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stdionys, Arzt
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1617
Erfahrung:  Oberarzt für Psychosomatik mit langjähriger Erfahrung im Bereich Innerer Medizin, Schlafmedizin sowie ADHS/ ADS. Facharzt für Psychiatrie u. Psychotherapie
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Guten Tag, ich habe seit ca 6 Jahren nun sehr starke gesundheitliche

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag,
ich habe seit ca 6 Jahren nun sehr starke gesundheitliche Schwierigkeiten. Kein Arzt konnte mir bislang weiterhelfen bzw. bekam ich die Antwort für Ihre Krankheit gibt es keine Heilung. Eine grobe Diagnose die ich bekam war Fibromyalgie. Wie sie wissen ist dies ein Syndrom und simot äußerst schwammig definiert. Ich habe nicht die typischen Schmerzpunkte. Vielmehr folgende, in Art und Lokalität, meißt wechselnde Symptome:
Schwindelgefühl, Kreislaufprobleme, Muskelschmerzen vor allem im Gesäß- und Wadenmuskel, Kopfschmerzen, Emfindungsstörungen, Niedergeschlagenheit, Muskelbrennen, Augenbrennen, Potenzstörung, Eernegielosigkeit und Müdigkeit, starkes Benommenheit- und Taubheitsgefühl im Kopf, extrem trockene und empfindliche Haut sowie vor allem am Abend Atemprobleme sodass ich mich oft im Bett aufsetzen muss um Luft zu bekommen.
Die genannten Symptome treten vor allem dann besonders hervor wenn ich Stress ausgesetzt bin. Und die Schwelle ist extrem niedrig. Hier reicht schon wenn ich z.b. in den Computer oder Fernseher schaue, oder Auto fahre bzw. sogar schon wenn im Supermarkt viel "Gewusel" um mich rum ist. Scheint so etwas wie eine Überforderung des Nervensystems zu sein. Ich bekommen auch gleich eine Unruhe und Nervösität mit dazu.
Einer Arbeit nachzugehen ist für mich sehr schwer, weil ich ständig wie benommen bzw. wie betrunken durch die Gegend laufe und mich schwer konzentrieren kann.
Meine Frage ist nun ,da sich kaum ein Arzt die Zeit nehmen will sich überhaupt einmal meine Symptome genau anzuhören, was kann ich tun um zumindest eine Linderung zu erreichen? Kreislauf oder vegetatives Nervensystem stärken? Ich versuche zu trainieren aber ich habe dann immer nach nur wenigen Übungen sofort tagelangen starken Muskelkater. Und dass obwohl ich nur 5 Minuten traniert habe.
Mediznisch wurde bei abgeklärt: Blut, MRT, EEG > alles unauffällig
Ich bin männlich und 32 Jahre alt
Vielen Dank ***** ***** Antwort.
Christian Wagner
Guten Tag
Ich habe dazu zunächst eine Nachfrage :
Gab es einen Beginn für Ihre Problematik oder waren Sie auch in der Kindheit schon anders als Andere ? Also im Sinne von Reizoffenheit oder Belastbarkeit "anders" ? Gab es Probleme im Bereich Aufmerksamkeit, Lernen, Ablenbarkeit ?
Gibt es in Ihrer Familie Hinweise auf ähnliche Phänomene wie bei Ihnen ?
Wie sieht es mit dem Schlaf aus ?
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
ich litt als Jugendlicher unter Panikattacken die mit einem generell sehr hohen Stresslevel miteinhergingen. Dies denke ich war sicherlich zumindest ein Mitauslöser. Ich bin mir ziemlich sicher dass ich dadurch meine Nerven "runiert habe" und diese nun quasi übersensibel sind. Quasi ein über viele Jahre andauernder Nervenzusammenbruch. Die Frage ist nur wie kuriere ich dies. Ruhe und Erholung allein scheint nicht auszureichen.
Zu den obigen Symptomen möchte ich noch ein gernelles "Sirren" im Kopf hinzufügen ähnlich wie man es nach einem Discobesuch bekommt. Es sind mittlerweile so viele Symptome vorhanden dass ich schon den Überblick verliere.
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Schlaf ist generell ok. ich wasche allerdings 4-5 in der Nacht auf. Habe auch in der Nacht ein ständiges Trockenheitsgefühl im rachen und leichte Halsschmerzen. Hatte vor Jahren eine Mandelentfernung.
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Familliäre Auffälligkeiten gibt es nicht.
Ich hatte halt an ein Hyperaktivitätssyndrom / ADHS gedacht. Dazu würde die starke innere Anspannung und auch Schlafstörungen passen. Und Ängste, im Sinne von überfordert sein aufgrund von Reizoffenheit bei Reizfilterschwäche.
Medizinisch gesehen nennt man Ihre Störung eine Somatisierungsstörung. Sie haben Symptome in verschiedenen Organsystemen, die man nicht auf eine einzelne organische Schädigung oder Grunderkrankung wie beispielsweise eine Bakterieninfektion oder einen Tumor an einer bestimmten Stelle zurück führen kann.
Fibromyalgie ist dann ein Teil dieser Gesamtprobleme, im Sinne einer somatoformen Schmerzstörung bzw. eigentlich besser Stressverarbeitungsstörung.
Stark vereinfacht ausgedrückt müssen Sie sich Ihr Gehirn wie ein Schwimmbecken vorstellen. Über den Tag kommen da die verschiedensten Eindrücke wie Blätter oder Dreck rein und sammeln sich im Beckenboden ab. In der Nacht müsste da nun eine Art Putzroboter in mehreren Durchgängen sauber machen. Das nennt sich dann Traumschlaf.
