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Manuel Metzger
Manuel Metzger, Dr. med.
Kategorie: Kardiologie
Zufriedene Kunden: 224
Erfahrung:  FA für Kinder- und Jugendmedizin
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Manuel Metzger ist jetzt online.

Meine Frau (40 Jahre, 170cm groß, 66KG) hat Angst eine

Diese Antwort wurde bewertet:

meine Frau (40 Jahre, 170cm groß, 66KG) hat Angst eine Herzstörung/Herzinfarkt zu haben. Sie hat gestern Abend zwei EKG mit Cardiosecur Active aufgenommen. Bei dem ersten EKG um 21:40 hat das Programm einen Warnhinweis ausgegeben und gesagt, es solle ein Arzttermin gemacht werden. Beim zweiten EKG um 22:43 war alles wieder in Ordnung. Ausschlaggebend für den "Alarm" beim ersten EKG war der Vergleich zum Referenz EKG.

Meine Frau hat nun Angst einen Herzinfarkt gehabt zu haben, einen schleichenden Herzinfarkt zu haben oder zB eine Herzinsuffizienz.

Dazu muss man wissen, das meine Frau einen burn-out hatte und eher somatisch auf Umstände reagiert. Aus Angst vor einer Herzerkrankung war meine Frau im Juli 2019 bei einem Kardiologen; bei der Untersuchung war alles einwandfrei in Ordnung.

Donnerstag hatten wir eine sehr aufregende Situation und seitdem ist meine Frau sehr aufgeregt und angespannt. Sie sagt selber sie wäre extrem kribbelig. Ich würde gerne verstehen:

a) ob die beiden EKG für sich genommen in Ordnung sind (vor allem das EKG von um 21:40)
b) ob die emotionale Situation das Ergebnis beeinflussen kann
c) ob sich Ihrer Meinung nach ein Handlungsdruck ergibt

Besten Dank im voraus und freundliche Grüße,
*****

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage bei JustAnswer. Es tut mir leid, dass sich noch kein Experte auf Ihr Anliegen gemeldet hat. Mein Name ist Dr. Metzger und ich bin Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit bereits 10jähriger Erfahrung. Mit der Auswertung und Einschätzung von EKGs bin ich gut vertraut. Gern werde ich mich mit Ihrem Anliegen beschäftigen. Bitte geben Sie mir etwas Zeit, während ich Ihre Antwort formuliere. Vielen Dank für Ihre Geduld.

Es tut mir leid, dass Ihre Frau solche Sorgen um Ihre (Herz-)gesundheit hat. Ich kann Sie schon mal beruhigen, beide EKGs sehen auf den ersten Blick unauffällig aus. Einen (auch stillen oder schleichenden) Herzinfarkt kann ich schon mal ausschließen. Bevor ich Ihnen etwas zur Detailauswertung sage, habe ich noch ein paar Fragen, um die Situation Ihrer Frau noch besser zu verstehen:

  • Hat Ihre Frau mal Herzstolpern bemerkt?
  • Ist ihr in letzter Zeit mal plötzlich schwindelig geworden oder hat sie plötzlich das Bewusstsein verloren?
  • Wie reagiert Ihre Frau auf körperliche Belastung, z.B. Treppensteigen? Hält sie längere Belastungen (z.B. Radfahren oder Joggen) gut aus?
  • Sind außer Kribbeln und körperlicher Anspannung noch andere Symptome bemerkt worden, die Ihre Frau mit dem Herzen in Verbindung bringt?

Ihre Antworten helfen mir, Sie besser zu beraten.

Herzliche Grüße,

Ihr Dr. med. M. Metzger

Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Hallo,Danke für Ihre schnelle Rückmeldung. Zu Ihren Rückfragen:- kein Herzstolpern
- körperliche Belastung geht gut; wir wohnen im Reihenhaus und da geht es die ganze Zeit hoch und runter; kein Problem. Auch der Alltag mit Kind und Besuchskindern etc. Vorgestern Abend war meine Frau auch noch eine Runde walken im Park. Auch kein Problem
- gestern Abend hat sich meine Frau in Summe nicht gut gefühlt: unruhig, fahrig, kribbelig - ich kenne meine Frau seit etwa 15 Jahren und habe das in der Form aber schon häufig bei ihr erlebt, wenn sie etwas sehr beschäftigt oder erregt. Wir hatten am Donnerstag ein Gespräch wegen der Adoption eines weiteren Kindes und das hat meine Frau sehr mitgenommen. Ich würde es basierend auf meiner Erfahrung mit ihr damit in Kontext setzen
- es gab und gibt keine Bewusstseinsprobleme; meine Frau klagt ab und an über Schwindel; ist damit allerdings auch schon seit Jahren beschäftigt und in Behandlung (gewesen). Bisher wurde immer angenommen, das es sich auch um somatische Beschwerden und/oder Verspannungen handelt. Eine umfangreiche neurologische Untersuchung vor etwa drei Jahren (inkl MS und Co) war ohne BefundWenn Sie noch Rückfragen haben, immer gerne.beste Grüße,
Sven Ivo Brinck

