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Christian Lee
Christian Lee, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 375
Erfahrung:  Facharzt für Allgemeinmedizin (12 Jahre Praxis) & Spezialist für Infektiologie (10 Jahre)
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Christian Lee ist jetzt online.

Hallo, folgendes ist mir passiert. Ich hatte vor einiger Zeit

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo,
folgendes ist mir passiert. Ich hatte vor einiger Zeit ungeschützen Geschlechtsverkehr mit einer Frau ( nicht die Freundin, aber eine gute Bekannte ). Ok ich weiß man sollte dies nicht tun aber es ist numal passiert. Jedenfalls habe ich ca. 3 Wochen später so einen kleinen Pickel am Penis entdeckt der weder geschmerzt noch gebrannt hat. Da ich eh unter trockener Haut leide dachte ich es sei eine Erscheinung der ausgetrockneten Haut. Der Pickel ging auch relativs chnell uns spontan wieder weg un dich hatte keinerlei Probleme bis ca. 2 Wochen danach. Ich war über das Wochenende verreist und stellte Samstags rote flecken auf meinem Oberkörper und Rücken fest. Die Flecken waren etwa so groß wie ein 5 Cent Stück. Ein Brennen oder eine Erhebung habe ich nicht verspürt. Die Pickel taten auch nicht weh. Was mich gewundert hat ist dass es immer mehr wurden. Gleichzeitig dazu setze auch Kopf- und Gliederschmerzen ein. Es war ein Gefühl wie Muskelkater in den Beinen.
Montags bin ich dann zu meinem Hausarzt der mir sagte er habe sowas schon gesehen aber ich sollte damit besser zu einem Hautarzt gehen und as so schnell wie möglich. Glücklicherweise bekam ich am selben Tag noch einen Termin beim Hautarzt der mich von iben bis unten musterte und anach einen Abstrich vom Penis und der Harnröhre machte sowie eine Blutuntersuchung veranlasste. Gegen die Flecken verschrieb er mir eine Creme mit Kortison.
Nachdem 2 Tage später noch ein Brennen beim Wasserlassen auftrat bin ich wieder zum Hautarzt der mir sagte er habe den Befund der Blutuntersuchung erhalten und es handele sich bei meinen Beschwerden um eine Geschlechtskrankheit namens Syphilis. Bei mir sei es aber eine Frischinfektion und keine alte Erkrankung die neu aufgetreten sei. Laut meinem Blutbild und den Werten tiptter er auf einen Ansteckungsezitpunkt so um die 6-8 Wochen. Ich habe ihm auch von meinem kontakt erzählt und auch die Person darüber informiert sich untersuchen zu lassen. Er verschrieb mir daraufhin ein Antibiotikum namens Doxyclycin 200mg welche sich jeweils morgens nach dem Frühstück über 3 Wochen lang nehmen sollte.
Am zweiten Tag der EInnahme wurde mir übel und ich musste mich mehrfach übergeben. Also bin ich wieder zum Hautarzt und habe ihm über die Nebenwirkungen berichtet. Er hat das Mittel abgesetzt und mir 2 Spritzen mit Benzo-Penicillin ( Langzeitdepot ) mit je 1,2 Millionen EInheiten verabreicht. Dies sollte laut seiner Aussage ausreichen um alle Bakterien abzutöten. In 3 Wochen soll ich wiedre zur Nachuntersuchung kommen.
Die Spritzen sind jetzt 5 Tage her und ich habe seitdem einen weißen Film auf der Eichel der sich abschaben lässt. Es haben sich auch rote Punkte gebildet die beim Wasserlassen brennen. Kann e sein dass ich vom Penicillin eine Pilzinfektion bekommen habe oder ist dies normal bei Penicillin als Nebenwirkung?
Hat jemand Erfahrung mit Benzo-Penicillin als Langzeitdepot? Kann mir nicht vorstellen dass das so wirken soll und vor allem so lange wie wenn ich 3 Wochen Tabletten genommen hätte?
Ach so eh ich es vergesse so circa 3 Stunden nach den beiden Spritzen hab eich ziemlich heiß bekommen mit starkem schwitzen, Kopfschmerzen, trockenem Mund, Müdigkeit, Abegschlagenheit. Die Muskelschmerzen wurden auch stärker. Das komische war nur dass diese ganzen Syptome am nächsten Tag verschwunden waren. Kann dies auf das Penicillin zurückzuführen sein? Da stand in der Beilage dass es unmittelbar ( 2 - 8 Stunden ) nach der Injektion zu den Beschwerden kommen kann da es zu einem Massensterben der Bakterien mit toxischen Stoffen kommt?
Vielen Dank
Guten Tag,
wissen Sie, dass Ihre Geschichte ein Leckerbissen für Infektiologen wäre? Sorry, ich meine das keinswegs irgendwie abwertend, aber spannend ist es schon wenn man seltenerweise hierzulande wieder mal einer echten Syphilis begegnet. Wie kennen diese Krankheit sonst fast nur aus den Lehrbüchern. Vor der antibiotischen Ära war die Syphilis übrigens ein grosser Killer und Geissel der (sexuell aktiven und vor allem promisken) Menschheit. Eine erkleckliche Zahl von Musikern, Malern und andern Künstlern sind früher an den vielfältigen Komplikationen dieser Krankeit verstorben, ertaubt, erblindet, an Geisteskrankheiten oder andern schweren körperlichen Krankheiten (sehr lange Liste) invalidisiert worden. Doch das nur zur Geschichte. Vielleicht informieren Sie sich im Internet unter den Stichworten 'Syphilis' und 'Lues'?


