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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Kindermedizin
Zufriedene Kunden: 372
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
105603447
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Das Kind isst nur wenn die Mutter es vorkaut hat selbst

Diese Antwort wurde bewertet:

Das Kind isst nur wenn die Mutter es vorkaut hat selbst keinen antrieb zu essen, kann nur bestimmte sachen essen erbricht sonst.

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage bei JustAnswer. Mein Name ist Dr. Metzger und ich bin Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit bereits 10jähriger Erfahrung. Gern werde ich mich mit Ihrem Anliegen beschäftigen. Bitte geben Sie mir etwas Zeit, während ich Ihre Antwort formuliere. Vielen Dank für Ihre Geduld.

Es tut mir leid, dass Ihre Verwandte solche Probleme mit ihrem Kind hat. Es gibt einige mögliche Ursachen für diese Probleme. Ich bräuchte noch ein paar Informationen mehr, um Ihnen eine genauere Einschätzung geben zu können:

  • Wie groß und schwer ist das Kind? Wann wurde es geboren (Monat/Jahr)?
  • Ist das Kind sonst normal und altersentsprechend entwickelt?
  • Kann das Kind Flüssigkeiten gut trinken? Welche Flüssigkeiten nimmt es an?
  • Welche Untersuchungen wurden bereits gemacht?

Ihre Antworten helfen mir, Sie besser zu beraten.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Liebe Fragesteller,

jetzt habe ich gar nichts mehr von Ihnen gehört. Sind Sie noch an meiner Beratung interessiert?

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 19 Tagen.
Ja bin Ich.
War unterwegs.
Melde mich Dienstag

Gut, kein Problem! Schreiben Sie mir einfach etwas zu den oben genannten Fragen, dann kann ich Ihnen etwas mehr sagen.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Liebe Fragesteller,

ich wollte kurz daran erinnern, dass die Anfrage noch offen ist. Vielleicht finden Sie heute Zeit mir etwas zu den Fragen zu schreiben. Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 16 Tagen.
Guten Tag und ein frohes Neues Jahr wünsche ich.
Entschuldigen Sie bitte die Verzögerung, war nen bischen hecktisch zwischen den Feiertagen und ich musste die Informationen ja erst aus Vietnam holen.
Also der Junge ist inzwischen selbstständig, ohne ständiges vorkauen, aber sehr mühsam und nur sehr wenig.
Jede Mahlzeit dauert etwa 2 Stunden. In Drei Tagen ist er nur eine halbe kleine Schale Reis also weniger als eine normale Portion. Er ist nur Reissuppe und Gekochten Fisch der noch mal gebraten wurde. Er ist Karotten Meis und ein bestimmtes Obst. Er trinkt Red Bul aber nur wenig und sonst Wasser davon aber wohl genug. Er ist jede Woche einen kleinen Joghurt oder Quark.Er ist 6 Jahre alt wiegt aber nur die hälfte des Normal Gewichtes. Er wiegt 18 kg. der Arzt meint es wird besser wenn er grösser wird. Seine Körpergrosse weiss ich leider nicht. Er geht normal zur Schule ist aber wenig leistungsfähig und schnell müde. Wohl weil er so wenig ist.
Der Arzt in Vietnam weinte sein Magen wäre nicht so stark wie der anderer Kinder. Wie weit es auch mit dem Darm zu tun hat kann ich leider nicht sagen. Der Arzt in Vietnam macht nichts, keine Medikamente er meint es geht von selber wieder weg. Aber der Junge ist ja jetzt schon unterernährt, so etwas beeinträchtigt doch seine Entwicklung, körperlich und auch Geistig da er kaum kraft für irgendwas hat. Er spielt kaum mit anderen Kindern.
Hoffe die Informationen reichen.
Danke für Ihre Hilfe und Geduld.
Mit freundlichen Grüssen Karsten Bahr

Sehr geehrter Fragesteller,

kein Problem, ich hoffe Sie haben die Feiertage gut überstanden. Die Situation, die Ihnen aus Vietnam geschildert wird, klingt ja dramatisch. Ich kann gut verstehen, dass Sie sich Sorgen machen, gerade, wenn es um einen Verwandten von Ihnen geht.

Ausgangspunkt für die Beurteilung der durchschnittlichen Energieaufnahme ist das Wachstum eines Kindes. Hier haben Sie das Körpergewicht in Erfahrung bringen können, das schon einen guten Anhalt gibt. Für das normale Körpergewicht gibt es eine große Spannbreite. Ein gesunder Junge im Alter von 6 Jahren und 2 Monaten kann z.B. zwischen 16,6 kg und 29,7 kg wiegen. Hier läge der Sohn Ihrer Verwandten mit 18 kg im normalen Bereich für sein Alter. Noch genauer kann man das Wachstum beurteilen, wenn mehrere Messwerte über mehrere Jahre vorlägen (ideal Körpergewicht und -Größe von Geburt an bis jetzt). Von Vorteil ist auch das Geburtsdatum (Monat/Jahr).

