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Prof.Nettelmann
Prof.Nettelmann, Sonstiges
Kategorie: Finanzamt
Zufriedene Kunden: 5929
Erfahrung:  Steuerberater HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
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Guten Tag, meine Frage bezieht sich auf das Anbieten von

Diese Antwort wurde bewertet:

Guten Tag,meine Frage bezieht sich auf das Anbieten von selbstproduzierter Musik auf Streamingportalen. Im Juni 2018 habe ich über die Onlineplattform "spinnup" angefangen von mir produzierte Musik zum Streamen anzubieten. Die Musik wird von Spinnup gegen eine jährliche Gebühr auf allen bekannten Streamingportalen (Spotify, Apple Music, Deezer etc.) hochgeladen und kann dann dort angehört werden. Die dadurch erzielten Einnahmen gehen an Spinnup und werden dann zu 100% an den Künstler ausgezahlt.
Dadurch konnte ich im Monat Juni bereits 1200€ verdienen und im Juli sogar 2600€. Anhand der Statistisken ist in Zukunft mit ähnlichen oder auch höheren Einnahmen zu rechnen.
Ich habe beim zuständigen Finanzamt bereits eine selbstständige Tätigkeit als "Musiker" angemeldet (dies ist meine einziege Einnahmequelle!). Nun habe ich eine Antwort des Finanzamts mit folgenen Rückfragen erhalten:"Teilen Sie mir bitte mit, wie Sie ihren Gewinn ermitteln möchten."
"Teilen Sie mir bitte die Höhe der voraussichtlichen Einkünfte und Umstätze im Gründungsjahr und im Folgejahr mit.""Möchten Sie die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen?"Über die Internetseite von Spinnup kann ich sogenannte Trendstatistiken einsehen welche mir ein ungefähres Gefühl dafür geben wie oft meine Musik abgespielt wird. Daraus lassen sich aber nur sehr schwer und ungenaue voraussichtliche Einkünfte ableiten oder ausrechnen. Ich bekomme einen Monatlichen Auszahlungsbericht, diese sind Online einsehbar jedoch nicht ausdruckbar o.ä.
Anbei füge ich einen Screenshot eines solchen Auszahlungsberichts ein.Abgesehen von den vom Finanzamt gestellten Fragen stellt sich mir die Frage wie ich diese Einkünfte bei Bedarf nachweisen könnte bzw. ob dies überhaupt nötig ist?

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Frage nehme ich im Rahmen einer Erstberatung gern Stellung:

1. Die vom Finanzamt im Rahmen der Anmeldung Ihrer selbständigen Tätigkeit zur steuerlichen Erfassung dienen ausschließlich der Festsertzung von Vorauszahlungen und haben praktisch keine endgültige Wirkung. Die vom Finanzamt festgesetzten Vorauszahlungen auf Grund ihrer Angaben werden nach Ablauf des Jahres auf die Steuerschuld im Rahmen des Steuerfestsetzungsverfahrens für das Vorjahr angerechnet. Zu hohe Vorausahlungen führen dann zu einer Erstattung, zu geringe zu einer Nachzahlung. Sie sollten also von einer Schätzung der zu erwartenden Einnahmen (Umsätze) ausgehen, wobei Sie nunmehr beeits für drei Monate vermutlich Anhaltspunkte auf Grund der Auszahlungsberichte haben.

2. Die Auszahlungsberichte bilden auch die Grundlage für Ihre Aufzeichnungen der Einnahmen gem. § 4 Abs. 3 EStG und sind sorgfältig und vollständig aufzubewahren!

3. Gleichzeitig müssen Sie Ihre mit der selbständigen Tätigkeit zusammenhängenden Ausgaben (sog. Betriebsausgaben) laufend aufzeichnen und die dazu erhaltenen Belege (Quittungen, Rechnungen, Tickets, also Ausgabenbelege) sorgfältig und vollständig aufbewahren. Es gilt der Grundsatz: Keine Ausgabenaufzeichnung ohne einen Beleg!

4. Nach Ihren Angaben dürfte wohl die Kleinunternehmerregelung für die Umsatzsteuer für Sie nicht in Betracht kommen, denn Sie dürfen auf Grund der Schätzung in 2018 7/12 v. 17 500 € = 10 200 € Umsatz nicht überschreiten. Die Umsätze in den Monaten Juni und Juli betrugen bereits 3 800 € = 37,25 % der maßgebende Grenze von 10 200 €.

5. Als Gewinnermittlung kommt für Sie wohl die Einnahmen-Überschuss-Rechnung gem. § 4 Abs. 3 EStG in Betracht. Sie werden also keine doppelte Buchführung mit Bilanzerstellung wählen wollen (sog.Betriebsvermögensvergleich).

Ich hoffe, dass ich damit Ihre Frage beantworten konnte. Nehmen Sie bitte eine abschließende Bewertung meiner Ausführungen vor, damit meine Beratung mit dem hälftigen Anteil an Ihrem Honorareinsatz vergütet werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Nettelmann

Prof.Nettelmann und weitere Experten für Finanzamt sind bereit, Ihnen zu helfen.