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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Kindermedizin
Zufriedene Kunden: 826
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Hallo, mein Sohn ist Autist. Er ist sehr unruhig.

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo, mein Sohn ist Autist. Er ist sehr unruhig.
Fachassistent(in): Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Fragesteller(in): Kann man da was mit Medikamente machen. Er ist 10 Jahre alt
Fachassistent(in): Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Kinderarzt wissen sollte?
Fragesteller(in): Nicht das ich wüsste.

Sehr geehrte Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage bei JustAnswer. Mein Name ist Dr. Metzger und ich bin Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit bereits 10jähriger Erfahrung. Gern werde ich mich mit Ihrem Anliegen beschäftigen. Bitte geben Sie mir etwas Zeit, während ich Ihre Antwort formuliere. Vielen Dank für Ihre Geduld.

Sehr geehrte Fragesteller,
vielen Dank für Ihre Geduld. Ich kann gut verstehen, dass Sie sich Gedanken um Ihren Sohn machen und ihm gerne helfen würden, ruhiger zu werden. Allgemein kann ich sagen, dass es schon einige Optionen gibt, mit Medikamenten auf bestimmte Symptome und Verhaltensweisen bei Autismus-Spektrum-Störungen einzuwirken. Es ist für Eltern von Kindern mit Autismus nicht leicht, die richtige Behandlung für Ihre Kinder zu finden. Jetzt habe ich einige Fragen an Sie, die mir helfen, die Situation besser einzuordnen:

  • wie groß und schwer ist Ihr Sohn aktuell? Wann wurde er geboren (Monat/Jahr)?
  • seit wann ist die Diagnose „Autismus Spektrum Störung“ bei ihm bekannt?
  • haben Sie einen Kinderarzt oder Kinderneurologen als Ansprechpartner, der die Behandlung führt und Ihren Sohn langfristig betreut?
  • Haben Sie diese Probleme schon mit Ihrem Arzt/Ärzten besprochen? Welche Information haben Sie bisher erhalten?
  • Wie sieht es bei Ihrem Sohn mit der Schule aus? Wie kommt er zurecht?
  • Wie stark wird Ihr Sohn durch die Unruhe beeinflusst? Welche negativen Auswirkungen sehen Sie?
  • Welche Medikamente nimmt Ihr Sohn aktuell ein und in welcher Dosis?
  • Erhält Ihr Sohn andere Therapien z.B. Ergo- oder Physiotherapie?

Ihre Angaben zu diesen Fragen helfen mir, Sie besser zu beraten.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
13.3.11 135cm ca35kg. Seit November 2016. Wir haben einen Kinderarzt. Nein Mein Sohn nimmt keine Medikamente.

Vielen Dank für die weiteren Informationen. Können Sie mir zu den anderen Fragen noch Angaben machen? Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Er kann sich nicht konzentrieren. Hat fast keine Freunde, da sie nicht mit ihm klarkommen.
Er gibt quitschende hohe Geräusche von sich.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
AutismusTherapie

Vielen Dank, ***** ***** schon etwas weiter. Ich schreibe Ihnen gleich einige Gedanken zu diesem Thema.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Vielen Dank

Sehr geehrte Fragesteller,
vielen Dank für Ihre Geduld. Ihr Sohn hat ein gutes Gewicht und eine gute Größe für sein Alter. Viele Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen haben große Probleme sich zu konzentrieren. Auch störende Verhaltensauffälligkeiten sind nicht selten (wie z.B. die quietschenden Geräusche im Falle Ihres Sohnes). Für viele ist es aus all diesen Gründen sehr schwierig soziale Kontakte zu knüpfen und Freundschaften aufzubauen. Ich finde es sehr gut, dass Sie als Eltern aktiv an der Behandlung Ihres Sohnes interessiert sind und die beste Behandlungsform für ihn finden wollen.
Bei Störungen aus dem Autismusspektrum können verschiedene Medikamente eingesetzt werden, um zu versuchen, die Beschwerden zu verbessern. Hier ein kurzer Überblick:

  • Stimulantien (wie z.B. Methylphenidat, Atomoxetin): viele Kinder helfen solche Medikamente, sich besser zu konzentrieren (ca. 60 - 80 % berichten über Verbesserungen). Allerdings treten auch Nebenwirkungen häufiger auf. Dazu gehören z.B. Schlafstörungen, verminderter Appetit, Reizbarkeit, Tics, Traurigkeit, Abgestumpftheit und sozialer Rückzug.
  • Antipsychotika (wie z.B. Risperidon, Aripiprazol): diese Medikamente können Reizbarkeit und aggressives Verhalten verbessern. Nebenwirkungen sind unter anderem: Gewichtszunahme, vermehrter Appetit, Erbrechen, Schwindel, Speicheln, Zittrigkeit und Verstopfung.
  • Antidepressiva (wie z.B. aus der Klasse der selektiven Serotonin Wiederaufnahmehemmern „SSRI“): diese Medikamente können stereotype und wiederholte Verhaltensweisen verbessern. Zu den Nebenwirkungen gehören: Wutausbrüche, Schlaflosigkeit, Angststörungen, Übelkeit aber auch Schläfrigkeit.

Alle erwähnten Medikamente haben neben den erwünschten Effekten leider auch das Potential für teilweise schwere Nebenwirkungen. Daher sollte der Einsatz gut abgewogen werden. In Ihrem konkreten Fall kann ich folgende Empfehlungen geben:

  1. Zunächst sollte überlegt werden, ob die ärztliche Betreuung verbessert werden kann. Kinder mit Störungen aus dem Autismusspektrum sollten von Spezialisten in einem interdisziplinären Team behandelt werden. Sehr gut aufgestellt in dieser Hinsicht sind sogenannte Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ). Hier arbeiten Kinderneurologen, Therapeuten und Psychologen zusammen, um eine optimale Therapie für betroffene Kinder zu erreichen. Vielleicht besteht die Möglichkeit, dass Ihr Sohn auch an so einem SPZ betreut werden kann.
  2. Bevor Medikamente zum Einsatz kommen, sollte mit den behandelnden Therapeuten gesprochen werden. Verhaltenstherapeutische Maßnahmen sind medikamentöser Behandlung vorzuziehen und bringen auch häufig eine gute Verbesserung der Beschwerden. Erst wenn diese Therapieformen ausgereizt sind und eine Verbesserung mit therapeutischen Mitteln nicht zu erwarten ist, kann der Einsatz von Medikamenten abgewogen werden.
  3. Medikamente sollten von einem erfahrenen Spezialisten (z.B. Neuropädiater) verschrieben werden. Die Behandlung muss engmaschig überwacht werden. Oft müssen regelmäßige Untersuchungen durchgeführt werden, um schwere Nebenwirkungen auszuschließen (z.B. Auswirkungen auf den Blutdruck oder die Leberfunktion).

Ich hoffe, diese Informationen und Tipps helfen Ihnen etwas weiter. Falls noch etwas unklar geblieben ist, können Sie mir natürlich gerne schreiben.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Im SPZ wurde Autismus diagnostiziert

Sehr gut, wird er aktuell auch noch regelmäßig im SPZ zu Kontrollen oder zur Therapie vorgestellt?

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Im Moment nicht. Müsste dort nochmal nachfragen.

Das würde ich Ihnen sehr empfehlen. Die Versorgung ist für die betroffenen Kinder in solchen spezialisierten Zentren wesentlich besser.

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Warte erstmal Corona ab. Möchte mit meinem Sohn im Moment in.kein Krankenhaus.

Ja, das kann ich gut verstehen. Im SPZ dürfte es zwar keine akut kranken Kinder geben, aber man weiß ja auch nicht, ob jemand vielleicht nur gerade noch keine Symptome hat und nicht doch das Virus weitergeben könnte. Wenn Sie noch ein paar Monate abwarten wollen, bis Sie z.B. eine Impfung erhalten konnten, wäre das aus meiner Sicht vollkommen nachvollziehbar. Für die Optimierung der Behandlung wäre allerdings dann das SPZ der richtige Ansprechpartner.
Ich hoffe meine Beratung konnte Ihnen etwas weiterhelfen. Wenn Sie noch Fragen zum Thema haben, können Sie mir natürlich weiter gerne schreiben.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Sehr geehrte Fragesteller,
jetzt habe ich gar nichts mehr von Ihnen gehört. Hat Ihnen meine Antwort etwas weitergeholfen? War alles gut verständlich? Ich freue mich sehr über eine kurze Nachricht!
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Manuel Metzger und weitere Experten für Kindermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Alles war gut. Werde meinen Sohn bei einer Kinderpsychologin vorstellen. Mal sehen was die sagt.

Die kinderpsychologische Perspektive ist bei Ihrem Sohn auf jeden Fall auch sehr wertvoll. Daher gehören Kinder- und Jugendpsychologen auch zum regulären Team jedes SPZs. Herzlichen Dank an Sie für die gute Bewertung, ich freue mich, dass ich Ihnen etwas weiterhelfen konnte.
Liebe Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger