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Mustermann
Mustermann, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 114
Erfahrung:  Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin und Intensivmedizin.
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Mustermann ist jetzt online.

Hallo, mein 2j hriger Sohn soll n chste Woche unter Maskennarkose

Beantwortete Frage:

Hallo,
mein 2jähriger Sohn soll nächste Woche unter Maskennarkose einen Milchzahn gezogen bekommen. Welche Risiken bestehen hierbei? Wie funktionniert die Beatmung während des Eingriffs da die Maske ja nicht während des Eingriffs aufgesetzt bleiben kann? Gibt es einen Aspirationsschutz? Ich habe erst kommende Woche ein Gespräch mit dem Narkosearzt.

Ich bin ein bisschen unsicher da ich unterschiedliche Meinungen zu dieser Art Nakose für eine Zahnbehandlung gehört habe. In Luxemburg wird in diesen Fällen immer intubiert.

Vielen Dank!
Gepostet: vor 10 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 10 Jahren.

Guten Tag, gerne beantworte ich Ihre Frage, kann hier alledings nur allgemein beraten.

Das Ziehen eines Milchzahnes dauert nur wenige Sekunden, daher ist es kein Problem, eine Maskennarkose hierfür zu planen.

Das Kind atmet während es einschläft Sauerstoff, dabei wird der Luftstickstoff in der Lunge verdrängt, es wird ein Sauerstoffvorrat angelegt, der im Idealfall über fünf Minuten ohne Beatmung vorhält.

Da der Eingriff nicht sehr schmerzhaft ist. wäre die Narkose auch nicht sehr tief, d. h. die Eigenatmung setzt nur für eine sehr kurze Zeit aus. Damit besteht prinzipiell eine sehr geringe Gefahr für einen Sauerstoffmangel.

Bei einer sehr kurzen Narkose ist die Gefahr einber Aspiration sehr gering- vorausgesetzt, das Kind ist nüchtern. Achten Sie darauf, das es keine Bonbons oder Kaugummis ißt. Auch sollte es nicht frühstücken und keine Milch trinken. Tee oder Wasser ist bis 2 Stunden vor OP erlaubt.

Eine Intubation für das simple Ziehen eines Milchzahnes wäre übertrieben und birgt wieder eigene Risiken.

Am wichtigsten für das Kind ist, daß Sie selbst dem Eingriff ganz entspannt entgegensehen und sich nicht selbst verrückt machen! Das Kind spürt das, geht mit Angst in die Klinik, heult und wehrt sich womöglich, dann werden Sie aufgeregt und so kommt ein Teufelskreis in Gang, der das ganze zum Horrorerlebnis werden läßt. Lenken Sie das Kind ab, lesen Sie ihm vor, spielen Sie mit ihm und haben Sie Vertrauen! Machen Sie so weiter, auch wenn das Kind hinterher quengelich ist oder weint. Lieber ablenken, als übermäßig darauf eingehen!

Kunde: hat geantwortet vor 10 Jahren.

Vielen DAnk für ihre Antwort. Dennoch bleiben noch einige Fragen für mich offen:

 

Wird eine solche Maskennarkose oft bei Zahnbehandlungen angewendet? Bei uns in Luxemburg wird dies nur unter Lachgas oder Vollnarkose- ohne Beisein der Eltern- .

gemacht. Anscheinend wegen der grossen Risiken.... Dies ist einerseits sehr beunruhigend für mich , andererseits finde ich es jedoch zu invasiv und zu traumatisch für meinen Kleinen einen Milchzahn unter solchen OP-Bedingungen entfernt zu bekommen.

 

Ab wann fänkt das Kind wieder mit dem Eigenatmen an? Kann es vorkommen, dass es hierbei zu Problemen kommt? Was wird dann gemacht?

 

Was ist wenn die Wunde im Mund stark bluten würde und die Flüssigkeit in die Lunge läuft? Kann dies überhaupt passieren?

 

Gibt es vielleicht auch die Möglichkeit, das Kind anders zu sedieren (z.B. leichtes Schlafmittel,...) und den Zahn dann unter Regionalanästhesie zu entfernen?

 

Vielen Dank XXXXX XXXXX Grüsse!

Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 10 Jahren.

1. Normalerweise fallen Milchzähne von selber aus, dies abzuwarten ist auch wichtig für den bleibenden Zahn.

2. Aus einem von Ihnen nicht genannten Grund soll der Zahn gezogen werden. Da Milchzähne keine große Wurzel haben, die sich dann beim Zahnwechsel auch auflöst, dürfte dies keine zahnärztliche Herausforderung sein.

2. Auch bei Kindern kann man prinzipiell Zähne in Lokalanästhesie ziehen. Narkose hierfür macht man nur bei Kindern, die unkooperativ sind, z. B. Behinderte oder Kinder mit psychischen Störungen.

3. Es ist wohl in diesem Fall so, daß eine Narkose notwendig ist. Der Unterschied zwischen einer Sedierung zusammen mit Lokalanästhesie oder eine kurze Maskennarkose ist bezüglich der Risikobewertung minimal, da die Beeinträchtigung der Schutzreflexe in etwa gleich ist. Die Übergänge zwischen Sedierung und Narkose sind fließend, und auch das Setzen der Lokalanästhesie ist unangenehm und benötigt eine gewisse Sedierungstiefe.

4. Ob ein Blutungsrisiko besteht, muß Ihnen der Zahnarzt beantworten, die Wahrscheinlichkeit ist wohl minimal. Bei einer heftigen Blutung könnte natürlich-, wenn die Narkose so tief ist, dass die Schutzreflexe aufgehoben sind- Blut in die Lunge laufen. Das Risiko hierfür ist als minimal einzustufen.

Ich möchte Sie nochmal dringlich im Interesse Ihres Kindes bitten, sich nicht verrückt zu machen! Ihre Angst überträgt sich auf das Kind!

 

Kunde: hat geantwortet vor 10 Jahren.

Vielen Dank für ihre Antwort. Ich mache mich nicht verrückt, habe auch vollstes Vertrauen in die Kompetenz der behandelnden Ärzte, bin jedoch ein Mensch, der so gut wie möglich aufgeklart sein möchte wie es nur geht.

 

Der Milchzahnmeines Sohnes muss leider gezogen werden, da er durch einen Unfall vertikal komplett durchgebrochen ist. Seit gestern ist er auch noch halb weggebrochen, bis kommenden Montag müssen wir die Zeit jetzt überbrücken...

 

Ich habe heute mit der Narkoseärztin gesprochen und die hat mir gesagt, dass mein Kind die ganze Zeit über selbständig atmen wird. Eine Aussage die für mich beruhigend ist, jedoch auch verwirrend, da Sie mir geantwortet hatten, dass die Atmung für geringe Zeit aussetzen wird....

 

Was stimmt denn jetzt? Oder spielt die Tiefe der Maskennarkose hierbei eine Rolle?

 

Vielen Dank,

Anouk Morby

Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 10 Jahren.

Ihr letzter Satz ist absolut zutreffend. Ich hatte Ihnen ja auch geschrieben, daß der Übergang zwischen einer leichten Sedierung und einer Narkose fließend ist. Sie können das mit einem Alkoholrausch vergleichen. Wenn Sie viel zu viel getrunken haben, schlafen Sie, atmen aber noch selbst. Trinken Sie schnell viel Wodka, können Sie in einen Zustand geraten, bei dem Sie so weit betäubt sind, daß die Atmung aussetzt. Es kommt also darauf an, die Auswahl und Dosierung der Medikamente so zu wählen, daß die Narkose ausreichend tief ist, daß Ihr Kind nichts merkt und andererseits so flach ist, daß es selber weiteratmet. Das ist der Beruf des Narkosearztes, der ihn für mich auch so faszinierend macht.

Aber selbst wenn die Atmung aussetzten sollte, ist dies kein Problem, da der Narkosearzt dies merkt und überbrückt, bis die Eigenatmung wie´der einsetzt.

 

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Kind einen entspannten Tag in der Zahnklinik!

Mustermann und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.