte dass ich das Gefühl habe die Panikattacke kommt vom Rücken (hatte nicht gesagt vom Zentralen Nervensystem). Dies half nichts, es wurde nur schlimmer. Bin dann in ein anderes Krankenhaus. Dort gab man mir intravenös noch Schmerzmittel obendrauf und eine Zopiclon Tablette. Konnte dann eine Stunde schlafen von 5 bis 6 bis die Schwester mich weckte. Am nächsten morgen wieder Ciprofloxacin und noch einige male Diclofenac. Abends immer Zopiclon, konnte damit auch auch teilweise nicht mehr schlafen (einmal gut, 7 Stunden und dann wirkte sie nicht mehr). War 3 Nächte im Krankenhaus. Hatte einmal Ausgang und fühlte mich wie ein Zombie, wie auf Drogen. Total Lichtempfindlich, nicht wie ich selbst, ich hatte keine Ahnung was es war. Ich bin mir sicher dass es von den ganzen Medikamenten kam und vom Nicht-Schlafen. Die Ärzte wussten aber alle, was ich einnehme. Ich habe alles so eingenommen, wie ich es verordnet bekommen habe. Am nächsten Morgen sagt der Arzt bei der Visite, dass ich Ciprofloxacin absetzen soll, da es Schäden verursachen kann und mein Urin sauber sei. Ich habe das gemacht und mir nichts weiter dabei gedacht. Habe dann nur noch Diclofenac genommen. Dann war ich zu Hause und konnte ab dann nicht mehr schlafen. Der Hausarzt hat mir Valium verschrieben, habe eine genommen aber selbst damit konnte ich nicht schlafen. Habe sie dann nicht mehr genommen wegen der Abhängigkeitsgefahr. Ich liege immer stundenlang wach, wälze mich und schlafe einfach nicht ein. Erst ganz spät morgens (gegen 4,5) und dann nur für 1-2 Stunden und dann schlafe ich auch nicht mehr ein. Bin wach. Komischerweise kann ich tagsüber alles machen, ich denke halt die ganze Zeit nur darüber nach, was mit mir los ist. Ich bin nichtmal sonderlich müde. War sogar im Urlaub, selbst da konnte ich nicht gut schlafen bis auf eine Nacht die in Ordnung war. Und jetzt hier zu Hause auch nicht mehr. Ich hatte noch Baldrian versucht, das hatte leider auch keine Wirkung, hat mich ruhiger gestellt, aber nicht wirklich geholfen einzuschlafen. Hatte auch zitternde Beine im Krankenhaus und wurde neurologisch untersucht, MRT Schädel auch gemacht. HWS geröntgt, leichte Fehlstellung, nichts schlimmes, hat mit meinen Symptomen nichts zu tun. Nichts auffällig. Lunge auch. Blut, Urin auch alles gut. Die Schlafstörungen halten nun seit 6 Wochen an und ich sehe keine Besserung. Nur 2 Nächte die in Ordnung waren mit ca. 7 Stunden Schlaf, sonst immer nur 1-2.

Meine Fragen nun sind: Ist mein aktueller Zustand auf die Medikamente zurückzuführen? Ist es normal diese Medikamente bei meinen Symptomen, auch in dieser Kombination und Dosis zu verschreiben (Ibuprofen 600, Ciprofloxacin, Diclofenac, Zopiclon, Valium)? Ich habe leider im Internet viel gelesen, vor allem über Ciprofloxacin. Auch dass man es nicht mit NSAID zusammen nehmen soll (wurde bei mir aber so verschrieben) wegen der Effekte auf das Zentrale Nervensystem. Ich habe jetzt Angst, dass ich die Fähigkeit einzuschlafen nicht mehr habe. Ist es bei mir psychisch weil ich jetzt Angst davor habe oder kann es sein dass mir meine Einschlafneuronen "zerstört" worden sind? Oder ist eine Schlafstörung immer psychisch und hat nichts damit zu tun?

Habe nämlich gelesen, dass vor allem Ciprofloxacin zusammen mit NSAID (habe ja Diclofenac und Ibo und vielleicht sogar noch mehr, auch teils intravenös bekommen) auf das ZNS wirkt. Auch der Schlaf wird ja darüber gesteuert, und erforscht ist es ja auch nicht wie genau Cipro im ZNS wirkt. Was sagen Sie dazu?

Ich habe im Internet auch andere Leute gefunden die nach Ciprofloxacin nicht mehr schlafen konnten (teilweise nur noch mit Valium) und andere sehr schlimme Nebenwirkungen hatten, z.T. permanent. Ist das zu glauben?

Ich habe auch andere Symptome außer der Schlaflosigkeit momentan, auch schon seit Wochen (alles nach der Medikamteinnahme). Extrem trockene und schuppende Haut, trockene Augen und Sehschwäche, Würgereiz jeden morgen und auch tagsüber, weiße Stippen an den Lippen, teilweise auch mit Erbrechen, Gewichtsabnahme von mittlerweile insgesamt 5 kg, nur noch gelber und weicher Stuhl (selten auch Durchfall), wässriger Vaginalausfluss mit Jucken, Rötung und weißen Partikeln.

