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stdionys, Arzt
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1617
Erfahrung:  Oberarzt für Psychosomatik mit langjähriger Erfahrung im Bereich Innerer Medizin, Schlafmedizin sowie ADHS/ ADS. Facharzt für Psychiatrie u. Psychotherapie
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Guten Tag, eines Tages habe ich die "Klicken" im Kopf

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag, eines Tages habe ich die "Klicken" im Kopf bemerkt und das hat Sehstörungen und Tinnitus ausgelöst. Mein ganzer Unterkiefer hat es gekribbelt und plötzlich konnte ich kurzzeitig den Mund nicht öffnen.... dann am nächsten Morgen sehe ich plötzlich
alles unscharf und denke plötzlich schlecht, vertippe häufiger die Buchstaben. Und ich bemerkte Muskelspasmen in der Kopfhaut linksseitig. Außerdem Ohrenschmerzen und Muskelverspannungen am Kopfhaut überall. In nächsten Monaten konnte ich auch dann plötzlich
nicht mehr einschlafen, weil die Tinnitus immer wieder auftritt. Ebenso wenn man aus Liegen aufsteht, ein linksseitige Tinnitus, der kurz danach wieder geht. Ich stellte die Kieferknacksen linksseitig fest und ich habe mit einfache Schiene vom Zahnarzt probiert,
doch die Symptome gehen nicht zurück. Dann habe ich ebenfalls Tinnitus, die sich wie Stromschläge anfühlen und blitzartige Sehstörungen. So kann ich nicht richtig am PC arbeiten, wenn meine Gedanken ständig abschweifen und ich alles nur noch unscharf wahrnehme.
Ich arbeite als Softwareentwickler. In den Sommer ist für meinen Körper sehr anstrengend und manchmal schwillt die Kopfhaut so stark an und mein Sicht wird "gestört", sodass alles vibriert. Mein Besuch 3 mal beim HNO-Arzt ergab nichts und ohne Befund. Auch
ein Augenarzt habe ich aufgesucht, ebenfalls ohne Befund. Ein CT vom Kopf und Hals wurde gemacht, ebenfalls ohne Befund... außer dass ein Lymphknotenopathie < 10 mm in den Kieferwinkeln festgestellt wird. Das alles ist nun 1 Jahr her. Was kann ich machen,
um mein Bewusstsein und Wohlbefinden wiederherzustellen?
Guten Abend
Sie leiden offenbar unter einem so genannten chronischen komplexen Tinnitus. Damit meint man nicht allein das Ohrgeräusch oder Knacken, sondern die umfangreichen zusätzlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsprobleme und alle weiteren Schwierigkeiten die zur Einschränkung der Leistungsfähigkeit und Lebensqualität beitragen
Beschwerden die länger als sechs Monate bestehen sind auf jeden Fall als chronisch einzuschätzen. Die ständige Suche nach einer körperlichen Ursache mit wiederholter Diagnostik bringt keine neuen Erkenntnissgewinn, hält aber letztlich einen Zustand der Angst und Ambivalenz aufrecht, der dann den Tinitus verstärkt. Die sollten sich über die deutsche Tinnitus Liga als größte Selbsthilfeorganisation über Experten in Ihrer Region informieren
Ihre Beschwerden werden beispielsweise sehr nachhaltig durch die so genannte Tinnitus Retrauning Therapie behandelt.
In Spezialkliniken zum Beispiel im Arolsen oder Prien am Chiemsee könnten Sie Bewältigungsstrategien im Umgang mit der Problematik erlernen. Das bedeutet aber auch, zunächst die Existenz der Tinitus Problematik zu akzeptieren und nicht vergeblich nach körperlichen Ursachen zu suchen.
