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RHGAnwalt
RHGAnwalt, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 1097
Erfahrung:  Dipl. Forstwirt (univ.) Mediator Fachanwalt für Familienrecht Systemischer Berater
98035192
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Sehr geehrter Herr Rösemeier, ich bin seit 6 Jahren

Diese Antwort wurde bewertet:

Sehr geehrter Herr Rösemeier,
ich bin seit 6 Jahren geschieden, mein Sohn, 12 Jahre lebt bei mir. Er sieht seinen Vater nur sehr unregelmäßig, da - offenbar von beiden Seiten - kein Bedürfnis nach einem intensiveren Kontakt besteht. Ich habe dem Umgang mit dem Kindsvater nie unterbunden oder ähnliches, mein Sohn liebt seinen Vater und die wenigen Male, die sich die beiden treffen findet mein Sohn immer schön. Also ist das wohl in Ordnung so für ihn.
Da mein Exmann von Beginn an keinen bzw. nur sehr unregelmäßig seinen Unterhaltsverpflichtungen seinem Sohn gegenüber nachkommt erhalte ich Unterhaltsvorschuss und habe seit 2011 eine Beistandschaft des Jugendamtes für meinen Sohn damit ich mich nicht jeden Monat auf's neue mit dem Kindsvater auseinandersetzten muss, was den Kindesunterhalt angeht.
Soweit so gut.
Nun möchte ich gerne das alleinige Sorgerecht für unseren Sohn, da immer mehr Entscheidungen anfallen, die ich ohne Einverständnis des Kindsvaters nicht treffen kann. Dabei hat dieser nicht wirklich eine Ahnung was im Leben seines Sohnes gerade ansteht, was für ihn jetzt gerade wichtig wäre oder welche Unterstützung er dringend bräuchte. Mal abgesehen davon möchte ich zukünftig ausschließen, dass der Kindsvater automatisch zum Vormund seines Sohnes wird wenn dieser noch nicht 18 ist und mir etwas zustoßen sollte.
Ich finde es gut, dass der Kindsvater ein Umgangsrecht hat, daran soll sich nichts ändern - unser Sohn wird sowieso mehr und mehr selbst entscheiden wie er das handhaben möchte. Aber die Sorge für unseren Sohn (auch die finanzielle) trage seit Jahren ich allein und daher möchte ich nun gerne das alleinige Sorgerecht.
Wie ist hier die Gesetzeslage? Wie muss ich hier vorgehen? Was raten Sie mir zu tun?
Vielen Dank ***** ***** für Ihre freundlichen Bemühungen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Anfrage:

Grundsätzlich gilt, dass Unterhaltsfragen und Sorge oder Umgang streng voneinander getrennt werden müssen,

Da der Vater sich nicht kümmert, sind die Chancen gut, dass Sie das alleinige Sorgerecht im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens erhalten können, die gesetzliche Grundlage hierfür ist § 1671 BGB .

Dabei empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

1) Anfrage beim Jugendamt um ein Vermittlungsgespräch ( Das ist Voraussetzung, dass es beim späteren Gerichtsverfahren auch Verfahrenskostenhilfe geben kann) - wenn der Vater im Rahmen dieses Gespräches eine umfassende Sorgerechtsvollmacht erteilen sollte, wäre alles gut und Sie könnten auch ohne Gericht alleine entscheiden. Wenn er dem oder der Übertragung nicht zustimmt, muss das Jugendamt das Scheitern der Vermittlung dokumentieren.
2) Danach stellen Sie den Antrag beim zuständigen Familiengericht auf Übertragung der elterlichen Sorge.

Der Antrag ist recht knapp zu halten, verweisen Sie auf den Umstand, dass er sich nicht kümmert und das Jugendamt im Verfahren auch schon gescheitert ist, dann wird gegebenenfalls ein Verfahrensbeistand und das Jugendamt auch Ihren Antrag gut heißen und die Sache ist gut.

Ich hoffe, dass ich Ihnen hiermit weiter helfen konnte und freue mich auf Ihre wohlwollende Bewertung

Herzlichst Ihr

Roland Hoheisel-Gruler

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Jahr.
Ok, danke, ***** ***** schonmal.
Was wäre wenn der Kindsvater freiwillig sein Sorgerecht abgeben möchte? Was sollte in einer solchen Erklärung drinstehen und muss man das dann auch gerichtlich festhalten? Besteht die Möglichkeit das ganze über eine notarielle Beurkundung zu fixieren?

Wenn er es freiwillig abgeben will, muss das auch das Gericht entscheiden, §1671 I BGB - ansonsten reicht eine allgemeine Sorgevollmacht, dann behält er aber sein Sorgerecht

Verzicht ohne Gericht geht nicht

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