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Matina Raisch
Matina Raisch,
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 8
Erfahrung:  Inhaberin at Tierarztpraxis f. Tierverhaltenstherapie
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Matina Raisch ist jetzt online.

Aggressives Verhalten gegenüber anderen Hunden

Diese Antwort wurde bewertet:

Aggressives Verhalten gegenüber anderen Hunden
Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,
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Vielen Dank ***** ***** Geduld.
Ihr JustAnswer Moderatoren-Team

Sehr geehrter JustAnswer-Nutzer,

vielen Dank, ***** ***** sich mit Ihrer Anfrage an JustAnswer gewandt haben.

Als Tierärztin bin ich seit 2010 auf das Fachgebiet Tierverhaltenstherapie spezialisiert und betreibe in München eine tierärztliche Fachpraxis für Tierpsychologie und Verhaltensmedizin. Gerne möchte ich Ihnen weiterhelfen. Bitte beachten Sie jedoch, dass eine Online-Beratung grundsätzlich keine Untersuchung vor Ort durch einen Tierarzt ersetzen kann.

Vorab müsste ich mir ein besseres Bild von Ihrem Hund und dem Problem machen. Hierfür benötige ich noch etwas detailliertere Informationen:

  1. Woher stammt Ihr Hund und mit welchem Alter haben Sie ihn bekommen?
  2. Welche Kommandos beherrscht Ihr Hund? Und welche Schulnote würden Sie Ihrem Hund für die einzelnen Kommandos geben - ohne Ablenkung und mit Ablenkung?
  3. Wann ist Ihnen zum ersten Mal aufgefallen, dass Ihr Hund Probleme mit anderen Hunden hat?
  4. Reagiert Ihr Hund aggressiv gegenüber allen Hunden? Oder verträgt er sich auch mit manchen?
  5. Können Sie bitte 2 Situationen aus der letzten Zeit kurz beschreiben? Wo hat sich die Situation abgespielt, was für ein Hund war der Auslöser für das aggressive Verhalten, wie hat Ihr Hund reagiert, wie haben Sie reagiert? Wann hat sich Ihr Hund wieder beruhigt, …
  6. Hat Ihr Hund schon einmal ein anderes Tier verletzt?
  7. Welches Futter bekommt Ihr Hund?

Können Sei mir bitte auch mitteilen, wie Ihre spezielle(n) Frage(n) zu dem Problem sind?

Viele Grüße

Matina Raisch
Tierärztin für Tierverhaltenstherapie

www.tierpsychologie-muenchen.de

Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Laika ist 6 Jahre alt und seit sie 12 Wochen ist lebt sie bei uns. Wir haben sie von ihrem Besitzer direkt bekommen und beide Elternteile kennengelernt. Sie beherrscht eigentlich alle Kommandos aber ab und an versucht sie sich drüber hinweg zu setzen.
Sie spielt auch mit anderen Hunden aber bei meistens Weibchen müssen wir sehr aufpassen. Sie ist an der Leine gerade bei Weibchen sehr aggressiv und jetzt im Urlaub hat sie sich losgerissen und eine andere Hündin gebissen. Wir können es uns nicht erklären da die andere Hündin nichts gemacht hat. So haben wir Laika noch nicht erlebt. Sie hat sich zwar sofort zurück rufen lassen war dann auch wieder ruhig aber ich war echt geschockt.
Wir füttern Nassfutter von Vet Concept.
LG Kerstin Albert

Sehr geehrte JustAnswer-Nutzerin,

vielen Dank für die Rückmeldung. Damit kann ich die Situation schon etwas besser einschätzen.

Gerade Aggressionsprobleme von Hunden, bei denen schon ein anderes Tier oder ein Mensch zu Schaden gekommen sind, gehören dringend behandelt und in die Hände eines erfahrenen Hundetrainers oder eines erfahrenen Tierarztes für Tierverhaltenstherapie. Je öfter ein Verhalten ausgeführt wird und je mehr es sich für den Hund lohnt, desto besser wird es von dem Hund trainiert und desto häufiger und intensiver wird es dann auch wieder gezeigt. Daher ist bei Aggressionsproblemen mit einer kontinuierlichen Verschlechterung zu rechnen, wenn nicht gezielt gegengesteuert und trainiert wird.

Unabhängig von meinen Empfehlungen, die ich Ihnen im Folgenden gerne gebe, sollten Sie sich dringend an eine Person vor Ort wenden, die eine umfangreiche Anamnese des Problemverhalten Ihres Hundes durchführt und dann gemeinsam mit Ihnen ein für Ihren Hund passendes Training umsetzt. Oft ist es wichtig, dass einzelne Übungen unter Anleitung trainiert werden, so dass die Übungen korrekt (besonders hinsichtlich Timing) durchgeführt werden. Auch habe ich aus der Ferne leider nur eine sehr eingeschränkte Beurteilungsmöglichkeit des Problems, da mir viele Informationen fehlen und ich Ihren Hund auch nicht persönlich sehen und im Verhalten beobachten kann.

