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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Kindermedizin
Zufriedene Kunden: 316
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Meine Tochter (geboren März 2017, vier Wochen zu früh, mit

Diese Antwort wurde bewertet:

Meine Tochter (geboren März 2017, vier Wochen zu früh, mit Gabe Lungenreifungsmittel wegen vorzeitiger Wehen) ist seit einem Jahr ganztags in der Krippe. Seit Oktober die obligatorischen Ekältungen, mit Fieber bis 39 Grad, Schnupfen, Husten und Flüssigkeit im Ohr. Wir gehen regelmäßig zum Kinderarzt um sie abhören zu lassen. Bis jetzt war „die Lunge frei“. Aber sie hustet jetzt schon seit vier Wochen mit nur ein bis zwei Tagen Unterbrechung. Ich wurde schon von den Erzieherinnen darauf angesprochen, sie hustet vor allem im Liegen.
Meine Frage: kann die Frühgeburt etwas damit zu tun haben? Das Lungenreifungsmittel? Kann ich noch irgendetwas für sie tun? Sie hustet sich fast jede Nacht wach. Beim Inhalator wird sie panisch.
Letztes Jahr war sie mit einer (auf dem Röntgenbild nicht sichtbaren) Lungenentzündung und Rs-Virus und einer „Superinfektion“(U.a.Magen Darm) eine Woche im Krankenhaus. Bleibt sie deshalb weiter anfällig?
Vielen Dank ***** *****!

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage bei JustAnswer. Mein Name ist Dr. Metzger und ich bin Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit bereits 10jähriger Erfahrung. Gern werde ich mich mit Ihrem Anliegen beschäftigen. Bitte geben Sie mir etwas Zeit, während ich Ihre Antwort formuliere. Vielen Dank für Ihre Geduld.

Sehr geehrte Fragestellerin,

das ist wirklich eine schwierige Situation für Sie. Wenn der Husten sich so hartnäckig hält kommen oft Nachfragen aus dem Umfeld oder besorgten Erziehern aus der Krippe. Viele Frühgeborene sind etwas anfälliger für Infekte der Atemwege, gerade in den ersten Lebensjahren. Mit zunehmendem Alter verwächst sich diese Anfälligkeit in der Regel. Auch eine Infektion mit einem RS-Virus kann die Lunge in den nächsten Jahren etwas anfälliger machen. Jetzt zu Ihren konkreten Fragen:

  • Kann die Frühgeburt damit etwas zu tun haben? Ja, viele Frühgeborene sind anfälliger für Atemwegserkrankungen
  • Kann das Lungenreifungsmittel damit etwas zu tun haben? Zur Lungenreifung wird ein Cortison gegeben. Das fördert die Lungenentwicklung des Fötus und sorgt dafür, dass weniger frühgeborene Kinder nach der Geburt Atemunterstützung erhalten müssen. Cortison trägt nicht zur Anfälligkeit für Atemwegsinfekte bei.

Zur Frage, was Sie noch für Sie tun können müsste ich noch ein paar Details wissen:

  • Wie groß und schwer ist Ihre Kleine zur Zeit?
  • Wurde sie nach der Geburt in der Atmung unterstützt?
  • Wann waren Sie das letzte Mal zum Lunge abhorchen beim Kinderarzt?
  • Hatte sie (außer bei der RS-Infektion) schon mal eine Episode mit "obstruktiver Bronchitis"? Dabei treten typisch pfeifende Atemgeräusche auf ("Giemen").
  • Musste sie schon mal mit Salbutamol inhalieren? Wie lange ist die letzte Inhalation her?
  • Hatte sie in letzter Zeit oder aktuell Fieber? Traten irgendwelche anderen Krankheitszeichen auf? z.B. Schnupfen oder Halsschmerzen?
  • Geben Sie aktuell irgendwelche Medikamente (Hustensäfte o.ä.), was haben Sie schon alles unternommen, um die Situation zu verbessern?
  • Wie lange ist es jetzt her, dass sie das letzte Mal ein paar Tage hustenfrei war?
  • Wie klingt der Husten? Ist er eher trocken oder auch mit Auswurf?

Ihre Antworten helfen mir, Sie besser zu beraten.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Guten Morgen und vielen Dank für die ausführliche Antwort!
Zu Ihren ergänzenden Fragen:
Meine Tochter ist bei 98 cm knapp 13,5 kgs schwer.

Sie bekam etwa zwei Wochen Sauerstoff und Wärmebett nach der Geburt.
Abgehört wurde sie das letzte Mal vor zwei Wochen.
Sie hatte bereits einmal eine obstruktiver Bronchitis und bekam bereits zweimal Salbutamol verschrieben. Anfang diesen Jahres das letzte Mal.
Zur Zeit Schnupfen sonst nichts.
Sie bekommt abends Babix Tropfen auf die Brust.
Das letze Mal Hustenfrei war sie vor ca. drei Wochen.
Der Husten klingt eher trocken.

Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank im Voraus!

Vielen Dank für die zusätzlichen Informationen. Ihre Tochter hat altersentsprechende Werte für Größe und Gewicht. Grundsätzlich ist Husten ein wertvoller Verteidigungsmechanismus unseres Körpers. Durch den Husten wird Bronchialsekret aus der Lunge befördert, und verhindert, dass Viren und Bakterien tiefer in die Lunge eindringen können. Eine Hustendauer bis drei Wochen nach einer Erkältung ist normal, solange sich die Beschwerden langsam bessern. Es kann auch mal etwas länger gehen, bis der Husten wieder ganz weg ist, da sollte Ihr Kinderarzt aber nochmal genau abhören, ob nicht eine leichte Verengung und Verkrampfung in den Bronchien Probleme macht ("Obstruktion"). Bei einer solchen Verengung kann mit Medikamenten (z.B. Salbutamol) erreicht werden, dass sich die Bronchien wieder richtig öffnen, was den Hustenreiz mildert.

Was funktioniert nicht bei Husten:

  • Hustensäfte: haben leider keinen Wirkungsnachweis. Gefährlich können Hustensäfte sein, wenn Sie Inhaltsstoffe auf der Basis von Morphinen haben (z.B. Codein oder Detrometorphan) -- sogenannte Husten"stiller". Diese Medikamente haben in Einzelfällen zu lebensbedrohlichen Atemstillständen geführt und sollten in keinem Fall bei Kindern eingesetzt werden.
  • Ätherische Öle bei Kleinkindern: in Einzelfällen sind bei Einsatz von ätherischen Ölen (z.B. Eukalyptus-Öl) Kehlkopfkrämpfe bei Kleinkindern aufgetreten, die zu akuter Atemnot führen. Ihr Einsatz wird deshalb bei Kindern im Vorschulalter nicht empfohlen. Da Babix Eukalyptus und Fichtenöl enthält würde ich dieses Medikament nicht empfehlen.

Was funktioniert:

  • ausreichend trinken. Bronchialsekret kann sich nicht gut lockern, wenn der Körper nicht genügend Flüssigkeit zur Verfügung hat.
  • Die Matratze etwas erhöhen (zum Beispiel mit einem dicken Kopfkissen darunter). Durch die etwas aufrechtere Schlaflage ist der Hustenreiz im Liegen nicht so stark.
  • Etwas Honig zur Nacht: Bei Kindern, die älter als 12 Monate sind, kann etwas Honig (z.B. ein Teelöffel) abends vor dem Schlafengehen den Hustenreiz mildern. In wissenschaftlichen Studien hat Honig dabei besser als Hustensäfte abgeschnitten.
  • Inhalation mit Kochsalzlösung (mit Kalt-Vernebler): gestalten Sie die Inhalation zwanglos und üben Sie mit Ihrer Kleinen, damit sie keine Panik mehr davor hat. Handys sind zur Ablenkung erlaubt und zeigen gute Ergebnisse.
  • Behandlung von obstruktiven Atemerkrankungen (sofern sie vorliegen). Hier würde ich zum Besuch beim Kinderarzt raten, damit festgestellt werden kann, ob eine Obstruktion bei Ihrer Tochter eine Rolle spielt.

Ich hoffe, diese Tipps helfen Ihnen etwas weiter und wünsche Ihrer Tochter gute Besserung. Bei weiteren Fragen diesbezüglich können Sie mir gerne hier (ohne weitere Kosten) schreiben.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Manuel Metzger und weitere Experten für Kindermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.

Vielen Dank für die gute Bewertung!