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RHGAnwalt, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 908
Erfahrung:  Dipl. Forstwirt (univ.) Mediator Fachanwalt für Familienrecht Systemischer Berater
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Mein Exmann und ich üben seit zwei Jahren ein Wechselmodell

Diese Antwort wurde bewertet:

Mein Exmann und ich üben seit zwei Jahren ein Wechselmodell aus. Die Kinder (5 und 9) haben sich gut daran gewöhnt, bisher wohnen wir im gleichen Ort und die Kinder wechseln immer im Rhythnus 2-2-5-5. Da wir beide Lehrer sind, ist diese Aufreilung optimal. Nun plant mein Exmann aber mit seiner neuen Partnerin und deren Kinder in einen 13 km entfernten Ort zu ziehen. Dadurch müsste die kleine nun ab Sommer in die 1. klasse am bisherigen Wohnort gebracht werden. Die große müsste zudem in die neue Schule ( Gymnasium) von seinem Wohnort aus gefahren und abgeholt werden, da keine gute öffentliche Verbindung besteht. Dadurch wären die Kinder fast zwei Stunden täglich im Auto ,wenn man einkalkuliert, dass beide Schulen in verschiedenen Orten bei hoher Verkehrslage angefahren werden müssten. Alternative für die große wäre eine Schule in der Kreisstadt , die sie von beiden Orten aus per Bahn erreichen würde. Dabei wäre sie aber aus ihren bisherigen Kontakten gerissen. Ich sehe das Kindeswohl durch dieses hin und her bei zwei Wohnorten im wechdelmodell bedroht. Sowohl Freundschaften als auch Freizeitaktivitäten und das Gefühl von Heimat können dadurch verloren gehen. Ist ein wexhselmodell da noch praktikabel?ich würde den Kindern gerne anbieten mehr bei mir zu wohnen und sogar Auf unterhalt verzichten. Die Anmeldung auf die weiterführende Schulen steht an. Die große möchte mitnehmen ihren Freunden in den benachbarten Ort gehen, weiß aber , dass sie dann nicht mit Bus und Bahn zu Papa fahren kann. Sie möchte nicht allein in die Kreisstadt auf die Schule. Welche Möglichkeiten habe ich als Mutter?
Über eine Antwort würde ich mich freuen.
Grüße
V.P.

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage:

Zunächst einmal möchte ich Sie dazu beglückwünschen, dass Sie das Wagnis Doppelresidenz eingegangen sind - und dass dieses nun offensichtlich für 2 Jahre schon gut funktioniert hat.

Wenn es nun so ist, dass der Schulwechsel das bisher praktizierte Wechselmodell in Frage stellen würde oder auch die Thematik Grundschule, müsste nun überlegt werden, wie dies dann kompensiert werden kann.

Bevor nun aber das Wechselmodell in Richtung Woche Mama-Wochenende Papa abgelöst wird, wären vielleicht auch andere Modelle möglich, die den Kindern die Schule nebst Freunden ermöglichen, andererseits aber auch der Kontakt zu beiden Eltern wichtig bleibt.

Weil Sie nun zwischen allen Stühlen sitzen, möchte ich Ihnen aus der Ferne zunächst keine einfachen Tipps geben - das würde Ihrer Situation und Ihren bisherigen Bemühungen nicht gerecht, aber ich kann aus Erfahrung zu Ihnen sprechen:

Zunächst sollten Sie versuchen, mithilfe des Jugendamtes und/oder der Erziehungsberataungsstelle in einem Vermittlungsgespräch die Positionen abzuklären, dann, falls dies scheitert, würde ich Ihnen dringend eine Familien-Mediation ans Herz legen wollen. In der Regel bringt das schon gute - und vielleicht auch bis jetzt noch nicht geahnte - Ergebnisse.

Letztlich bliebe nur der Weg, das Aufenthaltsbestimmungsrecht gerichtlich zu beantspruchen - das kann aber dauern, würde kaum ohne Gutachten abgehen und letztlich das bisher Erreichte zerschlagen.

Es geht nämlich im Verfahren dann nicht um Vater oder Mutter oder wer welche Rechte hat, sondern darum, welche Sorgealternative dem Kindeswohl am Ehesten entspricht.