Ich kann gut verstehen, dass Ihre Frau das Gespräch wegen der Adoption sehr mitgenommen hat. Wenn dann noch Sorgen um die Gesundheit dazu kommen, trägt das auch nicht zum Wohlbefinden bei.

Jetzt zu Ihren konkreten Fragen:

a) sind die EKGs in Ordnung?

  • EKG von 21:40 Uhr: die Ableitung ist etwas verwackelt (das sieht man an der kurvigen Grundlinie, normalerweise ist die Grundlinie ganz waagrecht). Ich denke, das hat die Alarmmeldung ausgelöst. Körperliche Unruhe und Angespanntheit, kann dazu führen, dass die Ableitung verwackelt (damit wäre Ihre Frage b) beantwortet). Ansonsten sieht man eine normale Erregungsbildung und -weiterleitung sowie keinerlei morphologische Auffälligkeiten. Die korrigierte QT-Zeit ist mit 0,4 s auch im Normalbereich.
  • EKG von 22:43 Uhr: diese Ableitung ist nicht verwackelt. Die Erregungsbildung und -weiterleitung ist normal, die korrigierte QT-Zeit mit 0,41 s auch im Normbereich. Es fällt eine isolierte ventrikuläre Extrasystole auf. Jeder Mensch hat hin und wieder solche ventrikulären Extrasystolen, an sich ist das also kein bedenklicher Befund. Wenn solche Extrasystolen häufig auftreten, kann es zu Beschwerden kommen, also zum Beispiel Schwindelgefühle, plötzlicher Bewusstseinsverlust oder auch Probleme bei körperlicher Belastung.

Da bei Ihrer Frau aber in diese Richtung keine Symptome aufgetreten sind, sie körperlich sehr gut belastbar ist und die kürzlich durchgeführte kardiologische Diagnostik unauffällig war, sehe ich aktuell keinen Anlass für weitere Diagnostik. Die Antwort auf Frage c) wäre also: aus Sicht der Herzgesundheit gibt es aktuell keinen Handlungsdruck.

Noch ein paar Tipps: wenn Ihre Frau sich in emotional angespannten Situationen sehr unruhig, fahrig und kribbelig fühlt, kann manchmal eine zu tiefe und schnell Atmung die Ursache sein. Achten Sie einmal ganz bewusst darauf. Wenn Sie so eine Atmung (Hyperventilation) feststellen, hilft es, in eine Tüte zu atmen. Wird eine Zeitlang in die Tüte aus- und aus dieser wieder eingeatmet, wird das zuviel abgeatmete Kohlenstoffdioxid wieder dem Körper zugeführt und die Beschwerden bessern sich.

Wie ich aus der Medikamentenliste in den EKGs sehen kann, sind Sie bereits wegen der psychischen Belastungssituation in Behandlung. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, die aktuellen Sorgen bezüglich der Herzgesundheit dort auch nochmal anzusprechen. Sorgen um die Herzgesundheit sind recht häufige Ängste, die (sofern ohne organische Ursache) gut auf therapeutische Maßnahmen ansprechen.

Ich hoffe, diese Ausführungen helfen Ihnen etwas weiter und stehe natürlich für weitere Rückfragen gerne hier ohne weitere Kosten für Sie zur Verfügung.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger

Manuel Metzger und weitere Experten für Kardiologie sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Hallo,vielen Dank für die ausführliche Antwort. Sie haben uns sehr geholfen.
Ein schönes Rest-Wochenende,Sven Ivo Brinck

Sehr gern geschehen. Vielen Dank ***** *****ür die gute Bewertung! Alles Gute für Sie und ich hoffe, dass auch Ihre Frau sich bald wieder besser fühlt.

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. M. Metzger