Was ich Ihnen jedoch gerne empfehle:

  1. Die Probleme treten offenbar nur oder überwiegend in Gegenwart anderer Weibchen auf. Dies könnte darauf hindeuten, dass das aggressive Verhalten Ihrer Hündin hormonell bedingt ist, sofern Ihre Hündin nicht kastriert ist. Aggressives Verhalten zwischen Hündinnen ist gar nicht soselten. Allerdings wird ein Verhalten durch Lernerfahrungen verfestigt, weshalbeine Kastration in diesem Fall keinen Einfluss mehr auf das Verhalten hat. Daher muss – auch wenn das Verhalten ursächlich hormonell bedingt ist oder war – die Therapie durch ein gutes Training erfolgen.
  2. Trainieren Sie mit Ihrem Hund eine wirklich guten Grundgehorsam. Dies ist die oberste und wichtigste Basis für alle weiterenTrainingsschritte. Das Training muss auf positiver Bestärkung beruhen und die Belohnung sollte (bei bereits bekannten Kommandos) je nach Ausführung variabel sein. Variabel bedeutet z.B.: Für besonders guten Gehorsam (z.B. sehr schnelle Befolgung desKommandos) bekommt Ihr Hund ein Leckerchen und verbalen „Jubel“. Für schnelle Ausführung ein Leckerchen und verbales Lob. Für mäßig schnelle Ausführung ein verbales Lob und Streicheln, für langsame Ausführung nur ein kurzes und neutrales „fein“. Für schlechte Ausführung kein Lob. Ihr Hund wird dadurch von ganz alleine immer besser/schneller folgen, da sich ein besseres/schnelleres Folgen ja auch deutlich mehr lohnt. Trainieren Sie den Gehorsam auch unbedingt unter steigender Ablenkung. Üben Sie alle Grundkommandos täglich überall im Alltag, auf jedem Spaziergang, zuhause, im Treppenhaus, im Einkaufszentrum, im Garten, … Ihr Hund soll zu jeder Zeit gerne mit Ihnen zusammenarbeiten und sein Gehorsam soll sich stetig verbessern. Durch die variable Belohnung kann dies erreicht werden. Dies ist wichtig, damit Ihr Hund auch in schwierigen Situationen bald schon besser kontrollierbar ist und damit Ihr Hund gerne mit Ihnen zusammenarbeitet und Ihnen Aufmerksamkeit schenkt.
  3. Sofern Sie mit Ihrem Hund Klickertraining gemacht haben,sollten Sie dies weiter durchführen. Das Training eines „Schau“-Kommandos ist besonders hilfreich für das weitere Vorgehen, denn dadurch können Sie die direkte Aufmerksamkeit Ihres Hundes auf Kommando bekommen. Dieses Kommando lässt sich besonders einfach durch einen Klicker trainieren. Im Internet und bei Youtube finden Sieviele Videos dazu, wie das Kommando trainieret werden kann.
  4. Vermeiden Sie alle Situationen, in denen Ihre Hündin aggressives Verhalten zeigt. Wenn Sie einen Hund in der Ferne sehen, den Ihre Hündin nicht mag, versuchen Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Hündin zu bekommen und zu halten (so dass diese Ihnen freudig ins Gesicht schaut). Je nach Hund kann dies z.B. durch freudiges Fuß-Gehen, durch ein Schau-Kommando, … erfolgen. Belohnen Sie Ihre Hündin für das gute Verhalten – verbal oder auch mit Leckerchen.Achten Sie darauf, Ihre Hündin immer nur dann zu loben, wenn sie NICHT den anderen Hund anschaut sondern Sie anschaut oder sich auf ihre Kommandos konzentriert! Halten Sie außerdem den Abstand zu diesem anderen Hund so groß,dass Ihre Hündin gerade noch auf Sie konzentriert bleibt und nicht an der Leine zieht, den anderen Hund nicht mit Blicken fixiert, keine Drohung zeigt, … Loben Sie Ihre Hündin durchgehend, solange sie sich ruhig und brav verhält. Stellen Sie sämtliche Kommunikation mit Ihrer Hündin ein, sobald sie anfängt, sich nicht mehr brav zu verhalten (addieren Sie z.B. nun Primzahlen im Kopf, so dass Sie auch nicht mehr in Gedanken bei Ihrem Hund sind) und vergrößern Sie sofort den Abstand zu dem anderen Hund so weit, bis Sie sich sicher sind, dass Sie nun wieder die Aufmerksamkeit Ihrer Hündin bekommen. Ihre Hündin wird dadurch langsam lernen, dass Sie als Besitzerin a) dafür sorgen, dass der andere Hund weit genug weg bleibt. Ihre Hündin muss sich also nicht mehr selbst darum kümmern, einen Abstand durch Aggression zu schaffen. Und b) wird Ihre Hündin lernen, dass es positive Auswirkungen hat, wenn sie Ihnen ihre Aufmerksamkeit schenkt, da sie dafür Leckerchen und Lob bekommt. Ihre Hündin kann so Schritt für Schritt lernen, den anderen Hund zu ignorieren. Dies wird nicht von heute auf morgen geschehen, doch es sollte sich im Lauf der Zeit eine Besserung einstellen. Hilfreich ist es hier vor allem auch einTagebuch mit den einzelnen Situationen zu führen. Wenn Sie heute z.B.aufschreiben, dass Ihre Hündin bei Hund XY eine Entfernung von 50m erträgt, ohne Aggression zu zeigen und in 2 Monaten schreiben Sie auf, dass Ihre Hündin diesen Hund nun in 20m Entfernung erträgt, dann wird der Fortschritt deutlich.
  5. Ihre Hündin sollte weiterhin viele positive Erfahrung mitanderen Hunden machen. Sofern Sie wissen, dass sich Ihre Hündin mit einem anderen Hund gut verträgt, lassen Sie Ihre Hündin also weiterhin spielen.Achten Sie jedoch darauf, dass Sie auch hier immer die Kontrolle haben: Ihre Hündin soll sich auf Sie konzentrieren, bis Sie Ihre Hündin von der Leine lassen. Fordern Sie zumindest immer ein Kommando wie „Hier“ oder „Sitz“ ein, bevor Sie die Hündin ableinen und zu dem anderen Hund laufen lassen. Dadurch können Sie Ihrer Hündin eine bessere Frustrationstolleranz antrainieren und auch mehr Selbstkontrolle, Selbstbeherrschung, … Ihre Hündin muss lernen, dass sie positive Dinge (z.B. Freilauf, Ansprache, …) nur noch dann erhält, wenn Sie dafür etwas gemacht hat (z.B. Sitz, Ihnen ins Gesicht schauen, …). Eine freudige Kooperation mit Ihnen ist das oberste Gebot.
  6. Abschließend empfehle ich Ihnen die Umstellung auf ein Trockenfutter mit einem deklarierten Proteingehalt von weniger als 22% (optimalerweise noch weniger). Feuchtfutter enthält sehr viel Protein. Ein hoher Proteingehalt in der Ration hat jedoch ein negative Auswirkung auf den Tryptophantransport ins Gehirn, weshalb dann auch weniger Serotonin (ein Botenstoffm, der ausgleichend auf das Verhalten eines Hundes wirkt) gebildet wreden kann. In Studien hat sich sogar gezeigt, dass allein durch eine proteinarme Ernährung manche Aggressionsprobleme komplett verschwinden.

Ich denke, dass sich durch diese Maßnahmen bereits Fortschritte machen lassen können. Allerdings ist es schwer, solche Empfehlungen alleine umzusetzen. Die Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Person vor Ort halte ich daher für sehr hilfreich und unter Umständen auch nötig. geeignete Tierärzte für Tierverhaltenstherapie finden Sie z.B. unter gtvmt.de. Auch muss ich an dieser Stelle empfehlen, die Hündin an das Tragen eines Maulkorbes zu gewöhnen, den sie künftig bei Spaziergängen angelegt bekommt, bis sich ihr Verhalten gebessert hat. Nur so können weitere Verletzungen anderer Hunde zuverlässig ausgeschlossen werden. Die Bissprävention ist extrem wichtig.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen somit ein wenig weiterhelfen.

Haben Sie noch weitere Fragen dazu? Dann schreiben Sie mir gerne noch einmal. Falls Sie keine Frage mehr haben, freue ich mich über Ihre positive Bewertung (3, 4 oder 5 Sterne), denn als Expertin werde ich nur im Falle einer positiven Bewertung von JustAnswer bezahlt. Die Bewertung können Sie ganz einfach überdie Bewertungssterne abgeben. Klicken Sie dazu bitte auf den dritten, vierten oder fünften Stern. Vielen lieben Dank.

Beste Grüße

Matina Raisch
Tierärztin für Tierverhaltenstherapie

www.tierpsychologie-muenchen.de

Sehr geehrter JustAnswer-Nutzer,

hatten Sie bereits Zeit, sich die Informationen durchzulesen? Haben Sie noch weitere Fragen oder konnte ich Ihnen weiterhlefen?

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Beste Grüße

Matina Raisch
Tierärztin für Tierverhaltenstherapie

www.tierpsychologie-muenchen.de

Matina Raisch,
Kategorie: Hundetrainer
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