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Dr.Schürmann
Dr.Schürmann, Dr.med.
Kategorie: Kardiologie
Zufriedene Kunden: 2834
Erfahrung:  Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin, 22 Jahre in eigener Praxis mit Tätigkeitsschwerpunkt Kardiologie
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Dr.Schürmann ist jetzt online.

Ich bin 65, männlich, BMI 24, und seit einem halben Jahr

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich bin 65, männlich, BMI 24, und seit einem halben Jahr wegen Vorhofflimmern in kardiologischer Behandlung bei einem Klinikum im Norden Berlins. Ein spontanes Herzrasen wurde im Februar elektrisch kardiovertiert (nach erfolglosem medikamentösem Versuch). Der Effekt hielt aber nur kurz an. Im März auf Anraten der dortigen Kardiologen Ablation im gleichen Hause zur Behebung des persist. Vorhofflimmerns. Auch hier blieb der dauerhafte Erfolg aus, die HF stieg auf 120-130/min. Anfang Mai dann zweite Ablation (nach mehreren EKV), ebenfalls mit nur vorübergehendem Erfolg. Nachfolgende Behandlung mit Amiodaron, Flecainid wurde nicht vertragen und wieder beendet. Der beh. Kardiologe des Klinikums rät nun zu dritter Ablation EPU mit CTI, denn jetzt sei Vorhofflattern dominant. Die HF liegt jetzt z.Zt. zwischen 85 (morgens) und 110/min, der Blutdruck um 120/80, der Allgemeinzustand ist gut, wenn auch die Belastbarkeit nicht sehr hoch ist (Dauerlauf nur bis 400 m möglich) Die Hausärztin hält von alledem nichts, da nach ihrer Erfahrung die Ablations-Patienten spätestens nach 3 Jahren wieder unverändert bei ihr seien. Dennoch versorgt sie mich mit Medikamenten: Eliquis 5 mg 1-0-1 und Bisoprolol 2,5 mg 1-0-1 (bei Bedarf steigerungsfähig). - Ich suche nun eine unabhängige Drittmeinung: Lohnt eine weitere Ablation, die ja doch hohe Kosten verursacht und letztlich recht belastend ist (die letzte Ablation dauerte etwa 3 1/2 Stunden, der Klinikaufenthalt mit 3 EKV und Amiodaron-Einstieg kostete knapp 2 Wochen, und die sehr optimistischen Versprechungen der Klinik-Ärzte "weit über 80% Erfolgsrate" erfüllten sich nicht) oder könnte ein Normalbürger mit dem jetzigen Zustand, der Medikamention und etwas Sport einfach weiterleben? Vielen Dank! ***

Vielen Dank für Ihre Frage.

Ich bin Dr.Schürmann und werde Ihnen helfen.
Bitte haben Sie etwas Geduld, bis ich Ihre Frage überprüft habe.

Würde es sich weiterhin "nur" um Vorhofflimmern handeln, würde ich nicht zögern von einer erneuten Ablation abzuraten.

Das Vorhofflattern ändert die Situation leider grundlegend.

Es besteht das Risiko, dass die Vorhoferregungen von ca. 300/min 1:1 auf die Kammer übergeleitet werden, was einer lebensgefährlichen Situation entsprechen würde. Leider enttäuschen , wie Sie schon erlebt haben, Antiarrhythmika in der Therapie, weshalb die Ablation, diesmal allerdings auch mit dem Risiko eines konsekutiven AV-Blocks und nachfolgend notwendiger Schrittmacherimplantation eine gute Option ist. Alles in allem keine befriedigende Situation. Am besten hätte man das ursprüngliche Vorhofflimmern belassen und Betablocker plus Gerinnungshemmer gegeben.

Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Vielen Dank.
Der Kardiologe gibt für das Vorhofflattern eine Überleitung von 2:1 an.Zusatzfrage: Wenn man es macht, sollte man dann das Klinikum wechseln?
Hintergrund: Ich hatte an den Eindruck, dass man dort ein gewisses Interesse an (erfolgreichen) Ablationen hat. Die Termine bekam ich jedenfalls recht kurzfristig (innerhalb 1-2 Wochen). Leider bin ich darauf eingegangen ...
Auch wenn man finanzielle Gründe ausschließt (die Helios-Klinik in Berlin-Buch scheint insgesamt gut ausgelastet zu sein), könnte die dortige Kardiologie ein Interesse an hohen Ablations-Fallzahlen haben - zum Training und aus technologischen Gründen und auch weil man sich in Konkurrenz zum Herzzentrum der Berliner Charité befindet.Also: Lohnt ein Wechsel, z.B. zur Charité?
Freundlicher Gruß
D. Ullrich

Ja, ich würde wechseln, vor allem auch um in schwieriger Situation noch eine zweite Meinung eines spezialisierten interventionell tätigen kardiologischen Zentrums einzuholen.

Unternimmt man nichts, besteht das Risiko, dass die derzeitige 2:1 Überleitung in eine 1:1 Überleitung übergeht. Dies führt schlagartig zu einer Verdopplung der Kammerfrequenz.

Haben Sie noch Fragen? Ich antworte gerne!

Ansonsten danke ***** *****ür Ihre freundliche Bewertung.

Dr.Schürmann und weitere Experten für Kardiologie sind bereit, Ihnen zu helfen.