Letztlich kann man sich Tinitus wie eine Signalverarbeitungstörung im hörsystem des Gehirns vorstellen. Dort müsste eigentlich ein Signal gelöscht werden, dass ihr Gehirn fälschlich dem Gehör zu ordnet. Leider wird dieses Signal aber als gefährlich eingeordnet, so dass es nicht gelöscht wird sondern in der Aufmerksamkeit ständig verstärkt wird. Da auch die Ärzte sie weiter verunsichern und ja keine Erklärung liefern können wird so letztlich das Signal und die Angst immer weiter und weiter verstärkt. Dies bedingt einen Teufelskreis der Tinitus Wahrnehmung.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Vielen Dank für Ihr Antwort... Mein Tinnitus ist nicht rund um die Uhr, täglich kommt und geht er, meist ist es sehr kurz im Sekundenbereich.... Wenn ich mein Kopf drehe oder Kiefer bewege, dann kommt die Tinnitus höchstwahrscheinlich... Es sind keine "richtige" Tinnitus, sondern sie könnte von die Muskeln kommen, eigentlich bin ich taub und habe eigentlich keine Restgehör auf den beiden Ohren. Mich belastet die Bewusstseinstrübung viel mehr als das Tinnitus selbst. Ich habe mittelstarke Hörminderung, wenn ich mein Hörhilfen trage, trotz optimale Einstellung, ich höre trotzdem alles zu leise und ich bin extrem empfindlich auf die Töne, daher kann ich es nicht tragen, es fühlt sich so an, als ob alle meine Nerven lahmgestellt wird. Man kann vorstellen, dass ich in einer demenz- oder alzheimerähnlichen Zustand bin, obwohl ich 28 Jahre bin.
Deshalb wäre es ja so wichtig, dass sie eine spezielle Hörgeräteversorgung für beide Ohren eventuell mit einem so genannten Noiser bekommen. Das ist ein Gerät, das relativ leises weißes Rauschen auf den Ohren gibt. Ihr gesamtes Gehirn ist durch die komplexen Wahrnehmungsstörungen in einem Alarm Zustand, den man nur nach und nach beheben kann. Natürlich muss man dabei ausschließen, dass Kiefergelenkprobleme die Ursache sind
Es klingt für mich die doch danach, dass die beschriebenen Verspannungen im Kieferbereich ja die Folge eines massiven Anspannungszustandes als Reaktion auf die Hörverarbeitungsprobleme sind
So oder so: auf Schwerpunktabteilungen für komplexen Tinitus kann man Ihnen auf jeden Fall gut helfen.
stdionys und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Vielen Dank für Ihr Antwort, obwohl ich mit Ihre Antwort bedingt zufrieden bin, es fällt mir schwer, damit zu leben.
Es ist ein längerer Prozess bis das Gehirn sowas akzeptiert
Ich hab 4 Jahre einen Tinnitus-Schwerpunkt gehabt in Bad Bramstedt
Es ist schwer zu glauben, dass die Suche nach objektiven Störfaktoren nicht hilft
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Danke, ***** ***** irgendwann ein Kontakt mit Stellen diese Schwerpunktabteilung anbieten aufzunehmen... Ich wollte Sie mit 4 Sterne bewerten, aber ich habe mich verklickt.
Vielen Dank
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Ich habe doch noch ein Frage... ich habe ein zweites Problem:Wenn ich hinlege... werden die Muskeln im ganzen Körper manchmal viel zu stark entspannt und ich kann dann nur extrem schwach bewegen bzw die Fingern viel zu schwach und nicht zu einer Faust zuballen können. Dann die Tinnitus beidseitig kurz vor Einschlafen. Ab da wird mein Atmung ausgesetzt und ich kann nicht einschlafen, weil ich nicht "automatisch" atmen kann. Ab bestimmter Sauerstoffmangel kommt die Schwindel dann zustande.Mit Magnesium und frische Luft wird etwas besser.
Schnarchen Sie bzw.. haben Sie Atemaussetzer in Nacht mit starker Tagesmüdigkeit ?
Oder gibt es bei Ihnen Hinweise auf eine Narkolepsie / Kataplexie mit Einschlafneigung bzw. Wegsacken am Tag ?
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Nein, ich schnarche nicht. Aber die Narkolepsie kann es schon sein, ich bin dauerhaft müde und unkonzentriert.
Bei Ihnen habe ich neben einer Kataplexie eben auch an ADHS / ADS gedacht
Es scheint eine Tonusregulationsproblematik vorzuliegen. Einerseits sind Sie zu angespannt, was zum Tinnitus bzw. Brutismus führt, andererseits dann zu "entspannt".
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Danke, ***** ***** Sie mit 4-5 Sternen, ich schreibe justanwser an um die bewertung zu ändern.
Danke. Aber darum geht es ja auch gar nicht. Wichtig ist, dass Sie zufrieden sind und weiter kommen :-)
Schönen Sonntag noch !