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rebuero24, Rechtsanwalt
Kategorie: Insolvenzrecht
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Ich habe einem damaligen "Freund" 6.000 EURO zinsfrei per

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich habe einem damaligen "Freund" 6.000 EURO zinsfrei per Überweisung im Sommer 2015 geliehen. Eine Rückzahlung war bis zum 31.12.2015 vereinbart. Bis heute habe ich keinen einzigen Cent trotz mehrfacher Rückzahlungszusage erhalten. Vor einigen Jahren (n.m.W. 2016/2017) beantragte dieser eine Privatinsolvenz, hat jedoch den bei mir offenen Betrag nicht im Insolvenzverfahren angegeben. zudem betriebt er das Unternehmen pickycompany.de als seine eigene UG, jedoch aus meiner Sicht eher erfolglos. Was kann ich unternehmen, um an mein Geld zu kommen? Handelt es sich um Betrug, da ich ihm Geld geliehen habe und er wohl schon zu diesem Zeitpunkt zahlungsunfähig gewesen ist? Und handelt es sich um Betrug, da das von mir gewährte Darlehn vor dem Insolvenzgericht nicht erwähnt worden ist? Kann dies bei ihm zur Verweigerung der Restschuldbefreiung führen?
Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Datei angehängt (3365LS1)

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne versuche ich Ihre Fragen summarisch zu beantworten.

Sofern eine Rückzahlungszeitpunkt vereinbart gewesen ist, könnte problematisch sein, dass hier bereits Verjährung eingetreten sein könnte. Bei Darlehen beginnt die Verjährung immer dann, wenn ein Rückzahlungszeitpunkt vereinbart gewesen ist. Die Verjährung bei Darlehensrückzahlungen unterliegt der regelmäßigen Verjährungsfrist von 3 Jahren, so das hier spätestens mit Ende des Jahres 2018 Verjährung eingetreten sein könnte.

Hier wäre zu schauen, ob es nicht noch andere verjährungshemmende Maßnahmen oder Absprachen gegeben hat.

Die Frage des Betruges ist zunächst strafrechtlich zu betrachten, kann aber dann verjährungsrechtlich relevant sein, wenn Sie deliktisch geschädigt worden sind.

Dies ist dann der Fall, wenn der Darlehensnehmer Ihnen vorgegaukelt hat in der Lage zu sein, das Geld auch zurückzuzahlen, wie also darüber getäuscht hat, dass er in der Lage gewesen ist, das Geld zurückzuzahlen, tatsächlich allerdings nie das Geld zurück zahlen wollte.

Dies müssen Sie dann allerdings nachweisen.

Dann können Sie die Rückzahlung im Rahmen des deliktischen Forderung innerhalb von 3 Jahren ab dem Ende des Jahres verlangen, indem Sie von der Betrugsabsicht des Schuldners Kenntnis erlangt haben.

Sofern ein Insolvenzverfahren anhängig gewesen ist, ist der Darlehensnehmer nicht verpflichtet, Forderungen nachzuweisen oder anzugeben. Zwar ist er hierzu zu vollständigen Angaben verpflichtet, aber es bestehen so gut wie keine Rechtswirkungen, wenn er dies nicht tut.

Vielmehr sollte der Darlehensgeber und Gläubiger auch regelmäßig die Insolvenzbekanntmachungen abrufen und hier im Rahmen der öffentlichen Zustellung prüfen, ob möglicherweise eine Insolvenz des ehemaligen Vertragspartners vorliegt.

Alleine Nichtangabe eines Gläubigers kann nicht zur Verweigerung der Restschuldbefreiung führen, denn diese wirkt nach § 301 InsO auch gegen Gläubiger, die ihre Forderung nicht angemeldet haben.

Lediglich wenn der Schuldner Sie vorsätzlich nicht angemeldet hat, könnte ein Schadensersatzanspruch gegen diesen bestehen. Den Vorsatz im Rahmen des § 826 BGB müssen Sie allerdings nachweisen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen zunächst einen Überblick geben konnte, auch wenn dieser zunächst nicht für so positiv ausfällt.

Sollten Sie dennoch Nachfragen haben, können Sie sich jederzeit gerne an mich wenden.

