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Sit-HappensDE
Sit-HappensDE, Hundeverhaltensberater nSB ®
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 601
Erfahrung:  Hundeverhaltensberater nSB® mit Abschluss und Leiter der Sit Happens - Hundepsychlogischen Beratung. Autor des Ratgebers das Alpha Prinzip - 14 goldene Regeln für Hundehalter.
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Guten Tag. Seit ca: 5 Monaten haben wir einen Zweithund. Die

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag. Seit ca: 5 Monaten haben wir einen Zweithund. Die Pinschermixdame heisst Anja und ist ungefähr 14 Monate alt. Wir haben sie aus einem Tierheim in Polen. Sie ist sehr verspielt, anhänglich und auch recht folgsam. Nach etwa 3 Wochen hat sie angefangen auf andere Hunde los zu gehen. Wir vermuten, dass sie einen ausgeprägten Beschützerinstinkt hat. Unsere kleine Chihuahuahündin Kim wird von Anja sehr beschützt, wie auch unser Sohn, der schon 13 Jahre alt ist. Unsere Kim hatte noch nie Probleme mit anderen Hunden. Jetzt wird fast jeder Hund angegriffen, der uns entgegenkommt. Wenn Anja einen Kong im Maul hat, findet sie andere Hunde eher uninteressant. Dann konzentriert sie sich nur auf ihr Spielzeug, dass ich ihr immer wieder werfe. Ich habe von meiner Schwägerin ein funkgesteuertes Drucklufthalsband bekommen. Wenn Anja nicht folgt, kann ich bei mir aufs Knöpfchen drücken. Bei Anja kommt dann einen kleinen Schub Druckluft rauss und sie erschrickt. Aber ich glaube, sie reagiert durch das noch agressiver. Können sie mir helfen?
Hallo und willkommen hier bei Just Answer. Ich freue mich darauf, Ihre Fragen zum Thema Hund beantworten zu dürfen.

Hallo,

tun Sie sich selbst einen Gefallen und geben Sie bitte das Druckluftgerät schleunigst Ihrer Schwägerin zurück bzw. entsorgen Sie es noch besser direkt in der nächsten Tonne. Zum einen Schaden Sie mit solchen Dingen erheblich der Bindung zum Hund und zum anderen lernt Ihr Hund daraus nichts positives. Im Gegenteil, das haben Sie wohl auch schon selbst beobachtet, reagieren die Hunde mit so einen Ding um den Hals einfach aggressiver als vorher. Was auch völlig normal ist, denn sie sehen ihren "Erzfeind", sind damit schon deutlich angespannt und dann erfolgt noch ein Schub der Druckluft, Zitronenduft etc. oder der Hund empfindet gleichzeitig sogar noch Schmerz dabei, dann verknüpft er alles was gerade in dem Moment passiert mit den "Erzfeind" und dadurch lösen Sie nicht das Problem sondern verstärken es auch noch!!

Selbst wenn das Gerät Ihnen helfen würde, die Aggression gegenüber Artgenossen einzudämmen, haben Sie das Problem leider nicht gelöst. Denn Sie therapieren da nur das Symptom (die Aggressivität) aber nicht die Ursache (Warum tut Ihr Hund das?), somit wird sich die eigentliche Ursache nach ein paar Tagen, Wochen, Monaten erneut manifestieren, nur diesmal in noch stärkerer Ausprägung als vorher.

Von daher sollten Sie von solchen Dingen immer absehen, denn sie bringen überhaupt nichts und schaden nur Halter und Hund.

Mit Spielen ablenken ist zwar nicht optimal, aber kann gemacht werden.
Auf den Boden drücken bedeutet nichts anderes als eine Tötungserklärung Ihrerseits an Ihren Hund (bitte vermeiden).
Eine Pfeife? Dazu muss der Hund gelernt haben, auf diese Pfeife zu hören und alles abzubrechen, sonst hilft Sie nicht. Bei Stresssituationen besteht zu 100% kein Erfolg
Der Liebesentzug - Ihr Hund lebt im hier und jetzt und verknüpft Handlungen die in direkter Folge (1-3 Sekunden) geschehen. Kommt dies zu spät, weiß Ihr Hund gar nicht mehr, warum Sie ihn ignorieren. Was wiederum die Bindung schadet, denn Ihr Hund wird Ihnen gegenüber unsicherer und unsicherer. Also ist auch das keine gute Lösung.

Also, wie können Sie Ihrem Hund beibringen, das es keinen Grund gibt sich zu Stressen oder das Rudel beschützen zu müssen (das steht ihm nicht zu, nur Ihnen).

Zunächst einmal muss die Rangordnung festgelegt werden, denn nicht Ihre kleine Fellnase ist der Chef im Haus und auf den Sparziergängen, sondern ganz alleine SIE!!!

Wichtig ist, dass Sie für den Hund als Ressource gelten und sich damit auch als Rudelführer aufstellen.
Ein Hund sollte den Menschen als "Ressource" sehen, denn von ihn bekommt er sein Futter, Wasser, Zuneigung. Einfach alles war er zum überleben braucht. Hat der Hund aber ständig und zu jeder Tages- & Nachtzeit Zugang zu Futter (zu Wasser sollte er immer Zugang haben) oder zu Spielzeug, warum sollte er dann noch auf Sie hören?

Ich möchte hier einmal ein Beispiel geben:
Jemand gibt Ihnen monatlich 3000 Euro fürs Nichtstun. Einfach so. Wie groß wäre Ihre Bereitschaft nach einiger Zeit, weiterhin jeden Tag zu Ihrer Arbeit zu gehen?

Was sollten Sie also daher beachten?



  1. Nichts gibt es mehr "umsonst". Erst tut Ihr Hund etwas für Sie (z. B. bevor er sein Futter bekommt ein Sitz machen).
  2. Keine Zerrspiele
  3. Spielzeug liegt ab sofort zu keiner Zeit mehr nur so frei in der Wohnung rum. Spielzeug ist für den Hund Beute.
  4. Egal durch welche Türen Sie gehen, bei denen Ihr Hund Ihnen folgt, SIE gehen zuerst durch.
  5. Fordert Ihr Hund Sie zum spielen auf oder fordert er etwas anderes ein, wird er von Ihnen konsequent ignoriert.
  6. Jede Spielaufforderung (dabei dürfen Sie dann auch das weg geräumte Spielzeug rausholen) geht nur noch von Ihnen aus. Nach dem Sie gespielt haben, wird das Spielzeug wieder weg geräumt.
  7. Sofa, Bett oder andere erhöhten Liegeplätze sind vorerst, während des Trainings, tabu.
  8. Fressen bekommt Ihr Hund vorerst nur aus seinem Napf, den Sie ihm festhalten oder Sie füttern Ihren Hund direkt aus der Hand. Richten Sie auch feste Fressenszeiten ein zu denen es dann auch immer das Fressen gibt, ansonsten stellen Sie den Futternapf weg.

Weitere Infos wie Sie der Alpha im Rudel bleiben finden Sie auch in meinem kleinen Ratgeber "Das Alpha Prinzip: 14 goldene Regeln für Hundehalter":

Als Buch
http://www.amazon.de/Das-Alpha-Prinzip-goldene-Hundehalter/dp/3732289605/
ISBN: 9783732289608
Preis: 6,90 EUR / 5,49 EUR ebook
(auch in jedem anderen buchhandel erhältlich)

Apple Itunes Store
https://itunes.apple.com/de/book/das-alpha-prinzip/id775350322

Ebook.de (Libri)
http://www.ebook.de/de/product?id=9783732265459

 

Auf Ihren Spaziergängen sollten Sie zunächst mit einem Ausweichtraining arbeiten:

 

Wenn Ihnen also ein anderer Hund entgegen kommt, dann weichen Sie diesem in einem grooooßen Bogen aus. Bleiben Sie ruhig und gelassen und gehen normal Ihren Weg weiter und an dem anderen Artgenossen vorbei. Bestätigen Sie jeden Blickkontakt Ihres Hundes in Ihre Richtung mit einem Leckerchen. Verhält er sich ruhig, wird er ebenfalls mit Leckerchen belohnt. Sehen Sie und Ihr Hund bereits in der Fernen einen Hund wird er mit einem Leckerchen bestätigt.
Ihr Hund lernt so zu verknüpfen, dass jedes Mal wenn ein anderer Artgenosse auftraucht, dies sehr positiv für ihn ist, denn es folgt direkt ein Leckerchen. Somit werden andere Artgenossen in den Augen des Hundes ein positiver Kontakt.

 

Es ist wichtig, dass Sie die Leine ausschließlich als Sicherung benutzen, niemals zur Korrektur. Daher nehmen Sie zunächst die Leine hinter Ihrem Rücken.

Des weiteren sollten Sie über den Futtertrieb des Hundes arbeiten, damit dieser sich selbst für richtiges Verhalten bestätigen kann. Setzen Sie Futter passiv ein, dass heißt Ihre Futterhand ist stehts gefüllt (FLeischwurst, Käse, gekochtes Hühnchen eignen sich hervorragend dazu), hängt an Ihrem linken Bein herunter und Sie gehen zusammen einen Schritt.

Dadurch das Futter passiv eingesetzt wird, konditioniert sich der Hund für Richtiges Verhalten selbst, so dass Ihr Training hinter her ohne Futter funktioniert. Wichtig ist, dass Sie ausschließlich zusammen mit Ihrem Hund gehen.

Wenn Ihr Hund die ersten Lernschritte erfolgreich absolviert hat, nehmen Sie die Leine nach vorne und fangen an die Futterhand langsam für wenige Schritte hoch zu halten. Der Hund motiviert sich durch diese Erwartungshaltung ständig selbst um das neu erlernte Verhalten zeigen zu können, denn nur das führt zur Triebbefriedigung.



Auch wichtig, stellen Sie sich IMMER zwischen dem fremden Hund und ihrem Hund. Überlassen Sie Ihrem Hund nicht das offene Feld, so kommt er schnell auf den Gedanken, Entscheidungen wieder selbst zu treffen. Was bedeuten kann, sein Verhalten schlägt in Aggressionen um oder seine Angst wird tiefgehender bestätigt.

Wenn Sie dies ein paar Wochen geübt und trainiert haben, können Sie die großen Bögen wieder verringern. Verringern Sie aber die Bögen lieber nur um 10cm als direkt um 2 Meter und im Anschluss wieder in einem unerwünschten Verhalten zu stecken.
Für jedes brave und ruhige Verhalten wird Ihr Hund gelobt und bekommt ein Leckerchen.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage beantworten. Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Bestehen keine weiteren Fragen mehr, so bitte ich Sie um Bewertung der Antwort, damit meine Arbeit bezahlt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen,

Sascha Berninger
Sit Happens - Hundepsychologische Beratung
http://www.sit-happens.de
Facebook: http://facebook.com/sit.happens.hundeschule


Hinweis zur Online-Beratung:
Bitte haben Sie Verständis dafür, dass eine Online-Beratung keine individuelle Beratung ersetzt. Da ich als Hundetrainer & Verhaltensberater mir kein Gesamtbild des Hundes, des Halters & dessen Umgebung machen kann, kann ich Ihre Frage nur allgemein bezogen beantworten.
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