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Christian Lee
Christian Lee, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 375
Erfahrung:  Facharzt für Allgemeinmedizin (12 Jahre Praxis) & Spezialist für Infektiologie (10 Jahre)
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Christian Lee ist jetzt online.

Leukoplakie der Mundschleimhaut Bei mir wurde eine Leukoplakie

Beantwortete Frage:

Leukoplakie der Mundschleimhaut
Bei mir wurde eine Leukoplakie der Mundschleimhaut + Zunge festgestellt. Probe war gutartig, aber nach Untersuchung des ganzen Hautstückes war Befund nicht eindeutig.
Leider nach Laserentfernung wieder aufgetreten. Welche anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Gepostet: vor 9 Jahren.
Kategorie: Medizin
Experte:  Christian Lee hat geantwortet vor 9 Jahren.
Hallo,
wurde aus der Gewebeprobe bzw. dem Abstrich auch eine sog. HPV-Untersuchung gemacht?

Leukoplakien sind mögliche Vorstufen von, in diesem Fall, Mundhöhlenkrebs. Glücklicherweise kann der Verlauf gut beobachtet und bei Bedarf interveniert werden. Solange Sie also unter Kontrolle sind brauchen Sie keine Angst zu haben. Die Situation ist etwa gleich wie die (Gebärmutterhals-)Krebsvorsorge der Frauen.

Leukoplakien sind meist harmlose, weissliche Verhornungsstörungen der Mundschleimhaut und treten häufig bei längerem Nikotinkonsum auf. Auch längerer Alkoholkonsum (hochprozentig?) wird als Ursache angeschuldigt.

Als in vielen Fällen von Leukoplakie (es gibt mehrere Varianten) wichtiger Zusatzfaktor wurden die sog. HPV (= 'humane Papillomaviren') erkannt. Davon gibt es ca. 200 bekannte Virustypen von denen etwa 30 beim Menschen die Schleimhaut infizierten können und etwa 15 davon wurden als krebserregend erkannt, allerdings in sehr verschiedenem Ausmass. Erforscht sind die Zusammenhänge vorallem beim Gebärmutterhalskrebs der Frau. Dort gibt es wahrscheinlich kein Krebs ohne nachweisbare HPV, hingegen haben noch längst nicht alle Frauen mit HPV-Infektionen Krebs oder Krebsvorstufen! HPV-Infektion wird heute aber dort als obligate Bedingung für die Krebsentwicklung angesehen.

Im Mundhöhlenbereich sind die Verhältnisse noch etwas weniger klar. Nur ca. 20% der Karzinome (je nach Krebstyp verschieden) sind mit einer HPV-Infektion vergesellschaftet. In besonders hohem Mass trifft dies meines Wissens für den Krebs der Mandeln (Tonsillen-Karzinom) zu. Genauso wie übrigens bei Raucherinnen der Gebärmutterhalskrebs viel häufiger ist als bei Nichtraucherinnen, wirkt der Tabakrauch auch bei der Entstehung von Mundhöhlenkarzinomen in besonderem Mass zusammen mit einer vorhandenen HPV-Infektion der Mundschleimhaut. Man kann also sagen dass die Kombination 'Tabakrauch (Teer!) + Papillomaviren' besonders gefährlich ist.

Wie werden nun HPV-Infektionen erworben? Während (gutartige) HPV-Typen die Erreger der gewöhnlichen Hautwarzen sind und deren Übertragung jedem bekannt sind, werden die sog. Schleimhauttypen (ca. 50% mit möglichem Potenzial zur Krebsentstehung), allen voran die besonders bösartigen HPV-16 und HPV-18, meist durch orogenitale Kontakte (Oralsex) übertragen. Das Geschlecht spielt keine Rolle, also sowohl hetero- als auch homosexuelle Kontakte.

Aus diesem Grunde habe ich oben die Frage aufgeworfen ob bei Ihnen eine HPV-Untersuchung gemacht wurde.

Nun zum Schluss (...) endlich die Beantwortung Ihrer Frage, was man sonst machen kann? In erster Linie der Verzicht auf die bekannten Entstehungsursachen der Leukoplakie, allem voran das Rauchen oder 'Hochprozentiges'! Sonst gibt es noch keine genügend verträglichen kurativ wirkenden Medikamente im Mundhöhlenbereich. Die Gynäkologen kennen Salben/Crèmes die bei Leukoplakien der äussern Genitalbereiche der Frau anwendbar sind, aber mit sehr starken Nebenwirkungen und im Mundhöhlenbereich kaum anwendbar. Diese Salben enthalten tatsächlich Stoffe welche die Vermehrung der HPV im günstigsten Fall unterbrechen könnten.

Sonst bleibt Ihnen also bloss die Langzeitbeobachtung und die Entfernung allfälliger verdächtiger Stellen. Die Forschung läuft aber auf Hochtouren und möglicherweise werden wir noch eine wirklich kurative Behandlung der Virusinfektion erleben?

mit freundlichem Gruss, ChristXXXXX XXXXX
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falls diese Info hilfreich war, danke XXXXX XXXXX für die Honorierung mit "Akzeptieren"


Allerdings können sich Leukoplakien mit der Zeit zu Krebsvorstufen und Krebs weiterentwickeln, deshalb die nötigen Kontrollen.


Verändert von ChristXXXXX XXXXX am 02.06.2010 um 08:18 Uhr EST
Christian Lee und weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.