Wir anschließende positive Bewertung (3 bis 5 Sterne) freue ich mich.

Viele Grüße

Christian Joachim
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Findet auch dann eine Verjährung von drei Jahren statt, wenn der Schuldner immer wieder schriftlich angibt zu zahlen und dies dann doch nicht tut?

Vielen Dank für ihre Nachfrage.

Nein, denn dann könnte es sich möglicherweise um eine neue Zahlungsbestimmungen handeln, also eine neue vertragliche Vereinbarung über Einzahlungszeitpunkt und dann würde die Verjährung von neuem beginnen, wenn aus den Vereinbarungen ersichtlich ist, dass eine Zahlung des Betrages zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen soll.

Hier musste sich dann allerdings auch um den Gesamtbetrag handeln.

Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Wir hatten erst im November 2020 einen Rückzahlungsmodus von 50 EURO pro Monat vereinbart. Dieser ist dann aber auch wieder nicht eingehalten worden. Wie kann latenter Druck auf den Schuldner ausgeübt werden, so dass er möglicherweise zahlt? Was tut ihm weh, so das er sich mal in der Rückzahlung bewegt?

Eine anwaltliche Aufforderung könnte beispielsweise hilfreich sein. Ansonsten werden Sie nur mit gerichtlichen Druck weiterkommen, insbesondere auch, um einen entsprechenden Titel zu erstreiten, mit dem Sie dann vollstrecken können.

Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Schuldner schreibt mir eben: Mache mir ständig Gedanken über eine Rückzahlung. Ab Februar läuft es bei mir wieder an. . . . Dann kann ich Dir monatlich 50 EURO überweisen und sobald sich hier alles normalisiert dann auch mal mehr. Ich würde dich nur bitten keinen Anwalt einzuschalten. Nicht wegen der Konsequenz, die macht mir nichts. Mein Insolvenzverfahren ist eh unnötig gewesen und hilft mir in keiner Weise. Aber mehr als zusätzliche Kosten würde es Dir auch nichts bringen.Wie sollte ich jetzt damit umgehen?

Schließen Sie mit ihm eine neue Rückzahlungsvereinbarung. Dann haben Sie einen neuen Vertrag und die Verjährung ist insofern auch gesichert, im Übrigen spielt dann auch die Insolvenz keine Rolle mehr, dass sich im Zweifel um eine neue Forderung handelt.

Sollten Sie Hilfe bei einer Formulierung benötigen, können Sie sich gerne an mich wenden.

Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Können Sie mir eine Muster-Formulierung an meine eMail zukommen lassen?***@******.***

Sehr geehrter Fragesteller,

Ich kann Ihnen gerne ein Angebot hier zu unterbreiten. Eine Abgeltung mit der Beratung ist leider nicht möglich, da hier eine weitergehende Tätigkeit notwendig wird.

Ich sende dieses an Ihre E-Mail-Adresse.

Bitte bewerten Sie auch noch meine Antwort positiv.

Vielen Dank.

Viele Grüße

Christian Joachim
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Bitte senden Sie mir ein Angebot an meine eMail. ich komme auf Sie zu, wenn sich der Schuldner darauf einlässt.

In Ordnung. Bitte bewerten Sie auch noch meine Antwort positiv.

Vielen Dank.

Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Noch eine letzte Nachfrage hinsichtlich einer Rückzahlungsvereinbarung. Muss ich die Unterschrift vom Schuldner im Original auf der Vereinbarung vorliegen haben oder würde es auch ausreichen, wenn ich dem Schuldner eine Vereinbarung zusende, dieser diese ausdruckt, unterzeichnet, als pdf einscannt und an mich zurück mailt?

Die Originalunterschrift ist im Zweifel besser, wenn Sie die Zahlungsvereinbarung als Urkunde in einem gerichtlichen Verfahren als Beweismittel verwenden wollen.

Kunde: hat geantwortet vor 11 Tagen.
Aber reicht ein pdf als Nachweis nicht aus, wenn der Schuldner jetzt ab 01.02. die erste Rate zahlen würde?Wg. Corona ist das momentan in Berlin alles etwas schwierig.

Nicht als Beweismittel in einem Zivilprozess, wenn dies bestritten wird.

rebuero24 und weitere Experten für Insolvenzrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.