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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Kindermedizin
Zufriedene Kunden: 813
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
105603447
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, meine 3,5 Jahre alte Tochter

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrte Damen und Herren,
meine 3,5 Jahre alte Tochter hat eine chronische hämolytische Anämie
und im Durchschnitt ca. alle 45 bis max. 70 Tage ein Erothrozyten Konzentrat benötigt.Aufgrund der Pandemie und der damit verbundenen Ausgangsbeschränkung bzw. der Tatsache
das meine zweite Tochter (6 Jahre) nicht mehr im Kindergarten war und keine Erkrankungen hatte,
hat sich der Hämoglobinwert meiner Tochter zwischen 8,5 und 9,5 im Durchschnitt eingependelt und
wir haben bis dato (ca. 16 Monate) keine Transfusion, in Absprache mit den Ärzten, eingeleitet.Diese Werte sind früher aufgrund zB Verkühlung udgl. eben schnell weiter gesunken...
Nach Rücksprache mit den Ärzten sollte der hB Wert 9 nicht unterschreiten.Meine Frage dazu wäre: Zeitweise hatte sie auch einen hB Wert von zB 7 und hatte offensichtlich
keine Einschränkung, sie ist dann trotzdem immer noch sehr agil und man würde es einfach nicht merken.
Einzig alleine die dann sehr hellen Lippen würden evtl. darauf schließen das der Wert sehr niedrig ist.
Bei diesem Wert haben wir dann natürlich immer transfundiert...Wäre es besser regelmäßig zu transfundieren oder dies eher immer anlassbezogen bei niedrigen Werten zu veranlassen?Beim letzten Befund, siehe weiter unten, sollen wir, nach Rücksprache mit den Ärzten, schauen ob der Wert nochmal von alleine in die höhe geht. Falls nicht sollen wir jedenfalls transfundieren.Mich würde jedenfalls eine weitere Meinung dazu interessieren. Derzeit ist noch keine Chelat-Therapie eingeleitet worden.Letzter Blutbefund vom 28.04.21 (hier nur die Werte die aus der Norm waren)
Erythrozyten 2.98
Hämoblogin 7.9
Hämatokrit 22.4
RDW-CV 29.0
RDW-SD 77.3
Retikulozyten abs. 416
Retikulozyten rel. 14.0
Retikulozyten reif rel 84.9
Normoblasten Ratio 1.5
Thrombozyten 167
Ferritin 352.0Mit freundlichen Grüßen
Alexander
Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,
aufgrund einer Überprüfung haben wir festgestellt, dass Ihre o.a. Frage bisher leider noch nicht beantwortet wurde.
Wir haben Ihre Frage ohne zusätzliche Kosten unter einer erhöhten Priorität eingestuft, und unsere Experten erneut informiert, sich mit Ihrem Problem zu beschäftigen.
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Vielen Dank ***** ***** Geduld.
Ihr JustAnswer Moderatoren-Team

Sehr geehrte Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage bei JustAnswer. Mein Name ist Dr. Metzger und ich bin Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit bereits 10jähriger Erfahrung. Gern werde ich mich mit Ihrem Anliegen beschäftigen. Bitte geben Sie mir etwas Zeit, während ich Ihre Antwort formuliere. Vielen Dank für Ihre Geduld.

Sehr geehrter Fragesteller,
vielen Dank für Ihre Geduld. Es tut mir leid, dass Ihre Tochter unter so einer chronischen Erkrankung leidet, das bringt auch für Sie als Eltern sicher einige Herausforderungen. Ich kann gut verstehen, dass Sie sich Gedanken um die optimale Behandlung machen. Jetzt habe ich einige Fragen an Sie, damit ich die Situation besser einschätzen kann:

  • wie groß und schwer ist Ihre Tochter aktuell? Wann wurde sie geboren (Monat/Jahr)?
  • sind aktuell irgendwelche Beschwerden wegen der Anämie zu bemerken?
  • welche Diagnose wurde genau gestellt, welche Ursache gibt es für die chronische Hämolyse? (z.B. Sichelzell-Anämie, andere Erythrozytenmembrandefekte, G6PD-Insuffizienz ...)
  • wann ist die nächste Blutbildkontrolle geplant?

Ihre Angaben zu diesen Fragen helfen mir, Sie besser zu beraten.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
Sehr geehrter Herr Dr. Metzger,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Meine Tochter ist aktuell 12,2 kg schwer und 94 cm groß. Sie wurde am 22.09.2017 geboren.
Es sind aktuell gar keine Beschwerden aufgrund der Anämie zu bemerken.
Wenn wir nicht regelmäßig Blut testen würden, würde man so nichts von ihrer
Krankheit bemerken.
Diagnose ist vorab Elliptozytose 2 bzw. noch ein zusätzlicher Gendefekt. Anbei ein Befund betreffend der Auswertung.
Die nächste Blutabnahme haben wir für nächste Woche im Krankenhaus angesetzt.Mit freundlichen Grüßen
Alexander

Sehr geehrter Fragesteller,
vielen Dank für die zusätzlichen Informationen, das gibt mir ein etwas vollständigeres Bild der Situation. Grundsätzlich kann ich Ihnen sagen, dass bei Kindern mit einer chronisch-hämolytischen Anämie eine möglichst restriktive Transfusionsindikation bevorzugt wird. Der Hämoglobinwert sollte nicht die alleinige Entscheidungsgrundlage für eine Transfusion sein. Andere Faktoren, die mit einbezogen werden sollten sind z.B.:

  • Die Beschwerden der Kinder. Viele Kinder mit einer chronischen Anämie passen sich mit der Zeit sehr gut an diese Situation an und sind in der Lage Hämoglobinwerte zu tolerieren, die bei anderen Kindern schon Probleme machen würden. So zeigen viele Kinder mit einer chronischen Anämie keinerlei Beschwerden, selbst bei Hämoglobinwerten von 6-7 g/dL.
  • Ihr Wachstum und ihre Entwicklung: eine chronische, schwere Anämie kann das Wachstum und die Entwicklung beeinträchtigen. Ihre Tochter liegt aktuell mit Größe und Gewicht an der unteren Grenze des Normalbereichs. Hier ist es sehr wichtig, weiter die langfristige Entwicklung im Auge zu behalten.

Generell wird von vielen Experten empfohlen, keine Transfusionen anzuwenden, solange der Hämoglobinwert über 7 g/dL liegt (Hier der Link zu einer Empfehlung der Pediatric Critical Care Transfusion and Anemia Expertise Initiative, einer Expertengruppe aus den USA: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6126913/). Um also Ihre oben gestellte Frage zu beantworten: ja, es ist sinnvoll die Transfusionen anlass- und symptombezogen zu veranlassen.

Typische Symptome einer schweren Anämie wären:

  • Kurzatmigkeit
  • mangelnde Belastbarkeit
  • Reizbarkeit
  • Tachykardie (also Herzrasen)

Das letzte Blutbild vom 28.4. zeigt eine stabile chronische Anämie mit guter Neubildung von roten Blutkörperchen. Ich kann also das Vorgehen Ihrer behandelnden Ärzte voll unterstützen, es ist sehr sinnvoll hier weiter vorsichtig abzuwarten und zu kontrollieren.
Ich hoffe, diese Informationen helfen Ihnen etwas weiter. Wenn noch Fragen zu diesem Thema offen geblieben sind, können Sie mir natürlich gerne schreiben.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Kindermedizin
Zufriedene Kunden: 813
Erfahrung: FA für Kinder- und Jugendmedizin
Manuel Metzger und weitere Experten für Kindermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 10 Tagen.
Sehr geehrter Herr Dr. Metzger,
herzlichen Dank für die rasche sowie sehr ausführliche Antwort
zu meiner Frage!
Hier sind für mich keine Fragen mehr offen geblieben und kann ich diese
zufrieden schliessen!
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und danke,
dass Sie sich die Zeit genommen haben!
Mit freundlichen Grüßen
Alexander

Vielen Dank für die gute Bewertung und auch den Bonus! Ich freue mich sehr, dass Ihnen meine Antwort weitergeholfen hat. Ich wünsche Ihnen, Ihrer Familie und besonders Ihrer kleinen Tochter weiter das Allerbeste.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger