So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an drhippokrates.
drhippokrates
drhippokrates, Dr. Med.
Kategorie: Medizin
Zufriedene Kunden: 1990
Erfahrung:  Mehrjährige klinische Erfahrung in Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
28345046
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Medizin hier ein
drhippokrates ist jetzt online.

Sehr geehrte Doktores,die bei mir auftretenden Herzrhythmusst rungen

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Doktores,
die bei mir auftretenden Herzrhythmusstörungen wirken sich extrem unterschiedlich aus und besorgen mich manchmal sehr. Es handelt sich hierbei meist um kurze Couplets, VES oder um Tachykardie, wobei ich Letzteres mit Beloc Zok 95-0-47,5 und Rasilez 1-0-1 recht gut in den Griff bekomme. Außerdem nehme ich tgl. Tromcardin Compex 2-0-2. Die LZ-EKG-abgeklärten Couplets seien unbedenklich, doch manchmal haben diese starke systemische Auswirkungen, wie Schwindel mit anschließender Übelkeit und Angstgefühlen, während ich solche Ereignisse manchmal nur wahrnehme, ohne irgendeine weitere Auswirkung zu verspüren, wobei ich auch keinerlei Angst empfinde. Die stärker verspürten HRS begannen im Übrigen, nachdem ich ein CRPS Typ 1 (Morbus Sudeck) erwarb und deshalb 3 Monate im STZ Bad Mergentheim mit Bupivacain behandelt wurde. Ob ein Zusammenhang besteht, weiß ich nicht.
Meine Frage:Worin liegt der Unterschied in den beiden beschriebenen Fällen? Warum sind die Auswirkungen manchmal so extrem und sind diese gefährlich? Was kann ich tun? Vielen herzlichen Dank! Hypericum

Sind irgendwelche Angststörungen / Depressionen etc bekannt ?

Kunde: hat geantwortet vor 12 Jahren.

Sehr geehrter Herr Doktor,

nein, es liegen diesbezüglich keine Auffälligkeiten vor. Ich nehme jedoch als Co-Analgetikum Citalopram 20mg-0-0 als Antidepressivum ein, sowie Lyrica 75-0-75. Schmerztherapie besteht aus Tilidin ODER Morphin, jedoch nur gelegentlich und eher selten.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Pfister /Customer/p>

Eine Beurteilung ist naturgemäss schwierig, zumal man auch nie ganz ausschliessen kann, dass die Medikamente mal Schwindel bzw. Übelkeit als Nebenwirkung haben. Gerade Citalopram kann (besonders bei eher unregelmässiger Einnahme) solche Nebenwirkungen machen.

 

Meine Vermutung geht aber eher in eine andere Richtung. Ich denke, dass die vom Herzen her bekannten Herzrhythmusprobleme völlig in der Norm bzw. altersgemäss sind und nicht wirklich von ihnen wahrgenommen werden können. Die Couplets und auch mal eine Tachykardie (supraventrikulär ?) werden sie normalerweise nicht merken. Bupivacain könnte theoretisch auch Herzrhythmusstörungen mit verstärken bzw. verursachen, da es so ähnlich wie das Herzmedikament Lidocain wirken kann. Es kann aber sein, dass sie einmal oder häufiger Tachykardien (Herzrasen) mit Übelkeit und Schwindel HATTEN und ihr Gehirn eine falsche emotionale Verknüpfung von Symptomen der Anspannung und Unsicherheit und den Schwindelmissempfindungen & Übelkeit bei diesem Ereignis vorgenommen hat. Gerade in einer Phase der gesundheitlichen Sorge kann sowas schon mal passieren.

 

Gefährlich sind ihre Herzryhthmusstörungen aus medizinischer bzw. kardiologischer Sicht vermutlich nicht.

 

Die von ihnen beschriebenen Angstgefühle beim Schwindel sprechen eher für einen psychogenen Schwindel. Dabei kann es sein, dass körperliche Anspannung, Veränderungen der Atmung mit einer flacheren und schnelleren Atmung bzw. Wahrnehmung von Schwindel bzw. Palpitationen (Herzklopfen bzw. Unregelmässigkeiten in einer Art Teufelskreis der Angst sich selber immer weiter verstärken. Die Wahrnehmung von "Herzbeschwerden" wird ängstlich verarbeitet und löst wiederum mehr Anspannung aus.

 

Hier kann Psychotherapie, ggf. auch eine Atem- oder Körpertherapie sowie Entspannungsmethoden eine Option sein. Ein Betablocker haben sie schon. Ggf. sollte dies von einem Facharzt für Psychotherapeutische Medizin weiter begleitet werden.

Kunde: hat geantwortet vor 12 Jahren.

Sehr geehrter Herr Doktor,

vielen Dank für Ihre rasche Beurteilung. Ich würde gerne noch ergänzend folgendes hinzufügen:

Medikamente als Auslöser für die kurzen Schwindel und Übelkeit können ausgeschlossen werden, da diese bereits bestanden, als ich diese noch nicht einnahm. Citalopram nehme ich erst seit 4 Wochen. Lyrica seit 6 Monaten. Psychogene Ursachen sind eher unwahrscheinlich, so ein Kardiologe, der mich untersuchte und zu einer stationären Abklärung rät, die ich aus beruflichen Gründen nicht so einfach durchführen kann. (Selbständiger Unternehmer). Es besteht eine gewisse erbliche Vorbelastung; Vater verstarb nach langjähriger Herzkrankheit 2003 im Alter von 75 Jahren.

Kurz noch zu weiteren Symptomen:

Beim Auftreten der stark verspürten Herzstolperern kommt es im selben Moment auch zu einschießenden Kribbelgefühlen in die Extremitäten für die Dauer von etwa 1 - 2 Herzschlägen, die außerhalb des Taktes liegen. Danach empfinde ich im Brustkorb eine Art Zittern oder Vibrieren, was durch Unwohlsein begleitet wird.

Den von Ihnen beschriebenen Angst - Tachykardie - Angst - Kreislauf kenne ich und begegne dem bereits durch psychologisch positive Verhaltensweisen und das Führen einer Valiumtablette für den Notfall (pill in the pocket) und ich habe diese Art von Störung unter Kontrolle.

Die Herzstolperer jedoch kommen plötzlich und ohne Vorankündigung und jene, die ich tatsächlich stark verspüre, wurden sowohl auf dem EKG dokumentiert, als auch von mir mit genauer Zeit notiert, es wurden jedoch nur wenige vom EKG wirklich erfasst, so daß sich - so der Kardiologe - mit der Beurteilung schwer tut. Deshalb auch der Rat für die stationäre Abklärung unter Dauer - EKG. Fazit der bisherigen Medizineraussagen: Es scheint eine Reizleitungsstörung irgendeiner Art vorzuliegen, das Herz selbst scheint sehr gesund zu sein (bin leidenschaftlicher Wanderer), doch die Ursache ist noch völlig unklar. Eine vordergründig psychologische ist eher unwahrscheinlich, doch es ist nicht auszuschließen, daß sich eine solche noch hinzu manifestiert.

Vielleicht haben Sie noch einen ergänzenden Rat.

Vielen Dank.

Der Ratschlag einer stationären Abklärung ist sicher richtig. Zumindest sollte man ein Langzeit-EKG wiederholt durchführen, ggf. auch ambulant. Das machen ja nun viele Internisten auch ambulant.

Ob es eine weiterführender elektrophysiologischer Diagnostik bedarf, ist tatsächlich schwierig zu beurteilen. Sicherlich möchte man auf Nummer Sicher gehen und versucht entsprechende Reizleitungsprobleme u.a unter Provokation zu ermitteln. Von der Beschreibung ihrer Symptome fand ich es aber nicht so naheliegend.

 

Wenn sich die Symptome unter Valium = Angstlöser bessern lassen, ist es ja auch eine Option.

 

Wissen Sie, ob die sog. Herzfrequenzvariabilität bei ihnen mal bestimmt wurde ?

Kunde: hat geantwortet vor 12 Jahren.

Sehr geehrter Herr Doktor,

vielen Dank für Ihre weiterführende Antwort. Die HFV wurde noch nicht bestimmt und es scheint mir ein guter Ansatz, habe ich doch "die neue Medizin der Emotionen" von David S. Schreiber gelesen. Ebenso habe ich nun von mir aus die Einnahme von 3 x tgl. 4 Tbl. Ameu (Omega-3-Fettsäuren) begonnen, um den Effekt auszutesten. Eine überraschende Erfahrung machte ich, als ich Gabapentin 3x300 mg einnahm, diese zwar psychisch und physisch schlecht vertrug, doch die HRS deutlich abnahmen. Leider wurde ich durch die - für mich - wohl zu hohe Dosis teilweise fast orientierungslos, so daß ich sie ausschleichen musste und statt dessen Lyrica bekam, die diesen Begleiteffekt nicht aufweisen.

Das Valium nehme ich nur für den Fall, daß sich eine plötzliche Tachykardie einstellt, um mich dann zu sedieren und einem Teufelskreis aus Tachy - Angst - Tachykardie vorzubeugen.

Die Wiederholung der LZ-EKGs ist sicherlich auch ein sinnvoller Rat, denn vielleicht hat man ja einmal das Glück, aufschlußreichere QRS - Komplexe zu "erwischen".

Es stellt sich für mich nun doch noch die Frage, warum die HRS "zufällig" mit der Ausprägung des Sudecks zusammenfallen und ich kann Ihnen versichern, daß ich bei den "harmlos" verspürten Stolperern auch keinerlei Mißempfindungen oder Ängste entwickle und ich glaube, diese von den "anderen" unterscheiden zu können. Deshalb besteht meine Sorge darin, daß es sich möglicherweise um verschiedene Arten von HRS handelt, wobei die Meisten sicherlich unbedenklich und völlig harmlos sind.

Kann das sein? Übrigens mein Alter ist 50 Jahre.

Mit freundlichen Grüßen aus Würzburg

Hallo nochmal !

Da sie die "Neue Medizin der Emotionen" kennen, gehe ich mal darauf ein und präsentiere eine eigene, etwas merkwürdige Erklärung.

 

Ich gehe davon aus, dass das Auftreten der HRS nicht im eigentlichen Sinne "zufällig" passiert. In dem Buch wird ja vereinfach dargestellt beschrieben, dass sich alltägliche Stressoren bei sensiblen Menschen wie Traumata auswirken können. Was nicht so geschrieben aber gemeint ist : Dies bezieht sich auf alle Regulationsvorgänge im menschlichen Körper, die dadurch in eine Art "Blockade" oder zumindest "Stolperstein" wie bei einem Klemmen oder Haken von ganz natürlich ablaufenden Zuständen versetzt werden können. Ich nehme an, dass ihr Gehirn quasi wie auf einer emotionalen Tonbandspur sich "Marker" für Irritationen, Stress, Trauma etc setzt. Bei ausgeglichener Stimmung und optimalen Lebensverhältnissen werden sie diese "Haker" nicht merken. Sonst vielleicht mal als andere Stresssymptome. Wenn aber ihr Gehirn fälschlich einen grossen "Aussetzer" auf dieser Emotionsspur registriert, der mit den Symptomen von HRS assoziiert werden, erleben sie die Symptome davon WIE BEIM ERSTEN MAL. Noch problematischer : Jede neue ähnliche Situation löst alle damit assoziiierten Gefühlserlebnisse auf dieser Spur aus. D.h. die werden alle durcheinander gewirbelt.

 

Die Maßnahmen in dem Buch sind richtig und sinnvoll. Besonders EMDR wäre prima, allerdings nicht in der dort vorgestellten Version. Sie müssten die Stolperer in "abstrakte Bilder" übersetzen, da es ja keine konkreten "Traumata" mit Bildern gibt. Ein Freund von mir (Johannes Drischel in Gifhorn), der selber aber nicht Arzt oder Psychologe ist, hat eine ganze Zeit so gearbeitet und neben der Psychotherapiearbeit eine Aufzeichnung der Herzfrequenzvariabiliät bzw. der auftetretenden "HRS" gemacht. Dabei sah man deutlich, dass man bestimmte Formen dieser Unregelmässigkeiten durch innere Bilder bzw. nicht verarbeitete Stressoren auslösen kann bzw. über innere Bilder und Augenbewegungen wegtherapieren kann. Die Herzfrequenzvariabilität ist dabei eine Art Messgrösse dafür, wie weit die innere eigene autonome Regulationsfähigkeit durch Stress bzw. emotionalen Sondermüll "blockiert" bzw. "mit den Nerven am Ende" ist.

 

Das ist aber jenseits der kardiologischen oder psychotherapeutischen Schulmedizin. Meine Antwort hat auch deshalb so lange auf sich Warten lassen, weil ich sie nicht damit irritieren wollte.

drhippokrates und 2 weitere Experten für Medizin sind bereit, Ihnen zu helfen.