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Prof.Nettelmann
Prof.Nettelmann, Sonstiges
Kategorie: Finanzamt
Zufriedene Kunden: 5929
Erfahrung:  Steuerberater HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
59063549
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Prof.Nettelmann ist jetzt online.

Hallo, hatte aus der Zeit von 2004 wesentliche

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo, hatte aus der Zeit von 2004 wesentliche Verlustvorträge bei meiner privaten Steuer. Bis 2011 hatte ich Einkommenssteuererklärungen abgegeben - jedoch meistens erst nach Aufforderungen durch das Finanzamt. In allen entsprechenden Einkommenssteuerbescheiden bis 2011 wurden meine Verlustvorträge aufgeführt. Dann mahnte das Finanzamt über Jahre nicht mehr an und erst im Oktober 2017 reichte ich die Einkommenssteuererklärungen für die Jahre 2012 bis 2015 ein. Als Antwort erhielt ich vom Finanzamt jedoch lediglich die Einkommenssteuerbescheide von 2013-2015 zurück - die Verlustvorträge wurden hier auf einmal nicht mehr aufgeführt. Aufgrund der vierjährigen Festsetzungsfrist (für 2012 abgelaufen am 31.12.2016) sei laut dem Finanzamt eine Einkommenssteuerveranlagung für 2012 nicht mehr zulässig, da es sich bei dieser Vierjahresfrist (gemäß §169 (2) Nr. 2 AO) um eine nicht verlängerbare Ausschlussfrist handele. Das Schreiben finden Sie anbei. Daraufhin haben wir das Finanzamt kurz vor Weihnachten schriftlich aufgefordert, den seit Jahren bestehenden Verlustvortrag festzusetzen/-stellen, aber hierauf noch immer keine Antwort erhalten. Wie würden Sie die Verlustvorträge sichern und welche Chancen sehen Sie? Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

zur Beurteilung Ihrer Steuerangelegenheit benötige ich ergänzende Angaben:

1. Was für Einkünfte haben Sie in den Jahren 2o12 bis zum aktuellen Veranlagungszeitraum 2017 gezogen bezogen?

2. Welche Höhe hatten die Einkünfte in 2012 und um was für Einkünfte handelte es sich?

3. In welchem Familienstand leben Sie und - falls verheiratet - hat Ihre Ehepartner eigene Einkünfte? Welcher Art und welcher Höhe, insbesondere in 2012?

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Nettelmann

Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrter Prof. Nettelmann,danke für Ihre schnelle Rückmeldung. Zu den einzelnen Punkten finden Sie nachfolgend Rückmeldung:1 + 2) Nur marginal Gehalt von weniger als 10 TEUR p. a.. Die Verlustvorträge betragen ein Vielfaches meines gesamten Einkommens der letzten fünf Jahre.3) Bin unverheiratet. Die Verlustvorträge wurden wie unter 1 + 2 genannt nicht ansatzweise aufgezehrt. Das Finanzamt versucht hier schlicht, meine Verlustvorträge unter der Berufung auf (m. E. nicht haltbare) Formalien zu entfernen.Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Sie nur Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit ilm Jahr 2012 hatten und keine Lohnersatzleistungen - z. B. Krankengeld, Arbeitslosengeld - bezogen haben, ist in der Tat die vierjährige Festsetzungsfrist abgelaufen, die eine Bearbeitung dieses Jahres nicht mehr möglich macht. Daran ist auch das Finanzamt gebunden. Für dieses Jahr hätte auch ein Feststellungsbescheid über den Vorlustvortrag erfolgen müssen, auf den dann der Folgebescheid in 213 usw. anzuchließen gewesen wäre.

Es tut mir leid, dass ich Ihnen keine günstigere Nachricht übermitteln kann.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Nettelmann

Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrter Prof. Nettelmann,danke für Ihre Einschätzung. Steht diese aber nicht im klaren Widerspruch zu:http://www.steuernetz.de/aav_steuernetz/lexikon/K-13950.xhtml?currentModule=home
„Ein verbleibender Verlustvortrag ist vom Finanzamt auch dann gesondert festzustellen, wenn Sie wegen Ablaufs der vierjährigen Festsetzungsfrist keine Einkommensteuererklärung mehr abgeben können, aber die siebenjährige Feststellungsfrist noch nicht abgelaufen ist. In diesem Fall geben Sie nur den Mantelbogen des Verlustjahres mit einem Kreuz auf der Seite 1 oben im Kästchen Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrages sowie die entsprechende Anlage für die negativen Einkünfte beim Finanzamt ab. Das ist dann eine Feststellungserklärung, keine Einkommensteuererklärung.“Auch hiernach kommt man zu einer anderen Einschätzung, oder nicht? Man sieht, dass der BFH eine andere Auffassung als die Finanzverwaltungen vertritt:http://www.schwanzl-streich.de/content/steuerberater/aktuelles/steuernews_fuer_mandanten/oktober_2015/verlustvortr%C3%A4ge_trotz_festsetzungsverj%C3%A4hrung/index.html
„Verlustvortrag
Die Finanzverwaltung vertrat bisher die Auffassung, dass ein Verlustvortrag nicht mehr gesondert festgestellt werden kann, wenn ein Einkommensteuerbescheid wegen Eintritt der Festsetzungsverjährung nicht mehr erlassen werden kann.BFH-Urteil
Dem hat der Bundesfinanzhof (BFH) jedoch widersprochen. Mit Urteil vom 13.1.2015 hat der BFH entschieden, dass eine rückwirkende Feststellung von Verlustvorträgen unabhängig davon vorzunehmen ist, ob ein Einkommensteuerbescheid wegen Eintritts der Festsetzungsverjährung erlassen werden kann oder nicht (Az. IX R 22/14). Eine Bindungswirkung der Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags an die Einkommensteuerfestsetzung und der vierjährigen Festsetzungsverjährungsfrist besteht laut BFH nicht. Dies gilt dann, wenn keine Einkommensteuerveranlagung durchgeführt worden ist.“Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer ergänzenden Mitteilung rate ich, gegen den ablehnenden Bescheid Einspruch einzulegen und auf das Urteil des BFH v. 13.01.2015 . IX R 22/14 - BStBl. 2015 II S. 829 - hinzuweisen. Reichen Sie für 2011 den Mantelbogen der Einkommensteuererklärung 2011 ein und kreuzen Sie links oben "Feststellungsbescheid" an.

Leider hatten Sie mir den Bescheid - entgegen Ihren Angaben in der Fragestellung - nicht beigefügt, so dass ich diesbezüglich nicht recherchieren konnte.

Wenn damit Ihre Frage nunmehr beantwortet ist, wäre ich für eine positive Bewertung meiner Bearbeitung dankbar, damit meine Beratung vergütet werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Nettelmann

Prof.Nettelmann und weitere Experten für Finanzamt sind bereit, Ihnen zu helfen.