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RainNitschke
RainNitschke, Rechtsanwältin
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 1680
Erfahrung:  Fachanwältin für Familienrecht
49776616
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RainNitschke ist jetzt online.

Hallo. Mein Mann und ich haben uns getrennt, er wurde mir

Diese Antwort wurde bewertet:

Hallo.
Mein Mann und ich haben uns getrennt, er wurde mir gegenüber gewalttätig. Das war Anfangs Mai 2016. Kurz darauf hat er seinen Job verloren, am 30.06.2016. Er verlangt nur Unterhalt von mir, da ich Vollzeit beschäftigt bin.
Er hat mit seiner letzen Gehaltsabrechnung von Juni 2016 eine Abfindung bekommen ( 3x Bruttogehalt)
Er hat erst ab Ende September ALG bekommen können vom Arbeitsamt, ich nehme an, er wurde gesperrt.
Er sprach von einem Ablösevetrag.
Eine betriebsbedingte Kündigung kann meines Wissens nicht gewesen sein, denn er hatte ein Personalgespräch in der Firma im Februar 2016 , da wurde er für seine Arbeit bedankt und erhielt eine Zusage über weiteres Zusammenarbeiten und Erhöhung des Gehalts.
Muss ich ihm Unterhalt zahlen, wenn er eigenverschuldet seine Arbeit verloren hat?
Wie finde ich heraus, ob er selbstverschuldet aus dem Job raus ist?
Mein Anwalt sagt nur, ich soll irgendwie herausfinden, warum er aus dem Job ist, warum er einen Ablösevertrag bekam. Ist das wirklich meine Aufgabe? Wegen Datenschutz komme ich doch an nichts, und das muss doch mein Anwalt auch wissen!

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage! Das Problem ist grundsätzlich, dass derjenige, der sich auf eine für ihn positive Tatsache berufen möchte, diese auch beweisen müsste. Allerdings ist es auch so, dass Ihr Noch - Ehemann nachweisen muss, warum er bedürftig ist. Hat sich Ihr Anwalt denn mal die Kündigung zeigen lassen? Ich fordere diese eigentlich immer an. Im Falle einer Kündigung müsste man als Unterhaltsberechtigter zumindest Kündigungsschutzklage einreichen. Ich hatte einen ähnlichen Fall, bei dem wir letztendlich vor Gericht sogar den Arbeitgeber meines Mandanten als Zeugen vernommen haben, nachdem die Gegenseite schlicht bestritten hat, dass die Kündigung rechtens war.

Grundsätzlich sollte Ihr Anwalt aber auch den Fokus auf das aktuelle Verhalten Ihres Noch - Ehemannes legen. Da Ihr Noch - Ehemann während der Ehe gearbeitet hat, muss er auch jetzt zusehen, dass er wieder arbeitet. Das bedeutet im Klartext: ca. 30 Bewerbungen im Monat. Oder er muss nachweisen, warum er aktuell keinen Job findet. Ansonsten kann ihm nämlich auch als Unterhaltsberechtigter ein sogenanntes fiktives Einkommen zugerechnet werden - also ein Einkommen, was er erwirtschaften könnte.

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Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

K. Nitschke
Rechtsanwältin

Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrte Frau Anwältin,
Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Daraus konnte ich folgendes erfahren:
Mein Anwalt kann sich also die Kündigung meines Mannes zeigen lassen. Gleiches gilt für den Ablösevertrag, den er bekommen haben soll?
Mein Mann hat am 30.06. seine letzte Gehaltsabrechnung bekommen, wir haben nun Dezember. Also hätte er bis dato schon zig Bewerbungen geschrieben haben...
Warum weißt mein Anwalt das alles nicht?! Kann er sich die Unterlagen vom Anwalt meines Mannes vorlegen lassen sowie ich diesem meine Lohnabrevhnungen vorlegen müsste oder ist dafür einen Gerichtsbeschluss zwingend erforderlich?
Im März oder April 2016 beantragte mein Mann einen Bankkredit in Höhe von 50 000 euros. Ich war natürlich nicht darüber informiert, nun gibt er an, er hätte den Kredit mit meiner Zusage aufgenommen ( er hat den Vertrag allein unterschrieben) für ein gemeinsames Projekt im Ausland. Es gab natürlich kein gemeinsames Projekt. Er verlangt Unterhalt lt. seines Anwalts vor allem aufgrund dieses Kredites. Ich bin sicher, meinem Mann geht es darum, mich diesen Kredit abbezahlen zu lassen. Kann ich dazu gezwungen werden?
Wir haben keine gemeinsamen Kinder, kein Haus, kein Vermögen. Was er mit dem Geld gemacht haben soll kann ich nicht sagen.

Über die Qualitäten des Kollegen kann ich wenig sagen. Im Unterhaltsrecht sollte man nur m.E. nicht all zu früh aufgeben oder einen Prozess scheuen. Das Problem ist oft die Angst vor einem Gerichtsverfahren. Oft bekommt man in so einem Verfahren mehr Informationen, als außergerichtlich.

