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Hautaerztin
Hautaerztin, Ärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 4194
Erfahrung:  Ärztin. Abgeschlossene Studium Humanmedizin.
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Sehr geerte Damen und Herren, seit ca. eineinhalb Jahren leide

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geerte Damen und Herren,
seit ca. eineinhalb Jahren leide ich an ständig geschwollenen Nasenschleimhäuten, verbunden mt Nasenjucken, Niesreiz, teilweise tränenden und juckenden Augen.
Bei den diversen Bricktest und anderen Allergietests ist lediglich eine Spur von Hausstauballergie ( ganz leichte Rötung eines Testpunktes, max. 3mm gross) herausgekommen. Der HNO hat nichts gefunden, mein Hausarzt verschreibt mir Cortison - was nichts hilft, ausser dass ich fast 15 Kilo zugenommen habe.
Ich habe weder mein Waschmittel verändert, meine Nahrung besteht aus sehr viel Obst, Vollkorn und Gemüse, gelegentlich Fleisch und viel Fisch, desweiteren viel Milch und Yoghurt ohne Zusätze.
Ich habe auf anraten des HNO mein Bett umgestellt ( Wasserader?!), auch keine positive Reaktion.
Wir haben neue Matratzen gekauft - keine Änderung.
Wir machen 3 wochen Urlaub auf Amrum (Nordseeinsel) - gleiches Spiel.
Ich wache mit völlig verschlossener Nase auf, verbrauche fast zwei Pakete Taschentücher und niese mindestens 8-10 Mal hintereinander. Nach drei -vier Stunden klingen die Symptome etwas ab, wobei die geschwollenen Schleimhäute bleiben. Gegen Abend - ca. 18-19 Uhr beginnt es wieder von vorne - Niesattacken, laufende Nase, ...
Es ist auch völlig egal. wo ich bin.
Was kann ich noch tun, um dieses Problem zu beheben?

Mit freundlichen Grüssen

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

 

es ist immer unbefriedigend, wenn man bei einer allergisch bedingten Symptomatik das auslösende Allergen nicht findet. Es kommt aber vor.

Auch kommt es vor, daß Allergien sich im Test nicht reproduzieren, d.h. nachweisen lassen, obwohl sie bestehen. Genauso kann es umgekehrt vorkommen, daß man im Allergietest eine positive Reaktion hat, ohne daß im täglichen Leben bei Kontakt mit dem Allergen Symptome entstehen.

Neben Cortison gibt es ja zur Behandlung der Allergien eine andere Medikamentengruppe, die sogenannten Antihistaminika, die man landläufig auch "Allergietabletten" nennt. Diese kann man auch hilfsweise verwenden, um zur Diagnose zu gelangen, wenn diese unklar bleibt. Die Behandlung der Allergie ist ja dieselbe, unabhängig davon, welches Allergen sie auslöst. Diese Medikamente habe nicht so starke Nebenwirkungen wie Cortison.

Die Antihistaminika sind abgestuft, die schächeren sind frei zu kaufen. Sie können die Symptomatik aber oft schon sehr gut behandeln. So wie Sie schreiben, haben Sie diese Medikamente bisher noch nicht erhalten.

Selbst kaufen können Sie beispielsweise Loraderm, Cetirizin und Fenistil. Verordnet werden müssen beispielsweise Xusal, Aerius, und Telfast. Sie sollten mit Loraderm und

Cetirizin beginnen, denn die Kassen verlangen für eine Erstattung der rezeptpflichtigen Antihistaminika den Nachweis, daß die frei verkäuflichen wirkungslos geblieben sind.

Wenn diese Ihnen nicht helfen, können Sie zum Hautarzt gehen, das Problem schildern und bitten, daß Sie ein rezeptpflichtiges Medikament bekommen, diese sind dann in der Regel auch stärker wirksam.

Empfohlen wird bei den genannten Präparaten meist eine Dosierung von 1 x 1, man kann aber durchaus bis zu 3 x 1 einnehmen. Nebenwirkung der Antihistaminika ist Müdigkeit, das hat man in den letzten Jahren aber verringern können. Sie sollten die erste Einnahme aber nicht machen, wenn wichtige Aufgaben oder Autofahrten vor Ihnen liegen, die einzelnen Menschen reagieren unterschiedlich auf die einzelnen Medikamente, das muß jeder für sich testen.

 

Fenistil macht meist müde, das würde ich nur empfehlen, wenn nichts anderes geht, dann entweder als Retardtablette oder bis 3 x 2 Drg.

 

Wenn die Antihistaminika nicht helfen, kann man davon ausgehen, daß kein allergischer Mechanismus vorliegt. Oder aber, daß die Allergie stärker ist als die Medikamente, dann sollten Sie aber zumindest Linderung erfahren.

 

Allergologie ist oft ein Dedektivspiel, bei unklarer Ursache muß man immer nochmal und nochmal überlegen, was als Auslöser in Frage kommt in Frage kommt.

 

Haben Sie denn eine richtige Hausstaubsanierung vorgenommen mit Entfernung von Teppichen, Polstermöbeln und Federkissen sowie Verwendung milbendichter Bettwäsche? Neue Matratzen alleine reichen da nicht, da setzen sich die Milben auch wieder hinein. Morgens mit verstopfter Nase aufwachen klingt schon nach Hausstauballergie.

Wurden Nahrungsmittel, Schimmelpilze und Tierhaare mitgetestet? Nehmen Sie Medikamente ein? Gibt es Duftstoffe in Ihrer Umgebung? Andere Reizstoffe? Hat ein Allergologe eine ausführliche allergologische Anamnese mit Ihnen gemacht? Diese ist wichtig, wenn man mit dem Test nicht weiterkommt.

 

Neben dem allergischen Schnupfen gibt es auch die sogenannte vasomotorische Rhinitis, die ähnliche Symptome hat. Allerdings sind da die Augen nicht beteiligt, auch der Juckreiz ist nicht so ausgeprägt. Daher ist bei Ihnen in erster Linie schon an einen allergischen Mechanismus zu denken.

 

Wenn Sie für naturheilkundliche Behandlung offen sind, kann man das Problem auch von dort her angehen. Ein gesunder Darm ist sehr wichtig für eine gute Funktion des Immunsystems, deshalb ist eine Darmsanierung oft hilfreich. Auch homöopathische Mittel können beim allergischen Schnupfen gut helfen. Das passende Mittel sollte Ihnen ein entsprechend ausgebildeter Arzt oder Heilpraktiker aussuchen, nachdem er mit Ihnen Ihre Symptome genau durchgesprochen hat. (Anhand der Symptome kommt man zum geeigneten Mittel.) Die Darmsanierung können Sie da auch genau besprechen.

 

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben. Rückfragen können Sie gerne stellen.

 

Mit freundlichen Grüßen Dr. A. Hoffmann

 

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Diese Antwort ersetzt nicht die Untersuchung, Beratung und Behandlung durch einen Arzt vor Ort.

 

 

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