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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Kindermedizin
Zufriedene Kunden: 225
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Können Sie mir sagen, ob und wenn ja wie schwerwiegend von

Diese Antwort wurde bewertet:

können Sie mir sagen, ob und wenn ja wie schwerwiegend von Toxoplasmose eine Gefahr für Kleinkinder und Säuglinge ausgeht? Meine Tochter hat einen Sohn (14,5 Monate) und eine Tochter (3 Monate). Ihr wurde in einem Gespräch mit einem JA Mitarbeiter gesagt, die Tiere - kleiner Kater und kleiner Hund - wären für die Kinder gefährlich, vor allem die Toxoplasmose die durch Katzen übertragen wird. Das lässt weder meiner Tochter noch mir Ruhe, weil das ganz entgegengesetzt dem ist, was ich bisher dazu weiss. Soweit ich weiss, ist Toxoplasmose vor allem in der schwangerschaft für das ungeborene Kind gefährlich und kann zu schweren Missbildungen führen, nicht aber für Kinder und Erwachsene bei denen eine Infektion meiner Info nach meist sogar eher unbemerkt abläuft und mit einem grippalen Infekt verwechselt wird als tatsächlich als Toxoplasmose erkannt zu werden. Jetzt bin ich auf def Suche nach einem Fachmann der uns dazu eine Info geben kann. Der eigentliche Kinderarzt ist derzeit im Urlaub und der nächste Termin mit dem JA steht in ein paar Tagen an und ich möchte uns nicht der Situation aussetzen, unwissend in den Termin zu gehen und sich von diesen Personen unbegründet Angst machen zu lassen bloss weil die vielleicht keine Tiere mögen und die Wichtigkeit dieser beiden pelzigen Familienangehörigen nicht nachvollziehen können. Ganz herzlichen Dank vorab für Ihre Info dazu.
JA: Ich verstehe. Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Customer: Mein Name ist Yvonne, es geht um meine Enkel Ben (14,5 Monate) und Luna (3 Monate), es werden keine Meidkamente eingenommen, die Kinder sind gesund und fit, dem Alter entsprechend entwickelt
JA: Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Kinderarzt wissen sollte?
Customer: Nein, es geht um die Risikoeinschätzung ob die Haustiere evt. mögliche Toxoplasmo für die Kinder gefährlich sein könnte

Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank ***** ***** Anfrage bei JustAnswer. Mein Name ist Dr. Metzger und ich bin Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit bereits 10jähriger Erfahrung. Gern werde ich mich mit Ihrem Anliegen beschäftigen. Bitte geben Sie mir etwas Zeit, während ich Ihre Antwort formuliere. Vielen Dank ***** ***** Geduld.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Geduld. Es tut mir leid, dass Ihre Tochter sich mit seltsamen JA-Mitarbeitern herumschlagen muss. Ich kann Ihre Verwunderung über diese Aussagen sehr gut verstehen. Mir ist auch nicht ganz klar, wie der JA Mitarbeiter zu dieser Ansicht kommt.

Hier einige Fakten zur Toxoplasmose:

