So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Dr. Gehring.
Dr. Gehring
Dr. Gehring, Fachärztin
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 20785
Erfahrung:  Notfallmedizin,Psychosomatik,Innere- und Allgemeinmedizin
61885400
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Medizin hier ein
Dr. Gehring ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin mit starken Bauchschmerzen

Beantwortete Frage:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin mit starken Bauchschmerzen und einer leichten Gelbverfärbung der Haut am 26.09.2010 über die Notaufnahme in die Klinik gekommen. Dort wurde festgestellt, dass die Bauchspeicheldrüse und die Gallenblase entzündet sind. Bekannt ist bei mir seit ca. einem Jahr, dass die Leberwerte immer wieder erhöht sind. Bei der Sonographie wurden Gallensteine festgestellt und die Vermutung, dass sich ein Stein im Gallengang befindet, hat sich ebenfalls bestätigt. Dieser "saß" so ungegünstig, dass weder die Gallenflüssigkeit noch das Sekret der Bauchspeicheldrüse ablaufen konnte. Per ERCP konnte dieser Stein am 29.09.2010 entfernt werden und die Beschwerden wurden deutlich geringer.
Am 08.10.2010 wurde zuerst laproskopisch versucht, die Gallenblase mit den Steinen zu entfernen, aber aufgrund der Entzündungen und Verwachsungen mußte auf eine Operation mit großem Bauchschnitt (ca. 25 cm) umgestiegen werden.
Anfänglich hatte ich Probleme beim Laufen, was sich durch starke Schmerzen im gesamten rechten Bauch äußerte. Teilweise waren die Schmerzen nicht mehr zum Aushalten, ein erneuter Klinikaufenthalt brachte mir das Ergebnis, dass innere Blutergüsse auf Nerven drücken könnten oder Schmerzen vom Rücken in den rechten Unterbauch strahlen würden. Bei einer erneut durchgeführten Sonographie des Bauches bestand der Verdacht, dass eventuell ein Tumor im Darm die Ursache sein könnte, was sich bei der Koloskopie jedoch als Polypen,die gleich entfernt wurden, herausstellte.
Der Heilungsprozess verläuft meiner Meinung nach zu langsam. Obwohl ich vor fast 5 Wochen operiert wurde und täglich noch 2 Ibuprophen 600 nehme, habe ich immer noch teilweise starke Schmerzen. Bei geringsten Anstrengungen wie ca. 150 Meter Laufen oder längerem Sitzen kann man die Schwellungen im Bereich der Narbe sehen und die Schmerzen sind stark und brennend.
Welche Genesungszeit ist bei dieser Art von Operation angemessen und was kann ich selbst für eine bessere Genesung tun?
Viele Grüße aus Thüringen
Gepostet: vor 11 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Guests hat geantwortet vor 11 Jahren.
Sehr geehrte/r Patient/in,

dass Sie nach 5 Wochen noch Beschwerden haben, ist nichts Ungewöhnliches. Manche Patienten klagen auch drei Monate nach der Op noch über Beschwerden. Sie dürfen nicht vergessen, dass bei dieser Operation eine dicke Muskelschicht durchtrennt wurde und Einblutungen in diesem Bereich, deren Auftreten bei so einer Op normal sind, sehr starke Schmerzen verursachen, da Sie diese Muskulatur beim Gehen und Bewegen ständig brauchen. Daher versuchen Sie, noch ein wenig Geduld zu haben.
Allerdings scheint mir Ihre Schmerzmedikation nicht ausreichend zu sein. Ibuprofen allein ist meist zu schwach, um den Post-Op Schmerz wirksam bekämpfen zu können. Dies führt bei den Patienten oftmals zu einer ungesunden "Schonhaltung", die wiederum auf Dauer Schmerzen verursacht und sogar zu einer schlecht heilenden Wunde durch ungewollte Verwachsungen führen kann.
Daher sollten Sie zuerst Ihren Arzt um ein zusätzliches oder stärkeres Schmerzmittel bitten (z.B. aus der Gruppe der Opioide), damit Sie über die Schmerzfreiheit wieder zu mehr Lebensqualität finden. Darüber hinaus hilft insbesondere nach einer Gallenop ein sanftes Mieder (Reformhaus) weiter. Dieses sollten Sie nur nach Anweisung eine gewisse Zeit des Tages tragen. Dies entlastet Sie, stützt Rücken und Bauch und unterstützt den Heilungsprozess.
Fragen Sie Ihren Arzt auch nach einem Magenschutzpräparat (z.B. Omeprazol), damit Sie Ihren Magen während der Schmerzmitteleinnahme schonen - und trinken Sie viel (2-3 l am Tag).

Ich hoffe, diese Tipps helfen Ihnen schon einmal weiter.

