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RHGAnwalt, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 827
Erfahrung:  Dipl. Forstwirt (univ.) Mediator Fachanwalt für Familienrecht Systemischer Berater
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bin alleinerziehende Mutter einer 15-jährigen Tochter

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich bin alleinerziehende Mutter einer 15-jährigen Tochter, die sich am Mittwoch den 20.06.18 an das Jugendamt gewendet und um Obhut gebeten hat;

Aktuell ist sie in einer schwierigen Pubertätsphase, verhält sich sehr provokannt und frech, kommt nicht rechtzeitig abends nach Hause und lässt sich von älteren Freunden stark beeinflussen. Dies alles führte am letzten WE Samstag/Sonntag zu einer Escalation. Ich habe sie dummerweise im Streit mitten in der Nacht in einer fremden Stadt (waren mit meinem erwachsenen Sohn unterwegs) aus dem Auto "rausgeworfen" - aussteigen lassen. Nach paar Meter Weiterfahrt habe ich es schon bereut, gewendet und wollte sie wieder ins Auto einsteigen lassen. Die ganze Zeit habe ich sie im Rückspiegel nicht aus dem Blick gelassen. Als sie das Auto zurückfahren sah, rannte sie davon und versteckte sich hinter einer Kreuzung im Gebüsch. Wir haben sie über eine halbe Stunde gesucht und konnten sie nirgendwo finden. Aus Angst um das Mädchen rief ich die Polizei zur Hilfe. Die Streife konnte sie leider auch nicht finden und fuhr zum nächsten Einsatz.
Zwei Stunden später haben wir sie zum Glück am Straßenrand aufgreifen können und brachten sie nach Hause. Als Konsequenz für Ihr Verhalten in der letzten Zeit wurde ihr das Handy und die Schminke abgenommen und Hausarrest verpasst. Ein ganzer Berg
dreckiger Wäsche auf dem Boden wurde in einen Sack gesteckt und alles zusammen in meinem Zimmer eingeschlossen. Alle Versuche miteinander zu reden brachten uns nicht näher. Bis Mittwoch haben wir kaum miteinander gesprochen, nur alltäglichen Dinge wie "Magst du was essen? usw...". Sie hatte ihre Ruhe und konnte stressfrei die Zeit in ihrem Zimmer verbringen. Mittwochnachmittag, nach der Schule, bekam ich dann einen Anruf
vom Jugendamt... Meine Tochter hat behauptet, ich hätte sie geschlagen, was nicht der Fall war und nicht der Wahrheit entspricht. Im Gespräch mit der JA-Mitarbeiterin konnten wir die Angelegenheit etwas klären und es gab keinen Anlass diese Situation als Kindeswohlgefärdung einzustufen. Die Mitarbeiterin stufte es mündlich als Familienkrise ein. (bitterer Nachgeschmack blieb jedoch nach so einer Aussage)
Da meine Tochter sich geweigert hat nach Hause zu gehen (Machtkampfhaltung), sah die Mitarbeiterin nur eine Lösung - sie in Obhut zu nehmen. Ich habe dem nicht zugestimmt, aber gegen den Willen meiner Tochter wollte ich auch nicht handeln. Das der leibliche Vater darüber sofort informiert werden sollte, musste ich regelrecht durchsetzen. Leider war dieser nicht erreichbar... Auch habe ich deutlich gesagt, dass das Mädchen noch weitere Familienangehörige hat und die Inobhutnahme hier völlig übertrieben ist. Alles was ich sagte wurde still angehört, aber da das Mädchen aus ihrer Trotzhaltung nicht auskahm blieb mir nichts anderes übrig als sie der Obhut des Jugendamtes zu übergeben.
Angeblich zum "Runterkommen" aller Parteien. Die Dauer wurde nicht festgesetzt, es hieß ein-zwei Tage. Alles wurde schöngeredet... Ich solle einen Antrag auf ambulante oder stationäre Hilfeleistung des JA stellen. Sollte ich die Inobhutnahme verweigern, werde gegen mich ein Verfahren eingeleitet. In dem Schockzusand habe ich jegliche Antragstellungen bis auf weiteres abgelehnt und wollte es in Ruhe entscheiden.
Mein Mädchen wurde in einer Einrichtung im Ort untergebracht und kann weiterhin zur Schule gehen. Der Gesprächstermin zwischen allen Partein wurde auf den nächsten Mittwoch gesetzt. Soweit sogut... Ich konnte jetzt zwei Nächte nicht schlafen, da es mir
alles nicht richtig vorkommt. Ich mache mir Sorgen um meine Tochter und möchte sie wieder Zuhause sehen. Unser Verhältnis war immer ganz gut, bis auf die letzten Wochen.
Die heutige Bitte meine Tochter zu sehen und mit ihr sprechen zu können, stieß auf eine ablehnende Haltung. Das hat mich stutzig gemacht...
Davon war keine Rede, dass ich sie nicht sehen darf. Durch langes hartnäckiges Gespräch und direkte Forderung habe ich es erwirkt, dass ich sie morgen evtl. in Gegenwart von Betreuungskraft sehen darf. Kurze Zeit später rief mich meine (verunsicherte) Tochter an und meinte wir sollen am Telefon reden, wir dürfen uns nicht vor Mittwoch sehen. Dann übernahm auch schon die Betreuerin das Telefon. Ich war entsetzt über die Vorgehensweise und forderte einen zeitnahen Termin mit meinem Kind. Dieser solle jetzt morgen stattfinden... Ich weiß nicht, was ich von der ganzen Situation halten und mich verhalten soll?! Es kann doch nicht sein, dass aufgrund von pubertären Streitigkeiten zu solchen drastischen Maßnahmen kommt?! Das Mädchen begreift nicht einmal, welche Konsequenzen es mit sich ziehen kann! Alles was sie aktuell tut geschieht aus Trotz, Coolnis vor den "Freunden" und einfacher Naivität.
Ich habe Angst sie zu verlieren...
Ich habe das Gefühl, dass es nicht um das Wohl des Kindes geht sondern um Machtausübung. Welche Schritte empfehlen Sie mir und welche Rechte habe ich?
MfG