  • Es stimmt, eine Neuinfektion der Mutter während der Schwangerschaft kann das ungeborene Kind schwer schädigen. Daher wird in jeder Schwangerschaft routinemäßig auf Toxoplasmose kontrolliert und bei fehlender Immunität werden Schutzmaßnahmen empfohlen. Dazu reichen vernünftige Hygienemaßnahmen aus. Es wird (selbst in der Schwangerschaft) nicht empfohlen Katzen oder Hunde abzuschaffen.
  • Eine Infektion verläuft bei ansonsten gesunden Kindern und Erwachsenen in 80-90% der Fälle ohne Beschwerden. Falls Beschwerden auftreten ist es meist eine beidseitige Lymphknotenschwellung. Leichte grippale Symptome (z.B. geringes Fieber oder Gliederschmerzen) sind möglich aber sehr selten.
  • Ca. 30-50% der Bevölkerung sind bereits wegen einer ausgeheilten Toxoplasmose immun gegen den Erreger. Diese Immunität kann von der Mutter über die Muttermilch auch an den gestillten Säugling weitervermittelt werden (Übertragung von spezifischen Antikörpern in der Muttermilch). In den ersten drei Monaten besteht auch noch ein Nestschutz durch die während der Schwangerschaft übertragenen Antikörper. Die Immunität der Mutter kann mit einem einfachen Bluttest nachgewiesen werden (erfolgt wie schon erwähnt in der Regel routinemäßig in der Schwangerschaft). Vielleicht können Sie mal im Mutterpass nachsehen, wie es um die Immunität der Mutter steht. Bei nachgewiesener Immunität wäre ein gestilltes Kind durch die Mutter geschützt.
  • Die meisten Neuinfektionen treten nach Verzehr von kontaminiertem Fleisch oder anderen Nahrungsmitteln (Rohschinken, blutiges Steak, Mettwurst etc.). Zu dem Infektionsrisiko durch Katzen sind keine Daten verfügbar, das Risiko wird als sehr gering eingeschätzt. Eine Studie beobachtete 650 Menschen mit HIV über 2 Jahre. In der Zeit infizierten sich 13 Patienten mit Toxoplasmose. Nur eine Person dieser 13 lebte zur Zeit der Ansteckung in einem Haushalt mit Katze (Link zur Studie hier: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8416410/). Kinder haben natürlich ein wesentlich robusteres Immunsystem als HIV-Patienten.

Die vom JA-Mitarbeiter angedeutete generelle Gefährdung der Kinder durch die Haustiere kann ich also beim besten Willen nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, Tiere können sich positiv auf die Entwicklung der Kinder auswirken (siehe diese interessante Bachelor-Arbeit: http://edoc.sub.uni-hamburg.de/haw/volltexte/2018/4141/pdf/Moering_Sack_Amelie_BA_2018_01_10.pdf). Haustiere erhöhen auch nicht das Allergierisiko, es sieht eher so aus, als ob das Risiko für Allergien und Asthma durch die Tiere sinkt (hier eine interessante Untersuchung dazu: https://link.springer.com/article/10.1007/s11***-***-****-3). Natürlich sollte eine gute Hygiene im Umgang mit den Tieren erkennbar sein, aber ich gehe mal davon aus, dass das bei Ihrer Tochter erfüllt ist.

Für den nächsten Besuch können Sie ja die beiden Artikel parat haben. Wenn der JA-Mitarbeiter nochmal Aussagen in diese Richtung macht, würde ich freundlich fragen, ob er denn entsprechende Fachartikel zu diesem Thema hätte und ob er diese Ihnen (oder Ihrer Tochter) zur Verfügung stellen könnte, damit sie sich ein Bild machen könne. Er wird Ihnen natürlich nichts dergleichen präsentieren können. Falls es dennoch Diskussionen gibt, können Sie ja auf die obigen Artikel zurückgreifen.

Ich hoffe, Ihre Tochter kann den JA-Mitarbeiter für sich gewinnen und dass in Zukunft keine Reibungspunkte mehr auftreten.

Für weitere Fragen zum Thema stehe ich Ihnen natürlich gerne hier ohne weitere Kosten zur Verfügung.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 12 Tagen.
Vielen herzlichen Dank für diese aussagekräftige und verständlich formulierte Antwort. Leider funktioniert der zweite Link zum Artikel auf Springer.com nicht. Könnten Sie mir diesen bitte nochmal zuschicken? Herzlichen Dank vorab. MfG Yvonne Roßkopf

Sehr geehrte Fragestellerin,

es freut mich, dass ich Ihnen etwas weiterhelfen konnte. Hier nochmal der zweite Link:

https://link.springer.com/article/10.1007/s11***-***-****-3

Ich hoffe, jetzt funktioniert es.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Manuel Metzger und weitere Experten für Kindermedizin sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 12 Tagen.
Freundlich, kompetent und verständlich. Ich wusste nicht, was ich von diesem Online Service erwarten durfte, bin aber sehr positiv überrascht wie schnell und gut die Frage beantwortet wurde.

Vielen Dank für die anerkennenden Worte und auch die gute Bewertung. Es freut mich sehr, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte. Für weitere Anfragen können Sie mich auch gerne direkt über meine Profilseite kontaktieren:

https://www.justanswer.de/medizin/expert-dr-paed/?rpt=3800

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger