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Dr. Schürmann
Dr. Schürmann, Dr.med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 5632
Erfahrung:  Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin mit über 30 Jahren Berufserfahrung, davon 22 Jahre in eigener Praxis. Stetige Fortbildung um eine kompetente Beratung sicherzustellen.
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Dr. Schürmann ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, was kann die Ursache für

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren,
was kann die Ursache für meine seltsamen, pausenlosen Schmerzen im linken Bein sein?
Das linke Bein hat pausenlos Schmerzen oder seltsame Empfindungen vom Beckenkamm bis zur Fusssohle. Besonders häufig ist Druckschmerz an verschiedenen Stellen am Gesäss, Hitze- oder Kältegefühl, taubes Gefühl und Muskelschmerzen in unterschiedlicher Stärke und Dauer. Die verschiedenen Schmerzen wechseln ständig ab. Die Muskulatur verhärtet sich so schnell, dass Massagen nicht helfen. Der ganze Schmerzbereich ist kraftlos und steif.
Dazu kommen ausstrahlende Schmerzen sowie sehr starke einschiessende Schmerzen ausgehend von der Rückseite des Oberschenkels zwischen Hüftgelenk und Sitzhöcker.
Der einschiessende Schmerz tritt anfangs auf beim Bücken, Beugen, Treppe steigen, seitlichen Bewegungen und bei Belastung des Fußes. Nach längerer Zeit auch im Ruhezustand und bei jeder Bewegung, 3 - 5 mal täglich.
Der einschiessende Schmerz kommt unerwartet und ist so stark, das ich einen Aufschrei nicht unterdrücken kann.
Er ist vergleichbar mit dem Stich eines sehr spitzen, scharfen Messers.
Auswirkung der Schmerzen auf das tägliche Leben
Mein linkes Bein ist nicht mehr belastbar. Beim Gehen wird es wie ein Fremdkörper hinterher gezogen. Ruhiges Sitzen ist nur maximal 30 Minuten lang möglich bis neue Schmerzen entstehen. An manchen Tagen ist Sitzen fast unmöglich. Beim Liegen ist es genau so. Der normale Tagesablauf ist ein ständiges Wechseln zwischen Gehen und Sitzen. Schlafen ist nur auf der rechten Seite möglich und nur mit Schmerzmitteln und wenn ich vom Tagesablauf erschöpft bin.
Schmerzmittel wie Tilidin, Tramadol und Lyrica bringen morgens ein paar Stunden Erleichterung. Nach ein paar Tagen nur noch dann wenn ich die Dosierung erhöhe. Lokale Spritzen sowie Infiltrationen haben nicht geholfen.
Meine Lendenwirbelsäule ist für mein Alter stark abgenutzt sagen alle Ärzte. Aber keiner sieht eine Grundlage für eine Operation.
Schmerzgeschichte
August 2008
Einschiessender Schmerz beim Beugen als ich mir die Schuhe binden wollte.
Spritze vom Notarzt und Bettruhe.
Überweisung vom Orthopäden zum Neurologen und Rheumatologen mit normalen Befunden.
Datum leider nicht genau bekannt
Klinikum Dachau
Schmerztherapie stationär
Mai 2009
Klinik München-Harlaching
Wurzelumflutung L3-L5 li im Wirbelsäulenzentrum
Juni 2009
Rehabilitationsmaßname im Reha-Zentrum Passauer Wolf
Januar 2011
Psychosomatik und Psychotherapie im Klinikum Freising stationär
Juni - Juli 2011
2 Monate Job als Animateur auf einem Campingplatz
Oktober 2011 - März 2012
Teilnahme an einem Projekt für Langzeitarbeitslose mit Behinderung
September 2012
Klinik München-Harlaching
Infiltration FI L5/S1 Lesi L4/5 ISG und TP m. glut med. bds., FI L4/5
Januar 2013
Regelmässige Vollzeitarbeit mit beruflicher Weiterentwicklung bis Heute.
Nach jeder Therapie ging es mir 1 - 2 Wochen besser, danach haben sich die Schmerzen erneut bemerkbar gemacht.
Zwischen den Therapien hatte ich immer Physiotherapie und Wirbelsäulengymnastik ohne anhaltenden Erfolg.
22. Juni 2015
Arbeitsunfähigkeit wegen den selben Symptomen wie im Jahr 2008
Erneute Überweisung zur Infiltration in der Klinik München-Harlaching durch den Orthopäden.
Vor 2 Tagen habe ich mich dort untersuchen lassen. Laut Bericht haben sich meine Bandscheiben, die Arthrose und die Krümmung in der Wirbelsäule nicht verändert.
Ich glaube nicht mehr daran, dass die Ursache meiner Schmerzen in der Lendenwirbelsäule zu finden ist.
Schliesslich habe ich 3 Jahre lang ohne einschiessende Schmerzen gelebt.
Gestern habe ich 250 mg Tilidin genommen. Damit konnte ich ein paar Mal die Treppen steigen um meine Einkäufe aus dem Auto zu holen. Jetzt bin ich bei 200 mg Tilidin retard am Tag. Hoffentlich hilft das für einige Zeit.
In einer Woche gehe ich zu meinem Neurologen, der misst dann die Nervenbahnen.
Welche Ursachen kann es denn noch geben? Und weshalb ist immer nur mein linkes Bein betroffen.
Das rechte Bein ist gesund und kräftig. Auch sonst habe ich keinerlei Schmerzen, der Rücken ist auch ok.
Ich bin 1,90m gross und sehr schlank. Wenn ich Kraftsport betreibe habe ich kaum Muskelzuwachs, aber meine Muskeln werden kräftiger. Ich nehme keine harten Drogen, ich konsumiere Alkohol und Zigaretten mäßig. Ich bin auch nicht bewegungsfaul. Ernähren tu ich mich wie jeder durchschnittliche Mensch.
Willkommen auf justanswer.
Um Ihnen noch gezielter helfen zu können bitte ich Sie noch um die Beantwortung folgender zusätzlicher Fragen.
Wann wurde zuletzt ein MRT der Lendenwirbelsäule gemacht und mit welchem Ergebnis?
Welche Erklärung gaben Ihnen die Ärzte für Ihre über die Altersnorm abgenutzte Wirbelsäule?
Sport? Verletzungen?
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Das letzte MRT ist erst 4 Tage alt.
Der Befund lautet:
Rechtskonvexe Skoliose mit Scheitelpunkt bei LWK 2/3. Keine Höhenminderung. Ausschluss einer Listhesis. Regelrechtes Myelonsognal. LWK 1/2 Osteochondrose. Flache Protrusion. Keine Extrusion. Keine Foramenstenose oder Spinalstenose.
LWK 2/3 Linksbetonte errosive aktivierte Osteochondrose im Rahmen der Abstützreaktion der Skoliose.
Links exzentrische Protrusion, linksbetonte Retrospondylose. Recessuseinengung links mit Bedrängung von L3 links recessal. Keine Spinalstenose. Keine signifikante Foramenstenose.
LWK 3/4 Osteochondrose. Median akzentuierte Protrusion. Der Befund reicht knapp an L4 heran. Keine Foramenstenose. Keine signifikante Spinalstenose. Spondylarthrose.
LWK 4/5 Osteochondrose. Median akzentuierte Protrusion/Übergang in einen flachen Prolaps. Der Befund reicht knapp an L5 recessal heran. Spondylarthrose. Keine Spinalstenose oder signifikante Foramenstenose.
LWK 4/SWK 1 aktivierte geringe erosive Osteochondrose. Flache Protrusion. Kein Prolaps. Keine Foramenstenose oder Spinalstenose. Spondylolyse im Bereich LWK 5 links.

