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Sit-HappensDE, Hundeverhaltensberater nSB ®
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 601
Erfahrung:  Hundeverhaltensberater nSB® mit Abschluss und Leiter der Sit Happens - Hundepsychlogischen Beratung. Autor des Ratgebers das Alpha Prinzip - 14 goldene Regeln für Hundehalter.
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Grüß Gott, ich habe 2 Hunde, 1 Weiberl Spitz-Sheltie oder Dackelmischling

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Grüß Gott, ich habe 2 Hunde, 1 Weiberl Spitz-Sheltie oder Dackelmischling 3 Jahre, und 1 Chihuahua Rüden ca . 1 Jahr.

Problem: beide Hunde bellen den ganzen Tag im Garten wenn jemand am Zaun vorbei geht.
Sie sind aber nicht böse, sie sind ganz liebe und verschmuste Hunde!!

Wie kann ich ihnen das Bellen abgewöhnen? Sie bellen auch wenn ich im Garten bin, sobald sie etwas hören rennen sie den Zaun entlang und bellen..
Hallo und willkommen hier bei Just Answer. Ich freue mich darauf, Ihre Fragen zum Thema Hund beantworten zu dürfen.

Über Angst- & Meideverhalten zu arbeiten bringt Ihnen und ihren Hunden absolut nichts, es zerstört mehr die Bindung zwischen Ihnen und Ihren Tieren als das Ihre Hunde etwas daraus lernen. Zumal diese ganzen Wasserspritzen, Sprühhalsbänder etc. Ihren Hunden keinerlei Alternativen bieten, wie sie es richtig machen sollten.

Ihr Hund verhält sich einfach Territorial.

Unter territorialem Verhalten bzw. territorialer Aggression versteht man z.B. Bellen am Gartenzaun, wenn es an der Tür klingelt, Anspringen, gehemmtes Beißen (festhalten), Folgen von Besuchern auf dem Grundstück bzw. in der Wohnung etc.

Die territoriale Aggression, also der Versuch, einen Eindringling mit Drohen oder Angriff zu vertreiben, gehört zu dem Normalverhalten von Hunden. Natürlich muss dieses Verhalten soweit kontrolliert und eingeschränkt werden, dass keine Gefahr für den Menschen (Besucher) besteht. Um dieses Verhalten verändern und anpassen zu können, muss verstanden werden was territoriale Aggression ist und was in dem Hund dabei vorgeht.


Für den Hund ist territoriales Verhalten "sein Job", in welchem Maße er diesen ausführen soll/darf muss vom Mensch kontrolliert und beeinflusst werden. Wenn das nicht passiert läuft das Verhalten des Hundes eventuell aus dem Ruder und kann gefährlich werden. Wenn ein Hund den ganzen Tag über auf Beobachtungsposten liegt oder auf patrouilliert, um Passanten oder Ähnliches zu verbellen, dann hat er einen anstrengenden „Job", der müde macht und „stresst". Je häufiger ein Hund Gelegenheit hat zu wachen, zu melden und zu vertreiben umso vehementer wird sein Verhalten ausfallen und er wird auf immer kleinere Reize reagieren.

Wenn der Hund häufig Erfolg hat mit seinem Verhalten und Eindringlinge zurückweichen, wirkt dieses Verhalten auf den Hund zudem "selbstbelohnend" und macht ihn natürlich auch Spaß.

Vorsorge

Natürlich sollten Hundebesitzer bei allen ihren Hunden dafür sorgen, dass die territoriale Veranlagung nicht gefördert wird! Am besten ist es schon von Welpenzeit an Besucher kommen zu lassen. Wichtig ist es, dass diese Begegnungen für die Welpen zu durchweg positiven und schönen Erfahrungen werden. Bei den Hunderassen mit starker territorialer Neigung ist dies ganz besonders wichtig.

Optimales Verhalten der Hundebesitzer auf territoriales Verhalten des Hundes

Das Verhalten des Besitzers beeinflusst maßgeblich das territoriale Verhalten des Hundes.

Das erste Wuffen das vom Hund kommt dient in der Natur als Warnung an die Gruppe. Beim nachfolgenden Verbellen wünscht sich der Hund ein Mitmachen seiner Familie (wie es im Rudel auch wäre). Reagieren Sie nun gar nicht auf das Signal ihres Hundes, dann sieht sich der Hund gezwungen deutlicher (lauter, heftiger) zu werden. Wenn Sie wütend auf sein Anschlagen reagieren, dann denkt der Hund, dass der Eindringling Ihre Wut ausgelöst hat. Wenn Sie also mit dem Hund schimpfen, wird er sein Gebell vielleicht unterbrechen - aber beim nächsten Mal umso heftiger loslegen!