Das Benzathin-Depotpenicillin wirkt in diesem frühen Stadium zuverlässig und Sie können sich darauf verlassen. Der Dermatologe wird ohnehin serologische Verlaufskontrollen machen und den Rückgang der Aktivität dokumentieren.

Zum Doxycyclin konnte ich noch keine aktuellen Untersuchungen zur möglichen Resistenzentwicklung finden. Die Resistenzprüfung im Laboratorium ist eben äusserst schwierig, praktisch nur mit Tierversuchen (Meerschweinchen sind sehr empfindlich auf den Erreger von Syphilis, dem sog. Treponema pallidum).
Eine ganz neue, aktuelle Untersuchung wurde mit der Antibiotika-Gruppe der Makrolide gemacht. Da konnte gezeigt werden, dass sich vor allem in unseren westlichen Ländern die Resistenz von T. pallidum gegen diese Antibiotikaklasse zunehmend ausbreitet. Ob dies auch für Tetrazykline gilt kann ich im Moment noch nicht sagen. Aber wie erwähnt, die Depotinjektion wirkt bestimmt und ist immer noch 'therapeutischer Goldstandard' von Frühstadien der Syphilis.

Das am Schluss beschriebene Problem am Penis ist ebenfalls eine Infektion, und höchstwahrscheinlich handelt es sich um eine Pilzinfektion, eine Mykose.
Hier muss erneut ein Abstrich gemacht und mikrobiologisch untersucht werden. Meist handelt es sich um einen Hefenpilz, sehr oft um Candia albicans. Solche Hefepilze wachsen gerne in Anwesenheit von Penicillinen, sie waren zwar schon früher an 'Ort und Stelle' ohne dabei aber in Erscheinung getreten zu sein.

Bestätigt sich die Vermutung einer Pilzinfektion, kann diese leicht mit einer geeigneten Salbe eliminiert werden. Bei ungenügendem Erfolg oder Rückfall müsste eine Resistenzprüfung dieses Pilzisolates gemacht werden.

PS: Denken Sie daran dass damit auch eine Übertragung/Infektion mit HIV, nebst Papillomaviren (HPV), Chlamydien, Gonorrhoe sowie Hepatitis B & C möglich ist bzw. war. Es empfiehlt sich jedenfalls in 3 Monaten im Blut nochmals einen HIV-Test und die Untersuchung auf Hepatitis B&C zu machen.

Wahrscheinlich sollte jetzt, da Symptome einer Harnröhrenentzündung aufgetreten sind, auch dort ein erneuter Abstrich zur Suche nach Chlamydia trachomatis, Neisseria gonorrhoeae und Trichomonas vaginalis vorgenommen werden.

Ausserdem sollten Personen mit denen Sie seither Sex hatten unbedingt zumindest auf Syphilis untersucht werden.

Literatur: Antimicrobial Agents and Chemotherapy, February 2010, p. 583-589, Vol. 54, No. 2 (Global Challenge of Antibiotic-Resistant Treponema pallidum)


mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX
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falls diese Info dienlich war, danke XXXXX XXXXX für die Honorierung mit "Akzeptieren"

Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 06.07.2010 um 12:34 Uhr EST
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