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Christian Lee
Christian Lee, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 375
Erfahrung:  Facharzt für Allgemeinmedizin (12 Jahre Praxis) & Spezialist für Infektiologie (10 Jahre)
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Christian Lee ist jetzt online.

Guten Tag Herr Lee, ich habe vor kurzem schon Kontakt zu

Beantwortete Frage:

Guten Tag Herr Lee,
ich habe vor kurzem schon Kontakt zu Ihnen aufgenommen. Es ging um den CMV-Virus und dem damit verbundenem Schwindel/Tinnitus.
Im Januar 2010 wurde dieser diagnostiziert. Schon das ganze Jahr zuvor ging es mir nicht sehr gut, bis ich dann die Hepatitis bekam. Nun nach einem halben Jahr geht es mir langsam besser. Ich nehme Zink/Eisen/Magnesium zu mir, da diese Speicher "aufgebraucht" waren. Geblieben ist noch eine Erschöpfung.Meine Frage ist nun: Wie kann ich meinem Körper helfen, wieder auf die Beine zu kommen. Welche Blutwerte sind wichtig um eine derartige Erkrankung zu vermeiden. Und was kann ich tun um meinen Körper vor dem Winter einigermaßen wieder in Ordnung zu bringen. Meine Angst ist sehr groß so etwas in der Art nocheinmal erleben zu müssen.

Ich denke Ihnen schon jetzt für Ihre Antwort.

Grüße von
Kati
Gepostet: vor 10 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 10 Jahren.
Guten Tag,
da ich schon mehrere Anfragen mit solchen Problembereichen hatte vermag ich leider Ihre spezielle Situation nicht mit genügender Präzision von den andern Berichten auseinanderzuhalten. Leider haben wir keine Möglichkeit die alten Beiträge wieder abzurufen und so laufe ich gerne in Gefahr von Verwechslungen, sorry.

Ich wäre Ihnen dankbar wenn Sie mir nochmals in Stichworten (genügt!) die wichtigsten Fakten in Erinnerung rufen:
  • wann war Beginn der Symptomatik
  • welche Symptome genau
  • wann wurde die CMV diagnostiziert und womit (Serumantikörper? PCR? aus Blut, Speichel oder Urin?)
  • bestehen noch andere (frühere?) Begleiterkrankungen oder Risikofaktoren?
  • hatten Sie jemals Infektionen mit Hepatitis A, B oder C? HIV negativ?
  • Autoimmunerkrankungen bei Ihnen oder Ihrer Familie bekannt?
  • wurde wirklich nur CMV als Ursache der Hepatitis gesehen?
  • inwieweit ging es Ihnen im Jahr zuvor 'nicht gut'? (bitte beschreiben)
  • sind die jetzigen Laborwerte wieder normal? Hepatitis abgeheilt?
vielen Dank, CL

Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 11.08.2010 um 05:21 Uhr EST
Kunde: hat geantwortet vor 10 Jahren.
Guten Tag Herr Lee,

ist mir verständlich. Ich beschreibe kurz meinen Ablauf.
- Vor ca.8Jahren an Windpocken erkrankt.(ich war Anfang 20).Nach nur 10 Tagen hat mir mein damaliger Hausarzt wieder zur Arbeit geschickt. Ich hatte das Gefühl, seit damals nie wieder richtig gesundet zu sein.
- laut Blutwerten war ich aber "gesund".Zwischenzeitlich 2 Kinder geboren,
- wenig Schlaf, -Immer Infektanfällig,
- das ganze Jahr 2009 Schübe im Körper bemerkt, - wurde immer schwächer, -bis Jan.2010 ein Hausarzt Leberwerte im 300 bereich bemerkt, -Suche nach Ursache (im Blut)ergab: CMV,-Leberwert ging langsam hinunter, -danach ging es los,-Kreislaufkollaps, -eines Nachts: 50/70,Ruhepuls:150, -danach 10xInfusionen,
-es stellte sich heraus, dass seit Jahren kein Eisenwert und Zink gemessen wurde, -Unterversorgung Eisen,Zink,kurzzeitige Schilddrüsenunterfunktion, -ich erholte mich langsam, -nun nach 7 Monaten,
- momentaner Stand u.Begleiterkrankungen sind:
- der Schwindel und Tinnitus (bekomme Physiotherapie)
- Erschöpfung,ich merke aber deutliche Fortschritte , aber:
- nach Anstrengungen, sofortige Anfälligkeit auf:Halsschmerzen,Mattigkeit,Kopf u.Gliederschmerzen,auch tränende Augen, aber niemals eine komplette Erkältung die ausbricht. (leider)

- niemals vorher Hepatitis oder HIV
- Hepatits ist abgeheilt,Wert erhöht sich allerdings bei Tabletten (Betahistin-Schwindel,benötige ich aber nicht mehr),starker körperlicher Anstrengung spüre ich einen Druck,
-keine Autoimmunerkrankungen bei mir oder in der Familie

Ich merke dass ich auf dem Weg der Besserung bin, ich habe aber Angst, dass ich diese Infektanfälligkeit, nach Anstrengungen, oder hektischeren Tagen nie mehr loswerde, da ich diese Sypthome schon in den letzten Jahren bemerkt habe. Nie (höchstens 1x im Winter richtig) ist es eine richtige Erkältung, immer nur ein starkes Angeschlagensein, dass mich dann bis zu 4 Wochen begleitet.
Im Oktober wurde mir eine Reha genehmigt. Was kann ich noch tun Herr Dr. Lee um auch ohne Angst vor "kleinster Anstrengungen" durch den Alltag zu kommen. Und auch durch den nächsten Winter.
Ich nehme seither:Zink,Magnesium,Eisen,(bekam eine Regeneresen-Thymus-Spritzenkur im März)

Ich danke XXXXX XXXXX Sie sind mir schon das 2. mal behilflich.Ich hoffe ich habe nicht zu viel und zu ausführlich geschrieben.
Viele Grüße
von Katrin
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 10 Jahren.
Guten Abend Katrin!

Ich sitze vor Ihrer eindrücklichen Schilderung und spüre dabei eine gewisse Ohnmacht und Hilflosigkeit, hin und her gerissen zwischen dem Wunsch Ihr effektives und ursächliches Problem zu verstehen und der Einsicht, dass auch Ihre (zu Recht) ausführliche Schilderung eine grosse Menge an Unklarheiten und Fragen offen lässt die eine seriöse Standortbestimmung schlicht und einfach verunmöglichen.

Natürlich kann man imme Spekulationen zum Besten geben bzw. als Tatsachen hinstellen wie etwa "geschwächtes Immunsystem" etc. Doch dies sind Schlagworte, überdies der Schulmedizin entnommen, von denen leider oft sehr viel mehr geschwätzt als wirklich verstanden wird. Damit will ich aber niemals sagen, dass bei Ihnen ein Problem mit dem Immunsystem nicht existieren könnte. Deshalb wurde ja auch die Thymus-Spritzenkur gemacht (als auch-Mikrobiologe wäre ich das sehr skeptisch. Wer garantiert schon dass solche Extrakte aus tierischen Geweben frei sind von Retroviren?

Immerhin wurde ein Fall bekannt, dem dem nach jahrelangen Injektionskuren mit Regenersen und Hirngewebeextrakten eine Creutzfeldt-Jakob'sche Erkrankung aufgetreten ist. Damit will ich Ihnen keine Angst machen, aber doch auf mögliche Gefahren auch solcher Präparate hinweisen [Hainfellner JA. Creutzfeldt-Jakob disease in Austria, J Neurol Neurosurg Psychiatr 1996 61:139-142]. Die Annahme "natürlich" sei a priori "ungefährlich ist" leider weit verbreitet und absolut falsch. So waren z.B. vor einigen Jahren in Belgien, nach Genuss eines Tees dem ein falsches Kraut beigemischt wurde, etwa 40 Fälle mit akutem Nierenversagen (eine Anzahl davon mit tödlichem Ausgang) aufgetreten. Die stärksten Gifte die wir kennen stammen aus der Natur und nicht etwa 'aus der Chemike' (Phalloidin=Knollenblätterpilzgift; Aflatoxin, Rhizine etc.).

Hinter Ihren Zeilen lese ich, wie schon bemekrt, die Überzeugung dass mit Ihrem Immunsystem etwas nicht in Ordnung sei? Und wie eben erwähnt wird viel vom Immunsystem gesprochen (und behandelt). Deshalb kurz zur Frage was denn ein 'geschwächtes Immunsystem' für Probleme macht.

Hier muss man unterscheiden zwischen dem unspezifischen (=angeborenen) Immunsystem und der erworbenen Immunität.

Die Wirkung des Letzteren lässt sich unterteilen in eine sog. humorales Immunität, die Bildung spezifischer Antikörpermoleküle nach einem Erstkontakt des Immunsystems mit einem fremden Stoff (Bestandteile eingedrungener Mikroorganismen, Impfstoffe, Fremdkörper, Allergene). Damit ist der Organismus u.U. nach einer Immunisierung (Erstinfektion, Impfung) geschützt vor erneuter Infektion (Röteln, Masern, Polio etc.). Bei einer Frischinfektion eines dem Körper noch nicht bekannten Erregers (bei vielen, aber nicht allen Viren z.B.) bildet das angeborene zelluläre Immunsystem die erste Abwehr (Interferone z.B.), vermag der Infektion im Verlaufe aber meist erst wirklcih Herr zu werden mit der zunehmenden Unterstützung durch das humorale Immunsystem. Er braucht also optimalerweise beide Komponenten. Ist nun einer dieser Bereiche aus irgend einem Grund (würde ein Buch füllen alles heute Bekannte aufzuschreiben) funktionell beeinträchtigt, so ist tatsächlich die Anfälligkeit für gewisse Infektionen erhöht. Allerdings betrifft dies nicht etwa Virusinfektionen die jede Saison in der Bevölkerung zirkulieren (Sommergrippeviren, RSV, Parainfluenza, Rhinoviren, Coronaviren etc.) sondern es handelt sich um Infektionen mit Viren, Bakterien, Pilzen und Parsiten die uns natürlicherweise besiedeln und mit denen wir uns bei gesundem Immunsystems gut arrangiert haben.

