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Sit-HappensDE, Hundeverhaltensberater nSB ®
Kategorie: Hundetrainer
Zufriedene Kunden: 601
Erfahrung:  Hundeverhaltensberater nSB® mit Abschluss und Leiter der Sit Happens - Hundepsychlogischen Beratung. Autor des Ratgebers das Alpha Prinzip - 14 goldene Regeln für Hundehalter.
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Ich habe seit 6 Monaten einen 7jährigen Labrador Retriever.

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich habe seit 6 Monaten einen 7jährigen Labrador Retriever. Er hat bei seinen Vorbesitzern keine Erziehung bekommen. ich habe sehr viel mit ihm gearbeitet und habe noch ein großes Problem, welches ich nicht in den Griff bekomme. Wenn er an der Leine ist und uns begegnet ein anderer Hund ebenfalls an der Leine, führt sich mein Hund so auf, daß ich nicht an dem anderen Hund vorbeikomme. Wären beide Hunde nicht an der Leine, hätte ich kein Problem. Verschiedene Hundeschulen waren nicht in der Lage mir bei diesem Problem zu helfen.Da ich 72 Jahre bin, ist mein Hund in seiner Aggression zu stark für mich.
Hallo und willkommen hier bei Just Answer. Ich freue mich darauf, Ihre Fragen zum Thema Hund beantworten zu dürfen.

Gern gebe ich Ihnen Tipps, wie Sie versuchen können Ihren Hund in seinem Verhalten einzuschränken und die Führung in Ihrem Rudel wieder zu übernehmen.
Da Sie aber auch sagen, dass Sie selbst den Hund kaum halten können, würde ich Ihnen gern einen qualifizierten Hundetherapeuten empfehlen, der sich mit dem Problem bestens auskennt und mit Ihnen und Hund vor Ort arbeiten kann und direkt ins Geschehen eingreifen könnte. Hierzu benötige ich allerdings Ihre PLZ & Wohnort um einen geeigneten Therapeuten in der Nähe suchen zu können.
Hundeschulen sind meist mit solchen Aggressionsproblemen überfordert und eher nur für die normale Grunderziehung gut.

Alles fängt bei Ihnen Zuhause an. Hier gilt es die Rangordnung festzulegen.

Wichtig ist, dass Sie für den Hund als Ressource gelten und sich damit auch als Rudelführer aufstellen.
Ein Hund sollte den Menschen als "Ressource" sehen, denn von ihn bekommt er sein Futter, Wasser, Zuneigung. Einfach alles war er zum überleben braucht. Hat der Hund aber ständig und zu jeder Tages- & Nachtzeit Zugang zu Futter (zu Wasser sollte er immer Zugang haben) oder zu Spielzeug, warum sollte er dann noch auf Sie hören?

Ich möchte hier einmal ein Beispiel geben:
Jemand gibt Ihnen monatlich 3000 Euro fürs Nichtstun. Einfach so. Wie groß wäre Ihre Bereitschaft nach einiger Zeit, weiterhin jeden Tag zu Ihrer Arbeit zu gehen?

Was sollten Sie also daher beachten?



  1. Nichts gibt es mehr "umsonst". Erst tut Ihr Hund etwas für Sie (z. B. bevor er sein Futter bekommt ein Sitz machen).
  2. Keine Zerrspiele
  3. Spielzeug liegt ab sofort zu keiner Zeit mehr nur so frei in der Wohnung rum. Spielzeug ist für den Hund Beute.
  4. Egal durch welche Türen Sie gehen, bei denen Ihr Hund Ihnen folgt, SIE gehen zuerst durch.
  5. Fordert Ihr Hund Sie zum spielen auf oder fordert er etwas anderes ein, wird er von Ihnen konsequent ignoriert.
  6. Jede Spielaufforderung (dabei dürfen Sie dann auch das weg geräumte Spielzeug rausholen) geht nur noch von Ihnen aus. Nach dem Sie gespielt haben, wird das Spielzeug wieder weg geräumt.
  7. Sofa, Bett oder andere erhöhten Liegeplätze sind vorerst, während des Trainings, tabu.
  8. Fressen bekommt Ihr Hund vorerst nur aus seinem Napf, den Sie ihm festhalten oder Sie füttern Ihren Hund direkt aus der Hand. Richten Sie auch feste Fressenszeiten ein zu denen es dann auch immer das Fressen gibt, ansonsten stellen Sie den Futternapf weg.

 

Für das Training draußen, würde ich Ihnen ein Ausweichtraining empfehlen

 

Wenn Ihnen also ein anderer Hund entgegen kommt, dann weichen Sie diesem in einem grooooßen Bogen aus. Bleiben Sie ruhig und gelassen und gehen normal Ihren Weg weiter und an dem anderen Artgenossen vorbei. Bestätigen Sie jeden Blickkontakt Ihres Hundes in Ihre Richtung mit einem Leckerchen. Verhält er sich ruhig, wird er ebenfalls mit Leckerchen belohnt. Sehen Sie und Ihr Hund bereits in der Fernen einen Hund wird er mit einem Leckerchen bestätigt.
Ihr Hund lernt so zu verknüpfen, dass jedes Mal wenn ein anderer Artgenosse auftraucht, dies sehr positiv für ihn ist, denn es folgt direkt ein Leckerchen. Somit werden andere Artgenossen in den Augen des Hundes ein positiver Kontakt.

Auch wichtig, stellen Sie sich zunächst zwischen dem fremden Hund und ihrem Hund. Überlassen Sie Ihrem Hund nicht das offene Feld, so kommt er schnell auf den Gedanken, Entscheidungen wieder selbst zu treffen. Was bedeuten kann, sein Verhalten schlägt in Aggressionen um oder seine Angst wird tiefgehender bestätigt.

Wenn Sie dies ein paar Wochen geübt und trainiert haben, können Sie die großen Bögen wieder verringern. Verringern Sie aber die Bögen lieber nur um 10cm als direkt um 2 Meter und im Anschluss wieder in einem unerwünschten Verhalten zu stecken.
Für jedes brave und ruhige Verhalten wird Ihr Hund gelobt und bekommt ein Leckerchen.



Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage beantworten. Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Bestehen keine weiteren Fragen mehr, so bitte ich Sie um Bewertung der Antwort, damit meine Arbeit bezahlt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen,

Sascha Berninger
Sit Happens - Hundepsychologische Beratung
www.sit-happens.de


Hinweis zur Online-Beratung:
Bitte haben Sie Verständis dafür, dass eine Online-Beratung keine individuelle Beratung ersetzt. Da ich als Hundetrainer & Verhaltensberater mir kein Gesamtbild des Hundes, des Halters & dessen Umgebung machen kann, kann ich Ihre Frage nur allgemein bezogen beantworten.
Wenn Sie keine Fragen mehr haben, bewerten Sie bitte meine Antwort, damit meine Arbeit bezahlt werden kann. Ich stehe Ihnen gern bei Rückfragen zur Verfügung.
Sit-HappensDE und weitere Experten für Hundetrainer sind bereit, Ihnen zu helfen.