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Hautaerztin
Hautaerztin, Ärztin
Kategorie: Hautkrankheiten
Zufriedene Kunden: 2788
Erfahrung:  Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten
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Hautaerztin ist jetzt online.

Ich leide seit ca. 3 Monaten an Urtikaria. Betroffen waren

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich leide seit ca. 3 Monaten an Urtikaria. Betroffen waren bisher Füße, Hände, Arme, Beine, Gesäß, Lippen mit Umgebung neulich ein vorderes Viertel der Zunge. Zur Zeit, neben Beinen und Gesäß, der untere Bereich des rechten Ohres, insbesondere das Ohrläppchen. Meine Hausärztin hat mir bisher angeboten, den Juckreiz zu behandeln, der ist jedoch auszuhalten. Mir persönlich macht am meisten Angst, daß Schleimhäute im Bereich der Atemwege zuschwellen könnten, wie ich verschiedentlich im Internetz gelesen habe. Ich nehme seit 2016 täglich 8 mg Candessartan. Die Urtikaria setzte bei mir erstmals ein, als ich das Medikament ausschleichen wollte (wegen der ungesicherten Beteiligung an COVID 19-Verläufen). Das Ausschleichen habe ich dann abgebrochen (in aAbsprache mit meiner jungen, etwas unerfahrenen Hausärztin. Ich war wegen Corona sehr beunruhigt und nervlich ziemlich am Ende, als das mit den Quaddeln begann, was auch nichts besser gemacht hat. Wegen der Zungenschwellung war ich in der Notaufnahme im Krankenhaus, wo mich der Pfleger und der ebenfalls junge behandelnde Arzt fragte, wo ic/ das mit dem Ersticken können denn her hätte.
JA: Bitte nennen Sie mir Ihr Alter, Geschlecht und Medikamente, die Sie einnehmen.
Customer: 66 Jahre alt, weiblich, Candessartan 8 mg täglich
JA: Vielen Dank. Gibt es noch etwas, dass der Hautarzt wissen sollte?
Customer: ich reagiere auf Druck und Reibung, weiß aber nicht, ob das Auslöser oder Erscheinung meiner Nesselsucht ist. Am wichtigsten wäre mir zu wissen, wie das denn jetzt tatsächlich mit der Erstickungsgefahr ist und worum ich erkennen kann, ob das eine physikalische Urtikaria ist oder ich allergisch auf Bradykanin/Candessartan reagiere. Und was ich als Notfallset brauche, bis ich einen Hautarzttermin habe. Lieben Dank

Guten Tag,

ich bin Hautärztin mit langjähriger Erfahrung und möchte Ihnen weiterhelfen. Ich bin gerade beschäftigt und antworte ihnen nach 17:00 Uhr.

Mit freundlichen Grüßen Dr. med. A. Hoffmann

Danke für die Geduld.Die Urticaria ist eine Immunreaktion, die sich an Haut und Schleimhäuten zeigen kann. Ein Symptom ist Schwellung. Daher ist es in der Tat zutreffend, dass bei stark ausgeprägte Urticaria Erstickungsgefahr besteht, wenn die Schleimhaut der Atemwege zuschwillt. Deshalb ist die wichtigste Frage, wenn man einen Urticaria Patienten betreut die nach der Schleimhautschwellung (Lippen, Mund, Rachen). Auch in der Darmschleimhaut kann die Urticaria sich zeigen. Wenn die Schleimhaut betroffen ist, dann sollte man rasch behandeln, um weitere Ausdehnung zu verhindern. Dies macht man in der Regel mit Cortisonspritzen, wenn möglich Cortisontabletten. Dabei ist zu beachten, dass Cortison nur 12-24 Stunden wirkt und man anschließend weiter Cortison geben muss, wenn sich die Reaktion noch nicht beruhigt hat. Meist erfolgt dies in einer langsam absteigenden Dosierung über mehrere Tage hinweg.

