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Christian Lee
Christian Lee, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 375
Erfahrung:  Facharzt für Allgemeinmedizin (12 Jahre Praxis) & Spezialist für Infektiologie (10 Jahre)
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Christian Lee ist jetzt online.

Mein Bekannter behauptet ich h tte ihn mit Hdv viren angesteckt

Diese Antwort wurde bewertet:

Mein Bekannter behauptet ich hätte ihn mit Hdv viren angesteckt . Gehe regelmäßig
zum Frauenarzt . Habe keine Gebärmutter mehr und nur noch ein Eierstock . Habe
kaum Geschlechtsverkehr wenn nur mit ihm .
Nun meine Frage , kann mein Frauenarzt falls alles in ordnung ist was schriftliches für
ihn mitgeben damit er sieht das ich gesund bin und kann wenn keine Gebärmutter da
ist auch Hdv entstehen ?
Guten Abend,

Sie meinen sicher HPV, humane Papillomaviren.

Nun diese Viren, es gibt über hundert verschiedene Typen, ca. deren 40 können im Genitaltrakt Infektionen verursachen.

Darunter gibt es annähernd harmlose aber lästige, die gutartigen HPV. Die verursachen genitale Warzen, u.a. die sog. Feigenwarzen. Sie kommen bei Frauen und Männern vor und werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Die bekanntesten und häufigsten Typen dieser Art sind HPV-6 und HPV-11

Bekannt oder verrufen hingegen sind die HPV wegen der möglicherweise (!) krebserregehden Typen, den sog. onkogenen HPV. Grosse Bekanntheit unter diesen haben, wiederum die häufigsten Typen, HPV-16 und HPV-18.

Nun machen aber auch die letzteren keineswegs immer einen Krebs, im Gegenteil! Die allermeisten Infektionen selbst mit diesen onkogenen HPV verlaufen unbemerkt und meistens stösst das Immunsystem des Körpers diese Viren wieder ab. Sie können nur selten einmal zum wirklichen Problem werden, dann wenn die Immunreaktion ungenügend ist und es zu einer chronischen Infektion kommt. Nach Jahren dieser (unbemerkten) chronischen HPV-Infektion können sich die Zellen (im Abstrich) verändern und der Frauenarzt meldet Ihnen dass in einigen Monaten nochmals kontrolliert werden sollte. Geht die Infektion nicht doch noch zurück, dann wird der Abstrich 'schlimmer' und irgendwann empfiehlt der Frauenarzt die Entfernung der infizierten Zellen mit dem Laser oder dem Skalpell. Wenn dies nicht geschieht dann kann sich tatsächlich mit der Zeit ein Gebärmutterhalskrebs daraus entwickeln.

Die Früherkennung dieses Verlaufes ist der Grund weshalb Frauen sich regelmässig beim Frauenarzt in die Kontrolle begeben.

Nun ist es tatsächlich so dass Frauen (und Männer!) infiziert sein können und nie etwas davon bemerken. Auch der Frauenarzt merkt dies erst in späteren Stadien, nämlich dann wenn Zellveränderungen aufgetreten sind. Das heisst, in unbemerkten Stadium können HPV sehr wohl von Frau auf Mann und umgekehrt (!) übertragen werden. Die Hygiene ist zwar immer gut einzuhalten, vermag aber eine solche Infektion nicht zu verhindern. Bei der Frau kann auch die Vagina Sitz der HPV-Infektion sein, deshalb wäre auch eine Übertragung nach Entfernung der Gebärmutter möglich. Allerdings ist meistens der äussere Muttermund Sitz der Infektion und, je nach Technik der Gebärmutterentfernung, wird dieser u.U. belassen oder aber auch gleich entfernt.

Auch der äussere Genitalbereich, die sog. Vulva, kann Sitz solcher HPV-Infektionen sein. Beim Mann ist dies der ganze Penis, inklusive Penishaut, Eichel und vorderer Teil der Harnröhre.

Ob nun Sie den Bekannten angesteckt haben oder er Sie oder überhaupt jemand anders, das kann niemand eruieren.

Man kann HPV heute mittels eines genetischen Testverfahrens gut nachweisen und typisieren. Wenn die HPV-Typen beim Bekannten und bei Ihnen (falls vorhanden) exakt dieselben sind, so wäre es denkbar dass Sie einander angesteckt hätten, aber immer noch kein Beweis. Falls sich die HPV-Typen unterscheiden, wäre dies aber ausgeschlossen.

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX
Christian Lee und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 9 Jahren.
Wollte nochmal fragen falls bei mir nichts festgestellt wird ob man
eine schriftliche Bestätigung für meinen Bekannten vom Arzt bekommen kann denn er beschuldigt mich .Wie bekommt man die HPV-Typen von meinen
Bekannten heraus denn er wohnt im anderen Ort und komme nicht mehr an ihn heran da er mich beschuldigt kann das mein Arzt veranlassen ?
Selbstverständlich würde Ihr Arzt Ihnen diese Bescheinigung ausstellen.

Allerdings finde ich diesen Vorwurf des Bekannten einen Affront! Ich hätte eher den Verdacht dass er Ihnen etwas in die Schuhe schieben will wofür er selbst gradstehen müsste. Weshalb weiss er überhaupt dass er HPV-infiziert ist. Bei Männern wird nämlich sehr selten eine HPV-Untersuchung gemacht. HPV-assoziierter Genitalkrebs ist bei Männern sehr selten, aber sie können ihre Frauen anstecken. Wäre es nicht möglich dass seine Frau (bzw. 'reguläre' Sexualpartnerin) einen unklaren oder behandlungsbedürftigen Krebsabstrich hatte und Ihren Bekannten mit diesem Vorwurf konfrontierte? Und dass er behauptete dass nur Sie Quelle dieser Viren sein könnten weil er sonst selbstverständlich nirgend wo Sexualkontakte hatte...?

