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Prof.Nettelmann
Prof.Nettelmann, Sonstiges
Kategorie: Finanzamt
Zufriedene Kunden: 5929
Erfahrung:  Steuerberater HochschullehrerSteuerberaterDipl.-Kfm.
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Das Finanzamt fordert eine betriebsnahe Veranlagung in den

Diese Antwort wurde bewertet:

Das Finanzamt fordert eine betriebsnahe Veranlagung in den Räumen des Steuerzahlers und möchte Unterlagen über die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung einsehen. Der Finanzbeamte begründet diese Massnahme mit einer besseren persönlichen Verständigung über den bestehenden Sachverhalt. Der Steuerzahler ist sich keiner Schuld, also Steuerhinterziehung bewusst und der Meinung alle Einnahmen im Sinne der Regeln des Finanzamtes erklärt zu haben. Da der Sachverhalt etwas kompliziert ist, könnten aber durchaus Verständnisprobleme aufgetreten sein, zu deren Klärung der Steuerzahler selbstverständlich bereit ist.
Was bedeutet betriebliche Veranlagung und mit welchen Konsequenzen muss gerechnet werden. Kann der Steuerzahler den Besuch des Finanzbeamten in seiner Wohnung ablehnen und stattdessen ein Treffen in den Büroräumen des Finanzamtes vorschlagen?
Welche Nachweise erwartet das Finanzamt über die Mieteinnahmen? Ein Teil der Einnahmen ist über ein Pfändungsverfahren sowieso direkt ans Finanzamt überwiesen worden. Ist ein Verweis darauf ausreichend? Über die Zahlungen, die direkt an den Steuerpflichtigen gegangen sind, liegen wenigstens teilweise Kontoauszüge vor. Für die früheren Jahre (zu prüfender Zeitraum###-##-#### könnten Nachweise fehlen.

Sehr geehrter Fragesteller,

eine betriebsnahe Veranlagung bezieht sich auf die Veranlagung auf Grund der Steuererklärung für einen bestimmten Veranlagungszeitraum, für den bislang noch kein Steuerbescheid erteilt worden ist. Er dient der Klärung bestimmter Sachverhalte auf Grund der eingereichten Steuererklärung.

Eine Ablehnung einer solchen Prüfung ist nach den Vorschriften der Abgabenordnung nicht möglich und kann auch in den Privaträumen des Steuerpflichtigen erfolgen.

Wenn - wie angegeben - der Sachverhalt "etwas kompliziert ist", sollte ein Gespräch mit dem/einen Steuerberater vorangehen oder/und ein Steuerberater am Besprechungstermin zugegen sein.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Hinweise hilfreich sind.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Nettelmann

Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.
Vielen Dank für Ihre Erklärung, der ich noch etwas hinzufügen möchte. Im vorliegenden Fall möchte das Fa den Veranlagungszeitraum 2011 bis 2015 prüfen. für alle Jahre sind Steuererklärungen erfolgt und auch beschieden. Lediglich gegen den Bescheid aus dem Jahr 2015 wurde Einspruch erhoben. In den früheren Jahren sind Einnahmen und Ausgaben aus den Mietobjekten anerkannt und vom Steuerzahler akzeptiert worden. Der Steuerzahler möchte diesen Termin auch nicht ablehnen, sondern nur in die Räume des Finanzamtes verlegen. Ist das rechtens?
Offen ist noch die Beantwortung zu den erwarteten Nachweisen aus meiner Frage.

Sehr geehrter Fragesteller,

d***** *****delt es sich um eine Außenprüfung, weil die betriebsnahe Veranlagung sich immer nur auf das aktuell zu bearbeitende Jahr bezieht. Das Finanzamt kann die Prüfung in den Räumen des Steuerpflichtigen verlangen. Sie können Ihrerseits Ihren Vorschlag unterbreiten. Sofern die Vorlage von bestimmten Unterlagen in der Ankündigung mitgeteilt worden ist, können Sie sich die Übersendung an das Finanzamt bereiterklären.

Wenn es um die Überprüfung der Mieteinnahmen geht, sollen sicherlich die Unterlagen für die Ermittlung der Einnahmen (Vorlage der Aufzeichnungen, Mietverträge, Nebenkosten-abrechnungen, Hausbuch, Kontoauszüge usw.) vor Ort geprüft werden.

Zu der Ankündigung der Außenprüfung in den Räumen des Steuerpflichtigen weise ich auf § 193 AO hin:

"Eine Außenprüfung ist zulässig bei Steuerpflichtigen, die einen gewerblichen oder land- und forstwirtschaftlichen Betrieb unterhalten, die freiberuflich tätig sind und bei Steuerpflichtigen im Sinne des § 147a.

(2) Bei anderen als den in Absatz 1 (also bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung - Zusatz d. Verfassers -) bezeichneten Steuerpflichtigen ist eine Außenprüfung zulässig,

1. soweit sie die Verpflichtung dieser Steuerpflichtigen betrifft, für Rechnung eines anderen Steuern zu entrichten oder Steuern einzubehalten und abzuführen,

2. wenn die für die Besteuerung erheblichen Verhältnisse der Aufklärung bedürfen und eine Prüfung an Amtsstelle nach Art und Umfang des zu prüfenden Sachverhalts nicht zweckmäßig ist oder

3. wenn ein Steuerpflichtiger seinen Mitwirkungspflichten nach § 90 Absatz 2 Satz 3 nicht nachkommt."

Ich hoffe,dass ich damit Ihre Rückfrage beantworten konnte. Für Ihre abschließende Bewertung meiner Ausführungen wäre ich dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Nettelmann

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