So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Dr. Holger Traub.
Dr. Holger Traub
Dr. Holger Traub, Rechsanwalt
Kategorie: Grundstücksrecht
Zufriedene Kunden: 8996
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
88853042
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Grundstücksrecht hier ein
Dr. Holger Traub ist jetzt online.

Unter welchen Umständen kann man ein VERMIETETES Haus

Diese Antwort wurde bewertet:

Unter welchen Umständen kann man ein VERMIETETES Haus abreissen ?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne will ich Ihnen Ihre Frage auf Grundlage des geschilderten Sachverhalts beantworten und Ihnen bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.

Im Falle der Intention eines Abrisses könnte eine Kündigung wegen Abrissverwertung in Frage kommen.

Ein Vermieter kann seinem Mieter nicht nur wegen Eigenbedarf kündigen, sondern auch dann, wenn er ein wirtschaftliches Interesse daran hat. Voraussetzung dafür ist aber, dass ein Fortsetzen des Mietverhältnisses einen erheblichen wirtschaftlichen Nachteil für den Vermieter darstellen würde (§573, Abs. 2 Nr. 3 BGB).

Um eine Verwertungskündigung auszusprechen müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein:

Der Vermieter muss die Absicht haben, seine Immobilie grundsätzlich anders zu verwerten. Dazu kann zum Beispiel ihre grundlegende Modernisierung, oder der Abriss zwecks Neubau zählen. Aber auch der Verkauf aus finanziellen Gründen rechtfertigt unter bestimmten Umständen eine Verwertungskündigung. Wer seine vermietete Immobilie nur zu einem viel geringeren Preis als im unvermieteten Zustand verkaufen könnte, kann dies allerdings nur, wenn die Differenz dazwischen sehr hoch ist. Laut dem Landgericht Berlin müssten es beispielsweise schon 30 bis 50 Prozent sein (Az.: 67 S 338/09 und Az.: 67 S 475/13).

Zudem muss der Eigentümer nachweisen, dass ihm durch das Festhalten am bisherigen Mietverhältnis erhebliche wirtschaftliche Nachteile entstünden. Bei einem überwiegend leerstehenden, maroden Mehrfamilienhaus dürfte sich dies in vielen Fällen plausibel darlegen lassen, insbesondere dann, wenn eine Sanierung nicht oder nur mit erheblichem finanziellen Aufwand möglich wäre. Auch im Falle, dass auf einem Riesengrundstück nur ein kleines Haus steht, das durch einen größeren Neubau ersetzt werden soll, kann eine Verwertungskündigung je nach Einzelfall mit hoher Wahrscheinlichkeit anerkannt werden.

In jedem Fall muss die Verwertungskündigung auf vernünftigen und nachvollziehbaren Erwägungen des Eigentümers beruhen,

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung.

Über eine positive Bewertung Ihrerseits (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 2 Monaten.
Sehr geehrter Herr DR.Traub,
vielen Dank für de Ausführungen. Würden diese Voraussetzungen analog für ein lebenslanges dinglich gesichertes Nutzungsrecht gelten, wenn der Nutzer die Wohnung nicht selbst nutzt, sondern vermietet hat? IN dem Fall müßte man sicherlich einen Abfindung etwa in Höhe der erzielbaren Miete anbieten, aber wäre es denn auch möglich rechtlich durchzusetzen ?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

nein, in diesem Fall ginge das nicht. Hier müsste der Nutzungsberechtigte einem Abriss zustimmen.Mit freundlichen GrüßenDr. Traub-Rechtsanwalt-
Dr. Holger Traub und 2 weitere Experten für Grundstücksrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.