Außerdem schlafen meine Hände und Füße jetzt sehr schnell ein und Finger und Beine zittern extrem schnell. Woher kann das kommen?

War nochmal bei ein paar Ärzten wegen den Symptomen jetzt. Habe für den Magen Omep hexal probiert, hab aber nur eine genommen da ich dachte der Würgereiz wäre weg. Der ist es aber nicht. Der Hausarzt hat mir jetzt Hefe verschrieben für den Magen, ich bin mir aber nicht sicher ob ich es nehmen soll.Wegen den Augen hat der Augenarzt alles abgeklärt und mir Tropfen verschrieben, nehme die auch, die helfen auch für die Sehprobleme.

Habe auch andere Sachen klären lassen. Borreliose Antikörper negativ, alle möglichen Geschlechtskrankheiten negativ. Habe von der Frauenärztin für den Intimbereich Milchsäuretabletten genommen, die scheinen nicht geholfen zu haben. Ich müsste dann nochmal zu ihr da meine Beschwerden nicht weg sind. Hatte viele Bakterien im Intimbereich hat sie im Mikroskop gesehen, deswegen die Tabletten. Die Zahnärztin meinte die Stippen am Mund kommen vom zu wenig trinken, das versuche ich auch zu ändern.

Zudem ist mein rechter Oberschenkel im liegen oft taub, das hatte ich aber schon kurz vor der Medikamentennahme.

Sehen Sie einen Zusammenhang von den Symptomen für eine Krankheit?

Abgesehen von den körperlichen Sachen geht es mit psychisch schlecht. Ich denke, dass ich nie wieder richtig schlafen kann, mein Leben wie ich es kannte vorbei ist. Habe auch versucht mich abzulenken mit Freunde treffen, Ausdauersport, Entspannungsübungen. Hilft alles nichts leider. Jede Nacht dasselbe. Ich weiß nicht wie lange ich das alles noch aushalten soll, habe auch Angst dass mein Körper dadurch geschädigt wird durch den Schlafmangel und die Medikamente. Ist das so?

Zu welchen Ärzten könnte ich noch gehen? Ich hatte gedacht Neurologe wegen dem Schlafen und Taubheitsgefühlen, Hautarzt wegen der trockenen Haut, evtl. Schilddrüse abklären, Psychologe für meinen psychisch sehr schlechten Zustand. Was meinen Sie?

Wie komme ich aus diesem Teufelskreis wieder raus? Meinen Sie ich habe eine Chance, dass wieder alles etwas normal wird, v.a. mit dem Schlafen? Schlafhygiene halte ich ein... Habe gehofft die Schlafstörung geht schon weg von alleine aber das tut sie nach 6 Wochen nicht. Bin jeden morgen sehr erschüttert.

Guten Tag, ich bin Arzt, genauer Orthopäde und möchte Ihnen auf Ihre Frage antworten. Ciprofloxacin gehört zu den Gyrasehemmern, bei denen es selten zu den von Ihnen beschriebenen Nebenwirkungen kommen kann. Daher sollten sie nicht als erstes Antibiotikum eingesetzt werden, sondern als Reserveantibioikum, wenn andere nicht helfen. Auch sollten sie nicht mit nichtsteroidalen Schmerzmitteln (z.B. Ibuprofen, Diclofenac) eingesetzt werden wegen der verstärkten Wirkung auf das ZNS. Es besteht der Verdacht bei Ihnen, dass die Schlaflosigkeit auf die Wirkung dieses Antibiotikums zurückzuführen ist. Sie sollten sich daher in neurologische Behandlung begeben und auch diese Frage unter der Kategorie "Neurologie" posten. In Internetforen kann man lesen, dass die Nebenwirkungen dieses Antibiotikum mit der Zeit nachlassen und nach 14 Monaten verschwunden sind.

Weitere Informationen über Gyrasehemmer finden Sie hier:

http://www.onmeda.de/Wirkstoffgruppe/Gyrasehemmer+(Chinolone).html

Ich hoffe, Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen gute Besserung.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Dankeschön für Ihre Antwort.

Wurde ich durch die Medikamente und den Schlafmangel also nachhaltig geschädigt?

Danke für Ihre Rückmeldung. Es gibt da unterschiedliche Berichte im Internet, bei den meisten wird es in einigen Monaten besser und die Symptome verschwinden wieder ganz. Wegen der Schlafstörungen sollten Sie einen Neurologen aufsuchen. Gute Besserung. Über eine positive Bewertung würde ich mich freuen. Diese können Sie ganz leicht durchführen, indem sie 3 bis 5 Bewertungssterne anklicken, danke.

Ortho-Doc Nowak und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.