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Kianusch Ayazi
Kianusch Ayazi,
Kategorie: Insolvenzrecht
Zufriedene Kunden: 945
Erfahrung:  Juristischer Mitarbeiter at ProfDrPannenRAe
106185746
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Kianusch Ayazi ist jetzt online.

Ich habe heute vom Nachlassgericht erfahren, dass ich das

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich habe heute vom Nachlassgericht erfahren, dass ich das Erbe meines Vaters nie ausgeschlagen habe. Er ist vor 6 Jahren verstorben... Ich bin also Erbe geworden, mit meinem Bruder, wie uns mittgeteilt wurde.Jetzt frage ich mich, kann nur ich Insolvenz anmelden oder müssen beide Insolvenz anmelden? Denn es sind über 100 Tausend EURO noch offen und ich verdiene 2000 Netto und mein Bruder auch. Wir werden das also nie abzahlen können.Es heißt immer, man macht sich als Erbe Schadensersatzpflichtig... was heißt das? Kann ich dafür überhaupt Insolvenz anmelden? Die Titel laufen alle noch auf meinen Vater, aber wir sind die Erben und für eine Nachlassinsolvenz ist es zu spät.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),
haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerne helfe ich Ihnen.
Bitte teilen Sie mir ergänzend mit: Haben Sie damals das Erbe ganz bewusst nicht ausgeschlagen? Oder ist dies irrtümlich nicht geschehen bzw. wussten Sie nichts vom Ableben Ihres Vaters? Hatten Sie Kenntnis von der Überschuldung des Nachlasses?

Gerne stehe ich Ihnen der Einfachheit halber auch für ein telefonisches Beratungsgespräch zur Verfügung, in dem wir alle Ihre Fragen besprechen können. Buchen Sie dieses gern als Premium-Service hinzu.
Mit freundlichen Grüßen
Kianusch Ayazi, LL.B. (Bucerius Law School)
- Rechtsanwalt -

Kunde: hat geantwortet vor 5 Tagen.
Er wurde ermordet und damals war eine Dame vom Weißen Ring da und fragte, ob ich es annehme? Ich meinte nein. Ich dachte, damit sei es abgelehnt. Ich habe aber nie was unterschrieben und nie bei Gericht oder Notar ausgeschlagen. Ich wusste seit dem Tag seines Todes vom Ableben und auch von den Schulden wusste ich... mir war klar, es sind nur Schulden vorhanden. Aber ich dachte immer, ich sei kein Erbe, weil nie was vom Gericht kam.

Ich verstehe. Vielen Dank für Ihre Nachricht.

Bitte gedulden Sie sich einen Augenblick, während ich meine Einschätzung für Sie ausformuliere. Sie erhalten in Kürze eine Antwort von mir.

Vielen Dank für Ihre Geduld.

Sie geben an, dass Sie gegenüber der Mitarbeiterin des Weißen Rings mitteilten, dass Sie das Erbe ausschlagen wollten. Sie gingen dabei aus, dass Sie hierdurch das Erbe wirksam ausschlagen würden.

Damit haben Sie das Erbe nicht wirksam ausgeschlagen, da die Ausschlagungserklärung bei der richtigen Stelle erklärt werden muss, wobei diese Erklärung formbedürftig ist.

Da Sie sich jedoch im Irrtum befanden, können Sie die Erbannahme ausnahmsweise anfechten. Dies geht in Ihrem Fall ausnahmsweise nach Ablauf der Sechswochenfrist aufgrund des vorgenannten Irrtums, dem Sie unterlagen. In der Folge gilt das Erbe als ausgeschlagen.

Ich möchte Ihnen empfehlen, dass Sie schnellstmöglich einen im Bereich Erbrecht tätigen Anwalt vor Ort aufsuchen, um die Anfechtung so bald wie möglich zu erklären.

Konnte ich Ihnen damit behilflich sein?
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Kunde: hat geantwortet vor 5 Tagen.
Ich kann das aber nicht beweisen, dass ich das gesagt habe :/
Wie soll ich die Anfechtung dann begründen ? Die Mitarbeiterin wird das auch bestimmt nicht bestätigen können, nach so vielen Jahren.
Und es gab schon Pfändungen meines Gehalts, die an die GLäubiger geflossen sind... vor 2 Jahren. schon...

Geht so eine Anfechtung dann überhaupt noch? Ich wusste es ja schon lange dann.

Wenn Sie das gegenüber der Mitarbeiterin des Weißen Rings erklärt haben, so können Sie - wenn es zum Streitfall kommen sollte - den Beweis dadurch antreten, dass Sie die Mitarbeiterin des Weißen Rings als Zeugin benennen.

Weiter können Sie sich auf Ihre Rechtsunkenntnis berufen. Wenn Sie von der Existenz, dem Lauf und/oder den Folgen der gesetzlichen Ausschlagungsfrist keine Kenntnis hatten, so stellt dies ebenso einen Anfechtungsgrund dar.

Das Erbe gilt in der Folge als rückwirkend ausgeschlagen, d.h. auch mit Wirkung für die Vergangenheit.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Tagen.
Und das geht, wenn sowas 5-6 Jahre her ist? Ich kenne nicht mal den Namen der Mitarbeiterin...
Und ich hab ja auch nichts unternommen, obwohl schon mein Gehalt gepfändet wurde und es wurden schon etliche hundert gepfändet...

Vielen Dank für Ihre Nachricht. Gemäß § 1954 I, II 1 BGB kann die Anfechtung binnen sechs Wochen nach dem Zeitpunkt erfolgen, in welchem Sie von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt haben - daher mein Rat, schnellstmöglich einen Erbrechtsanwalt aufzusuchen, mit dessen Hilfe Sie die Anfechtung unverzüglich erklären sollten. Die Anfechtung kann gemäß § 1954 IV BGB spätestens nach Ablauf von 30 Jahren ab Annahme der Erbschaft erklärt werden - damit ist die Anfechtung auch nach 5-6 Jahren nicht kategorisch ausgeschlossen.

Konnte ich Ihnen damit behilflich sein?
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Kianusch Ayazi und weitere Experten für Insolvenzrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.