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Matina Raisch
Matina Raisch,
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 8
Erfahrung:  Inhaberin at Tierarztpraxis f. Tierverhaltenstherapie
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Matina Raisch ist jetzt online.

Wir haben seit drei Monaten einen mischling von vier Jahren,

Diese Antwort wurde bewertet:

Wir haben seit drei Monaten einen mischling von vier Jahren, er stammt aus Rumänien.Er ist draußen ganz lieb , geht gut an der Leine, auf sicheren wegen auch ohne, verträglich mit allem was entgegen kommt, ein liebevoller freundlicher Kerl. Mit uns zuhause auch problemlos aber Besucher kläfft er an und schnappt. Das macht er leider auch wenn die Menschen länger bei uns sind ( Stunden oder sogar Tage), sowie sie sich bewegen rastet er aus. Sitzen sie irgendwo lässt er sich streicheln und knuddeln oder beachtet sie nicht, aber wehe sie bewegen sich. Das Verhalten nervt ziemlich und wir sind ratlos und wissen nicht wie wir richtig reagieren sollen, es ist einfach unberechenbar.
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Sehr geehrter JustAnswer-Nutzer,

vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrer Anfrage an JustAnswer gewandt haben.

Als Tierärztin bin ich seit 2010 auf das Fachgebiet Tierverhaltenstherapie spezialisiert und betreibe auch in München eine tierärztliche Fachpraxis für Verhaltensmedizin. Gerne möchte ich Ihnen mit meiner Einschätzung weiterhelfen. Bitte beachten Sie jedoch, dass eine Online-Beratung keine Untersuchung vor Ort durch einen Tierarzt für Tierverhaltenstherapie ersetzen kann.

Durch eine Fernberatung kann ich die Ursachen für das aggressive Verhalten Ihres Hundes leider nicht eindeutig herausfinden. Das Verhalten Ihres Hundes könnte jedoch territorial bedingt sein. Als Territorium sieht ein Hund den Bereich, in dem er Zugang zu begrenzten Ressourcen (z.B. Futter, Schlafplatz) hat. Diese Form der Aggression äußert sich üblicherweise in lautstarker Drohung und zielt durch Anrempeln, Anspringen oder auch Schnappen und Beißen darauf ab, den Eindringling an der Fortbewegung zu hindern. Üblich für die territoriale Aggression ist daher, dass ein Eindringling (z.B. Besucher) sich im Territorium nicht bewegen darf. Solange also der Besuch sitzt, kann für einen territorial aggressiven Hund alles in Ordnung sein. Sobald sich der Besucher jedoch bewegt, reagiert der Hund jedoch mit Aggression. Territorial aggressives Verhalten kommt häufiger bei eher unsicheren, ängstlicheren Hunden vor als bei besonders selbstsicheren Tieren.

Ich empfehle Ihnen daher, sich für eine ausführliche Anamnese und Diagnose an einen erfahrenen Tierarzt für Verhaltenstherapie zu wenden, damit das Training auf den individuellen Hund und Ihre häusliche Situation abgestimmt werden kann. Bis Sie einen geeigneten Verhaltenstherapeuten in Ihrer Gegend gefunden haben, sind Managementmaßnahmen sinnvoll, damit Ihr Besuch nicht zu Schaden kommt und Ihr Hund das unerwünschte Verhalten nicht weiter trainieren kann. Möglichkeiten dazu sind:

  1. Legen Sie dem Hund eine Leine an, während Ihr Besuch bei Ihnen ist. Mit dieser können Sie ihn kommentar- und emotionslos festhalten, wenn eine Situation bevorsteht, in der Ihr Hund vermutlich gleich aggressives Verhalten zeigen wird.

  2. Legen Sie Ihrem Hund in Anwesenheit von Besuchern einen Maulkorb an. Dies ist nicht nur wichtig, um Menschen vor Verletzungen zu schützen, sondern auch, damit Ihr Hund das unerwünschte Verhalten nicht weiter üben kann.