Wenn jemand eine Schleimhautbeteiligung hat, ist es gut, die Personen mit einem sogenannten Notfallset auszustatten. Dazu gehören Cortison (am besten flüssig als Celestamine liquidum) und ein sogenanntes Antihistaminikum (zum Beispiel Cetirizin oder Fenistil Tropfen). Im Notfall kann man beide Flaschen ganz austrinken und den Notarzt rufen.

Die Urticaria wird unterteilt in akute und chronische. Bis zu sechs Wochen nennt man die Erkrankung akute Urticaria. Wenn sie über drei Monate besteht, sollte man langsam an Ursachensuche denken. Dies erfolgt am besten in einer Hautklinik. An manchen Hautklinik gibt es spezielle Urticaria Sprechstunden, zum Beispiel in Mainz und an der Charite Berlin.

Ich schreibe weiter im nächsten Kästchen.

Die Uticaria hat Triggerfaktoren, die dafür sorgen, dass sich die Reaktion ausprägt. Fast immer hat das mit Psychosomatik zu tun: mit inneren Spannungen, Stress aller Art usw. Physikalische (Reibung, Wärme, Kälte, Schwitzen, Bewegung) oder chemische Faktoren (Arzneimittel, Nahrungsmittel, Gewürze) können ebenfalls triggern, sehr häufig kombinieren sie sich mit psychischen Faktoren. Auch Entzündungen, Tumoren, Infekte können Urticaria hervorrufen. Selten sind es sogenannte Typ - I - Allergien, bei der dann die Reaktion einem bestimmten Allergen zuzuordnen ist. Im Rahmen der Ursachensuche werden diese Dinge überprüft. Ihre Beschreibung zeigt bereits, dass mit großer Wahrscheinlichkeit die Aufregungen um Korona Auslöser waren. Durch Absetzen von Candesartan können sich mehr oder weniger bewusst Unsicherheiten und Ängste hinzugesellt haben, die Sie bekommen, wenn Ihr Blutdruck nicht gut eingestellt ist. Auch das körperliche Befinden kann dann leiden und zusätzlich triggern. Daher wäre es denkbar, dass Die Ursachensuche ergebnislos bleibt. Jedoch wären dann körperliche Faktoren ausgeschlossen. Druck und Reibung sind oft beteiligt. Dies wird im Rahmen von Testungen standardmäßig nochmals geprüft, damit man das als sogenannte Druckurticaria diagnostisch fixieren kann.

Eine Allergie auf Candesartan ist unwahrscheinlich, da es ja beim Absetzen passiert ist. Wenn, müsste es ein zufälliges Zusammentreffen mit der Entwicklung einer Allergie sein. Hierzu kann man Testungen an der Haut machen oder das sogenannte spezifische IgE im Blut bestimmen (Antikörper zu den einzelnen Stoffen). Letzteres kann ihrer Hausärztin gleich machen.

Das wichtigste scheint mir für Sie zu sein, dass Sie sich darum kümmern, wieder Vertrauen in die allgemeine Situation zu gewinnen. Oft kommen durch Krisen bestimmte Lebensthemen zutage. Es kann hilfreich sein, wenn Sie sich Unterstützung bei Psychologen holen. Ihre Hausärztin kann Sie dorthin überweisen.

Das Notfallset kann auch ihrer Hausärztin gleich rezeptieren, wie oben beschrieben.

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Ich wünsche Ihnen rasche Besserung!

Mit freundlichen Grüßen Dr. med. A. Hoffmann

Hautaerztin und weitere Experten für Hautkrankheiten sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 14 Tagen.
Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich habe für Montag einen Termin bei einer Hautärztin bekommen und werde die Notfallsituation mit ihr besprechen und dann hoffentlich gleich ein Notfallrezept bekommen. Schönen Abend für Sie.

Guten Abend, gern geschehen und vielen Dank für die Sterne. Das ist prima, dass es mit dem Termin zu schnell funktioniert hat. Das Notfallrezept ist wirklich wichtig.

Ihnen eine gute Nacht. MFG Dr. Hoffmann