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stdionys, Arzt
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1617
Erfahrung:  Oberarzt für Psychosomatik mit langjähriger Erfahrung im Bereich Innerer Medizin, Schlafmedizin sowie ADHS/ ADS. Facharzt für Psychiatrie u. Psychotherapie
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Sehr geehrte Damen u. Herren, ich bin männl. 61 Jahre alt

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen u. Herren,
ich bin männl. 61 Jahre alt ,187cm u. 96kg, sportlich aktiv,
ich habe seit vielen Jahren Herzrythmusstörungen der harmlosen Art, mal mehr mal weniger,zur Zt. verstärkt. Ein Lz EKG vor drei Wochen ergab keinen Handlungsbedarf.
Ein Stressecho im Sommer verlief ebenfalls mit einem guten Ergebnis.
Ich leide allerdings seit Monaten unter einem Brustdruck der aus dem Magen nach oben entsteht.Dieser ist fast dauerhaft vorhanden.Wenn ich moderat auf meiner Rolle trainiere, verschwindet dieser.Ich bin nicht mehr berufstätig u. habe insofern keinen Stress von aussen. Seit 1 Jahr habe ich massive Angststörungen mit häufigen Panikattacken.Ich bin deswegen in einer Therapie.Ein Psychopharmaka musste ich wegen verstärkter Rythmusstörungen absetzen(Opipramol),dies hatte mir anfangs sehr gut geholfen.
Was mich jetzt so fertig macht, ist der ständige Brustdruck,und die dadurch erzeugten Angstzustände.Insgesamt hat meine körperl. Leistungsfähigkeit um ca. 20% nachgelassen und habe eher ein Gefühl der Depression. Ich nehme L Tyroxin 150 ein, und bin ansonsten laut Aussage meiner Hausärztin unauffällig (Blut ect.)Ich wäre Ihnen Dankbar für eine kurze Bewertung meines Problems.Bin wirklich verzweifelt.
beste Grüsse
Peter
Guten Tag !
ich nehme der Einfachheit halber einmal an, dass Sie internistisch komplett untersucht sind. Also weder ein Reflux aus dem Magen noch eine kardiale Ursache die Beschwerden erklärt. Dazu gehört dann für mich auch, dass weder ein nächtlicher Blutdruckanstieg noch ein Schlaf-Apnoe-Syndrom ihre Beschwerden erklärt.
Auch orthopädische Ursachen im Sinne einer Interkostal-Neuralgie sind sicher ausgeschlossen, oder ?
Rhythmussstörungen sind ja für sich genommen harmlos. Sicher ist Opipramol nun kein gutes Mittel, da es ja nicht für Panikstörungen sondern eher für die Generalisierte Angststörung zugelassen ist. Wir Psyciater mögen es eigentlich nicht besonders... Aber es ist ein Medikament, das eben unspezifisch beruhigt.
Ihre Symptome sind extrem häufig bei uns in der Klinik. Sehr häufig treten solche Beschwerden im Anschluss an eine "Herzdiagnose" auf und sind u.a. durch die verstärkte Selbstbeobachtung zu erklären.
Ein Problem dabei ist leider, dass durc die ängstliche Bewertung bzw. negative Selbstbewertung das vegetative Nervensystem in ein Alarm gesetzt wird. Das wiederum führt dazu, das über die Aktivierung des Sympathikus u.a. die Atmung im Alarmmodus ist und man flacher (Brustatmung) statt normal in den Bauchraum zu atmen.
Das führt dazu, dass Muskelgruppen "überlastet" werden, die wir als Atemhilfsmuskulatur bezeichnen. Diese Gruppen setzen am Hinterkopf, am Kiefer und der Schulter, aber eben auch im Brustbereich bzw. im Zwischenwirbelbereich an.
Ihr Gehirn (genauer der Mandelkern) hat nun eine falsche Verknüpfung von körperlichen Symptomen und Angst hergestellt. Verspüren Sie ein Brustdruck, wird quasi der Teufelskreis der Angst ausgelöst.
Umgekehrt : Bereich leichtere Belastunegn,die das vegetative Nervensystem aufregen, führen dann leichter zu körperlichen Beschwerden der Angst.
Hier wäre ein multimodales internistisches wie psychotherapeutisches Vorgehen sinnvoll
Ich empfehle den Patienten u.a. Atemtherapie bzw Körpertherapie, aber auch Entspannungsverfahren. Daneben regelmässigen Sport, um das Anspannungsniveau zu senken und unter Kontrolle des Reha-Sports ihr Leistungsniveau wieder zu steigern.
Das ganze kann man mit Psychotherapie (Verhaltenstherapie, vielleicht aber noch besser achtsamkeitsbasierte Psychotherapie) ergänzen.
Wenn man Medikamente einsetzen will, dann eher SSRI-Antidepressiva oder aber Valdoxan (um den Tag-Nacht-Rhythmus für die Verarbeitung von emotionalen Erlebnissen im Traum-Schlaf zu verbessern).
Welche Form von Psychotherapie haben Sie denn derzeit ?
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo u. guten Tag Herr Dr.,
vielen Dank für die flotte u. ausführliche Antwort!
Ich befinde mich 1x wöchentlich in einer Gesprächstherapie(Verhaltenstherapie welche noch im Anfangstdium ist)
Orthopädisch wurde ich noch nicht untersucht, ebenso ein Schlaf-Apnoe-Syndrom nicht ausgeschlossen.
Ich nehme aktuell kein Opipramol ein weg. der Herzrythmusstörungen, werde meinen Psychiater auf die von Ihnen erwähnten Medikamente ansprechen.
beste Grüsse aus Köln
Peter Kreß
Lassen Sie die Anregungen von mir ein wenig sacken. Ich stehe jederzeit gerne für Rückfragen hier zur Verfügung. Wenn Sie die Anwort mit einer positiven Bewertung honorieren, sind Nachfragen natürlich kostenlos (aber hoffentlich nicht umsonst)
Einen schönen Abend noch !
stdionys und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
nochmals besten Dank!
auch Ihnen einen schönen Abend noch.