  3. Strafen Sie Ihren Hund nicht für unerwünschtes Verhalten. Strafe ändert nichts an der zugrunde liegenden Emotion und damit an der Motivation des Hundes, sich aggressiv zu verhalten. Ganz im Gegenteil. Jede Strafe kann die aggressive Bereitschaft sogar weiter verschlechtern. Durch Schimpfen lernt der Hund z.B., die Drohphase (für die er geschimpft wird) zu überspringen und direkt anzugreifen. Droht ein Hund vor einem tatsächlichen Angriff nicht mehr, ist er unberechenbar und damit besonders gefährlich.

  4. Lernen Sie Ihrem Hund, sich auf Kommando auf seinen Platz zu legen und dort zu bleiben, bis Sie das Kommando wieder aufheben. So können Sie den Hund auf seinen Platz schicken, bevor er aggressives Verhalten zeigt. Alternativ wäre auch ein Boxentraining möglich, bei dem Ihr Hund die Box als sicheren Rückzugsort kennenlernt. Das Training dazu sollten Sie jedoch am besten zusammen mit einem erfahrenen Trainer beginnen.

  5. Trainieren Sie in jedem Fall am Grundgehorsam Ihres Hundes, damit Sie Ihren Hund durch Kommandos zu jeder Zeit unter Kontrolle halten können.

  6. Handeln Sie immer vorausschauend präventiv. Wenn Ihr Besuch sich z.B. bewegen möchte und Sie erahnen, dass Ihr Hund nun aggressiv reagieren könnte, rufen Sie ihn vorher zu sich und halten Sie ihn z.B. an einer Leine, so dass es das unerwünschte Verhalten nicht ausführen kann. Fordern Sie seine Aufmerksamkeit und trainieren Sie mit ihm gezielt Gehorsamsübungen, während Ihr Besucher sich im Raum bewegt. Ziel ist, dass Ihr Hund kooperatives Verhalten Ihnen gegenüber zeigt und dass er sich dafür Belohnungen in Form von Futter erarbeiten kann.

  7. Wichtig ist, den Hund nicht versehentlich für aggressives Verhalten zu belohnen. Belohnen Sie ihn daher immer nur für braves Verhalten. Beachten Sie, dass jede Form der Aufmerksamkeit (ansehen, ansprechen, anfassen, füttern) eine Belohnung für Ihren Hund darstellen kann.

Studien haben gezeigt, dass gerade territoriale Aggression stark durch den Proteingehalt im Futter beeinflusst wird. Zu empfehlen ist daher ein Trockenfutter mit sehr niedrigem Proteingehalt. Ich empfehle ein Trockenfutter, bei dem der deklarierte Gehalt an Protein maximal bei 20% liegt, optimal wäre noch weniger. Nassfutter ist nicht geeignet für Ihren Hund, da der Gehalt an Protein in Nassfutter immer deutlich höher ist, als bei Trockenfutter. Die rein deklarierten Werte von Nassfutter und Trockenfutter können Sie nicht eins zu eins vergleichen, da der Wassergehalt in den beiden Futtern deutlich unterschiedlich ist.

Auch wenn ich Ihnen daher nun kein genaues Vorgehen beim Training empfehlen kann, hoffe ich Ihnen dennoch ein wenig weitergeholfen zu haben. Ich wünsche Ihnen und Ihrem Hund alles Gute und eine entspannte gemeinsam Zukunft.

Haben Sie noch weitere Fragen dazu? Dann schreiben Sie mir gerne noch einmal. Falls Sie keine Frage mehr haben, freue ich mich über Ihre positive Bewertung (3, 4 oder 5 Sterne), denn als Expertin werde ich nur im Falle einer positiven Bewertung von JustAnswer bezahlt. Die Bewertung können Sie ganz einfach über die Bewertungssterne abgeben. Klicken Sie dazu bitte auf den dritten, vierten oder fünften Stern. Vielen lieben Dank.

Viele Grüße

Matina Raisch
Tierärztin für Tierverhaltenstherapie

www.tierpsychologie-muenchen.de

Matina Raisch,
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 8
Erfahrung: Inhaberin at Tierarztpraxis f. Tierverhaltenstherapie
Matina Raisch und weitere Experten für Hundetrainer sind bereit, Ihnen zu helfen.