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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  selbständiger Rechtsanwalt
37896974
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Wieweit sind Eltern für ihre erwachsenen Kinder unterhaltp

Diese Antwort wurde bewertet:

Wieweit sind Eltern für ihre erwachsenen Kinder unterhaltpflichtig?
Tobias Rösemeier :

Sehr geehrter Fragesteller, vielen Dank für Ihre Anfrage.

Tobias Rösemeier :

Auf Ihr Anliegen gehe ich wie folgt ein:

Tobias Rösemeier :

Nach § 1602 BGB besteht gegenüber Kindern nur dann eine Unterhaltspflicht, wenn diese im Sinne des Gesetzes bedürftig sind.

Tobias Rösemeier :

Bedürftigkeit ist nur dann gegeben, wenn diese nicht in der Lage sind, sich selbst zu unterhalten.

Tobias Rösemeier :

Ein unstetes und riskantes Leben begründet insofern keine unterhaltsrechtliche Bedürftigkeit, wenn das Kind grundsätzlich in der Lage ist, seinen Unterhalt durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu bestreiten.

Tobias Rösemeier :

Hierneben könnte noch § 1611 BGB greifen.

Tobias Rösemeier :

"Ist der Unterhaltsberechtigte durch sein sittliches Verschulden bedürftig geworden, hat er seine eigene Unterhaltspflicht gegenüber dem Unterhaltspflichtigen gröblich vernachlässigt oder sich vorsätzlich einer schweren Verfehlung gegen den Unterhaltspflichtigen oder einen nahen Angehörigen des Unterhaltspflichtigen schuldig gemacht, so braucht der Verpflichtete nur einen Beitrag zum Unterhalt in der Höhe zu leisten, die der Billigkeit entspricht. Die Verpflichtung fällt ganz weg, wenn die Inanspruchnahme des Verpflichteten grob unbillig wäre."

Tobias Rösemeier :

Eine unstetes Leben könnte als Verwirkungstatbestand angenommen werden.

Tobias Rösemeier :

Ich hoffe, ich konnte Ihnen die Rechtslage verständlich darstellen.

Tobias Rösemeier :

Bitte fragen Sie nach, wenn Sie weitere Informationen benötigen.

Tobias Rösemeier :

Gern helfe ich weiter.

Tobias Rösemeier :

Über eine abschließende positive Bewertung würde ich mich freuen.

Tobias Rösemeier :

Vielen Dank.

Unser Chat ist beendet, da Sie in diesen leider nicht eingetreten sind.

Ich hoffe, Sie können dennoch meine ersten Antworten auf Ihre Fragestellung oben lesen.

Bitte fragen Sie nach, wenn Sie weitere Informationen benötigen.

Gern helfe ich weiter.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Herr Rösemeier,

das ging ja Schlag auf Schlag! Bei Juristen rechne ich in Monaten und hatte das nicht erwartet. Heute war ich abwesend.

Ich denke, ich sollte den "unsteten Lebenswandel" meines Sohnes etwas verdeutlichen. Ich habe keinen Einblick in seine Arbeitsverhältnisse, er ist wohl meist selbständig tätig. Er wechselt häufig den Wohnsitz und ist für mich oft monatelang nicht erreichbar. Er hat zwei Kinder gezeugt, das letzte ist in diesen Tagen geboren. Über die Mütter weiß ich nichts, ebensowenig über die Erfüllung seiner Unterhaltsverpflichtungen. Ferner wiegt er über 200 kg, wie lange da der Körper mitspielt, weiß niemand. Möglicherweise ist er außerdem verschuldet.

Ich bin deshalb besorgt, dass da etwas auf mich zukommen kann, das mich überfordert. Ihre Antwort war insofern hilfreich und beruhigend. Dennoch eine Nachfrage: Können die geschildeten Zustände einen "Verwirkungstatbestand" begründen?

Mit freundlichem Gruß

Tim Günther

Sehr geehrter Fragesteller,
vielen Dank ***** ***** ergänzenden Ausführungen.
Zunächst ist auszuführen, dass Ihren Sohn grundsätzlich die Verpflichtung trifft, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten.
Die selbst herbei geführte Bedürftigkeit begründet keinen Unterhaltsanspruch nach § 1611 BGB, wie auch das die Verletzung der sogenannten Erwerbsobliegenheit.
Haben Sie Nachfragen oder besteht weiterer Klärungsbedarf ?
Gern helfe ich weiter.
Falls Sie keine Nachfragen haben, würde ich mich über eine positive Bewertung freuen.
Vielen Dank ***** ***** Gute.
Sehr geehrter Fragesteller,

Sie haben angegeben Rückfragen zu haben. Bitte stellen Sie mir diese, damit ich Ihre Rückfrage beantworten kann.

