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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Kindermedizin
Zufriedene Kunden: 826
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Guten Abend, meine Tochter(27Monate) hat von jetzt auf

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Abend, meine Tochter(27Monate) hat von jetzt auf gleich sehr hohes Fieber bekommen(39,7) im Ohr gemessen. Sie trinkt Gott sei Dank immer mal ein wenig, hat gegessen und ist aber sehr viel an der Brust. Ich habe ihr heute Nachmittag 1,25ml Nurofen Fiebersaft gegeben , dadurch ist das Fieber tatsächlich kurz gesunken und der allgemein Zustand verbesserte sich. Nun liege ich schon mit ihr im Bett das Fieber ist wieder gestiegen und ich habe ihr jetzt 6stunden später 2,5 ml Nurofen Saft gegeben. Sie hat heute gut Urin (4volle Windeln) sowie einmal breiigen Stuhlgang gehabt. Den Bauch darf ich anfassen.
Fachassistent(in): Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Fragesteller(in): Meine Tochter ist 27 Monate alt ist weiblich und hat heute zweimal Nurofen Fiebersaft bekommen
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Kinderarzt wissen sollte?
Fragesteller(in): Ich glaube ich habe an alles gedacht

Sehr geehrte Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage bei JustAnswer. Mein Name ist Dr. Metzger und ich bin Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit bereits 10jähriger Erfahrung. Gern werde ich mich mit Ihrem Anliegen beschäftigen. Bitte geben Sie mir etwas Zeit, während ich Ihre Antwort formuliere. Vielen Dank für Ihre Geduld.

Sehr geehrte Fragesteller,
es tut mir leid, dass Ihre Tochter so plötzlich hohes Fieber bekommen hat. Ich kann gut nachvollziehen, dass Sie als Eltern da sehr besorgt sind. Ich kann Sie aber auch etwas beruhigen: in den meisten Fällen haben solche Fieberepisoden ganz harmlose Ursachen und sind schnell wieder vorbei. Dazu habe ich einige Fragen, die mir helfen, die Situation besser einzuschätzen:

  • wie groß und schwer ist Ihre Tochter aktuell? Wann wurde sie geboren (Monat/Jahr)?
  • welche Beschwerden haben Sie bei Ihrer Tochter außer dem Fieber bemerkt? Hat sie z.B. eine laufende Nase oder Husten?
  • hat Ihre Tochter Schmerzen, z.B. Kopf-, Glieder- oder Bauchschmerzen?
  • wie wirkt sie insgesamt? Macht sie einen recht kranken Eindruck oder wirkt sie relativ unbeeinträchtigt? Zeigt sie Interesse an Ihrer Umgebung?
  • wie klappt es mit dem Trinken?
  • welche Konzentration hat der Ibuprofen-Saft, den Sie verwenden? Es gibt 2%igen Ibuprofen-Sirup (100 mg / 5 ml) und 4%igen (200 mg / 5 ml)
  • Hat Ihre Tochter Beschwerden bei der Atmung? Ist Ihnen z.B. eine sehr schnelle Atmung aufgefallen oder haben Sie ungewöhnliche Atemgeräusche bemerkt (z.B. Pfeifen, Brummen oder Rasseln)?
  • Hat Ihre Tochter Beschwerden beim Wasserlassen?
  • Haben Sie einen Hautausschlag bei Ihrer Tochter bemerkt?
  • Ist seit dem breiigen Stuhlgang noch Durchfall oder Erbrechen aufgetreten?