Beurteilung:
Multisegmentale Osteochondrose. Aktiviert/erosiv bei LWK 2/3 links im Rahmen der Abstützreaktion bei rechtskonvexer Skoliose. Ebenfalls aktiviert/erosiv bei LWK 5/SWK 1.
Multisegmentale wechselseitig akzentuierte Protrusionen - bei LWK 3/4 median akzentuiert, bei LWK 4/5 median akzentuiert/Übergang in einen flachen Prolaps. Entsprechend recessale Nervenbedrängung.

Eine Erklärung für die abgenutzte Wirbelsäule haben die Ärzte nicht. In einem Befund vom Jahr 2012 heißt es:
Bandscheibendegeneration mit nahezu komplettem T2-Signalverlust und Höhenminderung der lumbalen Bandscheiben. Grenzwertige Einengung des Spinalkanals bei LWK 4/5 infolge einer beidseitigen Spondylarthrose.

Bei Interesse kann ich Ihnen auch Kopien meiner Befunde zukommen lassen.

Mein Physiotherapeut meint ich hätte das Piriformis-Syndrom, also eine Einengung des Ischiasnervs durch einen verhärteten Muskel.
Ich sollte täglich eine spezielle Dehnungsübung machen.

Danke ***** ***** Rückmeldung.
Es sind insgesamt Veränderungen an der Wirbelsäule erkennbar, die Ihre Beschwerden erklären könnten.
Andererseits findet sich kein Befund der eine Besserung Ihrer Beschwerden durch eine OP wahrscheinlich macht.
Der Gedanke ***** ***** dass es sich um ein piriformis Syndrom handeln könnte, ist richtig.
Typisch wäre allerdings ein Schmerz im tiefen LWS - Sakralbereich, der sich bei Auswärtsdrehung in der Hüfte verstärkt. Die (langwierige) Therapie mit KG ist der erfolgversprechendste Ansatz. Es ist nicht gesichert, dass lokale Kortisoninfiltrationen in den verhärteten Muskel nützlich sind, gleiches gilt auch für eine operative Freilegung des Muskels.
Zusammengefasst: Die Schmerzen rühren von einer Einengung Ihres Ischiasnerven her. Eine Operation erscheint zum jetzigen Zeitpunkt nicht zielführend. Wichtig ist eine konsequente Physiotherapie und auch eine entzündungs- und schmerzhemmende Therapie (Diclofenac, Arcoxia..) unterMagenschutz.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Vielen Dank!
Sie bestätigen meine Vermutung und haben mir damit schon sehr geholfen!
Kann man die entzündungshemmenden Medikamente zusammen mit Tilidin nehmen?

Danke ***** ***** Nachricht!
Entzündungshemmende Medikamente können ohne weiteres mit Tilidin genommen werden. Der schmerzlindernde Effekt der Substanzen ergänzt sich sehr gut.
Ich freue mich, dass ich Ihnen helfen konnte. Wenn Sie keine weiteren Fragen mehr haben, bitte ich um Ihre positive Bewertung. Nur so erhalte ich nach den justanswer Regeln ein Honorar aus einem Teil Ihres Guthabens.
Vielen Dank ***** ***** Gute für sie
Dr.Schürmann
Dr. Schürmann und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.