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Dr. Gehring
Dr. Gehring, Fachärztin Innere- und Allgemeinmedizin
Kategorie: Kardiologie
Zufriedene Kunden: 37675
Erfahrung:  Langjährige Notarzterfahrung
61885400
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Dr. Gehring ist jetzt online.

Guten Tag. Ich leide seit einigen Jahren an Herzstolpern.

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag.
Ich leide seit einigen Jahren an Herzstolpern. Manchmal täglich, manchmal ein paar Wochen gar nicht, und manchmal mehrere pro Stunde bzw. gefühlt mehrere nacheinander. Es wurden schon mehrere EKGs, Langzeit-EKGs und Langzeit-Blutdruckmessungen. Ungefähr vor 3 Jahren (ca. ein halbes Jahr nach dem erstmaligen Auftreten vom Herzstolpern) wurde zusätzlich ein Herzultraschall und ein Belastungs-EKG gemacht. Damals wurde Belastungshypertonie festgestellt - sonst nichts. Herzultraschall war ohne Befund, es wurde eine gute Pumpleistung festgestellt. Mir wurde Metoprolol 50 mg wegen des Bluthochdruckes verschrieben.
Das Herzstolpern wurde durch den Betablocker nicht wirklich weniger. Es blieb bei dem sporadischen Auftreten.
Auf den Langzeit-EKGs waren bisher nur einmal 5 SVES zu sehen, diese habe ich allerdings nicht gespürt. Und einmal eine S. Tachykardie über 5 Schläge. Spürbares Herzstolpern hatte ich leider bei keinem der EKG's (Vorführeffekt). Ich hatte z. B. wochenlang jeden Abend, nachdem ich mich ins Bett gelegt habe, ein paar Mal Herzstolpern und dann war es gut. An dem Tag, an dem ich das Langzeit-EKG um hatte, kam es zum ersten Mal nicht mehr vor und kam dann auch in der Form nie wieder.
Nachdem ich nun ca. 35 kg seit Januar 2017 abgenommen habe (1,72 m groß, jetzt 72 kg), habe ich nochmal eine Langzeitmessung durchführen lassen, da ich gerne vom Metoprolol wegkommen möchte. Die Blutdruckmessung war super. Tagesmittelwert 115/75. Nachtmittelwert deutlich niedriger. Das EKG war auch ohne Befund - natürlich weder spürbares Herzstolpern, noch welche, die ich nicht gespürt habe. Nun zu meinen Fragen:
- Nach Rücksprache mit meinem Arzt schleiche ich die Betablocker nun aus. Ich nehme seit 2 Wochen nur noch eine halbe Tablette morgens. Nach 4 Wochen soll ich die Tabletten ganz absetzen und dann nach ein paar Wochen soll dann eine erneute Langzeitmessung erfolgen. Nun habe ich seit dem Wochenende, insbesondere abends auf der Couch, wieder vermehrtes Herzstolpern. Sollte ich die Betablocker doch weiternehmen? Oder handelt es sich nun vllt nur übergangsweise durch die Reduzierung um vermehrtes Herzstolpern, und es wird mit der Zeit weniger?
- Denken Sie, dass es sich bei dem spürbaren Herzstolpern (welche leider noch nie aufgezeichnet werden konnten) ebenfalls um SVES handelt? Ich mir diesbezüglich also keine Sorgen machen muss? Meistens treten sie in Ruhe auf, manchmal aber auch nach Anstrengung.
- Manchmal habe ich gefühlt alle paar Sekunden ein Herzstolpern. Ist dies gefährlich?
- Ich hatte aufgrund gelegentlichem gefühlten Herzrasen schonmal einen Eventrecorder. Hierbei kam eine Sinustachykardie von ca. 100 - 110 Schlägen raus. Muss ich mir dabei Sorgen machen?
Ich leide übrigens unter Krankheitsängsten und fühle leider auch sehr oft meinen Puls, wodurch ich sicher deutlich aufmerksamer bin und in mich hineinhöre, als andere.

Guten Tag,

Wie alt sind Sie? M oder w?

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
29 Jahre und w

Danke, ***** ***** um das Herzrisiko bei Ihnen besser abzuschätzen. Da eine Durchblutungsstörung nicht in Frage kommt (Alter, Geschlecht, unauffällige Untersuchungen), halte ich Sie überhaupt nicht für gefährdet. jeder Mensch hat SVES, nur wir merken Sie meist nur, wenn wir angespannt sind. Da der Betablocker auch seelisch entspannt, kann der natürlich auch das "Herzklopfen" vermindern. Ich gehe davon aus, dass das Herzstolpern entweder SVES sind, oder einfach auch Tachykardien ohne Bedeutung.

Ich würde versuchen, Ihr Selbstvertrauen in Ihren Körper durch sportliche Betätigung zu stärken, und die häufigen Selbstkontrollen deutlich zu reduzieren. Angst nämlich verursacht oder verschlechtert die Symptomatik.

Ich würde den Betablocker weiter weglassen und schauen, ob sich Ihr Körper nicht doch daran gewöhnt.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser gewaltigen Gewichtsabnahme und alles Gute!

Sie haben meine Antwort gelesen, meine schnelle Hilfe aber noch nicht mit einer freundlichen Bewertung gedankt.Haben Sie noch eine Frage dazu? Dann fragen Sie gern!

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Verbunden mit der Gewichtsabnahme bewege ich mich nun auch mehr. Ich gehe fast jeden Tag vor der Arbeit mit den Hunden 4 - 5 km stramm spazieren. Wäre zusätzlicher Ausdauersport noch besser? Ich bin im Fitnessstudio angemeldet, gehe derzeit allerdings nicht wirklich dort hin, nachdem mir mal aufgefallen ist, dass ich nach einer Trainingseinheit dann auf der Couch in Ruhe vor dem Einschlafen vermehrtes Herzstolpern hatte. Worauf deutet dies hin? Ja ich möchte wirklich gerne von den Betablockern wegkommen, da ich noch jung bin und meine Haare dadurch total dünn geworden sind. Dann werde ich es weiter so machen, wie mein Arzt es vorgeschlagen hat, und dann hoffen, dass sich die Extrasystolen auch ohne Betablocker wieder reduzieren.
Also kann es durchaus sein, dass ich manchmal SVES spüre und manchmal nicht? Deutet es also nicht darauf hin, dass die spürbaren Herzstolperer auf eine andere Rythmusstörung schließen lassen?
Ansonsten muss ich mich wirklich dazu zwingen nicht mehr ständig meinen Puls zu messen. Wenn er über 80/90 in Ruhe geht, mach ich mir Sorgen, weil er zu schnell ist. Wenn er dann so an die 60 oder sogar knapp drunter geht, mach ich mir Sorgen, weil er zu langsam ist.

Ihre Spaziergänge sind Ausdauersport genug, mehr muss nicht sein.

Ja, es ist so, dass man SVES mal mehr, mal weniger spürt, und oft treten sie nach Belastung etwas häufiger auf. Natürlich weist hier nichts auf eine andere Rhythmusstörung hin.

Unser Herz ist keine Maschine, und da darf der Puls ruhig zwischen 55 und 95 schwanken.

Alles Gute!

Dr. Gehring und weitere Experten für Kardiologie sind bereit, Ihnen zu helfen.