Besser ist es den Hund unauffällig zu beobachten und wenn er den Kopf hebt und in Richtung Störenfried schaut und durch ein "Wuffen" meldet (bevor er losbellt!) dann schauen Sie kurz und gelassen in Richtung Störenfried und teilen dem Hund ruhig und beiläufig mit: „Das war nur der Nachbar. Alles in Ordnung" und widmen sich demonstrativ wieder ihrer Tätigkeit. Da Hunde unsere Stimmungen sehr leicht erfassen können, erkennen sie schnell, dass hier keine Gefahr in Verzug ist und entspannen sich. Viele Hunde lernen so nach und nach immer weniger auf kleine Außenreize zu reagieren und erst nach Ihrem Menschen zu gucken bevor sie impulsiv reagieren.


Wenn dies gar nicht hilft, übernehmen Sie die Hausregeln auch in den Garten. SIE SIND CHEF, NICHT IHRE HUNDE.

Das heißt, schränken Sie sie ein. Erlauben Sie Ihren Hunden nicht mehr im Garten überall herumzulaufen. Für den Anfang sollten Sie im Garten einen Bereich abtrennen, wo sich Ihre Hunde aufhalten dürfen und auch nicht kontrollieren können. Und mit der Zeit können Sie immer ein Stück mehr den Garten wieder freigegeben.

Eine weitere Möglichkeit ist das Decken-/Körbchentraining im Garten anzuwenden. Weisen Sie Ihren Hunde ein Körbchen-/Decke-/Liegeplatz im Garten zu, dort wo Sie sich am besten aufhalten. Hier bestehen Sie auf korrekte Durchführung, nur wenn Sie es erlauben dürfen Ihre Hunde aufstehen.Ein Hund der unter Ihrer Beobachtung/Kontrolle steht kann nicht das Territorium verteidigen.

Das Deckentraining sollten Sie wie folgt im Garten üben:

Deckentraining
Hierzu richten Sie ihm bitte eine Decke oder ein Körbchen an einem ruhigen Ort ein. Einem Ort wo sich der Hund zurückziehen kann ohne weiter gestresst zu werden. (Dies bezüglich wäre zum Beispiel das Gartentor der falsche Platz.)

Haben Sie nun eine Stelle gefunden, bewaffnen Sie sich mit sehr vielen tollen Leckerchen (Fleischwurst oder Käse eignen sich hervorragend). Führen Sie Ihren Hund auf seinen Platz, er kann auf diesem Platz Sitzen, liegen oder stehen. Völlig egal, hauptsache er ist auf seinem Platz. Sobald er darauf ist, loben Sie ihn. Gehen Sie ein Schritt von dem Platz weg und werfen ihn ein paar Leckerchen auf seinen Platz, so machen Sie den Platz ihm schmackhaft.
Legt sich dabei Ihr Hund hin, lassen Sie ganz viele Leckerchen zum Lob zwischen seine Vorderpfoten fallen, dadurch bestätigen Sie nocheinmal das tolle Verhalten Ihres Hundes und das bleiben auf dem tollen Platz.

Weiterhin sollte auf diesem Platz alles super tolle stattfinden. Streicheln, kuscheln, spielen. Einfach alles tolles.

Steht nun Ihr Hund auf und will von dem Platz weggehen, machen Sie wieder einen Schritt auf ihn zu drängen Ihnen mit Ihrer Körpersprache wieder auf seienm Platz. Befinden sich alle 4 Pfoten wieder auf dem Platz wird er überschwenglich gelobt.

Nun entfernen Sie sich immer ein Stückchen weiter weg vom Körbchen, tun etwas anderes im Garten, beachten Ihren Hund nicht, haben ihn aber trotzdem im Auge. Bleibt er auf seinem Platz liegen, belohnen Sie ihn nach gewisser Zeit wieder. Steht er auf, sind Sie ganz schnell wieder bei ihm und sagen ihm körpersprachlich NEIN.

Ihr Hund wird lernen, dass es total toll ist auf seinem Platz zu bleiben und das er sich nicht unnötig stressen und ihnen folgen muss.

Wenn Sie hier auf die korrekte Durchführung bestehen, dann werde Ihre Hunde schnell lernen und Ihnen die Führung überlassen und vor allem die Kontrolle des Territoriums.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage beantworten. Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Bestehen keine weiteren Fragen mehr, so bitte ich Sie um Bewertung der Antwort, damit meine Arbeit bezahlt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen,

Sascha Berninger
Sit Happens - Hundepsychologische Beratung
www.sit-happens.de


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