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Claudia Schiessl
Claudia Schiessl, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 17909
Erfahrung:  Fachanwältin für Familienrecht, Korrespondenzsprachen : deutsch und englisch, Ehescheidungen, Unterhalt, Güterrecht, Umgang, elterliche Sorge, seit 20 Jahren als Anwältin zugelassen
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Claudia Schiessl ist jetzt online.

Ich bin 33, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Meine

Diese Antwort wurde bewertet:

Ich bin 33, verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Meine Eltern haben sich getrennt, als ich 2 Jahre alt war, ich habe daraufhin allein mit meiner Mutter gelebt.
Seitdem hatte ich keinen Kontakt mehr zu meinem Vater, abgesehen von einem Treffen, als ich 15 Jahre alt war, und einem sehr kurzen Telefongespräch vor einem Jahr.
Mein Vater hat - abgesehen von einer einige wenige Monate dauernden Periode - nie Unterhalt für mich gezahlt.
Ich überlege nun, meinen Vater zu besuchen, nicht zuletzt, damit die Kinder ihren Großvater kennenlernen können.
Meine Mutter hat mich nun an meine potentielle Unterhaltspflicht gegenüber meinem mittellosen Vater erinnert, und dabei sowohl
[1] BGH, Urteil vom 12. Februar 2014, Az. XII ZB 607/12
als auch
[2] OLG Oldenburg, Beschluss vom 4. Januar 2017, Az. 4 UF 166/15
erwähnt.
Ich bin mir nun unsicher, ob angesichts der Vernachlässigung der Unterhaltspflicht mir gegenüber durch meinen Vater auch meine Unterhaltspflicht ihm gegenüber erloschen ist, ob diese Pflicht durch eine Kontaktaufnahme wieder entstehen könnte, oder ob meine Kontaktaufnahme hier nichts ändern würde.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die freundliche Anfrage.

Gerne helfe ich weiter, bitte aber aufgrund der Komplexität um etwas Geduld

Serh geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die Geduld.

Zunächst einmal gehen Ihre eigenen Kind im unterhaltsrechtlichen Rang dem Vater vor, § 1609 BGB, solange Sie diesen noch unterhaltspflichtig sind.

In der Entscheidung des Bundesgerichtshofs ging es darum, ob der Elternunterhalt wegen einer schweren Verfehlung im Sinne von 1611 BGB verweigert werden konnte.

Hier war es so, dass sich der Vater lange Zeit um den Sohn gekümmert hat.

Erst als dieser schon erwachsen war erfolgte der Kontaabbruch

Das ist bei Ihnen anders

Von daher passt die Entscheidung nicht auf Ihren Fall

Die Entscheidung des OLG Oldenburg bejaht eine Verwirkung weil neben dem Verlassen durch den Vater noch die Unterhaltspflichtverletzung hinzugekommen ist.

Von daher ist dieser Fall it Ihrem zu vergleichen und steht einer Unterhaltspflicht entgegen

Der § 1611 BGB sieht eine Verzeihung nicht vor

Eine Kontaktaufnahme Ihrerseits ändet nichts an der bereits erfolgten Verwirkung

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Sehr geehrte Frau Schiessl,vielen Dank für die schnelle Antwort!Ich nehme an, dass im Falle eines Prozesses die Beweislast bei meinem Vater liegen würde, evtl. gezahlten Unterhalt nachzuweisen, und nicht anders herum?Mit freundlichen Grüßen
Arnaud Fietzke

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die Nachfrage,

Nach dem Kommentar von Beck , Bamberger Roth, Stand 1.11. 2017 RN 9 zu 1611 muss jeder die zu seinen Gunsten sprechenden Umstände beweisen.

Allerdings spricht der Kommentar hier, anders als das Gesetz von einer möglichen Verzeihung des Fehlverhaltens

Auch in RN 4 meint er , dass eine Verzeihung zu beachten sei

Ich muss Ihnen daher doch raten, vorsichtig zu sein mit den Besuchen

Kunde: hat geantwortet vor 4 Monaten.
Sehr geehrte Frau Schiessl,danke für Ihre Antwort, die für mich nun leider doch etwas unbefriedigend ist.Ich habe nicht die Absicht, meinem Vater seine Unterhaltspflichtverletzung zu verzeihen. Wie würde sich eine Verzeihung äußern? Was genau meinen Sie mit "vorsichtig sein"?Vielen Dank

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich habe nur eine Kommentarstelle zitiert, die eben die Möglichkeit der Vrzeihung thematisiert, anders als das Gesetz.

Für eine Verzeihung wäre der Vater beweispflichtig.

Die Verzeihung ist ein tatsächlicher Vorgang

Sie ist formlos und Zb auch durch schlüssiges Verhalten möglich , zB durch Besuche

Wenn der Vater darlegt, dass Sie ihn besucht haben, kann man darin aber noch keine Verzeihung sehen

das wäre erst bei einem häufigen regelmäßigen Besuch anzunehmen

Sie haben ja vor allem das Motiv, dass die Kinder den Großvater kennen lernen sollen

Von daher macht ein einmaliger Besuch nichts aus

Ich bitte um Mitteilung, was einer positiven Bewertung entgegensteht

vielen Dank

Claudia Schiessl und weitere Experten für Familienrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.