Ich halte Sie aber - weil Sie das bisher gut hinbekommen haben - durchaus in der Lage, auch diese Thematik meistern zu können.

Ich hoffe, dass ich Ihnen hiermit fürs Erste weiter helfen konnte und freue mich auf Ihre wohlwollende Bewertung

Herzlichst Ihr

Roland Hoheisel-Gruler

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Familienrecht

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Danke für Ihre Antwort! Ich habe schon mit den Gedanken gespielt , die Kinder zumindest einen Tag mehr unter der Woche zu mir zu nehmen, um ihnen Zugang zu ihrem bisherigen sozialen Unfeld zu ermöglichen . Da dadurch aber ein Ungleichgewicht von 60:40 entstehen würde , würde mein Ex dem ungern zustimmen. Hat die große Tochter mit fast 10 Jahren denn da Mitspracherecht? Sie hat sich mir gegenüber nämlich schon dahingehend geäußert, dass es für sie ok wäre, etwas mehr zu mir zu kommen, damit der Stress der Pendelei reduziert sei. Das kindeswohl muss an oberster Stelle stehen. Sollten sich die Kinder vielleicht einfach uns gegenüber äußern dürfen und wir das wechselmodell als nicht fix darstellen ? Mein ex ist derjenige der wegzieht , will aber unbedingt das Modell beibehalten , die Kinder hat er natürlich bisher nicht befragt.

Grundsätzlich ist es eine Sache der Elternverantwortung - das Mitspracherecht der Kinder entpuppt sich leider oft aber als Scheinargument, weil dann nämlich die Verantwortung von den Eltern aufs Kind geschoben wird - das sagen uns zumindest die Kinderpsychologen.

Leztzlich darf es nicht darum gehen, Stunden oder Tage gegeneinander aufzurechnen - sondern darum, wie man die Kinder am Besten kindgerecht erziehen kann in einem Modell, in dem sie am Meisten von beiden Eltern haben können - wenn schon die Eltern nicht mehr miteinander gemeinsam können.

Deswegen rate ich dazu, das Wechselmodell insgesamt variabler auszugestalten - und die Kinder dann zu fragen, wenn bei Ihnen die Grundzüge fix sind.

Kunde: hat geantwortet vor 7 Monaten.
Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich stimme mit Ihren Ansichten überein. Die Frage wäre nur, wie jetzt konkret vorzugehen wäre beim Thema Auswahl der weiterführenden Schule. Ist es das Kindeswohl, dass sie dorthin geht wo alle Kinder unseres Ortes hinfahren, wo sie auch neue Kinder aus der Umgebung kennen lernen könnte und wohin sie auch von mir aus problemlos fahren kann- die Schule auf die sie eigentlich auch will, mit dem einen Haken, dass sie dann nicht so einfach heim zu Papa kommt. Ich habe bisher immer dafür plädiert , dass sie sagen soll , wohin sie aus tiefstem Inneren gerne gehen würde . Wenn das dann bedeutet , dass es Probleme mit dem neuen Wohnort gäbe , müsste man eben das Wechselmodell flexibler gestalten - wie Sie schon angedeutet haben. Mein Ex wünscht sich aber , dass sie dir andere Schule besucht, von der aus sie auch zu ihm heim fahren könne , wodurch das Wechselmodell einfacher durchzuführen wäre . Dorthin will aber die Tochter eigentlich nicht und steht nun vor dem Dilemma. Wenn sie mir zu dieser konkreten Frage zum Vorgehen in dem speziellen Fall der Schulwahl , die in drei Wochen ansteht , noch eine Antwort hätten, wäre ich sehr dankbar.Mit freundlichen Grüßen
V.P.

DAran sieht man doch schon, dass das Kind bei der Fragestellung überfordert ist: Suchen Sie daher das offene Gespräch mit dem Vater, wenn es da schwierig in der Sache sein kann, unter Zuhilfenahme eines Mediators/einer Mediatorin um die Bedürfnisse der Eltern und die Wünsche der Kinder deckungsgleich zu machen.

Weil es nur noch drei Wochen sind, sollten Sie schnellstens reden und einen Mediator suchen

RHGAnwalt und weitere Experten für Familienrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.