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Dr. Hamann
Dr. Hamann, Dr. med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 6667
Erfahrung:  Fachärztin Allgemein und Innere Medizin
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Dr. Hamann ist jetzt online.

Guten Abend, Ich nehme seit vielen Jahren Antidepressiva und

Beantwortete Frage:

Guten Abend,
Ich nehme seit vielen Jahren Antidepressiva und habe das Medikament auf anraten meines Psychologen vor kurzem gegen ein anderes Präparat ausgewechselt da ich sehr schlecht schlafen konnte und weitere Nebenwirklungen sehr heiftig waren. Nun habe ich aber seit einigen Wochen eine sehr starke allergische Reaktion gegen Alkohol. Ich hatte auch früher gelegentlich solche Probleme und diese kamen dann immer nur schubweise und je nachdem wie es mir und meinem Immunsystem ging. Jezt ist die Reaktion auf nur eine geringe Menge Alkohol aber äußerst start und die Nase ist schon bei einem Schluck Bier oder Wein sofort zu und auch die Neben-und Stirnhölen sind dann sofort geschlossen und ich muss ständig niesen und die Augen tränen.
Ich trinke nicht regelmäßig Alkohol aber die Situation beeindrächtigt mich natürlich doch da ich auch häufiger Geschäftsessen beisitzte und dann trinkt man eben auch gerne mal ein Glas Bier oder Wein. Gibt es für dieses Probelm eine Lösung bzw. woher kann die Ursache stammen. Mein Arzt vermutet, dass mein Immunsystem z.Zt. fast auf dem Nullpunkt angekommen ist da ich äußerst unausgeglichen bin, kaum schlafe und unglaublich nervös und aufgekratzt bin. Sollte ich mich einmal von einen Facharzt auf Allergie untersuchen lassen? Kennen Sie solche Fälle bzw. können Sie eine Einschätzung abgeben woher das Problem kommen könnte?
Im Voraus besten Dank für Ihre geschätzte Rückmeldung.
Mit freundlichen Grüßen aus der Schweiz.
Jürgen
Gepostet: vor 10 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Hamann hat geantwortet vor 10 Jahren.
Guten Morgen,

so wie sie es schildern liegt eine sogenannte Histaminintoleranz vor.

Histaminintoleranz, auch Histaminunverträglichkeit oder Histaminose ist eine relativ häufige Nahrungsmittelunverträglichkeit (ca 1% der Bevölkerung in Europa, 80% davon Frauen mittleren Alters). Sie geht auf eine Abbaustörung des Stoffes Histamin zurück. Mit der Nahrung aufgenommenes Histamin wird zu langsam abgebaut und dadurch werden die unangenehmen Symptome auslöst.

Histamin kommt nicht nur natürlicherweise im menschlichen Körper vor und ist dort für wichtige Prozesse verantwortlich (allergische Reaktionen, Immunsystem, Signalübertragung), sondern ist auch in zahlreichen Nahrungsmitteln enthalten. Dies liegt vor allem daran, dass Histamin in Bakterien weit verbreitet ist und daher bakteriell fermentierte Nahrungsmittel viel Histamin enthalten.


Die Gruppen Histaminhaltiger Nahrungsmittel sind:

- Käse (je länger gereift desto mehr Histamin)
- Fleisch und Wurst (insbesondere Leber und geräucherte Wurst)
- Fisch (insbesondere Konserven und Meeresfrüchte)
- Alkoholische Getränke (insbesondere Rotwein, manche Biersorten)
- Obst (Bananen, Birnen, Orangen, Kiwi, Erdbeeren)
- Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Sojabohnen, Erdnüsse)
- Süßigkeiten (Schokolade, Gebäck)
- Sonstige (schwarzer Tee, Essig, Hefe)


Die Symptome einer Histaminintoleranz sind sehr vielfältig. Dies liegt an der Funktionsvielfalt des Histamins in unserem Körper. Die häufigsten Beschwerden sind folgende:

- Magen-Darm Probleme (Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Durchfall, Verstopfung)

- Kopfschmerzen (auch Migräne kann durch Histaminzufuhr augelöst werden, histaminarme Kost führt in vielen Fällen zur Linderung oder Heilung der Migräne)

- Hautprobleme (Hautrötung, Juckreiz, Nesselsucht, Ekzeme)

- Atemwegsbeschwerden (verengte oder laufende Nase, Asthma, Halsschmerzen)

- Herz-Kreislauf Probleme (Blutdruckabfall, Herzrasen, Herzrythmusstörungen, Schwindel, Panikattacken)

- Menstruationsbeschwerden
- Erschöpfung, Müdigkeit, Schlafstörungen

Eine Histaminintoleranz wird meist im Laufe des Lebens erworben. Wie genau es dazu kommt ist noch nicht bekannt. Es gibt jedoch einige Vermutungen und Zusammenhänge bzgl. der Histaminintoleranz. So hängt eine Histaminintoleranz oft mit anderen Unverträglichkeiten und Allergien zusammen. Es wird auch spekuliert, die Histaminintoleranz könnte Folge einer bestimmten Stoffwechselerkrankung sein. Als relativ sicher gilt, dass der Darm eine entscheidende Rolle bei der Histaminintoleranz spielt. Dabei muss allerdings das gesamte Verdauungssystem betrachtet werden. Man geht davon, dass die Belastung mit bestimmten Giften und Schwermetallen zu einer Histaminintoleranz führen kann. Aber auch Medikamente können eine Histaminintoleranz auslösen, wenn man allergisch darauf reagiert und das Immunsystem darauf anspringt = überreagiert.

Die erste Möglichkeit die Symptome einer Histaminintoleranz zu vermeiden ist der Verzicht auf histaminhaltige Lebensmittel. Dabei muss auch darauf geachtet werden Histaminliberatoren zu meiden, sowie Lebensmittel, die bestimmte andere biogene Amine enthalten, dadurch den Abbau von Histamin verhindern. Auch gibt es Stoffe (z.B. Alkohol), die den Histaminabbau hemmen.

Es gibt sehr viele Faktoren, die bei der Histaminintoleranz eine Rolle spielen und die man als Betroffener kennen sollte, um die Ernährung an die speziellen Bedürfnisse seines Körpers anzupassen. Allein Alkohol sorgt auf 6 verschiedene Weisen für die Verstärkung der Symptome:

 

1. Histamingehalt vieler alkoholischer Getränke
2. Alkohol wirkt als Histaminliberator
3. Alkohol hemmt DAO (Histaminabbauendes Enzym)
4. Alkohol erhöht die Durchlässigkeit der Darmwand –> Histamin wird schneller aufgenommen
5. Flüssigkeiten passieren den Darm schneller als feste Nahrungsmittel –> weniger Zeit für Histaminabbau
6. Erweiterung der Blutgefäße verstärkt die Symptome

All diese Faktoren und Wechselwirkungen gilt es zu berücksichten, wenn man seine Diät an die Histaminintoleranz anpasst.

 

Die zweite Möglichkeit ist der Einsatz von Medikamenten. Hier gibt es verschiedene Medikamentengruppen, die eine positive Wirkung haben können.
1. Antihistaminika: blocken Histaminrezeptoren
2. Diaminoxidase zuführen: Abbau von Histamin
3. Mastzellstabilisatoren : Freisetzung von Histamin wird verhindert
4. Symptomatische Linderung: Bekämpfung der Symptome durch die jeweiligen Medikamente z.B. Kopfschmerztabletten (Vorsicht weil viele Wirkstoffe z.B. Acetylsalicylsäure Histaminliberatoren sind, andere wirken als DAO-Hemmer)

Vor der Einnahme von Medikamente sollten Sie sich weiter informieren und auf jeden Fall einen Arzt kontaktieren. Außerdem sollte man mögliche Ursachen der Histaminintoleranz, wie Darmerkrankungen behandeln. Auch Stress kann zu vermehrter Histaminfreisetzung führen und Symptome auslösen.

 

Quelle: http://www.histamin-intoleranz.info/

 

Alles Gute

Dr. Hamann und 3 weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.