Ich weiss nicht ob Sie sich diese Demütigung gefallen lassen wollen. Andererseits wäre ein HPV-Abstrich auch sonst keine schlechte Idee. Nur würde ich zuerst von Ihm verlangen dass er Ihnen den Befund über Seine Viren gibt.

Und nochmals, vergessen Sie dies bitte nicht: HPV-Infektionen sind besonders bei jungen, sexuell aktiven Menschen ausserordentlich häufig kurieren sich aber in der Regel selbst. Eine HPV-Infektion ist also, zumindest von der Biologie her, absolut kein Unglück.

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX
Christian Lee und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 9 Jahren.
Muß Ihnen noch einmal kurz schreiben ,denn sie helfen mir sehr .
Nochmal zu meinen Bekannten , er sagt er war ein paar Tage in der
Klinik deswegen und ist froh das er gute Medikamente hat denn sein
Immunsystem war geschwächt und er müsse immer wieder etliche Tage
zur Kontrolle und ist froh das alles nochmal gut verlaufen ist ,es
hätte auch schlimm werden können . Er sagt das es bei Frauen sehr
schlecht festzustellen ist. Denke mal er wird mir seinen Befund nicht
geben, da ich wegen dieser Sache nicht mehr an Ihm herankomme .Kann
mein Arzt den Befund von seinen Arzt anfordern ?
Kunde: hat geantwortet vor 9 Jahren.
Hatte Ihnen nochmal eine Frage gestellt sehe keine Antwort habe ich falsch gedrückt ?
Guten Abend,
ich bitte Sie um Entschuldigung! Ich musste heute morgen sehr früh weg und habe deshalb gestern vor Mitternacht ausgeloggt...

Nun, das ist ja schon interressant. Wenn Ihr Bekannter solche Probleme mit HPV hat, dann ist sein Immunsystem wirklich sehr geschwächt. Seine Aussagen kommen mir jedenfalls etwas seltsam vor. Ist er vielleicht Organtransplantiert und muss Medikamente gegen Abstossungsreaktion einnehmen? Hat er Ihnen nicht gesagt welche Art Immunschwäche er hat? Oder leidet er an einer chronischen Infektion?

Ich will Sie nicht erschrecken aber ich würde ich ihnen doch raten von ihm eine klare Angabe zur 'Immunschwäche', bzw. zur Krankheit die zum HPV-Problem geführt hat, zu verlangen. Soviel müsste er Ihnen eigentlich schon mitteilen wo immerhin theoretisch die (geringe) Möglichkeit besteht dass er Sie seinerseits mit einem Erreger infiziert haben könnte.
Zusätzlich empfehle ich Ihnen sich beim Hausarzt zu melden und sicherheitshalber je einen Test auf Hepatitis B und C sowie HIV machen zu lassen. Höchstwahrscheinlich werden diese Tests negativ (=normal) ausfallen, aber Sie müssen der Sache schon sicher sein. Falls der letzte Sexualkontakt vor kurzen stattgefunden hat, so müssten die Tests nach einer entsprechenden Zeit evtl. nochmals wiederholt werden, der Hausarzt könnte Sie da gut beraten. Aber nochmals, machen Sie sich keine Panik, aber sicher ist sicher.

Die Aussage dass HPV bei Frauen sehr schwierig feststellbar sei ist natürlich Unsinn. Ich selbst hatte bereits Ende der 80'er Jahre einen molekularen HPV-Test, als erster in der Schweiz übrigens, etabliert und damit ca. 1500 Abstriche untersucht. Ca. 35% davon waren übrigens schon positiv. Nur waren damals viel weniger HPV-Typen bekannt und ich konnte bloss vier davon untersuchen. Die Problematik um HPV jedenfalls ist mir bestens bekannt, deshalb auch meine Skepsis, was denn der Grund für die Hospitalisation Ihres Bekannten wegen einer HPV-Infektion ist bzw. war.

Nochmals ein Wort zur Verbreitung der genitalen HPV-Viren:
Bei 20-25-jährigen Frauen werden, je nach Region und Bevölkerung, bis zu 50% (und mehr) humane Papillomaviren im Abstrich gefunden. Häufig sogar zwei, drei (oder noch mehr) verschiedene HPV-Typen gleichzeitig. Es ist dies also eine ausserordentlich weit verbreitete Infektion! Bei ältern Frauen geht dann die Häufigkeit stark zurück und gefährdet sind vor allem diejenigen Frauen, die über längere Zeit mit einem "high-risk" (onkogenen) Typ infiziert sind. Allerdings gibt es auch bei erst 20-Jährigen, also nach kurzer Infektionszeit, Gebärmutterhalskrebs. Dies ist aber glücklicherweise doch recht selten und meist wird die HPV-Infektion vom Immunsystem beseitigt, im allgemeinen etwas mehr als 90% innert zwei Jahren. Wenn Ihr Bekannter also ungeschützten Sex hatte mit jüngeren Frauen, dann ging er (auf eigene Verantwortung!!!) das Risiko ein eine HPV-Infektion aufzulesen, und zwar bei jeder nicht auf HPV getesteten Frau. Sie sollten sich also nicht zum Opfer seiner eigenen Dummheit machen lassen; er wird doch niemandem sagen wollen dass er über solche Risiken nicht informiert war...

Der Arzt Ihres Bekannten würde Ihnen übrigens niemals ein medizinisches Detail mitteilen solange der Bekannte das nicht will. Da gilt das sog. 'Patientengeheimnis'.

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX

Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 16.09.2010 um 20:07 Uhr EST
Christian Lee und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.