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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Kindermedizin
Zufriedene Kunden: 526
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Hallo, mein Sohn (16,5 Mon) hat am Dienstag morgen die 2.

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo,
mein Sohn (16,5 Mon) hat am Dienstag morgen die 2. MMR/Varizellen-Impfung bekommen - der Impfstoff war ProQuad. Nun hatte er heute nacht (also v. Mittwoch auf Donnerstag) gefiebert und extrem viel geschrien.
Ich konnte leider das Fieber nicht messen, da er sich so sehr gewehrt hat, aber er war schon sehr heiß inkl. Arme und Beine.
Heute früh ist alles gut, außer, dass er sehr mies gelaunt ist.
Nun meine Fragen:
1)
Kann das Fieber ihm geschadet haben, falls es sehr hoch war?
2)
Die KIÄ meinte, dass das Fieber entweder am nächsten Tag oder in etwa sieben bis zehn Tagen auftreten kann. Da liegen wir ha nun dazwischen. Ist es trotzdem der Impfung zuzuordnen?
Danke ***** ***** Grüße!

Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank für die Anfrage, ich schreibe Ihnen gleich etwas dazu. Vielen Dank für Ihre Geduld.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank für Ihre Geduld. Es tut mir leid, dass es Ihrem Kleinen in der Nacht nicht so gut ging. Ich kann gut nachvollziehen, dass Sie sich da Gedanken machen. Ich kann schon mal sagen, dass ein Schaden durch das Fieber selbst nicht auftritt. Fieber ist eine vom Körper sehr genau kontrollierte Körpertemperaturerhöhung, die zur Verbesserung der Körperabwehr beiträgt. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass das Fieber bei Ihrem Kleinen mit der Impfung zu tun hatte. Dazu noch ein paar Fragen, damit ich die Lage besser einordnen kann:

  • wie geht es ihm jetzt?
  • hat er außer dem Fieber noch irgendwelche anderen Beschwerden gezeigt? Fällt Ihnen aktuell irgendetwas auf?
  • Haben Sie irgendwelche Medikamente gegeben?

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 16 Tagen.
Ist es auch nicht schädlich, wenn das Fieber sehr hoch gewesen sein sollte?
Wir hatten das Gefühl, dass ihm irgendwas weh tat. Er hat extrem geschrien, sich verkrampft und auch mal aufgestoßen und gepupst. Da haben wir ihm ein Paracetamol-Zäpfchen gegeben, das war ca. 1 Uhr.
Das Fieber kam allerdings erst ca. drei Stunden später, nach dem Zäpfchen, also haben wir ihm nicht noch was gegeben.
Es geht ihm jetzt ganz gut, eben war ee etwas warm, aber vermutlich durch die Hitze.

Vielen Dank für die zusätzlichen Informationen. Wenn das Immunsystem "anspringt" gehört die Erhöhung der Körpertemperatur zu den effektivsten Allgemeinmaßnahmen. Das Immunsystem kann so besser arbeiten und die Vermehrung von Krankheitserregern wird gebremst. Bei einer Impfung weiß man, dass die Immunantwort besser ausfällt, wenn die Kinder Fieber entwickeln, das ist also ein gutes Zeichen.
Da Ihr Kleiner sonst keine Beschwerden zeigt und es ihm heute wieder besser geht, sehe ich es als sehr wahrscheinlich an, dass die Beschwerden gestern mit der Impfung zu tun hatten.
Eine unkontrollierte Temperaturerhöhung bei der der Körper Schaden nehmen könnte, kommt bei Fieber nicht vor. Selbst sehr hohes Fieber (z.B. 41°C) ist ja absolut gesehen nur eine Temperaturerhöhung um 4°C. Der Körper verfügt über eine große Vielzahl an Steuermechanismen, die bei Fieber zusammenarbeiten, damit diese Temperaturerhöhung kontrolliert erreicht wird. Sie dürfen also ganz sicher sein, dass er durch das Fieber keinen Schaden nimmt. Für beliebte Fiebermythen (z.B. "Eiweiße gerinnen im Körper") gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis.
Zur Immunabwehr gehören auch verschiedene Substanzen, die im Körper unangenehme Nebenwirkungen haben können. Häufig kommt es zum Beispiel bei Aktivierung des Immunsystems zu Kopf- und Gliederschmerzen. Das war sehr wahrscheinlich die Ursache, warum er so stark geschrieen hat.
Ich hoffe, die Erklärungen helfen Ihnen etwas weiter. Wenn noch etwas unklar ist, können Sie mir natürlich gerne schreiben.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 16 Tagen.
Er war den Rest des Rages gut drauf ubd Fieber hat er bisher keins mehr, jedoch ist er nun schon zweimal aufgewacht und hatte einen heftigen Schreikrampf. Wir haben dann kaum Zugang zu ihm und er lässt sich nur schwer beruhigen.
Was ich noch vergessen hatte: Er ist gestern gestolpert und hat sich an beiden Seiten auf die Zunge gebissen - die Wunden sieht man noch, kann es sein, dass ihm das weh tut?

Das könnte durchaus sein, dass das zu den Schmerzen beigetragen hat. Wunden im Mund heilen aber sehr schnell und die Schmerzen dürften schon deutlich nachgelassen haben. Wie geht es ihm heute?
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 15 Tagen.
Also, die Nacht war anstrengend, er ist oft hochgeschreckt und hat geweint bzw. geschrien. Eigentlich schläft er sonst sehr gut. Fieber hatte er keins mehr.
Seine Stimmung wechselt heute von super gut drauf zu atomarer Wutanfall - oft auch von jetzt auf gleich. Oft ist er auch richtig „unangenehm albern“, so wie wir es gar nicht kennen. Ich mache mir schon irgendwie Sorgen, weil er sonst ein ziemlich ausgeglichenes Kind ist.
Könnte das die Reizbarkeit sein, die als Nebenwirkung der Impfung aufgeführt ist? Und ist es bei der MMR-Impfung nicht so, dass die Nebenwirkungen erst einige Tage später auftreten?
Er hat bisher alle Impfungen super vertragen, deswegen bin ich sehr verunsichert...
Auch ist mir aufgefallen, dass bei der ersten Impfung ein anderer Impfstoff verwendet wurde, aber das ist ja okay, oder?
Danke für Ihre Geduld.

Sehr geehrte Fragestellerin,
das klingt ja wirklich nach einer sehr anstrengenden Nacht. Es ist ein gutes Zeichen, dass er jetzt kein Fieber mehr hatte. Die starken Stimmungsschwankungen können allerdings schon noch mit der Impfung zu tun haben. Neben der Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff gibt es ja auch noch andere Faktoren rund um die Impfung, die zu Stimmungsschwankungen beitragen können:

  • Schmerzen an der Einstichstelle. Diese Beschwerden können bei Bewegungen auch im Schlaf auftreten und ihn vielleicht hochschrecken lassen
  • Lebhafte Träume: neue Erfahrungen wie eine ärztliche Untersuchung mit Impfung können im Schlaf verarbeitet werden und zu lebhaften (Alp-)träumen führen. Es kommt natürlich auch unabhängig von solchen Erlebnissen mal zu einer unruhigen Nacht und nicht immer kann der konkrete Auslöser bestimmt werden.
  • Schlechter Schlaf: wenn Kinder schlecht geschlafen haben neigen sie zu starken Stimmungsschwankungen. Schlafmangel nach einer unruhigen Nacht kann sich bei manchen Kindern auch in "Überdrehtheit" äußern, die "unangenehme Albernheit", die Sie beschreiben lässt mich daran denken. Im zweiten Lebensjahr sind natürlich auch Wutanfälle ein Zeichen der normalen Entwicklung.

Die MMR(V)-Impfstoffe sind untereinander Kompatibel. Das RKI schreibt dazu auf ihrer Homepage:

"Wurde für die erste Varizellenimpfung Priorix-Tetra® verwendet, kann bei mangelnder Verfügbarkeit dieses Impfstoffes die zweite Impfung auch mit dem anderen 4-valenten Impfstoff (ProQuad®) durchgeführt werden. ProQuad® ist für die Impfung gegen MMR und Varizellen für jede Altersgruppe ab dem Alter von 12 Monaten zugelassen (siehe Fachinformation)."

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Lieferengpaesse/Lieferengpaesse_node.html

Ich hoffe, diese Informationen helfen Ihnen etwas weiter.
Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Manuel Metzger und weitere Experten für Kindermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Danke für Ihre Hilfe.
Die Nacht war super und wir haben endlich unser „altes Baby“ wieder :)
Ich bin in keinster Weise jemand, der den Nutzen von Impfungen anzweifelt, das wollte ich nur noch mal betonen. Aber in der Unsicherheit wird man ja mal leicht irrational...

Vielen Dank für die gute Bewertung! Solche Tage können wirklich sehr anstrengend sein, aber ich freue mich, dass es Ihrem Kleinen wieder besser geht. Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger