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stdionys, Arzt
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1617
Erfahrung:  Oberarzt für Psychosomatik mit langjähriger Erfahrung im Bereich Innerer Medizin, Schlafmedizin sowie ADHS/ ADS. Facharzt für Psychiatrie u. Psychotherapie
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Hallo, Ich leide schon seit Jahren unter Angstzuständen und Panikattacken. Dazu kommen

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo,
Ich leide schon seit Jahren unter Angstzuständen und Panikattacken.
Dazu kommen noch psychosomatische Störungen wie Schwindel,Herzstolpern,Muskelbeschwerden,Muskelverkrampfungen,Beklemmungsgefühle in der Herzgegend.
Ich habe im letzten Dreivierteljahr gut fünf EKG's machen lassen aufgrund meiner Herzbeschwerden;alle ohne Befund.
Meine Schilddrüse wurde vor drei Wochen untersucht:Laborwerte,Ultraschall,Szintigramm - alles normal.Seit einiger Zeit plagt mich ein Flattern bzw. Stolpern zwischen Kehlkopf und Brustbein mehrmals am Tag.Nach diesen Symptomen wird es mir dann schwindlig,meine Muskeln verkrampfen sich un manchmal geht der Puls nach oben,was wiederum Panikgefühle auslösen kann.
Macht es Sinn das nochmal untersuchen zu lassen?
Ich leide auch unter leichtem Bludhochdruck,wogegen ich Medikamente nehme.
Leider vertrage ich keine SSRI-Antidepressiva.
Zur Zeit nehme ich Opipramol und wenn es ganz schlimm kommt Bromazepam.
Sollte ich diese Symptome nochmal untersuchen
Guten Tag !
Sie schildern ja eine komplexe und durch die Dauer der Beschwerden auch schon chronifizierte Angststörung, die vermutlich sowohl mit den körperlichen Symptomen der Angst, aber sicher auch mit Vermeidungsverhalten und Einschränkung der Lebensqualität vergesellschaftet ist.
Gut ist, dass Sie die Symptome zumindest als Symptome der Angst einordnen können. Hier wäre nun eigentlich im Rahmen einer Psychotherapie auf Grundlage der Verhaltenstherapie wichtig zu lernen, wie Sie die Selbstbeobachtung von körperlichen Symptomen und die dadurch ausgelöste Verunsicherung und zusätzliche Anspannung mit der Entwicklung neuer Symptome durchbrechen können. Diesen Teufelskreis der Angst haben ja viele Angstpatienten und es tritt dann eine Angst vor der Angst bzw. eben den körperlichen Symptomen der Angst wie Verkrampfungen und Engegefühl in der Brust auf. Diese entstehen aber letztlich durch eine Überlastung der Atemhilfsmuskulatur bei einem zu flachen und zu schnellen Atmen im Rahmen der Angststörung.
Es macht also überhaupt keinen Sinn, sich immer und immer wieder neu beim Hausarzt, Internisten, Pulmologen, Kardiologen oder Orthopäden untersuchen zu lassen, wenn es sich um ein solches Problem mit Chronifizierung handelt.
Hier wäre entweder ein Psychiater, ein Facharzt für Psychotherapeutische Medizin oder aber ein Psychotherapeut mit einer Verhaltenstherapie Ausrichtung gut.
Bromazepam ist sicher keine gute Lösung, da die Abhängigkeitsentwicklung erheblich ist. Sie sind dafür einfach deutlich zu jung, um mit einer solchen Medikation dauerhaft zu arbeiten.
SSRI-Antidepressiva haben ja durchaus noch Alternativen. Opipramol ist zwar nun nicht mein persönlicher Favorit, aber durchaus bei Generalisierten Ängsten und innerer Anspannung bei vielen Patienten eine Unterstützung.
Hier wäre sonst auch an Venlafaxin, ggf. aber auch an Valdoxanals Medikamente zu denken, die vielen Angstpatienten helfen. Letztlich ist aber die Domäne der Behandlung von Angststörungen die Psycbotherapie.