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,
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Ihr JustAnswer Moderatoren-Team
Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Die Frage ist sehr dringend. Mehrere Tage kann ich nicht auf eine Antwort warten.

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Anfrage:

Es ist eine wirklich sehr schwierige Situtation - denn im Kern geht es auch um Macht - nämlich darum, wie die elterliche Sorge ausgeübt. Die Regeln für eine Inobhutnahme sehen vor, dass Ihr Kind sich an das Amt wenden kann. Wenn Sie einer Maßnahme nicht zustimmen, muss das Jugendamt das Familiengericht anrufen. Das sollten Sie auf alle Fälle in Erwägung ziehen und damit auch keine Angst vor dem Gericht haben.

Weil das Kind sich in einer schwierigen pubertären Phase ist und Sie Ihre Tochter da leider nur schwer erreichen, sollten Sie aktiv um weitere Möglichkeiten nachfragen: Das SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) bietet einen ganzen Strauß an Möglichkeiten. Zu denken wäre hier z.B. an einen Erziehungsbeistand, der als Vertrauensperson zeitweise die Lücke ausfüllt, die Sie wegen des Verhaltens des Kindes nicht oder nur schwer ausfüllen können. Dabei wäre dieser Mensch auch für Sie ein guter Kanal zu dem Kind.

Der Wunsch, mit dem Kind bald zu sprechen ist sehr verständlich - aber das Kind wird sich dem in dieser Situation vielleicht verweigern..... und damit wird die Situation dann schlimmer, wenn das Ganze dann in Schuldzuweisungen endet (Du hast mich aus dem Auto geworfen und ausgesetzt - Du hast Dich daneben benommen - es tut mir leid - mir nicht ....)

Deswegen sollte das Gespräch auch sehr vorsichtig angegangen werden.

Pflegefamilie oder Heim ist nicht cool - Ihre Tochter wird das merken....

Setzen Sie darauf, dass Sie ALLE Hilfeangebote, die Ihnen das Gesetz ermöglicht, auch erklärt werden und zeigen Sie sich hierfür öffen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke und Verantwortungsbewußtsein.

Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute.

Ich hoffe, dass ich Ihnen weiter helfen konnte und freue mich auf Ihre wohlwollende Bewertung.

Herzlichst Ihr

Roland Hoheisel-Gruler

Fachanwalt für Familienrecht

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Im ganz Groben, wie sie es schildern, ist es mir bereits bekannt.
Ich habe das Problem mit dem Jugendamt, weil ich der Ansicht bin, hier wurde kaum was unternommen um das Eltern-Kind-Verhältnis zu normalisieren. Es wurde sofort eine Inobhutnahme veranlasst obwohl das Kind keiner Gefährdung ausgesetzt war.
Beim Gespräch mit meiner Tochter will ich keinen Druck ausüben und auch keine Schuldzuweisungen ausdiskutieren. Das hatten wir bereits am WE. Alles was sie gestört hat, war die Wegnahme vom Handy, Schminke, Kleidersack und Hausarrest. Irgendwie muss ich ja als Elternteil mein Kind zur Vernunft bringen wenn es total ausfällig wird. Das JA sah dies auch als Pubertäts-Familien-Kriese. Wieso hier auf das Kind nicht eingewirkt wird, dass es nicht nur Rechte sondern auch Pflichten hat verstehe ich nicht. Es haut einfach ab, weil es zu feige ist sich dem Problem zu stellen, versucht Machtkampf zu führen und wird auch noch in Schutz genommen!
Was habe ich denn falsch gemacht, weshalb ich jetzt mit dem Kind nicht einmal ruhig und alleine reden kann? Jetzt ist es bereits 12 Uhr, die Einrichtung hat sich immer noch nicht gemeldet, obwohl ein Treffen abgesprochen war. Telefonnummer habe ich nicht! Was soll das Ganze?!
Ich möchte alle meine Rechte, bitte genaue Info wie erbeten, erfahren, damit ich schnell handeln kann. Die Zeit läuft gegen uns, das Kind steht unter fremden Einfluss und ich werde aufgrund der Hinhaltungstaktik immer unruhiger. Das kann doch wohl nicht das Ziel einer Hilfestellung amtlicherseits sein?!
Sorry, die Info war ungenügend. Benötige genaue rechtliche Optionen, die ich schnellstmöglich umsetzten sollte.
Danke.