Was den Kredit angeht, so haften Sie nicht dafür, wenn Sie diesen nicht mit unterschrieben haben. Allerdings können Kredite natürlich die eigenen Leistungsfähigkeit drücken. Die Anerkennung von Schulden ist immer leichter, wenn es sich um Kosten handelt, von denen der Ehepartner wusste. Daher auch die Behauptung Ihres Noch - Ehemannes.

Die Frage ist ja, was mit dem Geld geschehen ist? Je nachdem, was er davon gekauft hat, sind nämlich nur die Zinsen abzugsfähig und nicht auch die Tilgung. Liegt das Geld immer noch auf einem Bankkonto, wäre Ihr Noch - Ehemann nicht bedürftig und könnte sich zunächst von diesem Geld versorgen. Wenn Ihr Noch - Ehemann von Ihnen etwas möchte, dann muss auch er alle Karten auf den Tisch legen.

Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Vielen Dank.
Also gilt : mein Noch-Ehemann muss erst beweisen, dass er bedürftig ist.
Nun behauptete er vor dem Familiengericht am 15.07. mittellos zu sein und aus diesem Grund die Miete der damals gemeinsamen Wohnung nicht bezahlen zu können. So zahlte ich von Juni 2016 bis Oktober 2016 keine Miete, alles blieb an mir hängen, denn auch ich hatte den Mietvertrag unterschrieben und war somit mithaftend und der Herr ließ nicht mit ihm reden, diesbezüglich. Erst später entdeckte ich seine Lohnabrechnung von Juni 2016 mit der zusätzlichen Abfindung. Also wollte er einfach nicht sein Teil der Miete bezahlen. Dabei war ich schon am 1.7. aus der Wohnung ausgezogen, und hatte eine neue bezogen. Er blieb mit 80% des Mobiliars, denn ich wollte keinen Streit.
Allerdings musste ich einen Kredit bei meiner Bank aufnehmen für Anschaffungen u.a. Küche, Wohnzimmer... Wie komme ich an mein Teil des Geldes zurück, was ich an voller Miete ausgegeben habe?
Werden meine Anschaffungskosten irgendwie in der Unterhaltsfrage berücksichtigt?
Was erwartet mich bei einem Gerichtsverfahren bzgl. Unterhaltsfrage als Nachteile?

Was die Miete angeht, haben Sie einen Anspruch auf Erstattung des hälftigen Anteils, 426 BGB = Gesamtschuldnerausgleich! Diesen können Sie von Ihrem Noch - Ehemann einfordern.

Ja, auch Ihre Anschaffungen werden als trennungsbedingter Mehrbedarf berücksichtigt, wenn diese angemessen sind.

Der Nachteil bei einem Gerichtsverfahren ist natürlich immer, dass man bei einem Unterliegen, auch die Kosten tragen muss. Die Sache ist nur, dass SIE das Verfahren ja gar nicht einleiten werden, sondern der Anwalt Ihres Noch - Ehemannes, wenn Sie den geforderten Unterhalt nicht zahlen. Daher sind Sie dieser Gefahr ohnehin ausgesetzt, wenn Sie nicht freiwillig zahlen. M.E. sollte Ihr Anwalt etwas mehr Druck machen und Ihren Noch- Ehemann zur vollständigen Auskunft auffordern. Vollständig heißt dann tatsächlich auch, dass er mitteilt, was er mit dem Geld für den Kredit gemacht hat, da er sonst gar nicht prüfen kann, was alles angerechnet werden kann. Zudem muss Ihr Noch - Ehemann seine Bedürftigkeit auch nachweisen und erklären, was er in den letzten Wochen unternommen hat, um wieder Arbeit zu bekommen.

Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Ich habe meinem Anwalt meine Lohnabrechungen für den gewählten Zeitraum zur Vorlage beim Anwalt meines Mannes gegeben. Entsteht da ein Nachteil für mich, wenn dieser Einsicht in meinen Unterlagen hat während mein Anwalt nichts über seinen Mandaten verfügt?
Nochmal zum Beweis der Bedürftigkeit meines Mannes: also kann mein Anwalt verlangen, dass ihm der Ablösevertrag vorgelegt wird? Denn es geht um die Frage selbstverschuldet aus der Arbeit raus oder nicht? Also um den Grund, weshalb er seinen Job verloren hat.

Bei Trennungsunterhalt besteht ein gegenseitiger Auskunftsanspruch. Ihr Anwalt muss sogar die kompletten Unterlagen Ihres Mannes anfordern, da er ansonsten gar nicht überprüfen kann, ob die Berechnung des Anwaltes Ihres Mannes korrekt ist. Ihr Noch - Ehemann ist genauso zur vollständigen Auskunft verpflichtet, wie Sie! Dazu gehört auch, dass ER nachweist, wieso er derzeit keine Arbeit und wieso er keine gleichwertige findet.

Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.
Vielen Dank, ***** *****Sie haben mir gut geholfen, nun weiß ich, was ich von meinem Anwalt zu erwarten habe.
Schönen Abend.

Vielen Dank für Ihr Feedback! Über Ihre Bewertung durch Anklicken von mindestens 3 Sternen würde ich mich sehr freuen! Alles Gute für Sie!

RainNitschke und weitere Experten für Familienrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.