Wenn der Roboter an Sondermüll kommt, gibt es Notauftauchen. Sonst aber wirbelt er den Dreck auf, den er nicht verarbeiten kann. Blöderweise übersetzt nun unser Gehirn diesen Dreck dann zu gerne in körperliche Symptome. Davon lebt dann die Psychosomatik.
Eine Verbesserung ist nun einerseits durch eine Verbesserung des Schlafs möglich. Hier würde ich meinen Patienten dann das Schlafhormon Melatonin bzw. das Antidepressivem Valdoxan zu Regulation des Schlaf-Rhythmus probieren.
Sonst über Sport, Bewegung an der frischen Luft.
Ansonsten wäre bei Ihnen eigentlich eine psychosomatische Behandlung angezeigt. Entweder ambulant oder aber stationär in einer Schwerpunktklinik, die sich auch mit Fibromyalgie bzw. chronischem Schmerz beschäftigt.
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Vielen Dank. Das ist die erste vernünftige Antwort die ich bekomme.Ich habe mich gerade etwas schlau gemacht über Melatonin und dies scheint mir eine gute Idee zu sein. Ich werde mir diesbezüglich etwas besorgen. Geht es bei Melatonin hier vor allem um die antioxidative Wirkung? Ich nehme diesbezüglich schon seit längerem viel Granatapfelsaft zu mir da ich der Meinung bin dessen antioxidative Wirkung ist bei mir hilfreich.Sie scheinen Erfahrung mit Fibromyalgie Patienten zu haben. Mich würde interessieren wie der Krankheits-Verlauf aussieht.
Vielleicht können Sie mir hierüber etwas berichten. Derzeit bin ich vorsichtig optimistisch was den Heilungsverlauf angeht, da ich merke dass die Symptome (wenn auch ,sehr frustierend, über Jahre hinweg) doch in der Tendenz was die Stärke betrifft. abnehmen. Mir kommt es manchmal vor als würden die Symptome einer Drogen Entziehung ähneln. Zumindest das was ich davon weis. Und die ist ja doch auch irgendwann einmal überstanden.Was ich noch fragen wollte ist folgendes.
Mit scheint es besteht ein Zusammenhang zwischen "Nervenproblemen" und Dehydration. Zumindest bin ich oft stark dehydriert. Ich versuche viel zu Elektrolyt-haltiges zu trinken, aber irgendwie scheint mein Körper keine ausreichende Hydration halten zu können. Kann ich dies irgendwie unterstützen? Vielleicht mögen Sie hierauf kurz eingehen.
Nein. Es geht nicht um die antioxidative Wirkung. Melatonin ist eher der Taktgeber für den Schlaf. Bei vielen Patienten ist der innere Schlaf-Rhythmus verstellt. Melatonin wirkt wie ein neues Einstellen dieser Zeit für das Schlafen.
Der Begriff Fibromyalgie ist schwierig zu definieren. Orthopäden sehen es eher als "Rheuma", was ich nun überhaupt nicht sehe. Wie Sie ja selber schon sagen, ist es ein Syndrom = mehrere total unterschiedliche Beschwerden kommen zusammen. Eigentlich sehe ich es als ein Stressverarbeitungsproblem. (siehe z.B. hier http://www.samm.ch/pub/de/data/objects/fibromyalgie_stressverarbeitungsst_rung_egle_2011_08_082.pdf).
Wenn es gelingt, psychotherapeutisch dann ran zu gehen und gleichzeitig eine Aktivierung über Krankengymnastik bzw. Physikalische Therapie zu machen, ist die Prognose = weiterer Verlauf sehr gut.
Was Trinken und Wassergehalt angeht, so hilft da häufig nur ein Timer = Wecker,der Einen an das Trinken erinnert. Ist zwar trivial, hilft aber.
stdionys und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Aus meiner Erfahrung heraus kann ich auch nur sagen dass Rheuma sicherlich nichts damit zu tun hat. "Stressverarbeitungsproblem" trifft es sehr gut. Der Link funktioniert leider nicht.Ich werde nun verstärkt auf meinen Schlaf achten und aerobes Training forcieren.
Wenn Sie ansonsten keine weiteren Tipps oder Ratschläge für mich haben bedanke ***** ***** sehr herzlich für die Auskunft und wünsche noch einen angenehmen Abend.
http://www.samm.ch/pub/de/data/objects/fibromyalgie_stressverarbeitungsst_rung_egle_2011_08_082.pdf
So müsste es funktionieren (die Klammer am Ende war zuviel).
Schauen Sie es sich mal an bzw. überlegen Sie, ob nicht ein Reha-Aufenthalt für Sie hilfreich sein könnte.
Im Falle einer positiven Bewertung stehe ich Ihnen auch gerne dann kostenfrei für weiteren Rückfragen hier zur Verfügung. Einfach unter diesem Artikelbaum weitere Nachfragen stellen.
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Ja das wäre vielleicht eine Überlegung wert. Vielen Dank nochmals. (Die positive Bewertung ist schon gemacht ;))
Schauen Sie einfach mal. Ich arbeite ja selber in einer Psychosomatik, ansonsten gibt es aber z.B. die Klinik von Dr. Erkner, der den Artikel geschrieben hat.
Schöne Feiertage ohne Symptome und Stress !