Es geht jetzt nicht um richtig oder falsch - sondern darum, was für das Kind am Besten ist.

Wenn Sie mit dem Amt nicht schnellstens weiter kommen, muss das Gericht im Wege einer einstweiligen Anordnung entscheiden. Die Zeit ohne gerichtliche Entscheidung ist ohnehin schon viel zu lange. Oft wird darauf gesetzt, dass die Eltern Angst vor dem Gericht haben.

Drehen Sie daher den Spieß um: Teilen Sie dem Amt mit, dass Sie unverzüglich die Rückführung des Kindes verlangen und verlangen Sie die Anrufung des Familiengerichts.

Selbst wenn das Gericht im eA-Verfahren Ihnen das Aufenthaltsbestimmungsrecht erst einmal entziehen würde, können Sie dieses dann in einem Hauptsacheverfahren wieder zurück bekommen.

Nehmen Sie sich (fach-)anwaltliche Hilfe. Alleine geraten Sie sonst leicht in die Mühlen. Ich kenne das aus vielen Verfahren in vielen Jahren, seit ich Kindschaftsrecht mache.....

Gegebenenfalls haben Sie auch Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe.

Treten Sie selbstbewußt auf und verlangen Sie eine schnelle gerichtliche Entscheidung!

Hüten Sie sich aber davor, Ihrem Kind bei dem Treffen irgendwelche Vorwürfe zu machen. Das kommt nicht gut!

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Das hilft mir schon weiter, vielen Dank! Habe gerade erwirkt, dass meine Tochter mit einer Betreuung nach Hause kommt um paar Sachen zu holen.
Möchte mein Kind im Guten dazu bewegen, dass sie vom alleine nach Hause zurückkommt. Wäre dann die Inobhutnahme nichtig oder sollte ich dennoch dagegen vorgehen?
Muss ich anschließend die ambulante Hilfestellung vom JA beantragen oder kann ich frei darüber entscheiden? Meine Tochter wird sowas selbst hassen, wie ich sie kenne )) Ich könnte das zwar als Option in Betracht ziehen, aber normal benötigen wir sowas nicht, weil wir uns gut verstehen. Das Mädchen ist hochintelligent, ist an Psychologie interessiert und testet aktuell ihre Grenzen aus. Die Altersnaivität ist aber da und sie bringt sich sebst in Schwierigkeiten... Es ist ein tägliches Eierspiel mit ihr, damit alles im Lot bleibt. Normal kann ich es gut, bis auf kleinere Ausnahmen wo sie ihre Machtspiele spielt...
Ich habe eine Rechtschutzversicherung und könnte eine RA beauftragen. Aktuelles Problem ist das Wochenende.
Es wurde mir vorhin nochmal bestätigt, dass es nicht um Kindeswohlgefährdung geht.
MgG

Dankeschön, damit sind Sie auf einem guten Weg.

Sie müssen die Hilfe nicht beatragen, das entscheiden Sie selbst. Aus der Erfahrung aber weiß ich, dass die Inanspruchnahme insgesamt der Situation und auch in die Zukunft gerichtet gut tut.

Wenn die Tochter das hasst - wird sie es lernen. Deswegen sind da auch Profis am Werk, die ihren Job gelernt haben. Für die sind solche schwierigen Situationen das tägliche Brot, die haben genügend Erfahrung und Vergleichsmöglichkeiten - und können deswegen da helfen, wo Sie selbst zu verzweifeln drohen.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Kind daher alles Gute.

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Die eine Frage blieb noch offen. Falls sie von alleine nach Hause zurückkommt, ist dann die Inobhutnahme nichtig oder soll ich dennoch Widerspruch dagegen Schreiben? Wg. Aktenarchiv usw..
LG
Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Und wer trägt die Kosten dafür?

Wenn Sie freiwillig zurückkommt und keine Kindeswohlgefährdung vorliegt, ist die Sache erledigt, Kosten dürften dann auch keine auf Sie zukommen

Kunde: hat geantwortet vor 28 Tagen.
Vielen lieben Dank!

Bitteschön- ich wünsche Ihnen alles Gute

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RHGAnwalt, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
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