Leider kommt es manchmal vor, dass Ihre Nachricht mir nicht sofort angezeigt wird.
Sehr geehrter Fragesteller,
Sie haben mich über das Bewertungsssystem (negative Bewertung) wissen lassen, dass Sie mit meiner Antwort nicht zufrieden sind und Rückfragen haben.
Bitte stellen Sie Ihre Rückfragen, damit ich diese beantworten kann.
Vielen Dank ***** ***** Rückmeldung.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Meine Rückfrage müsste zu Ihnen unterwegs sein, ich warte gerne etwas zu, bevor ich sie erneut formuliere. Ich bin aber keinesfalls unzufrieden!

Sonnige Grüße

Tim Günther

Danke ***** ***** Nachricht.
Leider scheint es immer mal wieder technischen Probleme zu geben.
Bitte stellen Sie Ihre Nachfrage einfach nochmal ein.
Vielen Dank.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Herr Rösemeier,

vielen Dank, ***** ***** wohl nicht geklappt. Mir stellt sich weiterhin die Frage, was eine "selbst herbei geführte Bedürftigkeit" ist. Wer sich 200 kg anfrisst, führt der z. B. Herz- und Knieprobleme, Pfelgebedürftigkeit, Erwerbsunfähigkeit etc. "selbst herbei"? Können Unterhaltsforderungen seiner "selbst gezeugten" Kinder auf mich zukommen? Oder Forderungen eventueller Schuldner? Ich wüsste gerne, was da auf mich zukommen kann, denn mein Sohn würde mich über derartige Probleme nicht informieren, bevor es zu spät ist. Und meine Bereitschaft, ihm aus der Patsche zu helfen, ist durch vielerlei Vorkommnisse in der Vergangenheit ausgereizt.

Können Sie da etwas konkreter werden?

Sonnige Grüße

Tim Günther

Sehr geehrter Fragesteller,
vielen Dank ***** ***** Nachfrage.
Es sind naturgemäß alle Umstände des Einzelfalles maßgebend für die Beurteilung, ob ein Verwirkungstatbestand im Sinne des § 1611 BGB vorliegt.
Grundsätzlich ist es so, dass solange eine Erwerbsfähigkeit besteht, ein Unterhaltsanspruch nicht besteht, da es sich dann immer um eine selbst herbeigeführte Bedürftigkeit handelt.
Sollte krankheitsbedingt eine Bedürftigkeit eintreten, hat sich Ihr Sohn zunächst an das Sozialamt zu wenden, um Leistungen nach dem SGB XII zu erlangen. Ein Rückgriff auf die Eltern ist nur unter engen Voraussetzen möglich, aber eben leider nicht ausgeschlossen.
Allerdings wird regelmäßig eine Leistungsfähigkeit der Eltern nur angenommen, wenn ein bereinigten Einkommen von über 1.500 Euro gegeben ist. Hierneben ist im Einzelfall zu prüfen, ob die Heranziehung unter Würdigung der Gesamtumstände zumutbar ist.
Insofern können ein jahrelanger Kontaktabbruch bzw. eine selbst herbeigeführte Krankheit durch verwerflichen Lebenswandel eine Rolle spielen.
Vorgreiflich kann einer etwaigen Heranziehung nicht entgegengewirkt werden.
Sollte der Sohn seiner Verpflichtung seinen Kindern gegenüber nicht nachkommen, ist eine Heranziehung der Großeltern im Rahmen der sogenannten Ersatzhaftung möglich.
Vorrangig haftend ist jedoch zunächst die Kindesmutter. Ist diese nicht leistungsfähig, sind alle Großeltern mütterlicherseits und väterlicherseits gleichermaßen in der Haftung.
Sonstige Gläubiger können allerdings nicht an Sie herantreten. Die Eltern müssen nicht für Schulden Ihrer Kinder haften.
Tobias Rösemeier und weitere Experten für Familienrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.