Hier helfen aber weniger die Gesprächstherapien, sondern eben wirklich Verhaltensbeobachtungen und dann auch Übungen, die Sie direkt mit der Angst konfrontieren und Ihnen helfen, die Angstzustände wirksam zu beseitigen.
Sollte dies ambulanten Maßnahmen nicht ausreichend sein, sollten Sie auch an eine stationäre Psychotherapie oder eine tagesklinische Behandlung der Angst in einer Psychiatrischen Klinik denken.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Ich kenne meine Symptome nun ja schon lange,doch das seit ungefähr einem halben Jahr hinzugekommene Flattern bzw.
Stolpern zwischen Kehlkopf und Brustbein beunruhigt mich doch sehr.Ich habe dann immer die Befürchtung,ich könnte einen
Herzinfarkt oder ähnliches erleiden.Bei mir kommt dann die Befürchtung hoch,man könnte vielleicht doch etwas übersehen haben.
Ich komme dann immer ins Grübeln: sind das nur meine Angstsymptome oder vielleicht doch etwas Ernstes.
Das ist ja gerade so tückisch. Natürlich sind es keine Symptome, die auch nur ansatzweise auf eine Herzerkrankung hindeuten.
Das Engegefühl bzw. die scheinbar behinderte Atmung und Unruhe in dem Bereich entsteht letztlich, weil dort Muskeln ansetzen, die zur Atemhilfsmuskulatur gehören und die durch die zu flache Atmung bei der Angst überlastet sind. Nicht dramatisch gefährlich, aber lästig.
Nun fühlt sich das vielleicht wie Asthma oder eben wie ein Herzinfarkt an (wobei man ja gar nicht weiss, wie sich ein Herzinfarkt anfühlt). Wir Ärzte wisse, dass Beschwerden ÜBER DEM HERZEN praktisch nie auf das Herz hindeuten.
Natürlich soll man regelmässige Kontrollen machen lassen. Aber dann nicht bedarfsorientiert bei jedem neuen Symptom, sondern regelmässig z.B. alle 6 oder 12 Monaten beim Check beim Hausarzt. Eine Koronare Herzerkrankung entsteht ja nicht von heute auf morgen und würde sich dann eben auch entsprechend in EKG-Veränderungen bzw. Auffälligkeiten in einem Belastungs-EKG zeigen.
Sie haben aber eben gar keine Symptome, die daran denken lassen.
Daher wäre es so wichtig, dass Sie psychotherapeutisch bzw. von einem psychosomomatisch geschulten Arzt behandelt werden.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Danke für Ihre Antwort.Das hat mich doch jetzt etwas beruhight.Leider praktiziert mein ehemaliger Psychotherapeut nicht mehr.
Ich werde mir in nächster Zeit bei meinem Hausarzt eine Überweisung zur Psychotherapie holen.Ich muß dann nur noch einen geeigneten Therapeuten finden.
Wäre vielleicht Sulpirid eine Lösung um meine Beschwerden zu lindern?
Das hatte mir mein damaliger Therapeut aufgrund meiner SSRI-Unverträglichkeit verschrieben.Ist allerdings schon einige Jahre her.Das hatte mir damals geholfen und ich hatte fast keine Nebenwirkungen.
Sagen wir mal so : Supirid wäre eine Notlösung, wenn es Ihnen gut geholfen hat. Es wäre nun kein Medikament, das ein Facharzt für Psychiatrie oder Psychotherapeut "gut" findet. Aber als pragmatische Hilfe gegen die Aufschaukelung der Angst mag es helfen.
Es gehört halt zu den Neuroleptika und die haben eigentlich in der Angstbehandlung keinen grösseren langfristigen Sinn. Es wäre aber immer noch besser als die Symptome nicht aushalten zu können oder mit angstlösenden Medikamenten der Benzodiazepine (Tavor, Bromazepam etc) zu arbeiten.
stdionys und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank für die hilfreiche Konversation.
Liebe Grüße