Wenn nun das Immunsystem erkrankt ist, so werden gewöhnlichen Erreger zu Krankheitsverursachern, wie Hefepilze ==> Mund- und Ösophagus-Soor, Pneumocystis carinii ==> Lungenentzündungen etc. Die normlen Besiedler unserer inneren Körperoberflächen werden also plötzlich zu Krankheitsverursachern. DAS sind nun echte Folgen eines geschwächten Immunsystems.

Falls das sog. zelluläre Immunsystem versagt, so kommt es zu Reaktivierung von Tuberkulose oder zu andern Infektionen mit Bakterien (Wasser und Umweltbakterien) die uns normalerweise absolut in Ruhe lassen. Es handelt sich dabei immer um schwere Infektionen.

Nun gibt es tatsächlich Zustände wo das Immunsystem eigentlich intakt ist aber in der Effektivität etwas reduziert ist. Dies ist zum Beispiel bei (meist älteren) Menschen die plötzlich eine Gürtelrose bekommen der Fall. Die Gürtelrose ist die endogene Reaktivierung des lebenslang im Körper verbleibenden Varizella-Zoster-Virus, VZV. Übrigens, wie Sie sicher wissen, exakt das Virus das bei Ihnen damals die Windpocken verursacht hat.

Bisher bekannte echte Gründe einer schwächeren Immunabwehr sind u.a.:
  • sehr junges und sehr hohes Alter, also Neugeborene und z.T. SeniorInnen
  • chronische Angst- und Panikzustände, Depressionen, chron. Stress
  • Mangel an gewissen Vitaminen, Vit. D. z.B.
  • Mangel an gewissen Spurenelementen (Indizien klar, aber vieles noch nicht genügend erforscht)
  • Begleitinfektionen (Fieberblasen = Herpes simplex - Infektion, auftretend als Begleiterscheinung einer grippalen Virusinfektion)
  • Schwangerschaft (!) (==> gewisser Schutz vor Abstossung der vom Immunsystem als 'fremd' erkannten kindlichen Zellen / Gewebe)
  • gewisse Medikamente (nicht bloss Kortison!)
  • Toxine (Giftstoffe) wie Nikotin & Teerprodukte, Alkohol im Übermass
  • chron. Schlafmangel
  • etc. etc.
Dies als Erläuterung zum Immunsystem. Lassen Sie sich bitte nicht irre machen wenn Ihnen ein geschwächtes Immunsystem als Krankheit angedichet wurde. Wenn schon ist es bloss Symptom einer (oder mehrerer) der obigen Ursachen.

Damit zum Kern der Sache: die Fokussierung auf das Immunsystem ist in den allermeisten Fällen, Ausnahmen bestätigen die Regel, eine (ws. unbeabsichtigte) Ablenkungsstrategie von der eigentlichen Ursache. Diese ist zugegebenermassen oft nicht einfach zu finden und kann durchaus auch mal durch obige Mangelzustände (mit-) bedingt sein. Hingegen ist das Ganz meist multifaktoriell und es gilt die entscheidenden Ursachen zu finden.

Sie sind eine (hoffentlich) stolze Mutter mit zwei Kindern. Ihre Lebensumstände kenne ich nicht, jedoch sind heute zwei Kinder eine grosse und oft äusserst fordernde Aufgabe. Zu viele Mütter habe ich schon gesehen die an dieser Aufgabe fast zerbrochen sind, nicht bloss alleinerziehende Mütter. Da drängt sich die Frage nach Entlastung und auch nach der eventuellen bestehenden Partnerschaft auf. Falls Sie nicht alleine sind, trägt der andere Teil die Lasten mit? Finden Sie genug Unterstützung? Spüren Sie genug Kräfte um Ihre Kinder auch wirklich geniessen zu können (was gelegentliches "Nerven" ja nicht ausschliesst)?

Eines ist klar: Depressionen und chronische Angstzustände oder Überforderungsgefühle sind weitaus die häufigsten Ursachen eines reduzierten Immunsystems. Es gibt ja das Fachgebiet der Neuro-Psycho-Immunologie.
Aus Ihrem Schreiben habe ich den Eindruck dass diese Bereiche Ihnen nicht unbekannt sind.

Ich will Ihnen die Infektionen nicht ausreden (zur CMV wäre noch einiges nachzutragen), aber vielleicht wäre es gut mal mit einem Arzt zu sprechen der (die!) Ihre Situation gut nachempfinden kann und Ihnen nicht gleich etwas verkaufen will.

ich möchte Ihnen Mut machen sich mal in diese Richtung umzusehen und denke dass derartig "ganzheitliche" Hilfe Ihnen wesentlich mehr nützt als alle Therapien zusammen.

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX




Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 11.08.2010 um 19:51 Uhr EST
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