Ihre Angaben zu diesen Fragen helfen mir, Sie besser zu beraten.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 27 Tagen.
Hallo,
meine Tochter ist im Februar 2019 geboren. Sie ist ca 85 cm groß und wiegt 10 Kilo.
Außer dem Fieber hat sie keine Beeinträchtigung. Sie mag nicht so gerne Windel wechseln. Die Atmung ist schwerer als vorher zum Glück aber ohne Nebengeräusche.
Der Nurofen Saft ist 4%.
Das Trinken klappt noch ganz ok ( ich stille noch und sie ist viel an der Brust.
Meine Tochter ist etwas schlapper/quengeliger als sonst , ist aber noch interessiert was passiert (also gestern zumindest).
Hautausschlag oder Erbrechen sowie flüssigen Stuhlgang hat sie nicht.
Vielen Dank für Ihre Bemühungen
Kunde: hat geantwortet vor 27 Tagen.
Ich hätte gerne eine schriftliche Antwort. Vielen Dank

Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank für Ihre Geduld und die zusätzlichen Informationen. Wie geht es Ihrer Tochter heute?
Ich habe mir die Daten angesehen, die Sie mir geschickt haben. Ihre Tochter hat ein gutes Gewicht und eine gute Größe für ihr Alter. Es freut mich zu hören, dass Ihre Tochter keine wesentliche Beeinträchtigung zeigt und auch Interesse für Ihre Umgebung hat. Es ist auch ein gutes Zeichen, dass sie gut trinkt. Sie haben gut reagiert und die Beschwerden mit etwas Ibuprofen gelindert. Bei Kindern mit 10 kg Körpergewicht sind 100 mg Ibuprofen maximal 3 x täglich eine angemessene Dosis. Das entspricht 2,5 ml vom 4% Ibuprofen-Saft. Es sollte ein Mindestabstand von 6 Stunden zwischen den Gaben eingehalten werden.

In den meisten Fällen sind recht harmlose Virusinfekte der Auslöser für das Fieber bei Kindern im Alter Ihrer Tochter. Virusinfekte zeichnen sich durch folgende Symptome aus:

  • Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen können auftreten
  • Manchmal können Kopf- oder Gliederschmerzen dazu kommen
  • Oft zeigen sich zusätzlich auch etwas breiige oder dünnere Stühle
  • häufig tritt hohes Fieber dabei auf, die Kinder sind dadurch aber nur wenig beeinträchtigt
  • die Beschwerden reagieren gut auf Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol

Falls es Ihrer Tochter weiter insgesamt recht gut geht und sich keine Verschlechterung der Beschwerden zeigt, genügt eine Vorstellung bei Ihrem Kinderarzt am Montag. Falls sie dann noch weiter fiebert, sollte sie untersucht werden, um genau herauszufinden, was die Ursache des Fiebers ist.

Fieber an sich gehört zu den Verteidigungsmechanismen des Körpers. Durch die leichte Erhöhung der Körpertemperatur um 2-4°C verschafft sich der Körper einen Vorteil gegenüber Krankheitserregern. Die können sich dann nämlich schlechter vermehren, während das Immunsystem des Körpers bei diesen Temperaturen auf Hochtouren läuft. Fieber ist immer ein kontrollierter Prozess des Körpers, die Körpertemperatur wird weiter vom Gehirn zentral kontrolliert und gesteuert. Eine "Überhitzung" tritt dabei nicht auf, solange die Temperaturkontrollmechanismen des Körpers (z.B. Schwitzen, Hitzeabgabe über die Haut) nicht behindert werden. Fieber an sich ist nicht gefährlich, nur manche Infektionen, die der Körper damit bekämpft. Ein typischer viraler Infekt ist aber in der Regel kein Problem für den Körper und stellt keine größere Gefahr dar. Sie können die natürliche Temperaturregulation unterstützen indem Sie Ihre Tochter warm halten, wenn sie friert oder sie kalte Hände und Füße hat. Falls sie schwitzt oder heiße Hände und Füße hat, helfen lauwarme Wadenwickel (zum Beispiel mit einem Handtuch, das in lauwarmen Wasser getränkt und ausgewrungen wurde).

Eine dringliche Vorstellung über den ärztlichen Notdienst am Wochenende wäre bei folgenden Beobachtungen angezeigt.

  • Verschlechterung der Beschwerden, Ihre Tochter wirkt zunehmend kränker oder verliert das Interesse an ihrer Umgebung
  • Beschwerden bei der Atmung, z.B. eine sehr schnelle oder angestrengte Atmung oder das Auftreten von ungewöhnlichen Atemgeräuschen wie z.B. Pfeifen, Brummen oder Rasseln
  • ein Hautausschlag: viele Hautausschläge sind harmlos, manche können aber auch Anzeichen für eine ernstere Erkrankung sein
  • starke Schmerzen, z.B. Kopf- oder Bauchschmerzen: im Alter Ihrer Tochter wären die Kinder dann sehr weinerlich oder schreien und lassen sich schlecht beruhigen
  • Probleme mit dem Trinken, z.B. anhaltendes Erbrechen oder komplette Verweigerung von Flüssigkeit
  • Anzeichen für Flüssigkeitsmangel wie z.B. seltener Urin, tiefe Augenringe, trockene Mundschleimhaut

Ich hoffe, diese Übersicht hilft Ihnen schon etwas weiter. Wenn noch Fragen zu diesem Thema offen geblieben sind, können Sie mir natürlich gerne schreiben.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 26 Tagen.
Hallo,
vielen Dank für die Antwort von Ihnen.
Meiner Tochter geht es ähnlich wie gestern. Das Fieber ist leider immer noch und sobald der Fiebersaft seine Wirkung verliert ist es auch wieder bei 39,5-7 ... zum Glück klappt das Trinken /Essen immer noch recht gut.
Ich habe dennoch noch eine Frage an Sie. Im Moment gebe ich meiner Tochter ja den Nurofen Fiebersaft( gemäß Anleitung 1,25 ml) . Könnte ich beim nächsten mal nach Einhaltung der Abstände meiner Tochter auch bedenkenlos Paracetamol Fiebersaft geben? Sie hat jetzt seit 24 Stunden Fieber...
Liebe Grüße

Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank für die Rückmeldung. Es ist ein gutes Zeichen, dass es mit Essen und Trinken weiter gut klappt. Bei Virusinfekten sind 2-3 Tage Fieber recht normal und solange keine Warnzeichen wie oben beschrieben auftreten, dürfen Sie als Eltern dabei auch ganz beruhigt sein. Sehen Sie es einfach als ein Zeichen dafür, dass die Körperabwehr bei Ihrer Tochter gut funktioniert. Zur Linderung von Symptomen wie Hals-, Kopf- oder Gliederschmerzen genügt ein Medikament. Ibuprofen hat dabei ein gutes Wirkprofil und in der Anwendung mit Kindern gibt es gute Erfahrung. Die gleichzeitige Behandlung mit Ibuprofen und Paracetamol kann ich nicht empfehlen. Dabei kommt es häufiger zu Fehl- und Überdosierungen, auch erhalten die Kinder unnötig viel Medikamente. Wie oben erklärt hat ja das Fieber auch durchaus positive Effekte auf die Immunantwort, daher steht bei der Behandlung vor allem die Linderung der Beschwerden der Kinder im Vordergrund, nicht so sehr, dass die Temperatur schnell gesenkt wird.
Ich hoffe, diese Erklärung ist für Sie nützlich. Wenn noch Unklarheiten bestehen, können Sie mir natürlich weiter gerne schreiben.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 26 Tagen.
Guten Abend,
vielen Dank für Ihre aufschlussreiche Erklärung das hat mir auf jeden Fall geholfen. Ich bleibe nun definitiv (wobei ich hatte es auch so vor aber viele verschiedene Meinungen verwirrten dann doch) bei einem Medikament und auch das gebe ich nur bei Bedarf beziehungsweise wenn es nicht besser wird werden wir am Montag zum Kinderarzt fahren. Vielen Dank ***** *****ür Ihre Hilfe und einen schönen Abend noch. Liebe Grüße
P.s Ich hoffe ich muss nun in diesem Fall nicht noch mal Ihre Hilfe in Anspruch nehmen.

Sehr gern geschehen, es freut mich, dass Ihnen die Information schon etwas geholfen hat. Falls noch Fragen im Laufe des Wochenendes dazu auftauchen, können Sie mir weiter gerne schreiben! Ich wünsche weiter gute und schnelle Besserung für Ihre Tochter!
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Manuel Metzger und weitere Experten für Kindermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.