Folgende Beschwerden haben Sie beschrieben:

  • häufiges Erbrechen
  • sehr wählerisches Essverhalten
  • wenig leistungsfähig, häufig müde
  • wenig Sozialkontakte, spielt wenig mit anderen Kindern

Mögliche Erklärungen für diese Probleme wären orientierend die folgenden (grob sortiert nach häufigen und seltenen Ursachen):

  • Ein Faktor ist sicher eine Interaktionsstörung zwischen Mutter/Eltern und Kind. Wenn jede Mahlzeit 2 Stunden dauert, ist die Familie ja mindestens 6 Stunden pro Tag mit Essen beschäftigt. Das ist viel zu lang! Anscheinend hat sich durch die Probleme beim Essen die Aufmerksamkeit der Familie sehr auf dieses Thema gerichtet. Wenn die Kinder wählerisch sind, neigen manche Eltern aus Sorge dazu auf alle Wünsche des Kindes einzugehen. Die Kinder nehmen die Macht, die sie über ihr Essverhalten auf die Eltern ausüben durchaus wahr, was zu immer extremeren Problemen führen kann. Der Kampf um das Essen ist eine sichere Art die Aufmerksamkeit der Eltern zu erhalten. Es hilft sehr, als Eltern einen Schritt zurückzugehen und die Situation wieder neutraler zu sehen. Kinder essen besser, wenn sie Hunger haben. Wenn ein Essen nicht schmeckt, wird eben einmal weniger gegessen, dafür hat das Kind dann beim nächsten Essen mehr Hunger und isst wahrscheinlich mit größerem Appetit. Wenn solche einfachen Maßnahmen nicht fruchten lohnt sich die Vorstellung bei einer Ernährungsberatung oder bei einem verhaltenstherapeutisch erfahrenen Kollegen, um die Esssituation kritisch zu hinterfragen.
  • Häufige Magen-Darm-Infekte, parasitäre Infektionen. Solche Krankheiten sind in Vietnam weit verbreitet. Richtungsweisend wären hier Auffälligkeiten beim Stuhlgang, z.B. wässrige, schleimige, blutige oder breiige Stühle sowie Bauchschmerzen. Wenn solche Beschwerden auftreten sollte gezielt auf Erreger im Magen-Darm-Bereich untersucht werden. In vielen Ländern hat sich auch eine regelmäßige Gabe von Antiparasitären Medikamenten bewährt.
  • Auch das Gegenteil, schwere Verstopfung kann Erbrechen verursachen und die Kinder zu wählerischen Essern werden lassen. Richtungsweisend wäre hier der seltene Stuhlgang, bei sehr schwerer Verstopfung auch der unwillkürliche Abgang breiigen Stuhls (teils auch in größeren Mengen) sowie Stuhlschmieren ("Bremsspuren"). Häufig haben die Kinder auch starke Blähungen und Bauchschmerzen.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Lebensmittelallergien, Gluten-, Frucht- oder Milchzuckerunverträglichkeiten -- all das kann auch Probleme mit der Ernährung verursachen. In der Regel zeigen sich solche Probleme durch wiederkehrende Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung.
  • Es gibt sehr seltene Schluckstörungen, bei denen Flüssigkeiten gut geschluckt werden können, feste Nahrungsmittel aber Probleme machen. Wenn dem so wäre, müsste der Sohn Ihrer Verwandten Breie gut schlucken können. Das könnte eventuell erklären, warum die Mutter früher alles vorkauen musste.

Ich würde also folgendes Vorgehen anraten:

  • Versuchen Sie soviel wie möglich über das Wachstum Ihres Verwandten zu erfahren. Je mehr Messwert auf unterschiedlichen Altersstufen, desto besser. So kann ich sein Wachstum beurteilen und sehen, ob es ab irgendeinem Punkt besondere Probleme gab
  • Finden Sie heraus, ob noch andere Beschwerden aufgetreten sind, z.B. Verstopfung, Durchfall oder Bauchschmerzen und lassen Sie sich den Verlauf beschreiben.
  • Können Breie besser geschluckt werden als feste Nahrung?
  • Gibt es Angaben zu seiner geistigen und motorischen Entwicklung? Ab wann konnte er frei Sitzen? Ab wann frei laufen? Wann hat er angefangen zu sprechen?

Es ist zwar etwas mühsam, aber vielleicht finden wir gemeinsam noch einige Ansatzpunkte, um dem Sohn Ihrer Verwandten zu helfen.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 15 Tagen.
Danke viel mals.
Ich melde mich wieder, kann aber ein paar Tage dauern. Meine Frau erreicht Ihre Verwandte nicht immer.
Mit freundlichen Grüssen
Karsten Bahr
Kein Problem, die Anfrage bleibt so lange geöffnet. Liebe Grüße, Ihr Dr. med. M. Metzger

Sehr geehrter Fragesteller,

konnten Sie mittlerweile etwas herausfinden? Ich habe letztens durch Zufall gelesen, dass es in Vietnam eine weit verbreitete Praxis ist, Kleinkindern das Essen vorzukauen. Im Alter des betroffenen Kindes ist das zwar sicher nicht mehr angebracht, aber es wäre in etwa vergleichbar mit einem Erstklässler, der lieber Kartoffelpürree statt Pellkartoffeln isst.

In jedem Fall freue ich mich, von Ihnen zu hören.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Manuel Metzger und weitere Experten für Kindermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.