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Dr. Hamann
Dr. Hamann, Dr. med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 6667
Erfahrung:  Fachärztin Allgemein und Innere Medizin
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Dr. Hamann ist jetzt online.

Luftschlucken ich habe seit l ngerer Zeit Luft im Magen, die

Beantwortete Frage:

Luftschlucken: ich habe seit längerer Zeit Luft im Magen, die dann auch auf die Lunge drückt. Mit bewusster "Rülpstechnik" bringe ich diese mind. teilweise wieder raus. Ist aber so oder so belastend. Ich bin 78 Jahre, M. Gibt es Ärzte die sich mit so was befassen?
Gepostet: vor 10 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Dr. Hamann hat geantwortet vor 10 Jahren.
Guten Abend,

wie lange bestehen diese Beschwerden denn schon?
Hatten sie die Magenspiegelung seit dem gehabt oder lag diese weit vor den Beschwerden?
Sind die Beschwerden vor oder nach dem Essen?
Werden die Beschwerden durch bestimmte Speisen verschlimmert?

Wie ist es mit Getränken?

Gern helfe ich ihnen weiter!
Kunde: hat geantwortet vor 10 Jahren.

die Anfänge gehen gegen 10 Jahre zurück

die Magenspiegelung war vor etwa 4 Jahren

die Beengung beim Atmen ist unabhängig von der Mahlzeit,

es gibt keine bestimmten Speisen als Ursache

in den letzten Monaten kann ich öfters gleich nach dem Essen oder Trinken durch Rülpsen Luft "ablassen".

 

Experte:  Dr. Hamann hat geantwortet vor 10 Jahren.
Guten Morgen,

Bei ihnen handelt es sich sehr wahrscheinlich um dyspeptische Beschween, infolge eines Reizmagens.

"Als Reizmagen wird eine Störung der Magenfunktion bezeichnet, die sich nicht auf eine eindeutige organische Ursache zurückführen lässt. Medizinerinnen und Mediziner sprechen in diesem Fall von einer funktionellen Dyspepsie (aus griechisch "dys" = Störung eines Zustands oder einer Funktion und "pepsis" = Verdauung). Die Symptome eines Reizmagens können sehr vielfältig sein, zu den häufigsten zählen Völlegefühl, Druck und Schmerzen in der Magengegend (rechter Oberbauch), saures Aufstoßen, Sodbrennen, Appetitlosigkeit und Abneigung gegen bestimmte Speisen sowie Übelkeit.

Internationalen Richtlinien zufolge liegt eine funktionelle Dyspepsie dann vor, wenn die genannten Beschwerden über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten wiederholt für jeweils mehrere Tage oder durchgehend auftreten. Zweites diagnostisches Kriterium ist, dass Erkrankungen des Magens, die ähnliche Beschwerden verursachen können - also etwa ein Magengeschwür, eine Schleimhautentzündung oder ein Karzinom - durch medizinische Untersuchungen ausgeschlossen wurden.

Die exakten Ursachen eines Reizmagens sind nach wie vor nicht geklärt, es gibt allerdings eine Reihe von mehr oder minder gut belegten Erklärungsmodellen: So lässt sich beispielsweise bei einem Teil der Patienten eine Störung der Beweglichkeit des Magens (Peristaltik) feststellen. Eine veränderte Scherzwahrnehmung durch eine Überempfindlichkeit des Nervensystems im oberen Magen-Darm-Trakt wird ebenso als auslösender Faktor diskutiert wie eine individuelle Unverträglichkeit von bestimmten Speisen und Getränken. Vor allem Kaffee, scharfe Gewürze, fettreiches Essen und Alkohol werden von vielen Betroffenen als Auslöser für die Beschwerden angegeben.

Nicht zuletzt hat eine funktionelle Dyspepsie auch psychische Gründe. So können Konflikte in der Familie, Druck oder Veränderungen im Beruf, Schlafmangel und andere seelische Belastungen die Entwicklung eines Reizmagens begünstigen oder bestehende Beschwerden verschlimmern. Dass zwischen Psyche und Verdauungsorganen eine enge Verbindung besteht, hat sich völlig zu Recht in Redensarten wie "das schlägt mir auf den Magen" manifestiert.

"Funktionelle Dyspepsie" ist das, was Mediziner eine Ausschlussdiagnose nennen. Das bedeutet: Erst wenn sichergestellt ist, dass hinter den Beschwerden kein organischer Befund (z.B. chronische Gastritis) steckt, darf man von einem Reizmagen ausgehen.

Am Beginn der Diagnosefindung steht ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patient zur Krankheitsgeschichte und zu den auftretenden Symptomen. In weiterer Folge kommt es zu einer körperlichen Untersuchung. Um sicherzugehen, dass es sich um eine andere Erkrankung mit ähnlichen Symptomen handelt, schließt sich meist eine Reihe weiterer diagnostischer Maßnahmen an. Dazu gehören im Regelfall Laboruntersuchungen des Blutes und eine Ultraschall-Untersuchung des Oberbauchs. Auch eine Magenspiegelung (Gastrokospie) wird recht häufig durchgeführt.

Eine der effektivsten therapeutischen Maßnahmen beim Reizmagen ist schlicht und einfach Information. Zu wissen, um welche Art von Erkrankung es sich bei der funktionellen Dyspepsie handelt, welche möglichen Ursachen die Beschwerden haben und dass sich keine ernste Erkrankung dahinter verbirgt, bringt oft eine deutliche Besserung der Symptome oder lässt die Beschwerden sogar vollständig verschwinden. Denn oft haben die Betroffenen bereits einen langen Leidensweg hinter sich - ohne zu wissen, was ihnen fehlt.

Ernährung, Lebensstil und Psyche

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Behandlung besteht darin, auslösende Faktoren zu vermeiden: Das kann sowohl eine Umstellung der Ernährungs- als auch der Lebensgewohnheiten beinhalten. Letzteres bedeutet vor allem den Abbau von Stress, einen veränderten Umgang mit psychischen Belastungen und die bestmögliche Beseitigung von Konfliktsituationen. Hier kann unter Umständen eine Psychotherapie von Nutzen sein, aber auch Sport und Bewegung sowie Entspannungstechniken wie autogenes Training und progressive Muskelrelaxation helfen bei der Stressbewältigung.

Im Bereich der Ernährung sind vor allem individuelle Unverträglichkeiten zu beachten. Auch kann es helfen, die tägliche Nahrung in mehreren kleineren und über den Tag verteilten Portionen aufzunehmen. Eine spezielle "Reizmagen-Diät" gibt es hingegen nicht.

Medikamentöse Behandlung

Eine medikamentöse Behandlung der funktionellen Dyspepsie kann zwar die Symptome lindern - eine ursächliche Heilung bringt sie allerdings nicht. Zur Anwendung kommen in erster Linie Medikamente zur Hemmung von Magensäure (Protonenpumpenhemmer, H2-Rezeptorenblocker) und Mittel, die sich positiv auf die Beweglichkeit des Magens auswirken (Prokinetika). Ob die Einnahme solcher Medikamente über einen gewissen Zeitraum sinnvoll ist, sollten Arzt und Patient gemeinsam entscheiden.

In wissenschaftlichen Studien hat sich die Einnahme bestimmter pflanzlicher Heilmittel (Phytotherapeutika) als relativ wirksam erwiesen. Dazu gilt es allerdings zu sagen, dass vergleichbar viele Betroffene auf die Gabe von Scheinmedikamenten (Placebo) mit einer Besserung der Beschwerden ansprachen. Dies unterstreicht einmal mehr, wie eng der Zusammenhang zwischen Psyche und Reizmagen ist."

Ich hoffe, dass ich ihnen etwas helfen konnte.

Alles Gute
Dr. Hamann und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.