Alles Gute für Sie!
Experte:  Guests hat geantwortet vor 11 Jahren.
Hallo,
da Sie meine Antwort gelesen, aber noch nicht akzeptiert haben, bitte ich Sie, mir mitzuteilen, ob Sie weitere Fragen haben. Diese beantworte ich Ihnen dann gerne. Falls Ihrerseits keine Unklarheiten mehr bestehen, bitte ich Sie, meine Antwort durch das Anklicken des "Akzeptieren" Buttons zu bestätigen.

Vielen Dank!
Experte:  Guests hat geantwortet vor 11 Jahren.
Hallo, da Sie meine Antwort gelesen, aber noch nicht akzeptiert haben, bitte ich Sie, mir mitzuteilen, ob Sie weitere Fragen haben. Diese beantworte ich Ihnen dann gerne. Falls Ihrerseits keine Unklarheiten mehr bestehen, bitte ich Sie, meine Antwort durch das Anklicken des "Akzeptieren" Buttons zu bestätigen.

Vielen Dank!
Kunde: hat geantwortet vor 11 Jahren.

Sehr geehrter Dr. med. L.,

 

Ihre Antwort ist für mich teilweise sehr hilfreich, jedoch nicht ganz zufriedenstellend. Bezüglich der Schmerzmedikation wurde mir bereits vor 3 Wochen vom behandelnden Klinikarzt sowie von meiner hausärztin gesagt, daß ich die Schmerzmittel so bald wie möglich reduzieren soll, da Ibuprofen und Parazetamol 500 ( welches ich die ersten 2 Wochen nach der OP zusätzlich bekommen habe) zu sehr die Leber und den Magen belasten. Ein Magenschutzpräparat bekomme ich seit der OP.

 

Ich weiß leider nicht, was für mich persönlich die bessere Entscheidung ist, da ich außer den Schmerzmitteln täglich noch folgende andere Medikamente einnehmen muß:

1 x Jodthyrox 150 mg (seit Schilddrüsen-OP 2007)

0,5 x Bisobeta 5 mg

1 x Aspirin 100 (Faktor XIII-Erhöhung)

 

Viele Grüße

 

 

Experte:  Guests hat geantwortet vor 11 Jahren.
Hallo,
Ihre Vorbehalte kann ich verstehen, möchte man doch schließlich lieber weniger denn mehr Medikamente einnehmen. Jedoch wäre die Schmerzmedikation im Gegensatz zu Ihrer Schilddrüsen- und Herztablette nur vorübergehend einzunehmen.
Darüber hinaus gibt es inzwischen Magen- und Leberverträglichere Schmerzmedikamente als Ibuprofen und Parazetamol, noch dazu in Pflasterform, Sie müßten also keine weiteren Tabletten schlucken.
Der Grund, warum mir für Sie eine gute Schmerztherapie so wichtig ist, liegt darin, dass in Deutschland die meisten Patienten, insbesondere nach Ops, schlecht bis sehr schlecht abgedeckt sind und damit mit erheblichen Schmerzen zu leben haben. Hierüber gibt es inzwischen viele Studien. Schmerzen induzieren den von mir oben bereits geschilderten Teufelskreis und beeinträchtigen stark die Lebensqualität der Patienten.
Es gibt inzwischen Schmerz-Kombinationspräparate, die gut verträglich und äußerst wirksam sind. Fragen Sie Ihren Arzt danach oder, was noch besser wäre: fragen Sie einen ausgewiesenen Schmerztherapeuten. Das sind in der Regel Anästhesisten, die diese Zusatzbezeichnung haben und sich sehr gut auskennen.
Meines Erachtens ist das der Schlüssel zu einer erfolgreichen
Rekonvaleszenz.

Und noch etwas: Sie schreiben, dass meine Antwort für Sie zwar sehr hilfreich (!), aber nicht zufriedenstellend war. Daher meine Frage an Sie: was wäre für Sie zufriedenstellend? Um eine so große Operation wie Sie sie haben durchmachen müssen, bewältigen zu können, benötigt der Körper Zeit, Ruhe und Unterstützung. Was Sie aus ärztlicher Sicht dafür tun können, habe ich Ihnen beschrieben. Ich würde Ihnen wünschen, dass es uns Ärzten möglich wäre, Ihre Beschwerden quasi wegzaubern zu können. Dann gäbe es nicht so viele traumatisierte Patienten. Aber leider ist das nicht möglich.
Alles Gute und eine rasche Genesung wünsche ich Ihnen!



Verändert von Dr. med. L. am 10.11.2010 um 13:47 Uhr EST
Experte:  Guests hat geantwortet vor 11 Jahren.
Hallo, da Sie meine Antwort gelesen, aber noch nicht akzeptiert haben, bitte ich Sie, mir mitzuteilen, ob Sie weitere Fragen haben. Falls Ihrerseits keine Unklarheiten mehr bestehen, bitte ich Sie, meine Antwort durch das Anklicken des "Akzeptieren" Buttons zu bestätigen. Vielen Dank!